Gegen alle Zeit

von Tom Finnek 
4,3 Sterne bei87 Bewertungen
Gegen alle Zeit
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SvMos avatar

Zeitsprung vom Jetzt ins London des 18. Jahrhunderts - witzige Charaktere und flotte Story, mit Ende, das ich nie in Betracht gezogen habe!

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I love it! England, in von seiner dreckigsten aber zugleich schönsten Zeit!

Alle 87 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Gegen alle Zeit"

Ein stinkender Keller voll Schlafender und ein fluchender Mann mit Dreispitz - Henry Ingram traut seinen Augen nicht, als er nach einem heftigen Rausch zu sich kommt. Nur langsam begreift er das Unglaubliche: Er wurde um dreihundert Jahre in der Zeit zurückversetzt, mitten hinein ins London des 18. Jahrhunderts, ein London der Ganoven und Diebe. Unfreiwillig hilft er beim Ausbruch des Räuberhauptmanns Jack Sheppard aus dem berüchtigten Newgate-Gefängnis - und wird so selbst zum gejagten Gesetzlosen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404168125
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:541 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:17.05.2013
Das aktuelle Hörbuch ist am 21.05.2015 bei Audible GmbH erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Giselle74s avatar
    Giselle74vor einem Monat
    Und Macheath, der hat ein Messer...

    Dieses Buch hat wahrlich lange in meinem Regal ungelesener Bücher geschmort , und das ganz zu unrecht. Tom Finneks Umsetzung der "Dreigroschenoper" von John Gay und Johann Christoph Pepusch als Abenteuerroman mit Anleihen bei Brecht/Weill, macht einfach Spass. Man muss die Vorlage auch gar nicht kennen, um dem Geschehen im London des 18. Jahrhunderts folgen zu können.
    Der Schauspieler Henry Ingram landet nach einer Vorstellung des oben genannten Stücks in der Zeit, kurz bevor es geschrieben werden würde. Er lernt die wahren Vorbilder für die Figuren kennen und zum Teil auch lieben. Er wird hineingezogen in das Bandenwesen rund um den berüchtigten Jack Sheppard, lernt dabei so manche Gosse gründlich kennen und muss mehrfach um sein Leben fürchten. Rettung ist immer wieder die Tatsache, dass er ja weiß, wie die Geschichte ausgeht.
    Dieser Roman ist der ideale Ferienschmöker und enthält so ziemlich alles, was einen auf der Strandliege die Zeit vergessen lässt: Liebe natürlich, Verfolgungsjagden, Gaunerehre, Verrat, rasante Abfolgen und spannende Wanderungen durch das "alte" London. Finnek schreibt keine große Literatur, aber kann ordentliche Spannungsbögen bauen und die Gegebenheiten damals anschaulich beschreiben. Ansonsten lebt der Roman von seiner Atemlosigkeit - Abenteuer folgt auf Abenteuer und der arme Henry muss stets in Bewegung bleiben, um nicht unter die Räder zu kommen. Für die Kenner der Dreigroschenoper, egal ob von Gay/Pepusch oder Brecht/Weill sind natürlich auch die Vergleiche reizvoll und die durchaus witzige Beantwortung der Frage, wer Mackie Messer eigentlich wirklich war.
    Wer also aktionsreiche historische Romane mag, die nicht in den oberen Gefilden der Gesellschaft spielen, wer mit verschimmeltem Stroh und aufdringlichen Ratten zurechtkommt, dem sei dieser Roman empfohlen. Gerüche kann man sich ja, gottseidank in diesem Falle, noch nicht erlesen.

    Die Überschrift stammt aus der "Moritat von Mackie Messer" aus der Dreigroschenoper von Brecht/Weill.

