(2,5 Sterne)
Kann man sich wirklich ineinander verlieben, ohne sich noch nie begegnet zu sein? Diese Frage stellt sich Tom Ellen in seinem Werk "Jedes Wort von dir". Obwohl ich das Buch unglaublich gerne lesen wollte, waren meine Erwartungen tatsächlich gar nicht so hoch un das war auch gut so, denn obwohl mir die Geschichte gefallen hat, besitzt sie auch einige Schwächen, über die ich nicht hinwegschauen kann.
Der Schreibstil ist meiner Meinung nach besonders am Anfang extrem holprig und baut sich viel zu langsam auf, sodass ich große Probleme hatte, in die Geschichte hineinzukommen. Allgemein verläuft die Geschichte sehr ruhig, sodass man nicht nur mit dem Autor, sondern auch mit den Figuren Geduld haben muss. Diese lernt man zwar im Laufe der Zeit gut kennen und es werden auch sehr wichtige Themen wie Trauer, Selbstfindung, Freundschaften und natürlich auch Liebe angesprochen, allerdings braucht das hier alles seine Zeit, was manchmal schon frustrierend sein konnte.
Will und Annie, die sich über ein Krisentelefon kennen lernen, sind aber immerhin gut ausgearbeitet und sympathisch, was viel wert ist, da ich auch das ein oder andere Mal mit ihnen mitfiebern konnte. Will, der beim Krisentelefon arbeitet, ist nicht nur ein guter Zuhörer, sondern nutzt den Job auch vor allem, um von seinen eigenen Problemen abzulenken. Annie ist dagegen Journalistin und hat ihren Platz in der Welt verloren. Sie ist unglücklich in ihrer Beziehung, aber auch in ihrem Job und braucht dringend jemanden, der ihr zuhört und neue Kraft gibt. In ihren Telefonaten öffnen sich die beiden nach und nach immer mehr und auch Will kann endlich zulassen, dass er seine Vergangenheit verarbeiten kann.
Eine weitere Schwäche in dem Buch ist der weitere Verlauf der Geschichte, denn je besser man die Figuren kennen lernt, desto mehr erfährt man, dass es gemeinsame Verbindungen gibt. Dies ist ja an sich nicht schlecht, aber es waren mir einfach zu viele Zufälle, die man krampfhaft in die Geschichte einbauen wollte. Es wirkt teilweise nicht authentisch, zu gewollt und das sorgte auch dafür, dass die Geschichte und besonders das Ende viel zu vorhersebar war.
Kurz gesagt: "Jedes Wort von dir" ist an sich eine nette Geschichte, die mir vom Tempo her jedoch viel zu langsam war, was dafür gesorgt hat, dass ich mich nie zu 100 % auf die Geschichte einlassen konnte. Dennoch sollten alle, die gern Liebesromane mit dem Trope "Second Chances" bevorzugen, diesem Buch eine Chance geben.






