Der Sturm

von Tom Jacuba 
4,3 Sterne bei28 Bewertungen
Der Sturm
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Positiv (25):
alice14072013s avatar

Genial geschriebene Shakespeare-Adaption, die emotional sehr nahe geht und uns zum Nachdenken bewegt.

Kritisch (2):
lilli_geeksantiquess avatar

Vom Stil, den Längen und der Erzählweise leider nicht für jedermann, sondern in meinen Augen nur für Genre-Fans geeignet.

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Inhaltsangabe zu "Der Sturm"

Prospero, der Herrscher von Milano, stürzt nach dem Tod seiner Frau in tiefe Verzweiflung. Mit Hilfe der gefangenen Hexe Coraxa und ihres Zauberbuches will er sie aus der Unterwelt heraufbeschwören. Doch der magische Akt führt zur Katastrophe - und zu seinem Sturz. Mit nur wenigen Vertrauten auf einer verlassenen Insel gestrandet, stößt Prospero bald auf Coraxas dämonischen Diener Taifunos und den Tiermenschen Caliban. Beide sind entschlossen, Prospero zu vernichten. Mit aller Kraft stemmt der sich gegen seinen Untergang.

Eine kraft- und fantasievolle Adaption frei nach Shakespeare

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783404209118
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:528 Seiten
Verlag:Bastei Lübbe
Erscheinungsdatum:27.07.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 23.08.2018 bei Audible Studios erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    smaragdeidechses avatar
    smaragdeidechsevor 8 Tagen
    Spannend und genial ...

    Tom Jacuba

    Der Sturm 

    Adaption frei nach Shakespeare


    Das Cover ist ganz in schwarz-weiss
    gehalten und zeigt einen alten Schnitt 
    mit einem Segelschiff.
    Dieser ist umrahmt von stürmischen
    aufgewühlten Wellen.
    Passt ganz wunderbar zum Buch und
    gefällt mir sehr.


    Worum es geht, Klappentext:

    Prospero, der Herrscher von Milano, stürzt nach
    dem Tod seiner Frau in tiefe Verzweiflung. Mit der Hilfe der
    gefangenen Hexe Coraxa und ihres Zauberbuches will
    er sie aus der Unterwelt heraufbeschwören. Doch der 
    magische Akt führt zur Katastrophe - und zu seinem 
    Sturz. Mit nur wenigen Vertrauten auf einer 
    verlassenen Insel gestrandet, stösst Prospero bald auf Coraxas
    dämonischen Diener Taifunos und den Tiermenschen 
    Caliban. Beide sind entschlossen, Prospero zu 
    vernichten. Mit aller Kraft stemmt der sich gegen
    seinen Untergang...

    Eine kraft- und fantasievolle Adaption 
    frei nach Shakespeare


    Meine Meinung:

    Ein absolut gelungenes Werk.
    Tom Jacuba hat mich wieder zu 100% überzeugt.
    Er versteht es wirklich sich auszudrücken und 
    mit seiner Wortgewalt die Leser zu fesseln und 
    in seinen Bann zu ziehen.

    Zwar ist die Geschichte schon uralt,
    aber im Grunde nur den Leuten zugänglich gewesen,
    die mit Shakespeare's Ausdrucksweise sympathisieren.
    Nichts für Jedermann also...

    Tom Jacuba hat das geändert !
    Mit seiner Adaption kommen auch Menschen, die 
    mit Shakespeare wenig am Hut haben,
    in den Genuss seines dramatischen Werkes.

    Eine tolle Idee und ganz hervoragend 
    umgesetzt.
    Sehr spannend und dramatisch,
    wundervoll flüssig zu lesen und sehr 
    unterhaltsam.
    Einfach genial !!!

    Ich kann das Buch nur allerbestens empfehlen,
    ganz besonders all' jenen, die bisher mit den Dramen
    von Shakespeare nichts oder nur wenig anfangen konnten...

    Dramatische 5 Sterne von ganzem Herzen
    für Tom Jacuba's "Der Sturm" !!!



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    alice14072013s avatar
    alice14072013vor 12 Tagen
    Kurzmeinung: Genial geschriebene Shakespeare-Adaption, die emotional sehr nahe geht und uns zum Nachdenken bewegt.
    Keine Fähigkeit ist so groß wie die Menschlichkeit

    "Ich habe mich nie darum gekümmert. Geschichten interessieren mich nicht." "Ein Fehler", murmelte Gonzo. " Das Leben besteht aus Geschichten." Seufzend fuhr er sich durch seinen grauen Lockenschopf. "Aus vielen schönen und noch mehr hässlichen."  Zitat aus dem Buch S. 52

    Es gehört eine gehörige Portion Mut dazu, sich an die Geschichten der ganz großen Erzähler zu wagen und ihnen ein neues Gesicht zu geben. Mut, Können und Vertrauen in die eigene Kunst des Erzählens. Shakespeare, ein Name der gewaltig klingt. Wer hat nicht von seinen großen Werken gehört? Wer kann nicht von sich behaupten, mindestens eines davon gelesen zu haben und die eindrücklichsten Weisheiten zitieren zu können, die auch heute noch ihre Gültigkeit besitzen? Eine Adaption eines seiner Werke zu schreiben, ist sicher ein Wagnis. Der Leser wird es mit besonderem Augenmerk betrachten und besonders kritisch beurteilen. Wenn es jedoch einem Autor gelingt, dieser Geschichte ein ganz eigenes Gesicht zu geben, seine eigenen Gedanken und Geschehnisse so stimmig zu verarbeiten, dass eine wahnsinnig komplexe, intensive und gefühlvolle neue Interpretation entsteht, die bis zu ihrem Ende fesselt, dann hat sich dieser Mut bezahlt gemacht. Wenn sie darüber hinaus noch in wundervollen Worten geschrieben wurde und ihre ganz eigenen Weisheiten enthält, die uns unter die Haut gehen und nachdenklich zurücklassen, dann ist das "Kunst". Eine Kunst, die Tom Jacuba mit seiner Shakespeare Adaption "Der Sturm" hervorragend gelungen ist.

    Dieses Werk fesselt in seiner Tragik, Spannung und Komplexität. Es berührt uns in seinem schicksalhaften Verlauf. Und es beschäftigt uns mit seinen wahren Aussagen und Erkenntnissen, noch lange nachdem wir es beendet haben. Mir fehlen fast die Worte meine Begeisterung zu beschreiben. Das, was dieses Werk ausmacht, ist nicht nur seine großartige, sich Schritt für Schritt entwickelnde Handlung, sondern auch das, was zwischen den Zeilen steht. Erzählt in Bildern, überragenden Metaphern und Lebensweisheiten seiner hervorragend ausgearbeiteten Charakteren, die alle eine ganz besondere Bedeutung im Geschehen finden und uns aufzeigen, was wirklich wichtig ist in unserem Leben.

