Tom Hospelt Total Verstrahlt

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Inhaltsangabe zu „Total Verstrahlt“ von Tom Hospelt

Hardy Happner ist gerade ganz oben angekommen und wurde zum bisher jüngsten Manager des Jahres ausgezeichnet. Er ist nicht nur süchtig nach Erfolg, er ist auch ein begnadeter Manipulator, der es versteht, Fäden in seinem Sinne zu ziehen. Seit einem Jahr wohnt er auf St. Pauli – vor allem der Dominas wegen – wo auch Champ, ein kleiner Hehler und begnadeter Lügner, Horst, ein horoskophöriger Pedant und begnadeter Choleriker und Lampe, ein herzensguter Transenvögler und begnadeter Unterbelichteter ziemlich weit unten die Zeit tot schlagen: in Uschis Keller. Zurück in der Firma – einer Süßwarenfabrik, die er mit seinem Erfolgsprodukt What! und gewagter Werbung weit nach vorne gebracht hat – erhält er einen seltsamen Anruf. Ein Provinzjournalist der Dithmarscher Landeszeitung behauptet, im Kernkraftwerk Brunsbüttel sei ein Schoko-Nuss-Riegel seiner Erfolgsmarke What! entdeckt worden, der kontaminiert sei. Hardy erinnert sich an ein extrem günstiges Nussgeschäft, behält sein Wissen für sich und versucht stattdessen, zu drohen und zu vertuschen. Doch die Geschichte hat längst ihren Lauf genommen und bestimmt die Medien. Sein Star am Süßwarenhimmel What! verglüht jäh wie eine herabstürzende Sternschnuppe. Nicht nur die Firma erleidet heftige Umsatzeinbrüche, auch mit Hardy, der vergeblich versucht, Lösungen zu finden, geht es steil bergab. Er gibt sich immer mehr dem Alkohol und Kokain hin, bis eines Tages ein kleiner, gemeiner Affe auf seiner Schulter sitzt, der sich nicht mehr verscheuchen lassen will, und der ihm noch mehr an den Nerven zerrt, als seine Frau Britta. Auch bei Champ, Horst und Lampe läuft nichts nach Plan. Champ und Lampe teilen das gleiche Schicksal: Ihre Sexaffären, die belesene, latent hellsichtige, ehemalige Hure Maja und Esmeralda, eine silikongepolsterte brasilianische Transe, haben sich eine fette Grippe eingefangen und sind vom Fieber dahingerafft. Zudem wurden Champs beste Kunden, ein paar junge Diebe, verhaftet, und niemand scheint mehr ein Ohr für seine fantastischen Lügengeschichten zu haben. Horst trifft es noch härter. Es hagelt schlechte Tageshoroskope, die ihn so sehr peinigen, dass er nur schwer das Haus oder Uschis Keller verlassen kann, in dem die Laune den Tiefpunkt erreicht hat. Hardy hat sich mit Kokain und Alkohol immer tiefer in die Paranoia geritten. Als er es schwer angetrunken zuhause nicht mehr aushält, stolpert er über den Kiez, und plötzlich quatscht ihn der Affe von der Seite an. Hardy tritt ins Leere und stürzt in Uschis Keller vor die Füße der drei Kumpane. Die Wege kreuzen sich auf eine für alle unheilvolle Weise und so intensiv, dass sie wie aneinandergekettet sind, und der wilde Wahnsinn übernimmt endgültig das Kommando. Zahlreiche skurrile Charaktere wie bettnässende, amerikanische Profikiller und ein hoch motivierter Freizeitkiller, planlose Entführer und Geiseln, die niemand wieder haben will, treten auf den Plan. Selbst verstorbene Staatsratsvorsitzende und wahrhaftige Scheißmaler spielen eine Rolle. Und auch dieser hundsgemeine Affe lässt nicht locker ...

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  • Totaler Wahnsinn auf St. Pauli

    Total Verstrahlt
    Duffy

    Duffy

    01. March 2015 um 10:34

    Hardy Happner ist Manager einer Süßwarenfirma und der Vater des bärig gut laufenden Schoko-Nussriegels "What!". Deswegen wird er Manager des Jahres und noch ein wenig mehr zum arroganten Arschloch. Als solches wohnt er in einem Superappartment mitten in St. Pauli. Wegen der dominanten Nutten. Da wohnen auch Champ, ein notorischer Lügner, Lampe, ein geborener Looser und Horst, ein etwas durchgeknallter Schizo. Zusammen ergänzen sie sich gut, am besten in "Uschis Keller", einer Kneipe zum humorlosen Zudröhnen. Da treffen sie eines Abends Hardy, dessen Karriere gerade in doppelter Lichtgeschwindigkeit den Bach runtergeht, weil ein Provinzblatt einen fetten Skandal ins Rollen gebracht hat. Eine Marge Nüsse im hochgelobten Schokoriegel war kontaminiert und Hardy hatte die Sauerei zu verantworten. Die zufällige Begegnung der vier, die von sich und dem anderen ein völlig verkleistertes Bild haben, löst eine Kettenreaktion aus, in der es in der Folge um Kidnapping, Killer, Mord, Liebeswahn, Erleuchtung, Koks, Alkohol, Affen, die ungefragt auftauchen und vieles mehr geht. Hospelt hat einen rasanten Roman geschrieben, der mit satten Pointen, Straßenhumor und Klischeeüberzogenheiten prall gefüllt ist. Ein Roadmovie ohne Straße. Alles lebt von der Übertreibung und hier steckt die einzige Gefahr, denn manchmal ist es ein wenig zu viel des Guten. Immer noch einen draufstzen zu müssen erfordert ein hohes Maß an Disziplin beim Schreiben und da hat sich Hospelt nicht immer im Griff, sodass einiges ein wenig zu lang gerät. Dennoch ein erfrischendes Lesevergnügen und ganz bestimmt Stoff für einen abendfüllenden Film. Es gibt sehr viel schlechtere Drehbücher.

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