Tom Holland Persisches Feuer

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Inhaltsangabe zu „Persisches Feuer“ von Tom Holland

»EIN GESCHICHTSTHRILLER.« Süddeutsche Zeitung Marathon, Salamis, Thermopylen: Orte antiker Schlachten, die zum Mythos geworden sind. Hätten die Armeen der persischen Großkönige damals Griechenland unterworfen – die europäische Geschichte wäre völlig anders verlaufen. Tom Holland schildert, wie das geheimnisumwitterte Persien zum ersten Weltreich der Geschichte aufstieg und wie es mit den zerstrittenen griechischen Stadtstaaten zusammenprallte. Eine mitreißende Darstellung des Konflikts, von dem alle weiteren zwischen West und Ost ihren Ausgang nahmen, und zugleich ein farbenprächtiges Gemälde zweier untergegangener Welten. »Erzählte Geschichte vom Feinsten. Ein Buch, das mich wirklich gefesselt hat.« Ian McEwan

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  • Rezension zu "Persisches Feuer" von Tom Holland

    Persisches Feuer
    Supervictor

    Supervictor

    07. September 2012 um 08:48

    Ein großartiges Buch für Leser mit Ausdauer. Zugegeben, für geschichts-uninteressierte Leser wird das Buch zu langatmig sein. Wer sich aber bereitwillig in die Zeit der antiken Griechen entführen lässt, wird mit atemberaubenden Szenarien und Fakten dieser Zeit belohnt. Vermutlich haben nur wenige Menschen ein umfangreichen Wissen um die Feldzüge der Perser gegen Europa, man kennt halt so einige Bruchstücke aus diversen Hollywood-Movies. Tom Holland versteht es, dem Leser die Konsequenzen der damaligen Kriege näherzubringen. Was wäre geschehen, wenn die Perser damals gewonnen hätten und in Europa eingefallen wären? Hätte es ein römisches Reich gegeben, vermutlich nicht. Hätte es die drei großen Weltreligionen gegeben, vermutlich ebenfals nicht. Eine spannende und interessante Lektüre, die ich jedem Geschichts-Interessierten Leser empfehlen kann.

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  • Rezension zu "Persisches Feuer" von Tom Holland

    Persisches Feuer
    wolfschwerdt

    wolfschwerdt

    18. May 2010 um 18:16

    Rund 2500 Jahre liegt der älteste Ost- West Konflikt zurück, der dem ersten Historiker der Weltgeschichte, Herodot, als Grundlage für sein Lebenswerk diente. Dieser griechisch- persische Konflikt ist Gegenstand von Tom Hollands Buch. Als die Griechen das gewaltige Invasionsheer der Perser 479 geschlagen hatten, wurde gleichzeitig der Mythos des Triumphes der Freiheit über die Sklaverei begründet. Der Gründungsmythos der europäischen Zivilisation war entstanden. Die Konflikte zwischen den Griechen und den Persischen Herrschern reichen bis in das Ende des 6. vorchristlichen Jahrhunderts zurück. Schließlich siedelten Griechische Stämme schon lange vor der Entstehung des Perserreiches an der vorderasiatischen Küste und waren daher von dem umfassenden Herrschaftsanspruch des in jener Zeit entstandenen Großreiches direkt betroffen. Als spektakuläre Ereignisse aber gingen vor allem die persischen Eroberungsversuche des griechischen Festlandes in die Geschichte und den Geschichtsunterricht ein. Die antiken Griechen galten mit ihrem Kampf um Troja oder den Sagen des klassischen Altertums, schon immer als Volk der göttergleichen Helden. Aber die sagenumwobene Schlacht bei Marathon, die Selbstaufopferung der Spartaner am Pass der Thermophylen und nicht zuletzt die Schlacht bei Salamis scheint der mythologisch- heroischen Vergangenheit noch eine reale, heldenhafte Komponente hinzuzufügen. Immerhin, hatten die Griechen die Wahl, sich dem Persischen Großkönig zu unterwerfen und ein zwar unfreies, aber recht komfortables und friedliches Leben zu führen, oder aber ihr Leben und ihre Existenz für die Ideale der Freiheit zu opfern. Tom Holland, der in Cambridge und Oxford Geschichte studiert und sich als Autor und Journalist unter anderem mit BBC-Sendungen über Herodot, Homer, Thukydides und Vergil einen Namen gemacht hat, wirft in seinem Buch ein sehr viel genaueren Blick auf die Geschehnisse und die beteiligten Parteien. In unnachahmlicher britischer Lockerheit vermittelt er im „Persischen Feuer“ fundierte Kenntnisse und Hintergrundinformationen im spannenden Romanstil. Holland beschränkt sich nicht auf die Darstellung des Kernkonfliktes zwischen Persern und Griechen. Zunächst beschreibt er die Entstehungsgeschichte und die historischen Grundlagen des Perserreiches. Dabei stehen sowohl die ökonomischen und politischen Zusammenhänge, als auch die handelnden Personen deren Mentalitäten sowie die Wesenszüge der beteiligten Kulturen im Mittelpunkt der Erzählung. Intrigen, Fanatismus, Größenwahn, politische Taktiererei und nicht zuletzt religiöse und ideologische Rechtfertigung für Macht- und Herrschaftsansprüche werden zu einem Bild zusammengefügt, das die historische Entwicklung verständlich und nachvollziehbar macht. Ebenso die Beschreibung der Griechischen Seite, jener Schurkenstaaten aus persischer Sicht, die auch untereinander hoffnungslos zerstritten, die göttliche Ordnung der persischen Welt in Frage stellten. Da wird die spartanische Gesellschaft mit ihren durchaus faschistoiden Zügen ebenso unter die Lupe genommen, wie die des Athener Stadtstaates, der sein Bedürfnis nach Demokratie eher durch äußere Umstände und recht mühsam denn durch edle Gesinnung entwickelt hatte. Da agieren Persische und Griechische Geheimdienste, geschehen politische Meuchelmorde, bildet das Orakel von Delphi eine internationale Informationszentrale. Es ist erstaunlich, welche Aspekte Einfluss auf die Entstehung, den Verlauf und das Ergebnis des antiken Ost-West-Konfliktes hatten. Ganz bedeutend hierbei sind beispielsweise die Lehren des Zarathustra und nicht zuletzt die gegenseitige Einschätzung der Kriegsgegner. Die Informationen, die in diesem historischen „Sachbuchroman“ stecken, sind außerordentlich dicht. Allein aufgrund des gefälligen erzählerischen Stils ist man versucht, gelegentlich schneller zu lesen, vor allem dann, wenn es –wie so häufig- spannend wird, und man kaum erwarten kann, wie die Geschichte weitergeht. Dann aber entgehen einem wichtige Informationen, die für das Verständnis des weiteren Verlaufes wichtig sind. Gelegentlich ist man auch versucht, gewisse Parallelen zu Heute zu ziehen, an den islamistischen Fundamentalismus ebenso zu denken, wie an den Christlichen. Die Denk- und Handlungsweise von Großmächten kommt einem ebenfalls bekannt vor. Und das ist kein Zufall. Sowohl aus seinem Vorwort, als auch aus der gelegentlichen Wortwahl wir deutlich, dass Holland mit seinem Buch auch einen Beitrag zum besseren Verständnis der heutigen Konflikte liefern möchte.

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