Tom Franklin

 3.7 Sterne bei 22 Bewertungen
Autor von Die Gefürchteten, Krumme Type, krumme Type und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Tom Franklin

Die Gefürchteten

Die Gefürchteten

 (14)
Erschienen am 02.01.2008
Krumme Type, krumme Type

Krumme Type, krumme Type

 (4)
Erschienen am 27.07.2018
Crooked Letter, Crooked Letter

Crooked Letter, Crooked Letter

 (4)
Erschienen am 21.06.2011
Hell at the Breech

Hell at the Breech

 (0)
Erschienen am 01.12.2003
Smonk

Smonk

 (0)
Erschienen am 01.11.2007
The Tilted World

The Tilted World

 (0)
Erschienen am 31.07.2014
Poachers

Poachers

 (0)
Erschienen am 01.07.2000
Crooked Letter, Crooked Letter

Crooked Letter, Crooked Letter

 (0)
Erschienen am 05.10.2010

Neue Rezensionen zu Tom Franklin

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Manu2106s avatar

Rezension zu "Krumme Type, krumme Type" von Tom Franklin

Krumme Type, krumme Type
Manu2106vor 3 Monaten

Den Buchtitel fand ich interessant, konnte mir nicht wirklich etwas drunter vorstellen, drum las ich den Klappentext, der sagte mir zu, also las ich "Krumme Type, krumme Type" und wurde beschert mit einer interssanten Geschichte.

Als die neunzehnjährige Tina Rutherford verschwindet, ist jedem in Chabot, Mississippi klar, wer dafür verantwortlich ist. Denn 25 Jahre zuvor war schon die junge Cindy Walker nach einem Date mit dem Nachbarssohn Larry Ott spurlos verschwunden. Für das Verbrechen konnte Larry aus Mangel an Beweisen nie verurteilt werden, wurde aber fortan gemieden und lebte in ritualisierter Einsamkeit. Erneut unter Verdacht, ist sein Haus vermehrt Ziel betrunkener Rednecks; er wird angeschossen und der junge schwarze Constable Silas Jones mit den lästigen Ermittlungen betraut – eine gemeinsame Vergangenheit und ein dunkles Geheimnis verbinden ihn mit Larry.
Schon Faulkner wusste, dass sich die Vergangenheit nicht beerdigen lässt, und in Franklins Südstaaten-Roman um Freundschaft, Verrat und Alltagsrassismus brechen alte Wunden auf und offenbaren, dass man, getrieben von Furcht und Feigheit, schlimme Fehler begehen kann...

Cindy Walker verschwand damals nach einem Date mit Larry, alle waren, bzw sind im Glauben er hätte tatsächlich etwas mit ihrem verschinden zu tun, doch da man ihm nichts nachweisen konnte, passierte nichts weiter. Da ist es nur klar, das er als Erster Verdächtiger zählt wie die Tina Rutherford spurlos verschwindet, doch hat er wirklich etwas mit ihrem verschwinden zu tun? Genau das möchte Silas Jones herausfinden, und prompt wird gemunkelt warum er sich da so reinhängt, denn niemand weiß von der gemeinsamen Vergangenheit der beiden, diese war alles andere als rosig, denn der Rassismus lebte und lebt immer noch zwischen all den Menschen. Nach Jahrelanger Funkstille gehen die Zwei wieder auf ein ander zu, nur Schade, das sie es nicht früher schon getan haben, ordentlicher Gesprächsbedarf ist bei beiden vorhanden.

Die Story ist spannend, von Anfang an baut sich Spannung auf, und zieht sich mal mehr mal weniger durch die ganze Geschichte. Der Showdown ist gelungen, auch wenn's irgendwie doch vorhersehbar war.
Da wir ja beide, also Larry und Silas begleiten,im Jetzt und in der Vergangenheit, bekommt man eigentlich auch ein Gutes Bild davon was damals mit Cindy passiert ist oder passiert sein könnte.
Wer hinter dem verschwinden von Tina steckt, konnt ich mir nach einer Weile recht schnell denken, spannend wie Silas dahinter kommt.