    "Wir sind verloren!", rief Tonio von Milano zum zweiten Mal. "Das ist nicht einfach nur ein Seesturm, das ist er!" S. 14 .... " Niemand weiß es. Vielleicht treibt er sein Unwesen auf dieser Insel da. Ganz gewiss tut er das. Und jetzt hat er die königliche Flotte in seine Nähe gelockt! Jetzt rächt er sich!" Zitat aus dem Buch S. 17

    Es beginnt mit einem gewaltigen, alles verschlingenden Seesturm. Gerufen von Prospero, dem ehemaligen Herzog von Milano,  getrieben von dem Gedanken, den an ihm begangenen Verrat und das erlebte Leid zu rächen.

    Während die Menschen, die Ziel dieser grausamen Rache sind, verzweifelt um ihr Leben kämpfen, entfaltet sich durch ihre Erinnerungen und Erzählungen Stück für Stück die tragische Geschichte Prosperos, die unausweichlich auf diese Situation hinsteuerte. Eine Geschichte, geprägt von Liebe, Schicksal und Angst auf der einen Seite, Hochmut, Trauer, Verlust, falschen Blickwinkeln und Entscheidungen auf der anderen, aber auch von der inneren Kraft zu kämpfen, zu leben und zu schützen.

    "Ein Plan des Schicksals, der unser Fassungsvermögen übersteigt? Für manche Fragen sind wir zu klein, Herzog. Für die wesentlichen sowieso." Zitat aus dem Buch S. 79

    Und am Ende gipfelt der leidvolle Weg des Prospero in eben jenem Seesturm und seinen Folgen und schließt damit den Kreis zu der anfänglichen Situation, nach der sich alles verändert.
    "Der Sturm ist vorbei... Doch nichts wird nach diesem Sturm mehr so sein, wie es gewesen ist." Zitat aus dem Buch S. 411
    Das Ergebnis ist ein bildgewaltiges Buch, das noch lange nachdenklich stimmt, wenn man mit dem Herzen dabei ist. Ein Buch, das uns zeigt, welch grandiose Geschichten sein Autor zu schreiben vermag.

    Klappentext:

    Prospero, der Herrscher von Milano, stürzt nach dem Tod seiner Frau in tiefe Verzweiflung. Mit Hilfe der gefangenen Hexe Coraxa und ihres Zauberbuches will er sie aus der Unterwelt heraufbeschwören. Doch der magische Akt führt zur Katastrophe - und zu seinem Sturz. Mit nur wenigen Vertrauten auf einer verlassenen Insel gestrandet, stößt Prospero bald auf Coraxas dämonischen Diener Taifunos und den Tiermenschen Caliban. Beide sind entschlossen, Prospero zu vernichten. Mit aller Kraft stemmt der sich gegen seinen Untergang.

    Meinung:

    Der Aufbau der Handlung ist wirklich geschickt gelöst. Gleich einem Theaterstück wird das Geschehen in vier Akten erzählt, deren Titel "Der Herzog", "Der Magier", "Der Verbannte" und "Der Mensch" eine ganz besondere Bedeutung zukommt, die sich uns erst gegen Ende erschließt. Jeder Akt für sich beginnt mit dem Geschehen in der Gegenwart. Prinz Feridan von Napoli gerät vor einer Insel mit seiner Flotte in einen gewaltigen Sturm, jenseits unserer Vorstellungskraft. Was hat der Sturm mit dem Trugbild einer Frau in der Takelage zu tun? Wirklichkeit oder Traum? Warum behauptet Tonio, der Herzog von Milano, der Sturm sei ein Racheakt seines Bruders? Fragen über Fragen. Während die Menschen verzweifelt um ihr Leben kämpfen, lässt sich Feridan in Rückblicken die tragische Geschichte Prosperos erzählen. Prospero, der ehemalige Herzog, den man für seine Verfehlungen verbannte und dessen Schicksal sich nun in einer gewaltigen Erzählung offenbart, die uns so oft schockiert den Atem anhalten lässt, wie sie fasziniert.

    In einem ersten Rückblick erleben wir Prospero als Herzog von Milano, der seine Stadt sehr vorausschauend und mit starken Prinzipien regiert. Uns stellt sich ein Mann vor, der teilweise sehr verschrobene Vorlieben hat, mit seiner Faszination für Singvögel und Spinnen und seiner Härte gegenüber allem, was seinen Frieden bedroht. Oberflächlich betrachtet wirkt Prospero fast schon unsympathisch und merkwürdig. Denn er setzt mehr Vertrauen in die Vögel als in die Menschen. Doch Tom Jacuba lässt uns auch seine andere Seite sehen. Eine Seite, die zeigt, dass Prospero ein Mensch ist, der zu tiefer Liebe fähig ist, der verzweifelt versucht zu schützen, was er liebt. Auch wenn seine Methoden dabei oftmals fragwürdig fast besessen sind, sind sie das Ergebnis von Erfahrungen, die er unter dem harten Regime seines Vaters und Großvaters machen musste. Prospero ist ein Charakter der polarisiert. Einerseits bewundert man ihn für seine Fähigkeit Menschen und Situationen einzuschätzen, für seine Konsequenz und Weitsicht, andererseits stößt er in seinem Hochmut und mit  seinem Handeln aber auch allzu oft auf unser Unverständnis. Doch als man ihm die Gefangene Coraxa bringt, nimmt das Schicksal seinen schrecklichen Lauf und Prosperos Welt gerät ins Wanken. Der Macht, die Coraxa ausstrahlt und der Drohung mit der sie ihn konfrontiert, hat Prospero nichts entgegenzusetzen.

    "Ein Zeichen am Himmel. Jahrelang habe ich darauf gewartet, und eines Morgens sah ich es. Es gebot mir, zurück nach Norden zu wandern, zurück ins Königreich Tunischan.... Dort ging ich an Bord des Schiffes, das mich zu dir bringen sollte." Zitat aus dem Buch S.43

    "Lass mich ziehen, Herzog", flüsterte sie. "Lass mich ziehen, und dein Kind wird leben. Verbrenn mich, und dein Kind wird sterben." Zitat aus dem Buch S. 46

    Faszination, Unsicherheit und Angst um sein Kind lähmen ihn von nun an. Der einst so durchdachte, listige und harte Mann beginnt Fehler zu machen. Fehler die seiner Angst und der bedingungslosen Liebe zu seiner Familie geschuldet sind. Je mehr er sich in seinen Bemühungen und Heimlichkeiten verstrickt, desto tiefer gerät er in die Schlinge, die zur Katastrophe und seinem Fall führen soll. Und schließlich ihn selber für immer zeichnen und verändern wird. Er führt nicht nur einen Kampf gegen die Prophezeiungen einer Hexe, sondern er tritt auch eine beängstigende Reise zu sich selber an.

