Tom Franklin

 4 Sterne bei 79 Bewertungen
Autor*in von Die Gefürchteten, Krumme Type, krumme Type und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Tom Franklin wurde 1963 in Dickinson, Alabama geboren. Für sein literarisches Werk wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2019 mit dem Deutschen Krimipreis. Beth Ann Fennelly, 1971 in New Jersey geboren, hat drei Gedichtbände und ein Sachbuch veröffentlicht. Sie leitet den Studiengang Kreatives Schreiben an der Universität von Mississippi. Beth Ann Fennelly und Tom Franklin sind seit 1998 verheiratet und leben mit den gemeinsamen Kindern in Oxford, Mississippi.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Tom Franklin

Cover des Buches Das Meer von Mississippi (ISBN: 9783453272859)

Das Meer von Mississippi

(39)
Erschienen am 24.05.2021
Cover des Buches Die Gefürchteten (ISBN: 9783453431980)

Die Gefürchteten

(15)
Erschienen am 02.01.2008
Cover des Buches Krumme Type, krumme Type (ISBN: 9783927734999)

Krumme Type, krumme Type

(12)
Erschienen am 27.07.2018
Cover des Buches Wilderer (ISBN: 9783946582076)

Wilderer

(1)
Erschienen am 18.12.2020
Cover des Buches Das Meer von Mississippi: Roman (ISBN: B086V2H93G)

Das Meer von Mississippi: Roman

(0)
Erschienen am 24.05.2021
Cover des Buches Smonk (ISBN: 9783927734814)

Smonk

(0)
Erschienen am 06.10.2017
Cover des Buches Crooked Letter, Crooked Letter (ISBN: 9781447271710)

Crooked Letter, Crooked Letter

(12)
Erschienen am 01.07.2014

Neue Rezensionen zu Tom Franklin

Cover des Buches Das Meer von Mississippi (ISBN: 9783453272859)
NiWas avatar

Rezension zu "Das Meer von Mississippi" von Beth Ann Fennelly

NiWa
Vom Strom des Lebens

Es ist das Jahr 1927, als im Süden der USA der Mississippi über die Ufer schwappt. Tagelanger Regen wird zur Bedrohung, während Probitionsagenten auf der Jagd nach Schwarzbrennern sind. 

„Das Meer von Mississippi“ ist ein historischer Roman, der das Hochwasser von 1927 in den Mittelpunkt rückt. Ich fand es sehr interessant, auf diese Weise etwas von den damaligen Ereignissen zu erfahren, weil es eine Katastrophe ist, von der ich bisher nichts gehört hatte.

Autorin Beth Ann Fennelly holt den Leser in die 1920er-Jahre, ganz anders, als ich sie mir ansonsten vorstelle. Weitab vom städtischen Trubel zeigt sie das Leben am Land in den Südstaaten, wo in versteckten Ecken mancher Schnaps illegal hergestellt wird. 

Im Zentrum der Handlung steht Dixie Clay Holliver, eine junge Frau, die als Schwarzbrennerin ihre Berufung gefunden hat. Anhand ihrer Figur veranschaulicht die Autorin, wie sehr man als Frau den Irrwegen des Schicksals - oder dem Willen eines Ehemannes - ausgeliefert ist.

Gleichzeitig wird der Probitionsagent Ingersoll in den Mittelpunkt gerückt, welcher - ebenfalls dem Zufall geschuldet - der Schwarzbrennerin ein Baby vor die Haustür legt.  

Ann Beth Fennelly legt das Hauptaugenmerk auf die Figurenzeichnung, welche in ihren Facetten exzellent gelungen ist. Leider kommt die Handlung zu kurz. Das Geschehen in der Gegenwart, um die Schwarzbrennerei und die verschwundenen Agenten, ist einfallslos und treibt nur wenig die Geschichte voran. Im Grunde geschieht nicht viel und nur die Vergangenheit der Figuren nimmt Raum im Roman ein.

Durch Rückblenden zeichnet die Autorin den Lebensweg ihrer Hauptfiguren nach. Sie beschreibt, welche Kräfte am Werk sind und wie man vom Strom des Lebens mitgerissen wird.

