Tom Hird

 5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Ozeanopädie.

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Ozeanopädie

 (2)
Erschienen am 26.09.2019

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Rezension zu "Ozeanopädie" von Tom Hird

Eine Liebeserklärung an die Ozeane
oceanlovervor 2 Monaten

Ein wahrlich großartiges, unterhaltsames und absolut lesenswertes Buch über die faszinierende, schützenswerte Welt der Meere und Ozeane - es gibt so viel zu Staunen, noch mehr zu Entdecken und vor allem zu Erhalten!


Zur vollständigen Rezension: https://oceanlove--r.blogspot.com/2020/02/ozeanopaedie.html 


Wie Libertalia ist mir auch dieses Buch mir zufällig im Buchhandel in die Hände gefallen - und ich habe mich sofort verliebt. In Optik und Konzept des Buches - denn alles rund um das Meer erwärmt mein Herz :)

Und das Buch hält, was es verspricht! Eine Sammlung faszinierender, skurriler und beeindruckender Meeresbewohner - vom kleinsten Partikel zum größten Jäger, vom ewigen Eis zu kochendheißen Quellen; das Leben im und am Wasser ist voller Wunder. In der Mitte sind auch einige beeindruckende Fotografien zu entdecken, sowie immer mal wieder Illustrationen und Graphiken  - ein internetfähiges Gerät sollte beim Lesen dennoch in der Nähe sein, um schwer vorstellbare Tiere und Pflanzen nachschauen zu können ^^

Mit dieser Ozean-Enzyklopädie, der Ozeanopädie, könnt ihr nicht nur einige vergnügliche Lesestunden verbringen, unerreichbare Tiefen erforschen und die Schönheit unseres blauen Planetens kennenlernen, sondern auch eine ganze Menge lernen!

Oder wusstet ihr schon, dass Phytoplankton auch nachts Fotosynthese betreiben kann, die Algenblüte vom All aus sichtbar ist, der Europäische Hummer blaues Blut hat, weil er statt Eisen als sauerstoffbindendes Element Kupfer nutzt, die Tiefsee 95% des potentiellen Lebensraumes der Erde darstellt, der fischige Geruch von Fisch durch ein Protein stabilisierendes Aminoxid verursacht wird (das den Fischen das Überleben trotz des hohen Drucks ermöglicht) und Kollision mit Schiffen leider zur häufigsten Todesursache für Wale geworden ist?

Neben all´ diesen und noch viel mehr Einsichten, faszinierten mich drei der "ungalublichen Geschichten vom Meer" am meisten:

  • Kavitation: Pistolenkrebse, können mit ihren Zangen einen Wasserstrahl "schießen", der eine Geschwindigkeit von bis zu 100km/h und eine Temperatur von 4000 (!) Grad erreichen kann und gehören damit zu den lautesten Tieren des Meeres.
  • Fische, die ihr Geschlecht wechseln können: Bei den protandrischen Clownfischen führen die Weibchen einen Harem; stirbt es, wird das stärkste Männchen zur Alphadame - bei den protogynen Lippfischen hingegen werden große Weibchen männlich, um ihre Gene schneller zu verbreiten
  • Männer als Parasiten: Weibchen, die größer sind als Männchen, gibt es in der Natur ja einige, aber die haarige Fanfin (Caulophryne polynema) haben ein äußerst seltsames Paarungsverhalten! Die Männchen saugen sich am Weibchen fest und schrumpfen auf ihre Hoden zusammen und verlieren alle anderen Organe, wobei das Weibchen mehrerer solcher Parasiten haben kann.