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    Lamellas avatar
    Lamellavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Histo-Roman ganz nach meinem Geschmack: keine Adeligen oder Könige als Helden, sondern Gauner und Huren. Spannend und augenzwinkernd.
    Die dunkle Seite Londons

    Eine wunderbare und gelungene Mischung aus historischem Roman, Krimi, Abenteuerschmöker und Liebesgeschichte, alles gewürzt mit feiner Ironie und Augenzwinkern. Eine pralle Erzählung über die dunkle Seite Londons: mitten hinein ins Leben der Huren, Gauner, Verrückten und (Lebens-)Künstler. Sehr spannend und unterhaltsam. Ein etwas anderer historischer Roman.

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    Kristin84s avatar
    Kristin84vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Besser als erwartet! Trotzdem konnte mich das Buch nicht ganz überzeugen.
    Guter Schreibstil, aber zu langatmig

    Zum Inhalt:

    London, des 18. Jahrhunderts - ist das ein Traum? Wie kommt er hier her? 

    Henry Ingram, Theaterschauspieler, erwacht eines Morgens in einem alten, stickigen Keller in London - ohne Erinnerungen. Doch eins weiß er definitiv - er gehört nicht hier her. Zumindest nicht in diese Zeit, denn Henry lebt normalerweise im 21. Jahrhundert! Was er zunächst für einen Streich hält, entpuppt sich schnell als schockierende Realität. Und plötzlich gehört Henry zu den Gefolgsleuten rund um den berüchtigten Räuberhauptmann Jack Sheppard. Jetzt muss er nicht nur einen Weg zurück in seine Zeit finden - nein, jetzt muss er auch noch um sein Leben fürchten...

    Meine Meinung:

    Die Kurzbeschreibung zu dem Buch lässt aufgrund der Zeitreise des Hauptcharakters, Henry Ingram, vermuten, dass dieses Buch ein historischer Fantasyroman ist. Dies ist aber definitiv nicht der Fall! Die Zeitreise von Henry ist wirklich das einzige fantastische Element in diesem Buch. Natürlich gibt es Szenen in dem Buch, in dem Henry sich an sein altes Leben erinnert und was es da alles für Neuerungen gab. Aber das passiert wirklich nur in Maßen. Ansonsten handelt es sich bei diesem Buch definitiv um ein historisches Buch, welches wirklich viele Informationen über das London des 18. Jahrhunderts beinhaltet - manchmal ein wenig zu viel. Gerade wenn die Charaktere in einer Szene durch London laufen, werden so viele Straßen und Bauwerke erwähnt, dass man mit dem Nachschlagen schon gar nicht hinterher kommt. Man merkt, dass der Autor viel recherchiert hat. Wer solche Bücher mag, ist hier genau richtig. Für mich waren es teilweise doch zu viele Informationen, die mich beim Lesen ein wenig gestört haben. 

    Was mir gleich zu Beginn des Buches positiv aufgefallen ist, war der Schreibstil des Autors. Die Geschichte war flüssig erzählt und man konnte sich das London zur damaligen Zeit wirklich bildlich vorstellen. Zunächst hat mich der Autor mit der Geschichte auch gut unterhalten nur irgendwann - so ab der Hälfte des Buches - hat die Story angefangen sich zu ziehen. Der Autor hatte zu jeder Szene und zu jeder Situation teilweise zu viel zu erzählen, da wäre manchmal weniger mehr gewesen.Auch gab es etwas in dem Buch, was mich als Leser ein wenig irritiert hat: Man lernt zu Beginn des Buches den Räuberhauptmann Jack Sheppard kennen und vermutet, dass dieses Buch sich hauptsächlich um sein Leben dreht. Dass über Nebencharaktere auch etwas erzählt wird, kann man nachvollziehen. Jedoch tritt die Geschichte eines Nebencharakters plötzlich in den Vordergrund - für mich leider ohne ersichtlichen Grund - und reißt das restliche Buch komplett an sich. So richtig erschließt sich mir der Sinn dahinter nicht. Hatte der Autor keine Lust mehr auf Jack Sheppard oder brauchte er ein gewisses Ende, damit alle Fäden zusammen laufen? Ich glaube eher letzteres. Ich verstehe auch, warum der Autor das Ende der "historischen" Geschichte so konzipiert hat. Aber ich fand es einfach nicht stimmig. Ich will aber zum Schluss noch klarstellen, dass ich das Buch im Großen und Ganzen für eine gute Arbeit halte - mit gewissen Längen und für mich einfach zu viel historische Informationen. 

