Tom Drury Die Traumjäger

(10)

Lovelybooks Bewertung

  • 17 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 6 Rezensionen
(4)
(3)
(1)
(2)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die Traumjäger“ von Tom Drury

Auch eine brüchige Familie ist eine FamilieDer Klempner Charles Darling wohnt mit seiner Frau Joan und dem 7-jährigen Sohn Micah in einem alten Haus außerhalb der Stadt. Seit kurzem ist auch Joans nach der Geburt zur Adoption weggegebene 16-jährige Tochter Lyris da. Sie alle jagen einem Traum nach: Charles möchte ein altes Gewehr haben, Joan sehnt sich nach Romantik, Lyris wollte schon immer zu einer Familie gehören, und Micah möchte mehr über die Welt erfahren ... Eine unspektakuläre, scheinbar einfache Geschichte, in deren Tiefe – wie bei Raymond Carver etwa – vulkanische Eruptionen lauern.»Drury ist ein großer amerikanischer Autor und ›Die Traumfänger‹ sein bestes Buch.« Jonathan Franzen»Die Zärtlichkeit der Worte, die Drury für seine Figuren findet, hallt weit über die letzte Seite hinaus im Leser nach.« Felicitas von Lovenberg,FAZ

Stöbern in Romane

QualityLand

Eine grandios humorvolle erzählte Geschichte, deren zugrunde liegende Dystopie eingängig und mit viel Hingabe zum Detail erklärt wird.

DrWarthrop

Wer hier schlief

Auf der Suche nach der verlorenen Frau ist Philipp, nachdem er für sie alles aufgegeben hat. Gut geschriebener Roman mit kleinen Schwächen.

TochterAlice

Die Schule der Nacht

Atmosphärisch, düster und spannend...

Nepomurks

Zeit der Schwalben

Ein Buch, bei dem einem das Herz aufgeht.

Suse33

Drei Tage und ein Leben

Gut!

wandablue

Sonntags in Trondheim

Fortsetzung der "Lügenhaus"-Trilogie: Gut geschriebene, unterhaltsame Familiengeschichte, mit wenig Highlights.

AnTheia

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Eine Entdeckung!

    Die Traumjäger
    Boris

    Boris

    15. June 2015 um 17:19

    Zuerst wie so oft eine Klappentextkritik. Nein, dies keine "dramatische"Geschichte! Das Tom Drury ein"Gigant"der amerikanischen Erzähltradition ist...Na ja. Kann es eigentlich keinen amerikanischen Roman geben den nicht Jonathan Franzen auf dem Klappentext lobt??? Zum Buch. 4 Tage, jeweils 4 Kapitel, jeweils einem Familienmitglied zugeordnet. 4 Tage in"the middle of nowhere" wie man so schön sagt, irgendwo in Iowa, Kleinstadt. Wunderbar lakonisch beschreibt Drury...wie soll man sagen, Zerfall wäre schon zu dramatisch...nennen wir es das Auseinanderdriften einer Familie. Vater, Mutter, Sohn und die zurückgekehrte Tochter der Frau, die nach der Geburt zur Adoption freigegeben wurde. Eher eine Zweckgemeinschaft. enttäuschte Hoffnungen auf ein anderes Leben überall. Die Mutter geht weg, ein anderer Mann ist zwar beteiligt, aber doch nicht so wichtig. Vielleicht kommt sie auch im Frühling zurück? Andere Personen tauchen auf. Eine Freundin der Tochter verliebt sich in den Bruder des Vaters. Eine Ziege spielt eine wichtige Rolle. Einen Bösen gibt es auch, aber der landet in einer Grube. "Micah wollte die Alte Geschichte hören, wie Charles auf einen Güterzug in den Westen aufgesprungen war, nur um nach ein, zwei Kilometern feststellen zu müssen, dass der Zug für die Nacht auf einem Nebengleis im freien Feld abgestellt wurde." Ich freue mich auf die anderen Bücher des Autors....

