Tom Hodgkinson Brave Old World: A Month-by-Month Guide to Husbandry, or the Fine Art of Looking After Yourself

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Inhaltsangabe zu „Brave Old World: A Month-by-Month Guide to Husbandry, or the Fine Art of Looking After Yourself“ von Tom Hodgkinson

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  • Tom Hodgkinson - Schöne alte Welt

    Brave Old World: A Month-by-Month Guide to Husbandry, or the Fine Art of Looking After Yourself
    Faun

    Faun

    08. April 2013 um 21:58

    "Brave Old World" kann als praxisnahe Fortsetzung der eher theoretischen Vorgängerwerke, nämlich Hodgkinsons "How to be idle" ("Vom Müßiggang") und "How to be free" ("Von der Freiheit") gesehen werden. "Schöne alte Welt: Ein praktischer Leitfaden für das Leben auf dem Land", heißt der (Unter)Titel der deutschen Übersetzung. Das trifft zwar irgendwie den Inhalt des Buches, ist aber eine schlechte Übersetzung und gleichzeitig Verkürzung des Untertitels, der im Original lautet "A month-by-month guide to husbandry, or the fine art of looking after yourself", also in etwa: Eine Anleitung für das Leben auf dem Land für jeden Monat, oder die schöne Kunst, für sich selbst zu sorgen.   Hodgkinson erzählt mit viel (nicht nur britischem) Humor von seinen eigenen -  mal mehr, mal weniger - erfolgreichen Versuchen, auf einem Bauernhof im englischen Devon zur "alten" Lebensweise zurückzukehren, d.h. zu einer Zeit, bevor die reformatorischen Puritaner mit ihrer strengen Arbeitsmoral den mittelalterlichen Müßiggang beendeten und der kapitalistischen Lebensweise den Weg bereiteten. Seine Anleitungen und Inspirationen bezieht er dabei aus der Lektüre einer Reihe klassischer Autoren, wie z.B. Columella, ein im ersten Jahrhundert in Spanien geborenen Römer, der mehrere Bauernhöfe besaß, oder Thomas Tusser (1524-80), ein englischer Farmer, der einen Bestseller über das Landleben verfasst hat. So enthält das Buch zahlreiche Zitate dieser und anderer Autoritäten auf dem Gebiet des Landlebens sowie Gedichte, Lieder und Weisheiten zum Thema.   Jedes Kapitel befasst sich mit einem Monat, beginnend mit Januar (Holz hacken) bis schließlich zum Dezember (Feste feiern). So kann man auch gerade mal einfach in den Monat hineinlesen, den der Kalender gerade zu bieten hat, wie z.B. im Moment den April, welcher die richtige Zeit für das Hegen von Geflügel ist. In diesem Fall natürlich eine etwas willkürlich Zuordnung, denn auch Hodgkinson weiß, das Hühner das ganze Jahr über Zuwendung brauchen, insbesondere Schutz vor dem diebischen Fuchs.   Der März ist hauptsächlich dem Aussäen gewidmet, aber zusätzlich enthält jedes Kapitel am Ende Hinweise darauf, was sich im jeweiligen Monat am besten zur Aussaat eignet. Hauptmonat zum Feiern und zum Müßiggang ist zwar der Dezember, aber auch hier findet man in jedem Kapitel eine Auflistung beliebter mittelalterlicher Feiertage.       Das Buch ist übrigens nicht für Vegetarier geeignet, denn das Kapitel über den November ist dem Schlachten von Schweinen gewidmet. Hodgkinson vertritt hier einen recht pragmatischen Ansatz: Schweine sind eben sehr nützliche Tiere und haben auf seinem Hof - im Gegensatz zu Schweinen in Massenhaltung - wenigstens ein glückliches Leben gehabt. Das - möglichst schonende - Töten der Tiere und das Zerlegen erledigt ein fachkundiger Bekannter Hodgkinsons, was allerdings dann auch das Veterinäramt auf den Plan ruft. Wo käme man schließlich hin, wenn jeder seine private Schlachterei einrichtet und die unbrauchbaren Überreste im Garten vergräbt.   Eine Menge praktischer Hinweise findet man auch zum Backen von Brot (Mai), Halten von Bienen (Juni) oder Brauen von Bier (Oktober). Dies alles haben Hodgkinson und seine Frau auch ausprobiert, wobei sich Hodgkinson nicht zu schade ist, auch seine missglückten Selbstversuch auf ironische Art und Weise zu schildern. Hier pflegt er ebenfalls einen pragmatischen Ansatz: Was man nur mit unvertretbarer Mühe selbst schaffen kann, sollte man lieber bei einem anderen Bauern oder zur Not eben in einem Geschäft kaufen.   Hodgkinson hat den Titel des Buches zwar bewusst als Gegensatz zu Huxleys "Brave New World" gewählt, kommt uns aber nur gelegentlich und wenig aufdringlich mit einem ideologischen Zeigefinger daher. Insgesamt bleibt es so ganz einfach bei einer vergnüglichen Lektüre, wie die Mail on Sunday schreibt ("a delightful read"), auch wenn man (noch) nicht den Weg auf einen Bauernhof gefunden hat. Hodgkinson möchte schließlich nicht, dass wir jetzt alle zu ihm aufs Land flüchten, es dürfte dann dort auch für ihn nämlich deutlich ungemütlicher werden.   Noch ein Hinweis für die Freunde der englischen Sprache: Das Buch ist in einem recht einfachen Englisch geschrieben, allerdings sollte man sich darauf gefasst machen, das man das ein oder andere eher exotische Gemüse oder Obst zur Übersetzung nachschlagen muss.      

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