    "Ich bin kein Magier, ich kann nicht einmal diese Schrift lesen." "Niemand weiß, wer er ist, noch was er ist, bevor es ihm nicht zugesprochen wird..." Zitat aus dem Buch S. 81

    Auf seinem leidvollen und verlustreichen Weg, der ihn von seiner Position als Herzog, über die Lehren und Anwendung der Magie schließlich zum Verbannten auf einer Insel führt,  trifft er viele zweifelhafte, oft falsche Entscheidungen, die uns aufwühlen und schier verzweifeln lassen. Prospero ist ein wahnsinnig facettenreicher Charakter, der von Gegensätzen lebt. Ich wusste manchmal gar nicht, ob ich Prospero lieben sollte, oder ob er mir unsympathisch war, für all die Fehler, die er aus Liebe macht. Wahrscheinlich alles auf einmal. Die Figur als solche ist genial, weil sie uns ins Grübeln bringt und weil sie uns so nahe gebracht wird, mit all ihren inneren Kämpfen und der schicksalhaften Kindheit, dass wir automatisch mit ihm leiden und um seine Familie und loyalen Freunde fürchten. Wir verstehen Prospero und manchmal bewundern wir ihn auch dafür, was aus ihm trotz der harten Führung seines Vaters und Großvaters, geworden ist. Mit welchem Mut und Biss er sich seinen Schicksalsschlägen stellt. Dann wiederum wollen wir ihn für seinen Hochmut oder seine Verbortheit hassen, weil er auch uns einen Spiegel vorhält, der uns zeigt, zu welchen Handlungen wir in Trauer, Angst, oder auch übertriebener Selbsteinschätzung neigen. Nichts schafft mehr Nähe als Liebe und Hass. Es sind die stärksten Gefühlsregungen die wir empfinden können. Und je tiefer wir in Prosperos innere Kämpfe verstrickt werden, desto tiefer werden wir in sein Leid gezogen und erleben es wie unser eigenes.

    "Am Turmfenster blieb er stehen und schaute hinaus in den neuen Morgen. Grau von Hochnebel war der Himmel noch. Nebelbänke lagen über den Flussniederungen im Westen und Osten der Stadt. Die Stromebene im Süden ähnelte einer ozeanischen Waschküche, und im Norden ragte kein einziger Berggipfel aus den tiefhängenden Wolken. Wohin Prospero auch schaute, überall spiegelte der Morgen ihm seine Seele wider." Zitat aus dem Buch S. 74

    Doch wo wird Prospero am Ende seiner Reise stehen? Was sind die Lehren, die er aus seinem Handeln ziehen muss?

    "Neigst zu Hochmut, großer Magier. Eines Tages wird er dich zu Fall bringen. Geschähe dir recht. Doch für Miranda wär's eine Katastrophe." (... ) "Manchmal wünsche ich mir, ein anderer zu sein." "Schwachsinn. Wer sein Leben nicht annimmt, dem geht es verloren." S. 434

    Um diese Frage zu beantworten, müssen wir einer grandiosen, spannenden , komplexen und intensiven Geschichte folgen, die bestimmt ist von den Auswirkungen der durchtriebenen Absichten einer Hexe, die niemand auf den ersten Blick einzuschätzen vermag. Lediglich die immer wiederkehrende Gänsehaut und die schockierenden Begegnungen, die uns schaudern lassen, warnen uns, nicht allzu viel Vertrauen in die ausgesprochenen Verlockungen zu legen. Doch was bleibt einem Mann übrig, der mit dem Rücken zur Wand steht? Der um das liebste trauert, das er besitzt?  Der droht, sich selber zu verlieren, weil er die Leere wieder füllen möchte? Er erliegt den Versprechungen und setzt all seine Hoffnung in die Kraft der Magie. Dabei übersieht er in seiner Besessenheit die Intrigen die bereits um ihn gesponnen werden und macht sich selbst zum Opfer eines perfiden Plans.

    "Fühlt sich gut an, die Verantwortung für das eigene Leben auf andere abwälzen zu können, was, alter Meister?"......"Wir nehmen unser Schicksal und unser Leiden an und werden, die wir sein wollen. Wir lehnen unser Schicksal und unser Leiden ab und bleiben dieselben verdammten Narren, die wir immer gewesen sind." Zitat aus dem Buch S. 469

    Verbannt auf eine Insel, mit nur wenigen treuen Freunden und seiner Tochter an seiner Seite, muss er nun gegen weit größere Bedrohungen kämpfen, als er je geahnt hätte. Entbehrungen, Verluste und eine ihn immer wieder einholende Vergangenheit, lassen einen Rachegedanken entstehen, der ihn fast vergessen lässt, was wirklich zählt im Leben. Doch alles fordert seinen Preis. Jede Entscheidung zieht Konsequenzen nach sich. Und am Ende wird man ernten, was man gesät hat.

     „In deinem Blick lese ich deine Gedanken. Gefährliche Gedanken. Füg dich in dein Schicksal, und sei froh, dass du nicht wie deine Mutter im Feuer enden musstest.“ (Seite 339)  „Du müsstest eigentlich tot sein, Magier, vergiss das nicht. Dein Leben ist gestundete Zeit, weiter nichts...“ (Seite 350) Zitate aus dem Buch

    Der Aufbau der Handlung und die wichtigen Hintergrundinformationen, sind wahnsinnig gut gesetzt. Es ist so detailliert, dass man alle wichtigen Zusammenhänge versteht, das Handeln der Charaktere nachvollziehen kann und doch so auf den Punkt, dass es nie langweilig wird. Trotz der vielen Beschreibungen und den detaillierten Ausführungen, hat die Geschichte ein hohes Erzähltempo, dem man sich kaum entziehen kann.