    Mehr
  • Rezension zu "Die Traumjäger" von Tom Drury

    Die Traumjäger
    Clari

    Clari

    22. June 2010 um 17:15

    Provinzielles Leben in Amerika! Im mittleren Westen Amerikas siedeln in den kleinen Städten einfache Leute. Das Leben ist eintönig, ohne Perspektiven und verführt zu Träumen, die Erwartungen implizieren, die keine Zukunft haben. Charles, Joan, Micah und Lyris sind eine zusammen gewürfelte Familie. Lyris war lange im Waisenhaus und bei Pflegeeltern, bevor ihre Mutter Joan, die sie als junges Mädchen zur Adoption frei gegeben hatte, sie endlich zu sich nahm. Ihre Geburt war in einer Zeit erfolgt, als Joan sich noch den Träumen einer Schauspielerkarriere hingab. Inzwischen ist sie mit Charles verheiratet, der sich als Klempner seinen Lebensunterhalt verdient, und sie haben den kleinen Micah, ein eher ängstliches und scheues Kind. Viel ereignet sich nicht in ihrem Alltag, der nach den Regeln der kleinen Stadt abläuft. Sie sind nicht wohlhabend, im Hause mangelt es an vielem, und so leben sie vor sich hin: eine Leben, in dem jeder seinen Träumen nachhängt. Charles hätte so gerne das Gewehr seines Stiefvaters oder ein ähnliches; Joan ereifert sich im Tierschutzverein, Lyris wäre gerne endlich erwachsen und Micah? Er träumt von der weiten Welt und von der Evolution! Die Menschen gehen ihren ganz alltäglichen Pflichten ohne besondere Abwechslung oder Aufregung nach. Und doch zeugt eine subtile Spannung dafür, dass man Unheil kommen sieht, und dass das langweilige Leben bedroht sein könnte. Jedes Leben der einzelnen Familienmitglieder besitzt eine eigene Dynamik, und alle sind sich fremd. Keiner kann dem anderen sein, was er sich wünscht: eine gute Mutter oder ein liebevoller Mann und Vater. Micah ist derjenige, für den gesorgt wird, ohne dass man sich seiner wahren Bedürfnisse bewusst ist. Lyris versteht ihr Leben am wenigsten: warum wurde sie so lange herumgestoßen von einem Heim zum anderen und von einer Pflegefamilie zur nächsten? Erhebend ist das Leben in dieser abgelegenen Gegend nicht. Da wird jede kleine Abwechslung mit Freuden begrüßt, und seien es auch verbrecherische Vorhaben der Kleinstadtbewohner, die zu Aufregungen führen. Tom Drury hat eine schillernde Studie der kleinen Stadt entworfen. Das Leben im Mikrokosmos einer unscheinbaren Welt erfährt Würdigung und Beachtung. Die Spannung ergibt sich aus den kleinen Alltagsgeschichten, die doch für jeden von unterschiedlich weit reichender Bedeutung sind. Mit seiner aufmerksamen und poetischen Beobachtungsgabe erweckt er das Milieu der kleinen Leute zum Leben und lässt uns spüren, wie es sich dort lebt unter Menschen mit ihren Freuden, Leiden und Wünschen. Man fühlt sich hinein versetzt in das unterschwellig entsagungsvolle Leben der Protagonisten, die sich begegnen und wieder trennen mit Anerkennung oder Gleichgültigkeit, gelegentlich auch mit Hass und Argwohn. Kurze Episoden beleuchten die Beziehungen der Jungen und Mädchen oder der Erwachsenen. Ohne die Träume wäre das Leben wohl ganz und gar langweilig und unerträglich. Tom Drury ist einer der wichtigsten Gegenwartsautoren in Amerika, und seine Bücher gelten als moderne Klassiker. Dieses ist sein erstes Buch, das in deutscher Übersetzung vorliegt.

    Mehr
  • Rezension zu "Die Traumjäger" von Tom Drury

    Die Traumjäger
    Greta

    Greta

    14. June 2010 um 22:14

    "das mondlicht warf einen schatten am fuße der hecke. man hätte sich darin verstecken können, und niemand würde es vor sonnenaufgang bemerken. micah blickte zu dem fleckigen antlitz des mondes hinauf. vor jahren waren menschen dort oben gewesen, hatten aber nichts bedeutendes gefunden. alles vergebliche liebesmüh, hatte charles gesagt. überall vergebliche liebesmüh zu entdecken, das war etwas, das er besonders gut konnte. er durchforstete sogar die zeitungen nach sinnlosen bemühungen." . "alles, was der jäger bisher zu ihr gesagt hatte, hatte in ihr den verdacht geweckt, dass ein fuchs ein völlig hypothetisches wesen sei, über dessen verhalten sich männer den kopf zerbrechen konnten, während sie ihr eigentliches ziel verfolgten, nämlich durch den wald zu wandern und ausrüstung herumzutragen."