    Mein Fazit:

    Idee und Schreibstil stechen positiv hervor, jedoch hat die Geschichte gewisse Längen. Wer Interesse hat, sollte das Buch einfach mal ausprobieren - Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. :-)

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    Jaellevor 3 Jahren
    Informative Unterhaltung mit Luft nach oben

    Henry Ingram wacht mit einem riesigen Kater in einem dunklen, stinkendem Kellerraum auf. Er erinnert sich, am Abend zuvor auf der Bühne eines kleinen Theaters als der Gaunerhauptmann Macheath aus der »Bettleroper« gestanden zu haben. Anschließend hat er seine Freundin beim Knutschen mit einem anderen Schauspieler erwischt und sich schwer betrunken. Darauf folgt ein Filmriss.

    Der Riss ist größer, als Henry zuerst glauben kann: er ist im London des Jahres 1724 gelandet, mitten in den Abenteuern der Räuber und Gendarmen. Diese sind die realen Personen, die die Figuren der »Bettleroper« geliefert haben.

    Nachdem Henry seinen ersten Schock und Unglauben überwunden hat, erkennt er, dass er sich ganz gut zurechtfinden wird. Er hat nicht nur intensiv recherchiert und kennt somit die Figuren, deren Vorlagen und Geschichten, sondern auch den Londoner Stadtplan aus der Zeit hat er sich eingeprägt.

    Henry beginnt, seine Rolle als Macheath zu spielen, und wird Teil der Verbrecherbande. Er gerät in den Fokus des legendären Diebesfängers, wird mehrfach gefangen genommen und wieder befreit. Ihm kommt schnell der Verdacht, dass er eine Aufgabe hat, einen Konflikt lösen muss, um in seine Zeit zurückkehren zu können.

    Henry vermutet zunächst, er müsse die Komponisten der »Bettleroper«, John Gay und Johann Christoph Papusch, zusammenbringen und ihnen die Idee liefern. Das wirkt zwar wie die Lösung eines typischen Zeit-Paradoxon, bringt ihm allerdings nicht die erhoffte Heimkehr.

    Nicht nur Henry Ingram hat intensiv recherchiert – auch Tom Finnek hat viel Wissen über das London im Jahr 1724 angehäuft. Zum Schaden des Romans hat er leider sehr viel in scheinbar endlosen Beschreibungen einfließen lassen. Henry läuft viel durch die Straßen und lässt keine Gelegenheit aus, dem Leser das Aussehen der Straßen nahe zu bringen. Auch die Gebäude werden zu genau beschrieben. Zum Teil ist das wirklich langweilig.

    Die Figuren sind liebevoll gestaltet und auch stimmig umgesetzt. Die historische Zeit ist mir nicht so bekannt gewesen, ebenso sagte mir die »Bettleroper« nur dem Namen nach etwas. Beides hat sich geändert, nun habe ich eine relativ detaillierte Vorstellung des Hintergrundes und der Entstehungsgeschichte – das ist den Figuren zu verdanken.

    Die Handlung ist oftmals ebenso verworren wie die Stadt zu der Zeit. Trotzdem hätte ich mir manchmal einen festeren roten Faden gewünscht, nicht so lose Fasern.

    Alles in allem nette und sogar informative Unterhaltung, aber zur totalen Begeisterung ist noch Luft nach oben.

    Eine Figur möchte ich aber noch erwähnen: Geoff Ingram. Er scheint aus dem Roman »Unter der Asche« von Tom Finnek zu stammen – ich kenne das Buch nicht, daher kann ich es nur vermuten. Diese eventuell familiäre Verknüpfung macht mich allerdings sehr neugierig.