    Getragen wird die Geschichte von einem wirklich großartigen und ausdrucksstarken Schreibstil, der es nicht nur schafft die Bilder der Umgebung und Charaktere bis aufs kleinste Detail vor unserem Auge entstehen zu lassen, sondern selbst die Emotionen der handelnden Figuren transparent zu machen. Sogar die Gefühle und Wahrnehmungen eines Säuglings im Mutterleib vermag der Autor glaubhaft zu schildern, was ich in dieser Form noch in keiner Geschichte gefunden habe. Es empfiehlt sich hier sehr aufmerksam zu lesen, denn Tom Jakuba verwendet sehr eindrückliche Metaphern und Bilder, zur Charakterisierung  seiner Akteure, die oft versteckt zwischen den Zeilen zu finden sind und uns dennoch einen absolut genialen Einblick in das Wesen jedes einzelnen offenbaren. Die Genialität des Autors zeigt sich darin, dass er für seine verschiedenen Figuren sehr unterschiedliche Arten des Erzählstil findet und damit ihre Eigenarten sehr deutlich voneinander abhebt. Somit erkennt man bereits ohnevorherige Namensnennung von wem da gerade die Rede ist. Ob es Josephos kurze, prägnante und teilweise unvollständige Art des Redens ist:

    "Versöhn dich endlich mit deinem Leben!" ..."Du hast nur dieses eine! Weg mit der verdammten Rachelust!" Zitat aus dem Buch S. 436

    Oder ob es Ariels sarkastische und kritische Anmerkungen sind, der von sich selbst im Plural spricht:

    "Sind nicht alle gleich? Wollen haben, haben, haben. Wollen Macht und Macht und noch einmal Macht. Armseliges Pack. Können niemals genug kriegen." Zitat aus dem Buch S. 394

    "Solange Menschenpack am Leben ist, hegt es Absichten. Von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, den lieben langen Tag. Und am nächsten wieder andere." "Sicher, doch manchmal haben menschliche Absichten ja auch Bestand." "So wie Friedensverträge?" Ariel kicherte. "Also bis zum übernächsten Tag?" Zitat aus dem Buch S. 457

    "Der Sturm"  ist geprägt von Charakteren, die unglaublich vielschichtig und liebevoll ausgearbeitet sind. Jeder ist auf seine Art besonders und trägt einen wichtigen Part im Geschehen. Es ist beeindruckend, wie tief wir selbst in die Nebenfiguren blicken dürfen und wie nahe uns jeder Einzelne während des Lesens steht. Die Geschichte lebt von ihren Protagonisten, die alle ihre ganz eigenen Fehler und Kanten haben, die sich nie in Schwarz und Weiß einordnen lassen. Unvollkommenheit schafft Nähe. Wir teilen ihre Ängste, ihr Schicksal und ihre Wut. Können uns mit ihnen identifizieren. Und so geschieht es, dass sich plötzlich andere zu unseren Lieblingen entwickeln, obwohl dies Prosperos Geschichte ist. Für mich waren das der Luftgeist Ariel, der mich ein wenig an die Uralte Morla erinnerte, weil er zum Einen eine ähnliche Abneigung gegen die Eigenheiten der Menschen hegte und zum anderen so herrlich sarkastisch sein konnte. Zum Anderen war es der Medikus  Josepho, der Prospero auf so wunderbar direkte Art den Spiegel vorhielt und mit seinen Schwächen konfrontierte. Vor allem aber ist die Überraschung perfekt, als nicht Prospero sich zum Helden entwickelt, sondern ein junges Mädchen ihm schon im Kleinkindalter zeigt, was wirklich zählt um Frieden zu finden.

     "Ob ein Herz edel ist oder nicht, erweist sich erst im Feuer des Leidens." Zitat aus dem Buch S. 516

    Gelangen wir also abschließend zu der herausragenden Aussage des Buches. Es genügt nicht, über die besten magischen Fähigkeiten zu verfügen und weder Hartherzigkeit, noch Hochmut, oder  Rachelust sind die besten Ratgeber, um die Menschen angemessen zu führen und zu beschützen. Anerkennung und Respekt verdient sich nur der, der mit Menschlichkeit und  Liebe agiert, der seine Kraft zum Positiven einsetzt. Aber vor allem kann Vergebung weit mehr bewirken als Vergeltung.

    So steht am Schluss ein Satz über allen anderen und findet in einem wunderbar gelungenen, berührenden Ende seine Gültigkeit.

    „Ohne Angst und Schmerzen wird niemand zum Magier, nicht einmal zum Menschen...“ Zitat aus dem Buch Seite 249

    Fazit:

    "Der Sturm" ist eine genial konzipierte Adaption zu Shakespeares "The Tempest", die auf allen Ebenen überzeugen kann. Die eigenen Gedanken des Autors sind absolut stimmig und bereichernd eingewebt und ergeben eine wundervolle Geschichte, die durch Spannung, intensive, berührende Emotionen und einen wundervollen unverkennlichen Schreibstil besticht. Mich hat sie auf ganzer Ebene erreicht, ist mir oft extrem nahe gegangen und hat mich zum Nachdenken gebracht, weil wir, wenn wir ehrlich sind, viele Handlungsweisen und Fehler in uns wiederfinden. Das Beeindruckende an diesem Buch aber ist die Kunst des Autors, sich das Werk eines so bedeutenden Mannes wie Shakespeare, auf so gelungene Weise zu eigen zu machen und damit eine neue Geschichte zu schreiben, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.

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    Fornikas avatar
    Fornikavor 17 Tagen
    Was Shakespeare nicht erzählte

    Der Herzog von Milano hat alles was er sich wünschen kann: eine bezaubernde Frau, Nachwuchs ist unterwegs, er wird von seinen Untertanen geschätzt. Doch mit der Gefangenen Coraxa ändert sich alles, denn die vermeintliche Hexe scheint wirklich mysteriöse Kräfte zu haben. Als auch noch Julia stirbt, gerät Prospero in eine Abwärtsspirale, die nicht aufzuhalten ist. Eine Spirale, die ihn und seine Tochter Miranda zu vernichten droht.