Die Charaktere werden sehr gut beschrieben, man bekommt als Leser ein Gutes Bild von den Protaginisten, vorallem von Silas und Larry, Damals sowie Heute.
Die Schauplatzbeschreibungen sind auch gelungen, man kann sich alles sehr gut vorstellen.

Die 402 Seiten sind in 19 unterschiedlich lange Kapitel unterteilt.
Der Schreib- und Erzählstil ist angenehm, die Story lässt sich trotz der Perspektivenwechsel und Rückblenden flüssig lesen.

Ich hatte ein paar spannende und interessante Lesestunden mit "Krumme Type, krumme Type" kann das selber lesen empfehlen.

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Schurkenblogs avatar

Rezension zu "Krumme Type, krumme Type" von Tom Franklin

Ein rassistischer Roman mit Südstaaten-Country-Flair
Schurkenblogvor 4 Monaten

Larry, oh Larry, der weiße Junge hat keine Freunde. Nur Bücher von Stephen King begleiten ihn. Selbst seine Mutter betet zu Gott, er möge dem Jungen wenigstens einen einzigen Freund schicken. Doch mit Freundschaften ist das nicht so leicht in Chabot, wo Schwarze und Weiße aufeinandertreffen und zusammen leben müssen. Denn rassistische Ansichten stecken tief drinnen in den Menschen und sorgen für Vorurteile und Ausgrenzungen. Als dann ein Mädchen spurlos verschwindet, wird Larry verdächtigt. Doch man kann dem Jungen nichts nachweisen, nur ausgrenzen, der Außenseiter wird zum Außenseiter.
Jahre später verschwindet wieder ein Mädchen. Larry, inzwischen 41 Jahre alt, gerät natürlich sofort in den Verdacht. Seine Außenseiterrolle, die er ohnehin schon inne hat, wird nochmal verstärkt. Erst als er im Krankenhaus landet will ein Polizist den Fall klären. Der Polizist ist ein Schwarzer und natürlich wird gemunkelt, warum Silas Larry helfen will. Denn, wie gesagt, Rassismus lebt hier zwischen all den Menschen, obwohl sie alle zu diesem Ort gehören und sich von klein auf kennen.

Tom Franklin zeigt in diesem Roman, dass es egal ist, welche Hautfarbe man hat. Dass das Leben da keinen Unterschied macht, es vergibt die Chancen auf ein gutes Leben per Zufallsprinzip. Franklin zeigt die Folgen der Rassentrennung, wie schwierig es ist, Menschen wieder zusammenzuführen, jahrhundertaltes Rassismusproblem aus den Zellen zu bekommen. Die Widersprüche im täglichen Leben zwischen Schwarzen und Weißen, die es eigentlich besser wissen, und doch wieder rassistisch handeln. Die Vorurteile, die man als Verdächtigter durchleben muss. Die Ausgrenzung von jungen Leuten, die einfach nur scheu oder zurückgezogen leben. Oder eben die vermeintlich „falsche Hautfarbe“ haben.
All das packt Franklin in eine Geschichte, in der es um Freundschaft und Verrat geht, die sich über Jahrzehnte streckt, die wie vererbt wirkt und aus der es aufgrund gesellschaftlicher Festgefahrenheit kaum eine Chance gibt, diesen Rassismusquatsch endlich zu beenden.

Ein absolut genussvoller Roman mit Südstaaten-Flair, der kritisch gesellschaftlich verankerten Rassismus aufgreift, noir zu lesen, und ohne Hoffnung auf ein glückliches Happy-End ist. Weil das Leben nicht fair ist. Hier in Chabot.