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    tragalibross avatar
    tragalibrosvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Spannende Geschichte!
    Rezension zu "Gegen alle Zeit" von Tom Finnek

    Der Schauspieler Henry Ingram erwacht mit hämmerndem Schädel in einem stinkenden Keller. Um ihn her allesamt betrunkene und schmutzige Menschen. Was er zunächst für einen Albtraum hält, wird für Henry bald Realität - er wurde dreihundert Jahre in der Zeit zurückversetzt.
    Im London des 18. Jahrhunderts begegnet er den zwielichtigsten Gestalten und hilft schließlich sogar bei dem Ausbruch des berühmt-berüchtigten Gauners Jack Sheppard aus dem Newgate-Gefängnis.
    Während Henry versucht, nicht in die Hände von Dieben und Verrätern zu fallen, will er einen Weg zurück in die Gegenwart finden. Oder doch eher in die Zukunft?

    Finnek nimmt den Leser dieses Romans auf eine spannende Zeitreise mit. Der Autor hat ein interessantes Thema aufgegriffen und es wirklich einzigartig umgesetzt.
    Auch die Auflösung der Geschichte und das Ende des Buches hat mir gut gefallen, denn hier werden die Erlebnisse Henrys plausibel erklärt und die historischen Figuren des Romans werden noch kurz durch ihr Leben begleitet. 
    Den Schreibstil fand ich sehr ansprechend, denn obwohl die Vermischung der heutigen Sprache mit dem Sprachstil des Englands im 18. Jahrhundert teilweise etwas ungewöhnlich war, hat gerade dies zum Teil den Witz des Romans ausgemacht.  
    Die Charaktere sind treffend und kurz beschrieben und im Laufe der Handlung lernt der Leser die Protagonisten besser kennen. Die Beschreibung der Handlungsorte ist mir ebenfalls sehr positiv aufgefallen. Sie sind genau und durch den Blick, den einem der Protagonist Henry ermöglicht, hat man einen wunderbaren Vergleich mit dem heutigen London.

    Allerdings gab es am Anfang des Buches bis etwa zur Hälfte ein paar Kapitel, bei denen ich mich zwingen musste weiterzulesen. Hier kam die Geschichte kurzzeitig ins Stocken, weil es im Grunde nicht viel Handlung gab.

    Deswegen fällt meine Bewertung mit drei Sternen aus.
    Wer einen angenehmen Schmöker lesen will, der den Geist nicht allzu sehr beansprucht - lest es!

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    schokoloko29s avatar
    schokoloko29vor 5 Jahren
    Ein spannender Zeitreiseroman

    Inhalt des Buches:
    Der Schauspieler Henry Ingram wacht nach einer durchzechten Nacht in London im Jahr 1724 auf. Es ist die Zeit in der das Schauspielstück "die Betteloper" erfunden wurde. Henry lernt alle Diebe und leichten Mädchen kennen, die die Vorlage für die Betteloper waren. Mit diesen Menschen verbringt er eine gewisse Zeit und erlebt viele Abenteuer.

    Eigene Meinung:
    Dieses Buch ist sehr gut recherchiert und packend geschrieben. Die einzelnen Personen  und die Atmosphäre sind liebevoll ausgeschmückt und schön ausgearbeitet.

    Fazit:
    Ein tolles Buch, was einen atemlos weiterlesen lässt und am Ende traurig zurücklässt, da das das Buch vorbei ist.

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    Carol-Graysons avatar
    Carol-Graysonvor 5 Jahren
    Genialer Plot!