     Ich mochte Shakespeares Sturm schon immer, und so war ich auf diese Vorgeschichte mehr als gespannt. Meine Erwartungen wurden dann auch wirklich erfüllt, denn mich hat Tom Jacubas neuestes Werk ganz wunderbar unterhalten. Es knüpft sehr gut an Shakespeares Theaterstück an, füllt die Figuren aber natürlich auf ganz eigene Art mit Leben, sodass man das eine sehr wohl auch ohne das andere lesen kann. Ich mochte besonders Prospero, denn seine Figur ist sehr wandelbar und immer für eine weitere Wendung gut. Aber auch seine Tochter Miranda war mir sehr sympathisch, die man buchstäblich von der Wiege auf kennenlernen kann. Aber auch die magischeren Wesen wie Ariel sind sehr gut gelungen. Obwohl einige Fantasyelemente vorkommen, würde ich die Geschichte nicht unbedingt dem reinen Fantasyfan empfehlen, dafür ist die Handlung zu „normal“, mir hat sie jedoch genau so gefallen wie sie ist. Sowohl reale Orte wie Milano, die Heimat von Prospero als auch fantastischere Ecken wie die Insel sind sehr plastisch dargestellt und man hat sie dank bildhafter Beschreibungen sehr gut vor Augen. Überhaupt konnte man sich dank der besonderen Erzählweise des Autors sehr schnell in die Geschichte fallen lassen; immer wieder gibt es Zeitsprünge, doch denen kann man als Leser sehr gut folgen. Insgesamt habe ich den Sturm sehr gerne gelesen, für mich genau die richtige Mischung zwischen klassischen Motiven und modernen Fantasyelementen.

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    Adlerauges avatar
    Adleraugevor 19 Tagen
    Magie und Hexerei

    Vorweg muss ich erstmals erwähnen, dass mir das Buchcover und der Klappentext sofort überzeugt hatte , dass es sich hier um ein recht interessantes Buch handelt !

    Diese Geschichte ist jedenfalls recht mystisch und recht spannend geschrieben !
    Es geht hier um viele Facetten ,die auch angesprochen werden und wir treffen auch auf vielen unterschiedlichen Personen mit ihren Charaktereigenschaften und all ihren Gefühlen und Gedanken !
    Jedenfalls gibt es hier starke und schwache Charaktere ,die dem Buch einen starken Ausdruck geben ! (Gefällt mir besonders )
    Der Autor hat eine recht flüssige Schreibweise ,die gleichzeitig ein hohes Tempo beim Lesen ermöglicht .
    Fazit : Ein recht unterhaltsamer Fantasyroman, der eigentlich dem Leser alles veranschaulicht: Spannungsmomente, gefährliche Abenteuer, übernatürliche Geschehnisse und aussagekräftige Protagonisten ! 
    Trotzdem habe ich dieses Buch nur mit 4 Sternen bewertet , weil manche Passagen einfach zu umschrieben waren ( meistens liegt in der Kürze die gewisse "Würze" sprich : manchmal kommt es besser rüber ,als zu lange Formulierungen !


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    PMelittaMs avatar
    PMelittaMvor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Unterhaltsam, spannend, nachdenklich machen - überaus gelungene Shakespeare-Adaption
    Sehr gelungene Shakespeare-Adaption

    Als Prospero, der Herzog von Milano, die tunische Hexe Coraxa gefangen nimmt, ahnt er noch nicht, dass dies sein Leben ändern wird. Er muss Verluste hinnehmen und landet schließlich mit nur wenigen Getreuen auf einer einsamen Insel. Doch ganz so einsam ist die Insel nicht, und Prosperos Leiden ist noch nicht zu Ende.

    Wer Shakespeare kennt, hat es wahrscheinlich schon erkannt: Der Autor adaptiert hier „Der Sturm“. Einem Shakespeare-Drama seinen eigenen Stempel aufzudrücken und ein eigenes Werk daraus zu machen, ist eine Kunst für sich, und, das nehme ich vorweg, Tom Jacuba ist dies sehr gut gelungen.

    Bereits das Cover hat seinen eigenen Charme, durch den 3D-Effekt meint man die Wellen regelrecht wogen zu sehen, damit passt es perfekt zum Thema, dem Sturm, der auch die Rahmenhandlung des Romans abgibt. Wir erleben ihn aus Sicht Feridans, Sohn des Königs von Napoli, mit, ihm wird auch die Geschichte in Rückblicken von verschiedenen Charakteren erzählt. Der Roman ist in 4 Teilen, gleichsam Akten gegliedert, und in jedem kehren wir zunächst zu Feridan zurück, um dann zu erfahren, wie es mit Prospero weiterging. Am Ende treffen dann die beiden Erzählstränge aufeinander.

    Ich persönlich habe Shakespeare vor vielen Jahren gelesen, und hatte die Handlung von „Der Sturm“ nur noch grob im Kopf, so dass ich ganz unbeeinflusst an den Roman herangehen konnte. Wer das Drama gut kennt, muss damit rechnen, dass manches anders verläuft, sollte sich aber einfach darauf einlassen

    Tom Jacuba erzählt sehr bildhaft und zieht den Leser schnell in das Geschehen hinein. Der phantastische Anteil ist relativ gering, es wird hier und da Magie eingesetzt, und man trifft auf nichtmenschliche Wesen, aber im Großen und Ganzen könnte die Welt des Romans auch die unsere sein, Orte wie Milano und Napoli könnten auch vermuten lassen, einen, vielleicht historischen, Roman aus unserer Welt zu lesen. Dennoch ist der Roman ganz klar dem phantastischen Genre zuzurechnen, wenn auch nicht ganz eindeutig einem bestimmten Sub-Genre.

    Die Charaktere sind dem Autor sehr gut gelungen, sie sind tiefgründig und vielschichtig gezeichnet, zumindest die Hauptcharaktere. Aber auch andere, wie die Hexe Coraxa kann man gut einordnen, wenn sie auch nicht jedes Geheimnis preisgibt. Gedanken und Emotionen aller Charaktere sind greifbar und wirken authentisch. Eine besondere Stellung erhält Miranda, die Tochter Prosperos, die, oft bei wesentlichen Szenen, selbst in Ich-Form erzählen darf, und zwar bereits als Ungeborene. Ich finde das sehr gut gelungen, diese Szenen haben ihren eigenen Reiz.

    Besonders gelungen finde ich auch das Ende der Erzählung, und mit ihr die Themen, die hier anklingen, und die Tom Jacuba sehr gut herausgearbeitet hat, Verarbeitung von Verlusten, Verbitterung, Rachegedanken, aber auch Loyalität, Verantwortung, Vergebung, um nur ein paar zu nennen – sicher wird der Roman noch eine Zeitlang nachwirken.

    Tom Jacubas „Der Sturm“ ist ein unterhaltsamer, spannender und nachdenklich machender Roman mit gelungenen Charakteren, den ich sehr gerne weiterempfehle, und der von mir volle Punktzahl erhält.

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    echs avatar
    echvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Gelungener Fantsayroman auf Grundlage des gleichnamigen Theaterstückes vom William Shakespeare
    Gelungener Fantasyroman auf Grundlage des gleichnamigen Theaterstückes vom William Shakespeare

    Der Autor Tom Jacuba wagt in seinem neuesten Buch ein interessantes Experiment und erzählt hier eine Fantasygeschichte auf Grundlage des gleichnamigen Theaterstückes vom William Shakespeare.
    Nach dem Zuklappen des Buches kann ich das Experiment als insgesamt durchaus gelungen bezeichnen.