Den Rahmen der Handlung gibt die Katastrophe des übergehenden Mississippi vor. Bildgewaltig taucht der Leser oder die Leserin in ein reißendes Finale ab, welches erschüttert und für die Beteiligten eine unaussprechliche Katastrophe darstellt.

Dabei schafft es die Autorin, eine klamme Atmosphäre aufzubauen und es dem Leser spüren zu lassen, wie Feuchtigkeit in jede einzelne Falte dringt. Es regnet und regnet und regnet die ganze Zeit. Der Mississippi steigt immer höher, Dämme werden gebaut und Whiskey wird getrunken, obwohl jeder weiß, dass er sich damit strafbar macht.

Das große Finale um die Mississippi-Katastrophe hat einen übertriebenen Eindruck gemacht, weil es teilweise ins Übermenschliche ging und dem Zufall manch glückliche Wendung geschuldet war. Trotzdem hat mich die Autorin gepackt, sodass es beim Lesen weniger wichtig war, wie realistisch dieser oder jener Zwischenfall war.

Mir hat es letztendlich am Kniff in der Handlung gefehlt, obwohl die Autorin ihre Figuren greifbar wirken lässt. Doch allein von den Charakteren wird einem Roman kein Leben verliehen. Der Strang in der Gegenwart war sehr geradlinig und hielt keine spannenden Überraschungen oder unerwartete Wendungen bereit. 

Sobald es in den Rückblenden um Ingersolls oder Dixie Clays Lebensweg ging, war ich an die Seiten gebannt. Sie sind in feinen Facetten beschrieben, wirken lebendig und absolut glaubwürdig. 

Mit der endgültigen Bewertung des Romans habe ich mir tatsächlich schwer getan und ich habe mich aufgrund der dichten Atmosphäre, der überzeugenden Charaktere und der Beschreibung des historischen Kontexts für wohlwollende vier Sterne entschieden. 

Denn ich denke, wer Charakterporträts im geschichtlichen Rahmen mag und weniger auf Spannung setzt, wird mit „Das Meer von Mississippi“ eine interessante Lesezeit haben. 

Cover des Buches Das Meer von Mississippi (ISBN: 9783453272859)
tinstamps avatar

Rezension zu "Das Meer von Mississippi" von Beth Ann Fennelly

tinstamp
Mir fehlte es an Spannung

Der Roman ist eine Mischung aus Historiendrama und Kriminalfall und einem Schuss Liebesgeschichte. Das Grundthema ist sehr interessant und wird leider auch hierzulande immer aktueller. Angelehnt an die furchtbare Jahrhundertflut von 1927 erzählen Tom Franklin und Beth Ann Fennelly die fiktive Geschichte von Jesse und Dixie Clay, sowie den beiden Prohibitionsagenten Ham Johnson und Ted Ingersoll.

Jesse und Dixie leben im kleinen fiktiven Ort Hobnob, welches auch Ziel von Ham und Ted ist. Sie suchen nach zwei verschwundenen Kollegen, die sich zuletzt in der Gegend aufgehalten haben. Als Deich-Ingenieure getarnt, kommen sie in Hobnob an und stoßen unterwegs auf eine Farm, die scheinbar erst vor kurzem überfallen wurde. Neben den Toten finden sie ein Baby, welches unversehrt ist. Ingersoll, der selbst im Waisenhaus aufgewachsen ist, nimmt das Kind mit und möchte ein gutes Zuhause für den kleinen Jungen finden. Bei Dixie Clay Holliver, einer jungen Frau aus dem Ort, die ihren Sohn verloren hat, findet er ein Zuhause für das Kind. Die beiden mögen sich auf Anhieb, doch Ingersoll weiß nicht, dass Dixie Clay die beste Schwarzbrennerin des Landes und er bereits auf der richtigen Spur ist.....

Wir verfolgen die Geschichte rund um Dixie Clay, ihren Mann Jesse und den beiden Prohibitionsagenten auf verschiedenen Handlungsebenen. Dabei erhält der Leser immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit der vier Protagonisten. Diese Einblicke haben mir sehr gut gefallen und die Figuren näher gebracht.