    Mehr
  • Rezension zu "Die Traumjäger" von Tom Drury

    Die Traumjäger
    Ailis

    Ailis

    02. June 2010 um 12:26

    In "Die Traumjäger" stellt Drury dem Leser die kleine Patchworkfamilie Darling vor: Charles, Joan, Lyris und Micah. Vier Tage lang begleiten wir sie in ihrem Alltag und lernen schnell ihre Träume und Wünsche kennen. Charles bemüht sich um eine intakte Familie und möchte auch seiner Stieftochter Lyris, die erst seit kurzem Teil ihrer Familie ist, ein guter Vater sein. So wie sein Stiefvater es ihm war, weswegen Charles auch unbedingt dessen altes Gewehr besitzen möchte und dafür auch vor einem Einbruch nicht zurückschreckt. Joan versucht, ihrem Leben einen tieferen Sinn zu geben und befindet sich seit Jahren auf der Suche nach Erlösung, die sie in ihrem Glauben zu finden hofft. Doch sie ist mit ihrer Suche noch lange nicht am Ziel und möchte sich noch immer nicht ihren Verpflichtungen stellen, lieber bricht sie aus und kehrt allem den Rücken - Zeichen einer massiven Überforderung. Lyris wünscht sich endlich Teil einer richtigen Familie zu sein, in der sie erwachsen werden darf. Joan hatte sie kurz nach der Geburt fortgegeben und Lyris trat in den Jahren danach eine Pilgerschaft durch Heime und Pflegefamilien an. Es ging ihr nicht wirklich schlecht, aber ihr fehlte der feste Rahmen einer echten Familie, aus der niemand sie mehr herausreißen kann. Micah ist das Nesthäkchen der Familie und der gemeinsame Sohn von Charles und Joan. Micah ist so, wie kleine Jungs sein sollten: auf der Suche nach Abenteuern, die er zumindest in seiner Phantasie schon alle erlebt hat. Dieses Buch erzählt ruhig, unaufdringlich und vor allem zärtlich von diesen vier Menschen, die sich bemühen, zu einer Familie zusammenzuwachsen. Es liegen ihnen eine Menge Steine im Weg, aber man hat den Eindruck, dass sie es irgendwie schon schaffen werden. Trotz all der Widrigkeiten, denen die Darlings trotzen müssen, spürt man am Ende doch das eine: die Hoffnung!

    Mehr
  • Rezension zu "Die Traumjäger" von Tom Drury

    Die Traumjäger
    SurahiBeluga

    SurahiBeluga

    27. November 2009 um 10:31

    Vorab: der Umschlag der deutschen Ausgabe ist wirklich grauenhaft, auch der Titel "Die Traumjäger" führt den Interessenten auf eine völlig falsche Fährte (jeder halbwegs Bücherkundige denkt dabei an Chatwins "Traumpfade" oder Marlo Morgans "Traumfänger", also an australische aborigine-Mystik, mitnichten aber an große amerikanische Literatur) - der Titel der amerikanischen Originalausgabe "Hunts in Dreams" ließe hier andere und bessere Übversetzungen zu. Schade, daß ein so gutes Buch durch handwerkliche Fehler (siehe auch die Pressestimmen, z.B. auf amazon.de) so versenkt wird. Jetzt aber zum WIRKLICH RICHTIG GUTEN BUCH: USA, Mittlerer Westen, in den achtziger oder frühen neunziger Jahren: Charlie, Joan, Lyris und Micah führen ein provinzielles Leben auf ihrer Ranch am Rande einer kleinen Stadt. Charlie arbeitet als Klempner und ernährt leidlich die Familie, Joan engagiert sich in einer Tierschützerorganisation, Lyris, Charlies Stieftochter aus erster Ehe, ist erst kürzlich vom Jugendamt zur Familie gebracht worden und besucht die Highschool, und Micah, der siebenjährige Sohn von Charlie und Joan, beginnt allmählich, die Welt zu entdecken. Jeder der vier hat sein Thema, seinen inneren Antrieb: was für Charlie das Gewehr seines Schwiegervaters, ist für Joan die Welt jenseits der Provinz (sie verschwindet dann auch etwa auf der Hälfte des Romans, ohne wiederzukehren), Lyris wird im Umfeld ihrer Schulkameradinnen erwachsen, und Micah lebt von der Spannung zwischen dem kindlichen Alltag und den Geheimnissen der Erwachsenen. "Die Traumjäger" ist ein großer amerikanischer Roman in der Tradition von Faulkner oder Yates, er fließt ruhig dahin, spielt immer wieder mit den Erwartungen des Lesers und löst sie beinahe beiläufig auf; der Zufall spielt eine große Rolle, die Erwartungen der Protagonisten an das Leben, die unerfüllten Wünsche, Sehnsüchte und Träume - ich kann nicht sagen, welche der vier Hauptfiguren mir mehr ans Herz gewachsen ist, aber es ist ein sehr berührendes, sprachlich brillantes Buch (Lob an die Übersetzer!). Geadelt wurde es mit einem Lob von Jonathan Frantzen - wer solche Referenzen braucht: ja, wer "Die Korrekturen" mochte, wird die "Traumfänger lieben!

    Mehr
  • Rezension zu "Die Traumjäger" von Tom Drury

    Die Traumjäger
    Pitt Nickel

    Pitt Nickel

    26. October 2009 um 20:44

    Traumjäger sind alle in diesem bisher einzigen Buch von Tom Dury, das ins Deutsche übersetzt wurde. Die Geschichte und Geschichten von Joan, Charles, Micah und Lyris werden erzählt. An einem langen Wochenende stellen sie sich ihren Hoffnungen und Träumen und stellen fest, dass man sich erst in seinem Leben verheddern muss, um die Sehnsüchte und Wünsche zu erkennen. Dury ist ein sehr gelungener Heimatroman über das Wochenende einer Patchworkfamilie aus dem Mittleren Westen der USA gelungen. Vielleicht gibt es ja bald mehr von diesem in den USA erfolgreichen Autor zu lesen.

    Mehr