    Im Mittelpunkt steht Prospero, der Herzog von Milano, dessen Glück vollkommen scheint, als ihm seine Frau Julia verkündigt, das sie schwanger ist. Als Julia dann aber kurz nach Mirandas Geburt stirbt, stürzt dies Prospero in ein tiefes Tal der Tränen.
    Mit Hilfe der gefangenen Hexe Coraxa und ihrem geheimnisvollen Zauberbuch versucht Prospero verzweifelt, Julia aus dem Reich der Toten zurückzuholen. Doch Coraxa spielt ein falschen Spiel und so nimmt das Verhängnis seinen Lauf ...

    Man muss das Theaterstück nicht unbedingt kennen, um die Geschichte diese Buches verstehen zu können, da der Autor hier eine eigenständige Geschichte erzählt, bei der er die vorhandenen Lücken im Original geschickt mit eigenen Inhalten füllt, ohne dabei das Werk von Shakespeare zu verraten, und auch der bisher unerzählten Vorgeschichte des Theaterstückes breiten Raum einräumt.
    Mit einem kraftvollen Schreibstil treibt der Autor seine auf mehreren Zeitebenen spielende Geschichte, die er in insgesamt 4 große Abschnitte (Buch 1 bis 4) unterteilt, voran und überbrückt dabei auch die eine oder andere kleinere Leerlaufphase in der ersten Hälfte des Buches.
    Ein Personenregister zu Beginn hilft hier ungemein, um sich im doch sehr umfangreichen Personenaufgebot zurechtzufinden.
    Mit Beginn des dritten Buches zieht die Spannungsschraube dann aber merklich an und sorgt für reichlich Spannungsmomente, die schließlich in einem großen Showdown mündet, der die Zeitebenen geschickt miteinander verknüpft.

    Auch wenn mir das Ende persönlich nicht so zugesagt hat, das ist aber sicher Geschmackssache, fällt mein Gesamturteil absolut positiv aus.

    Ein kleiner Kritikpunkt geht hier auch noch an den Verlag. Leider verrät der Klappentext mal wieder viel zu viel von der Geschichte. Dies hätte man sicherlich anders lösen können und auch sollen.

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    lilli_geeksantiquess avatar
    lilli_geeksantiquesvor 21 Tagen
    Kurzmeinung: Vom Stil, den Längen und der Erzählweise leider nicht für jedermann, sondern in meinen Augen nur für Genre-Fans geeignet.
    Frei nach Shakespeares "The Tempest"

    In ganz Europa und insbesondere in Deutschland genießt William Shakespeare ein hohes Ansehen und so ist es nicht verwunderlich, dass es auch in der deutschen Literatur immer wieder Adaptionen und Neuerzählungen (mehr oder weniger bekannter) Werke des britischen Dramatikers gibt. Im Juli 2018 erschien bei Bastei Lübbe „Der Sturm“ - frei nach Shakespeare aus der Feder von Tom Jacuba, der vor allem für seine Kalypto-Reihe bekannt ist. Der Fantasyroman versteht sich als lose Nacherzählung des Shakespeare Originals The Tempest (dt. Der Sturm) und erweitert den Handlungsrahmen dabei um die (mögliche) Vorgeschichte des Magiers Prospero und seiner herzoglichen Familie.

    400 Jahre später

    Das Theaterstück von William Shakespeare wurde 1611 fertiggestellt und handelt von Prospero, dem rechtmäßigen Herzog von Mailand, seiner Tochter Miranda und ihrer gemeinsamen Flucht vor Prosperos Bruder Antonio. Gestrandet auf einer Insel gibt Prospero sich ganz der Magie hin, um seine Feinde zu zerschlagen. Fast 400 Jahre später erzählt Tom Jacuba uns die Geschichte auf eine sehr ähnliche, wenn auch umfangreichere Art: die Personen sind bis auf wenige Abweichungen dieselben geblieben, lediglich die Handlung umfasst neben Prosperos Flucht auf die Insel auch die Vorgeschichte am Hofe von Mailand. Denn nach dem Tod der Herzogin Julia versucht Prospero diese mit Hilfe der Hexe Coraxa und ihres Zauberbuchs aus der Unterwelt zurückzuholen. Doch die Beschwörung hat Konsequenzen, Prosperos Bruder Tonio besteigt den Herzogssitz und zwingt Prospero gemeinsam mit seiner Tochter Miranda zur Flucht auf eine Insel.

    Das Buch an sich ist in vier weitere „Bücher“ unterteilt, die jeweils (mit mehreren Zeitsprüngen, Rückblenden und Perspektivwechseln) einen Lebensabschnitt Prosperos thematisieren. Direkt am Anfang des Buches gibt es eine Übersicht mit den Dramatis Personae, zu der ich während der Lektüre der ersten Seiten leider häufig zurückkehren musste. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir einerseits aufgrund der schieren Fülle von Personen, andererseits aufgrund der Flut an Eindrücken und Informationen recht schwer. Zudem konnte ich weder am Anfang noch zu einem späteren Zeitpunkt einen richtigen Draht zu den Figuren aufbauen, weder zu den eigentlichen „Sympathieträgern“ Prospero und Julia noch zu deren gemeinsamer Tochter Miranda. Zudem empfand ich auch die sprachliche Abhebung von Miranda durch die Wahl der Ich-Perspektive im Vergleich zu der sonst verwendeten Dritten Person als eher störend. Sogar die Hexe Coraxa und den Uhu Buback halte ich im Nachhinein für menschlicher und in ihren Handlungen (sofern man bei einem Uhu davon sprechen kann) nachvollziehbarer, als die „echten“ Menschen. Vor allem Prospero ist bis zum Schluss für mich ein inkonsistenter Charakter geblieben und durchlief leider keine wirkliche Entwicklung.

    Historischer Roman mit wenigen fantastischen Elementen
    Ab der Hälfte des zweiten Buches habe ich den „Sturm“ in einem Zug gelesen, da ich ansonsten vermutlich nicht im Lesefluss hätte bleiben können. Tom Jacuba schafft es hier in meinen Augen leider nicht, den Leser am Ball zu halten. Die 512 Seiten haben sich für mein Empfinden sehr gezogen und wurden mit vielen Worten aufgebauscht , obwohl die ausschweifende Erzählweise an vielen Stellen weder inhaltlich noch stilistisch vonnöten gewesen wäre. Für mich ist „Der Sturm“ in dieser Form eher mit einem historischen Roman zu vergleichen, der sehr wenige Fantasy-Elemente enthält und zu viel Wert auf Details legt. Das Buch war bereits im Voraus als „anders“ angekündigt und m it einer magischen Fantasie-Welt wie aus Jacubas „Kalypto“ oder dem Originalstück hat es wirklich nicht viel zu tun.