Trotzdem hatte ich mir eine doch etwas andere Geschichte erwartet, vorallem weil das Buch im Heyne Hardcore Verlag erschienen ist. Die erhoffte durchgehene Spannung hat mir dabei am meisten gefehlt, obwohl ich durch den flüssigen Schreibstil gut durch die Geschichte gekommen bin. Die Handlung ist an manchen Stellen jedoch etwas vorhersehbar.
Das Historiendrama ist eher ruhig und fängt die Zeit vor und während der Jahrhundertflut sehr atmosphärisch ein. Das eigene Wetter vor der Haustür brachte hingegen leider keine Abwechslung, denn während des Lesens hat es auch bei uns ohne Unterlass geregnet. Das drückte die Stimmung noch zusätzlich. Bis es dann jedoch soweit war und man zum eigentlichen Hauptthema, der Jahrhundertflut, kommt, zieht sich die Handlung allerdings doch sehr. Erst zum Ende hin wird es dramatischer, aber auch etwas zu "perfekt"

Fazit:
Obwohl ich mir von dieser Geschichte etwas anderes erwartet hatte und mir vorallem die Spannung gefehlt hat, wird die Atmosphäre der 1920er Jahre in Mississippi sehr gut umgesetzt. Ich war zu jeder Zeit mitten im Geschehen. Trotzdem konnte mich "Das Meer von Mississippi" nur mäßig unterhalten. Mein Fazit: Kann man lesen, muss man aber nicht.

Cover des Buches Das Meer von Mississippi (ISBN: 9783453272859)
renees avatar

Rezension zu "Das Meer von Mississippi" von Beth Ann Fennelly

renee
Mississippi, Regen und Träume

Auch dieses Buch war ein Highlight!

Einerseits ist dieses Buch von Beth Ann Fennelly und Tom Franklin ein interessanter und spannender Blick auf die Geschehnisse der Mississippiflut von 1927. Geschichtlich ist dieses Buch von daher ein Leckerbissen, berichtet es doch von einem wahren Geschehen. Andererseits ist "Das Meer von Mississippi" wieder ein Abenteuerroman mit einem Crime-Anteil. Und dann ist das Buch auch noch eine Liebesgeschichte. Prohibition, die Südstaaten, Agenten, Schwarzbrenner und eine Liebe. Herrlich! Zusammengefasst ist das Buch "Das Meer von Mississippi" eine absolut gelungene und wunderbar spannende Unterhaltung. Ich habe es geliebt! Wenn man mal von dieser sehr drögen Liebesszene absieht!

Hauptpersonen sind das Schwarzbrennerpaar Jesse und Dixie Clay Holliver und die Prohibitionsagenten Ham Johnson und Ted Ingersoll. Die beiden Prohibitionsagenten kommen in das kleine fiktive Städtchen Hobnob im Bundesstaat Mississippi, um den Schwarzbrennern auf die Spur zu kommen und das Verschwinden zweier Prohibitionsagenten aufzuklären. Dabei kreuzt ein Waisenbaby den Weg der Prohibitionsagenten und Ted Ingersoll findet auf der Suche nach einer passenden Mutter den Weg zu Dixie Clay Holliver, deren Mann bald nicht sehr erfreut über den Kontakt der Beiden sein wird. Wobei Jesse Holliver noch andere hochfliegende Pläne hat und Ham Johnson und Ted Ingersoll bald vor wichtigen und intensiven Fragen zum weiteren Procedere stehen. Und während dem Geschehen regnet es und regnet und regnet und regnet und man spürt, dass der Roman auf einen bedrohlichen Höhepunkt zusteuert.

Das Geschehen um die Jahrhundertflut des Mississippi von 1927 ist den beiden Autoren Beth Ann Fennelly und Tom Franklin absolut atmosphärisch gelungen. Man wähnt sich mittendrin im Geschehen, spürt diese hochexplosive Stimmung. Ebenso wie das Buch einen erstaunlichen Lesesog und eine immense Spannung besitzt. Schon durch diese Gestaltung und die Intensität in der Geschichte bleibt eigentlich nur eine 5-Sterne-Bewertung möglich, etwas anderes erscheint mir hier nicht richtig. Da kann man auch die etwas dröge Gestaltung der Liebesszene verschmerzen bzw. ignorieren. Mich hat das Buch "Das Meer von Mississippi" auf jeden Fall sehr neugierig auf weiteres aus der Feder der Autoren Beth Ann Fennelly und Tom Franklin gemacht. 

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