    Der Theaterschauspieler Henry Ingram erwacht eines Morgens im London des 18. Jahrhunderts und stellt mit Erschrecken fest, dass dies kein Traum, sondern Realität ist. Und er ist immer noch im Kostüm des Captain Macheath, den er gestern abend noch auf der Bühne gab. Zuerst denkt er an einen schlechten Scherz seiner Kollegen, doch um ihn herum wird die Geschichte tatsächlich lebendig und der modern denkende Henry Ingram muss sich mehr schlecht als recht in der Londoner Unterwelt herumschlagen. Dabei wird er selbst zum Gejagten und Räuber. Auf seinem Weg durch die Vergangenheit findet er Freunde, Feinde und Verräter, aber auch reale Personen aus dieser Epoche. Ihm scheint, dass er sogar die Vergangenheit durch sein Tun beeinflussen kann. Gleichzeitig erinnert er sich aber mehr und mehr an die "Zukunft", aus der er stammt und dass er wahrscheinlich dort einen Mord aus Eifersucht begangen hat. Ist er nun tatsächlich ein Krimineller? Und wie soll er jemals in seine Zeit zurückkehren? Will er das überhaupt, nachdem er sich in die Hure Beth verliebt hat? Nach einigem Zögern reift ein waghalsiger Plan in Henry.

    Ich habe selten einen so lebendigen und abenteuerlichen Roman gelesen, der wirklich auf keiner einzigen Seite Langeweile aufkommen lässt. Der Autor verbindet hier das das Thema Zeitreise mit der Entstehungsgeschichte der realen "Bettleroper" und ihren Figuren. Tom Finnek versteht es, ein so authentisches Bild vom alten London zu zeichnen, dass der Leser froh ist, in der heutigen Zeit zu leben. Dazu gibt es im Anhang des Buches noch ein kleines Lexikon über die verwendeten altmodischen Begriffe sowie einen einfachen Stadtplan. Fünf von fünf Punkten (und ein Plus für den genialen Plot).

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    Katzenpersonal_Kleeblatts avatar
    Katzenpersonal_Kleeblattvor 5 Jahren
    300 Jahre zurück in die Vergangenheit

    Nach einer sehr feuchten Premierenfeier, bei der Henry seine Freundin Sarah in flagranti erwischt, wacht er unter wahnsinnigen Kopfschmerzen in einem stinkenden Keller auf. So wie es aussieht, scheint er mitten in einer Theaterproduktion aufgewacht zu sein. Alle Personen um ihn herum sind in Kostümen und auch er hat seines noch an. Auf eine Frage von ihm wird verneint, dass es sich hier um ein Theater handelt, aber Henry kann es nicht glauben. Als ihm dann auch noch gesagt wird, dass er sich im Jahr 1724 befindet, kann er nur herzlich lachen. Das wiederum vergeht ihm ganz schnell, als er erkennen muss, dass er sich tatsächlich in dieser Zeit befindet, dass er nämlich 300 Jahre in die Vergangenheit gereist ist. 
    Wie kann das sein? 
    Und urplötzlich ist er mittendrin in den Ereignissen, die er als letztes im Theater gespielt hat, in der "Bettel-Oper" ...

    Auch mit diesem 2. Teil der Trilogie nimmt der Autor Tom Finnek seine Leser mit nach London.
    Nunmehr befinden wir uns im Jahr 1724, eine Zeit, in der Sam Sheppard und Jonathan Wild in London ihr Unwesen treiben. Es wird gestohlen und gemordet und auch mit Frauen wird nicht zimperlich umgegangen.
    Kaum dass Henry Ingram im London des 18. Jh. zu sich kommt, steckt er schon mittendrin in den Schwierigkeiten. Gemeinsam mit anderen Helfern ist er dabei, als zwei Huren den Räuberhauptmann Jack Sheppard aus dem berüchtigten Newgate-Gefängnis befreien. Nun steht auch er auf der Liste der gesuchten Personen.
    Sehr schnell wird ihm klar, dass er genau die Personen kennenlernt, die die Protagonisten in der "Bettel-Oper" sind. Erstaunt ist er bei einigen, dass sie tatsächlich auch historische Vorbilder hatten.
    Er lernt nicht nur den Dichter des Stücks und auch den Komponisten kennen, er lernt vor allem auch die Zeit kennen, in die er unfreiwillig hineinkatapultiert ist. 