    Alles in allem ist „Der Sturm“ kein schlechtes Buch – vom Stil, den Längen und der Erzählweise aber leider nicht für jedermann, sondern in meinen Augen nur für Genre-Fans und Freunde des signifikanten ausschweifende n Stil Jacubas geeignet.

    http://geeksantiques.de

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    bibra88vor 22 Tagen
    Prospero der Magier

    Prospero ist der Herrscher von Milano. Seine Frau Julia und er erwarten ein Kind. Kurz nach Mirandas Geburt verstirbt Julia. Prospero ist außer sich. Er widmet sich dem Studium der Magie, da er Julia aus der Unterwelt zurückholen möchte. Er hofft dabei auf die Hilfe der gefangenen Hexe Coraxa und deren Zauberbuch. Die legt ihn jedoch rein und Prospero muss, zusammen mit seiner Tochter und ein paar Vertrauten, auf eine Insel flüchten. Bald wird Prospero von Coraxas Diener Taifunos, einem Dämon, und ihrem Sohn Caliban gefunden. Beide möchten Prospero vernichten, doch dieser kämpft mit aller Macht dagegen an.
    Bisher habe ich noch kein Buch von Tom Jacuba gelesen, muss jedoch sagen, dass mir der Sturm gut gefallen hat.
    Das Buch ist in vier Abschnitte eingeteilt. Die ersten beiden Abschnitte spielen in Milano, die letzten beiden auf der Insel, auf die Prospero flüchten musste. Abschnitt eins und Abschnitt zwei fand ich sehr spannend, genauso wie Abschnitt vier. Abschnitt drei dagegen empfand ich als sehr langweilig und zu ausgedehnt.
    Der Schreibstil des Autors gefällt mir gut. Er umschreibt sehr viel, sodass man sich alles genau vorstellen kann.
    Sehr schön fand ich, dass Tom Jacuba immer wieder Kapitel eingebaut hat, die aus Mirandas Sich geschrieben sind und das schon von Geburt an.
    Insgesamt ließ sich das Buch sehr angenehm und unkompliziert lesen. Trotz der vielen mir nicht so geläufigen Namen, bin ich beim Lesen nicht ins Stocken gekommen.
    Das Cover sieht toll aus und es passt sehr gut zum Buch.
    Die Geschichte an sich hat mir sehr gut gefallen.
    Alles in allem kann ich dieses Buch weiterempfehlen. Ein Kauf lohnt sich.

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    Plushvor einem Monat
    Rezension zu "Der Sturm" von Tom Jacuba

    Mit „Der Sturm“ hat sich der Autor Tom Jacuba an Shakespeares Werk "The Tempest" herangewagt und Prospero eine ganz eigene Vorgeschichte geschrieben.

    Das Buch beginnt auf einem Schiff mitten im Sturm, wo die Reisenden zur Ablenkung Prosperos Geschichte erzählen. Und so landet man als Leser wenig später mit einem Zeitsprung 17 Jahre in der Vergangenheit, wo alles begann… Zwischendurch kehrt man immer wieder zu den Ereignissen auf dem Schiff zurück, bis die Erzählstränge zum Ende hin schließlich zusammenlaufen.

    Prosperos Werdegang wird gleich zu Beginn sehr viel Platz eingeräumt – wir erleben ihn als Herzog, als Bruder, als Ehemann, als werdender Vater und auch als Sohn, der seine Mutter verlor. Außerdem begleiten wir ihn auf seinem langen Weg zum Magier. Trotz dieser vielen Details, die man so als Leser über Prospero erlangt, fühlte er sich lange unnahbar an. Es fiel mir schwer, eine emotionale Bindung zu ihm zu bekommen und dadurch dauerte es eine ganze Weile, bis das Buch für mich wirklich spannend wurde.

    Dieser Eindruck änderte sich für mich erst ab etwa der 2. Hälfte des Buches, als er – wie dem Klappentext bereits zu entnehmen ist – auf einer einsamen Insel landet. Hier wurde das Geschehen für mich intensiver und emotional packender. Ab hier fühlte es sich auch mehr nach Fantasy an. Man muss sich aber auch in der 2. Hälfte darauf einlassen können, dass der sehr detaillierte Schreibstil immer mal wieder Tempo rausnimmt. Spannend wird es trotzdem, denn wir bekommen es hier nicht nur mit Magie, sondern auch mit verschiedenen fremdartigen Wesen, gewaltigen Kämpfen und dem ständigen Durst nach Rache und Macht zu tun. 

    Wer es mir während der ganzen Geschichte besonders angetan hat, war Prosperos Tochter Miranda. Bereits aus dem Mutterleib dürfen wir ihren Gedanken und Empfindungen lauschen. Diese Abschnitte aus Sicht eines Ungeborenen lesen sich ganz besonders. Auch als sie heranwächst, werden immer wieder Abschnitte aus ihrer Sicht eingefügt, die dem Alter entsprechend der Wortwahl und Denkweise angepasst sind. Als junge Frau wirkt Miranda schließlich selbst wie ein Fabelwesen aus einer magischen Parallelwelt und man kann sich nur zu gut vorstellen, wie verzaubernd sie auf das andere Geschlecht wirken mag. Gleichzeitig ist sie stark, mutig, stur und schafft es mit dieser Kombination nicht nur, ihrem Vater die Stirn zu bieten, sondern ihm auch in den schwierigsten Situationen zur Seite zu stehen.