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aus-erlesens avatar

Rezension zu "Krumme Type, krumme Type" von Tom Franklin

Versteckspiel im tiefsten Süden
aus-erlesenvor 4 Monaten

Eine vom Staub geschwängerte Luft, das Auge kann gar nicht so weit schauen wie es die Landschaft hergibt, und eine unbarmherzige Hitze – das ist die Heimat von Larry Ott. Chabot, Mississippi. Sein Traktor schnurrt, die vom Vater geerbte Werkstatt siecht dahin und der Briefkasten birgt auch nur wenig Abwechslung – Larrys Leben ist trostlos. Seit damals, als Cindy Walker verschwand und er der einzige Verdächtige war. Und man ihm nichts nachweisen konnte. Seitdem, ja seitdem ist Larry Ott der einsamste Mensch auf Erden. Ab und zu kommt die Polizei in Person von French vorbei. In letzter Zeit wieder häufiger. Tina Ruhterford, neunzehn Jahre jung und die Tochter des Mannes, dem hier im Umkreis von endlosen Meilen jeder Grashalm, und sei er noch so verdorrt, gehört. Klar, dass Larry suspect #1 ist. Er versteht das, lässt French seine Arbeit tun. 
Ein Vierteljahrhundert ist es her, dass Cindy Walker verschwand. Larry und Cindy wollten ins Kino fahren. Larrys Vater, der bis dahin ihm entweder lediglich die Hand reichte oder die Faust ins Gesicht schlug, steuerte sogar Fahrzeug und ‘nen Zwanziger bei. Ihr Stiefvater nahm sich Larry gehörig zur Brust. Larry sei der einzige, mit dem er die „kleine Hure“ ausgehen ließ. Und wehe er stelle irgendwas mit ihr an. Dann … Kaum im Auto wird aus dem braven Mädchen von nebenan ein Wildfang. Doch die erhoffte wilde Knutscherei gerät zum Desaster. Sie wolle gar nicht ins Kino. Hatte sie nie vor. Vielmehr will sie zu ihrem Freund. Und der Abend mit Larry ist nur ein Vorwand. Sie ist nämlich schwanger und müsse nun einiges besprechen. Nach dem Kino könne Larry sie ja wieder abholen, so dass es für alle, die nichts von ihrem Schicksale wissen dürfen, es so aussähe als hätte sie einen vergnügten Abend mit dem Jungen von nebenan verbracht. Ein genialer Plan – wenn er denn funktioniert hätte. Denn Cindy ist auf einmal verschwunden. 
Genauso wie der schwarze Junge, mit dem Larry sein ein paar Jahren befreundet ist. Silas. Im Staat Mississippi Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre immer noch ein Ereignis, über das man sich allenorts das Maul zerfetzt.
Tja, heute ist Silas Polizist und Larry hat das Damals verdrängt. 
Tom Franklin kreiert ein Panoptikum der Archetypen. Väter, die diese Bezeichnung nicht verdienen. Verschüchterte Kinder, die ihr Schicksal mit durchs Leben schleifen wie Schröder seine Schmusedecke und über allem der Schleier der Vergangenheit. So stickig die Luft in Chabot, Mississippi, so schäbig das, was dort hinter verschlossenen Türen geschah und immer noch geschieht. Die Geister der Vergangenheit kriechen aus ihrem Asyl hervor und verwandeln das sich dem Fortschritt verweigernde stille Örtchen in eine Kloake der Widerwärtigkeit. Ein frischer Wind würde hier wie da guttun.
Und dieser kommt getarnt als Zugluft im Sog einer Kugel geflogen, die Larry trifft. Eine zweite „Frischluft“-Kugel trifft Wallace Stringfellow, der sich auffallend aufdringlich zeigt und Larrys Freundschaft erzwingen will. Das dritte laue Lüftchen wird durch den Schwanz einer Schlange in einem Briefkasten durch den Ort gejagt. Doch das ist alles nichts gegen die Vergangenheit von Larry und Silas…

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