    Dank der sehr genauen Recherche des Autors war es mir möglich, mir das historische London vorstellen zu können. Ich habe förmlich den Schmutz gespürt, die unangenehmen Gerüche in der Nase gehabt. Mit seiner unglaublichen Wiedergabe der örtlichen Begebenheiten hatte ich das Gefühl, ich befinde mich ebenfalls vor Ort und erlebe das alles hautnah mit.

    Gleich zu Beginn wird der Leser in die Geschichte hineingestoßen. Von da ab nimmt die Geschichte Fahrt auf und kommt erst mit dem Ende zum Stillstand. Immer wieder gelingt es dem Autor die Geschehnisse so zu wandeln, dass man nicht mehr weiß, wer ist gut und wer ist böse.
    Bis zum Schluss muss man auch warten, bis sich das Rätsel um die Zeitreise klärt. Ich hatte da schon eine Ahnung, mit der ich gar nicht so falsch lag.

    Auch in diesem Teil der London-Trilogie arbeitet der Autor damit, bestimmte Ereignisse aus der Sicht eines anderen Protagonisten erneut darzustellen. 
    Als Verbindungsperson zum 1. Teil hat er sich Geoffrey Ingram ausgesucht, der inzwischen ein alter Mann ist.

    Wem die "Bettel-Oper" als solches unbekannt ist, der möge sich an der "Dreigroschenoper" orientieren. Brecht und Weill hatten Anfang des 20. Jh. sich den übersetzten Text der Oper vorgenommen und überarbeitet.

    Mit diesem Buch ist Tom Finnek wieder hervorragend gelungen, historische Personen und Ereignisse mit Leben zu füllen und mit ihnen eine Geschichte zu schaffen, die nicht nur in sich rund ist.
    Es ist ein Buch mit historischem Hintergrund, das ich sehr gern weiterempfehle.

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    ensignxvor 5 Jahren
    Historisch?

    Nun, ein ein historischer Roman im eigentlichen Sinne ist "Gegen alle Zeit" wohl nicht. Wobei, so ganz genau erfährt man das nie... Tut der kurzweiligen Story aber auch keinen Abbruch.

    Der Protagonist Henry Ingram, ja er ist mit den Ingrams aus Finneks "Unter der Asche" verwandt, hat soeben den Captain Macheath in der Bettleroper gegeben als er im London des Jahres 1724 erwacht. Verständlicherweise ein wenig verwirrt, gerät er in einen Strudel der Ereignisse, die besagte Bettleroper zum Vorbild hatte. Als Captain mischt er in der Londoner Unterwelt mehr schlecht als recht mit. Es entwickelt sich eine rasante Geschichte aus Liebe, Raub, Mord und Verrat, die letztlich ebenso überraschend endet, wie sie beginnt. Und was genau ist eigentlich unmittelbar vor Henrys unfreiwilliger Zeitreise passiert? 

    Tom Finnek ist da wieder ein tolles Buch gelungen. Nachdem "Unter der Asche" mit einem ungewöhnlichem Erzählstil aufwartete ist es hier die Story an sich, wodurch sich dieser Roman, wie auch sein Vorgänger von den üblichen historischen Romanen abhebt. Auch das es in seinen Romanen um das Alltagsleben einfacher Bürger respektive auch den weniger angesehenen Mitbürgern geht empfinde als wohltuend. Sind doch die Geschichten anderer Historischer Romane oftmals an Königshäuser oder zumindest dem Adel angelehnt oder zumindest in deren Umfeld angesiedelt.

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    sursulapitschis avatar
    sursulapitschivor 5 Jahren
    Lost in London

    Ich mag gut recherchierte historische Romane sehr. Und dies hier ist einer.
     