Hach, was für eine wunderbare Welt in und auf den Ozeanen doch schlummert... nein, vor Leben sprüht! Noch. Es ist an uns, diesen einzigartigen Planeten, dieses blaue Wunder, zu erhalten! #savetheoceans

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Rezension zu "Ozeanopädie" von Tom Hird

Alles rund ums Meer
annluvor einem Jahr

*Zusammengefasst kann man sagen, dass das Leben auf unserem nassen Planeten nicht einfach ist. Die Regeln, nach denen es funktioniert, sind streng, können sich aber im Handumdrehen ändern.*


Der Autor gibt in 291 kurzen Abschnitten Einblicke in das Leben im Meer. Zusammengefasst in acht Kapiteln stellt er eine Vielzahl von tierischen und pflanzlichen Bewohnern vor, unternimmt eine Reise in die Küstengegenden, in Korallenriffe, die Tiefen des Meeres aber auch das kalte Eismeer. Angesprochen wird auch die Bedrohung der Meere.


Die Einleitung widmet sich einigen Parametern, die das Meer beeinflussen. So werden Wellen, Meeresströmungen, Eigenschaften von Wasser, Temperatur, Salzgehalt aber auch das Licht im Wasser angesprochen. Den abiotischen Faktoren folgt eine Zusammenfassung zu den Anpassungen von Algen und Fischen an diese Bedingungen. In den nachfolgenden Kapiteln werden unterschiedliche Lebensräume und ihre Bewohner vorgestellt.


Während die Einleitung einen Eindruck von den mit der Meeresbiologie verbundenen Wissenschaften, wie der Physik, Evolutionsforschung und Chemie, gibt, sind die folgenden Kapitel stark von der Zoologie geprägt. Obwohl viel Fachwissen einfließt ist der Text locker geschrieben. In einigen Abschnitten mit der Kennzeichnung „der Kugelfisch geht in die Tiefe“ beleuchtet der Autor bestimmte Themen genauer. Ab und zu sind auch Zeichnungen der beschriebenen Tiere zu sehen. Zudem zeigen sechs Seiten ausgewählte Fotografien.


Der Autor verweist bereits im Vorwort darauf, dass die Abschnitte auch einzeln gelesen werden können. Manche Kapitel sind wirklich unabhängig voneinander zu lesende kurze Beschreibungen einzelner Tiere und Pflanzen, die ihren Lebensraum als Gemeinsamkeit aufweisen. Mir haben diese nicht so gut gefallen wie die anderen, die mehr aufeinander aufbauten, in denen ich einen größeren Zusammenhang erkennen konnte. So hat mir auch – neben der Einleitung – das Kapitel um die Eismeere am besten gefallen, da hier sehr viele Aspekte mit einfließen: neben der Physik, die hier rund um das Eis eine große Rolle spielt, wurde auch der Klimawandel angesprochen aber auch die Menschen, die – ob mit guten oder schlechten Absichten – an die Pole kamen.


Ebenso spricht der Autor bereits im Vorwort seine Absicht an ein breites Publikum mit dem Meer in Kontakt zu bringen und sich von ihm faszinieren zu lassen – mit der Intention den schützenswerten Lebensraum als etwas Besonderes zu sehen. Das Thema Umweltschutz zeiht sich durchs Buch. Allerdings spürt man aus dem Angesprochenen die Liebe zum Meer, sodass die Botschaft ohne Moralpredigt auskommt. So ist auch das letzte Kapitel um die bedrohten Meere eine Auflistung und Beschreibung der Gefahren, die das Meer beeinflussen – ohne besonders vorwurfsvoll zu sein. Vielmehr soll Wissen als Auslöser zum Gedankenmachen und Reagieren führen. Auch wird immer mal wieder angesprochen, welchen Nutzen der Schutz für die Menschen haben kann. Diesen Ansatz fand ich sehr sympathisch. Er hat bei mir mehr bewirkt, als das bloße Ansprechen des Schützenswerten.


Fazit: Die Liebe zum Meer mit all seinen Bewohnern lässt sich aus all den Geschichten lesen. Auch die Botschaft, wie schützenswert das Meer als System ist und welchen Einfluss es auf unser Leben nimmt, ist bei mir gut angekommen. Insgesamt empfand ich das Buch als voller Wissen, das locker an den Leser gebracht wurde. Ein lesenswertes Werk!

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