    Tolle Idee: Ein Schauspieler, der gerade die Hauptrolle der Bettleroper spielt, reist durch die Zeit und wird 1724 in Ereignisse verstrickt, die zur Entstehung dieses Theaterstücks geführt haben. Man erlebt das Gaunermilieu dieser Zeit hautnah mit, und es ist auch sehr spannend, die historischen Vorbilder der Bettleroper kennen zu lernen. 

    Allerdings hat sich hier der Autor wohl ein wenig in seinem umfangreichen Recherchematerial verlaufen. Alles ist ausführlichst beschrieben. Jedes Gebäude wird detailreich geschildert. Jede Straße, die beschritten wird, lernen wir inklusive Entstehung des Namens kennen. Streckenweise denkt man: Ja lese ich denn hier den Stadtplan von London?

    Diverse Protagonisten werden des öfteren verraten, gefangen genommen und wieder befreit. Das Ganze hat einen roten Faden, den man aber fast aus den Augen verliert, weil man zwischen den ganzen Beschreibungen aufpassen muss, nicht die Handlung zu übersehen.

    Der Erzählstil ist eigentlich ganz fesselnd. Auch die Zeitreise wird logisch motiviert, was mir gut gefallen hat. Mit ein paar deutlichen Streichungen könnte es ein schönes Buch sein. So fand ich es leider etwas zäh.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Tom_Finneks avatar
    Hallo,
    aus Anlass des Welttag des Buches verlose ich drei signierte Exemplare meines historischen Romans "Gegen alle Zeit". Wer Lust auf eine Zeitreise ins London des Jahres 1724 hat, möge sich bitte melden.
    Liebe Grüße
    Tom Finnek

    1. Mai: Wow, die Beteiligung an der Verlosung hat mich begeistert! Die Glücksfeen (meine beiden Söhne) sind am Tag der Arbeit ihrer Arbeit nachgegangen und haben die Gewinner gezogen:
    -schlumeline
    -jasmin1990
    -Karithana
    Herzlichen Glückwunsch!
    Bitte nennt mir per PN eure Anschrift, damit die signierten Bücher auf die Reise und ihr auf Zeitreise gehen könnt.
    Liebe Grüße
    Tom Finnek
    Zur Buchverlosung
    Tom_Finneks avatar

    Hallo!

    Der Bastei Lübbe Verlag hat freundlicherweise angeboten, 20 Exemplare der Taschenbuchausgabe meines historischen Romans "Gegen alle Zeit" für eine Leserunde zur Verfügung zu stellen.

    Der Roman ist vor Kurzem als Taschenbuch erschienen, und ich würde mich freuen, wenn eine Leserunde (die ich natürlich aktiv begleiten würde) zustande käme.

    Zum Inhalt:

    Der Schauspieler Henry erwacht nach der Premierenfeier der Bettleroper aus einem üblen Rausch – und traut seinem Verstand nicht mehr: Ihn umgeben plötzlich all die Huren, Ganoven und Räuber, die er aus dem Stück kennt – allerdings als reale Personen … Langsam dämmert ihm die absurde Wahrheit: Er wurde in der Zeit zurückversetzt! Und zwar ins London des Jahres 1724, in die Entstehungszeit des Stücks. Während er noch versucht, das zu begreifen, überschlagen sich die Ereignisse. Als er der ebenso resoluten wie beeindruckenden Hure Edgworth Bess begegnet und ihr hilft, den Räuberhauptmann Jack Sheppard aus dem Londoner Newgate-Gefängnis zu befreien, wird Henry selbst zum Gesetzlosen – und gerät damit ins Visier eines skrupellosen Diebesfängers ...

    Leseprobe (die ersten 30 Seiten als PDF)

    Ich freue mich auf eine hoffentlich lebendige und spannende Leserunde

    Liebe Grüße

    Tom Finnek

    C
    Letzter Beitrag von  carmelinchenvor 5 Jahren
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