    Fazit: Eine Geschichte, die etwas Geduld braucht, um sich dann voll entfalten zu können. (Für mich hätte der Abschnitt vor der Insel gerne etwas kürzer ausfallen dürfen.) Ich bin aber froh, dass ich mir diese Zeit genommen habe. Das Buch ist zwar Fantasy, aber doch ganz anders, ungewöhnlich und mit ganz eigener düsterer, magischer und doch weltlicher Atmosphäre. Eine Leseempfehlung für Geduldige – auch ohne Shakespeare-Erfahrung. :-)

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    Vampir989vor einem Monat
    Kurzmeinung: tolle Adaption von Shakespeares Werk "Der Sturm"
    tolle Adaption von Shakespeares Werk "Der Sturm"

    Klapptext:



    Prospero, der Herrscher von Milano, stürzt nach dem Tod seiner Frau in tiefe Verzweiflung. Mit Hilfe der gefangenen Hexe Coraxa und ihres Zauberbuches will er sie aus der Unterwelt heraufbeschwören. Doch der magische Akt führt zur Katastrophe - und zu seinem Sturz. Mit nur wenigen Vertrauten auf einer verlassenen Insel gestrandet, stößt Prospero bald auf Coraxas dämonischen Diener Taifunos und den Tiermenschen Caliban. Beide sind entschlossen, Prospero zu vernichten. Mit aller Kraft stemmt der sich gegen seinen Untergang ...

    Ich kenne schon einige Bücher von Tom Jacuba.Deshalb waren meine Erwartungen sehr groß.Und ich muss sagen das ich nicht enttäuscht wurde.
    Dem Autor ist die Adaption von Shakespeares Werk " Der Sturm" hervorragend gelungen.Das Buch hat mich in den Bann gezogen.
    Der mir schon bekannte Schreibstil ist leicht,locker und flüssig.Die Seiten flogen nur so dahin.Einmal angefangen mit lesen wollte ich das Buch kaum noch aus den Händen legen.
    Der Roman ist in 4 Bücher unterteilt.Ich habe Herzog Prospero kennen gelernt und ihn auf seinem Lebensweg begleitet.Dabei habe ich sehr viele interessante Momente erlebt.
    Die Protoganisten wurden sehr gut beschrieben .Ich konnte sie mir klar und deutlich vorstellen.Besonders Herzog Propero hat mich begeistert.
    In den ersten beiden Büchern lernte ich den Herzog näher kennen.Ich habe viel über seine Kindheit,Herrschaft ,seine Famiie und Liebe erfahren.In Band 3 und 4 wurde mir von seiner Verbannung und seiner Persönlichkeitsveränderung erzählt.Der Autor hat es verstanden eine mystische und spannende Atmosphäre zu erschaffen.Viele Szenen wurden sehr detailliert dargestellt und so war ich teilweise direkt im Geschehen dabei.Ich habe mitgelitten,mitgefühlt und mitgebangt.Auch die vielen Perspektivwechsel fand ich faszinierend und machten für mich dieses Buch sehr lesenswert.Gefühle ,Gedanken und Emotionen hat der Autor gekonnt zum Ausdruck gebracht.So konnte ich mich richtig in die Welt der einzelnen Personen hinein versetzen und sie verstehen.Besonders die Persönlichkeitsveränderung vom Herzog hat mich sehr berührt.Diese Magie und Hexerei dazu Liebe und Dramatik.Ich wurde förmlich in die Geschichte hinein gezogen.Fasziniert haben mich auch die sehr ansprechenden und bildhaften Beschreibungen der einzelnen Schauplätze.so hatte ich das Gefühl selbst an diesen Orten zu sein und alles mit zu erleben.Die Spannung stieg von Anfang bis zum Ende stetig an.So wurde mir zu keiner Zeit langweilig.Ich habe mich bis zum Ende sehr unterhalten gefühlt.
    Auch das Cover finde ich sehr gut gewählt.Es passt perfekt zu dieser Geschichte.Für mich rundet es das perfekte Werk ab.
    Ich hatte viele lesenswerte Stunden mit diesem Roman und ich vergebe glatte 5 Sterne.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    TomJacubas avatar

    Hallo, liebe BücherwürmerInnen.

    Ende Juli erschien unter meinem Pseudonym Tom Jacuba mein neuer Fantasyroman „Der Sturm“.

    Frei nach Shakespeare erzähle ich in diesem Buch die Geschichte des Magiers Prospero, seines Uhus, seiner Tochter Miranda und der Hexe Coraxa.

    Freilich nicht eins zu eins – das alte Bühnenstück erzählt nur von den letzten Tagen Prosperos und Mirandas auf der Insel und von der Rache des Magiers an seinen Feinden. Ich erzähle darüber hinaus die Vorgeschichte und Prosperos Entwicklung zum Magier, die man bei Shakespeare nur aus den Dialogen erschließen bzw. sich mit viel Fantasie erdichten kann. Genau das habe ich getan. Lasst Euch überraschen.

    Hier könnt ihr das Cover betrachten, den Klappentext lesen und in das Buch hineinschnuppern:

    https://www.amazon.de/Sturm-Roman-Tom-Jacuba/dp/3404209117/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1531398721&sr=1-1&keywords=der+sturm+jacuba

    Mein Verlag, Bastei-Lübbe, stellt 25 Exemplare meines „Sturms“ zur Verfügung. Die verlose ich unter allen, die sich um die Teilnahme an der Leserunde zum Sturm bewerben, falls sie mir sagen können, wie Coraxa, die Hexe meiner Erzählung, in Shakespeares Original-Sturm heißt, und falls sie bereit sind, das Buch außer auf Lovelybooks auch auf amazon.de und mindestens zwei anderen gängigen Buchportalen (thalia.de, exlibris.ch, buch.de, etc.) zu besprechen.

    Noch einmal zum Mitschreiben: In den Lostopf kommen alle, die den Originalnamen von Shakespeares Hexe nennen und in ihrer Bewerbung schreiben, wo sie rezensieren werden.

    Und nun freue ich mich, von Euch zu hören.

    Allen einen schönen Sommer!

    Seid herzlich gegrüßt

    Euer Tom Jacuba alias Thomas Ziebula

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    Letzter Beitrag von  katze267vor 19 Stunden
    Zur Leserunde
    TomJacubas avatar

    Hallo, liebe BücherwürmerInnen.

    Am 27. Juli ist unter meinem Pseudonym Tom Jacuba mein neuer Fantasyroman „Der Sturm“ erschienen.

    Frei nach Shakespeare erzähle ich in diesem Buch die Geschichte des Magiers Prospero und seiner Tochter Miranda. Allerdings nicht eins zu eins – das alte Bühnenstück erzählt nur von den letzten Tagen Prosperos und Mirandas auf einer einsamen Insel und von Prosperos Rache an seinen Feinden. Ich erzähle darüber hinaus die Vorgeschichte und Prosperos Entwicklung zum Magier, die man bei Shakespeare nur aus den Dialogen erschließen bzw. sich mit viel Fantasie erdichten kann. Genau das habe ich getan. Lasst Euch überraschen.

    Hier könnt ihr das Cover betrachten, den Klappentext lesen und in das Buch hineinschnuppern:

    https://www.amazon.de/Sturm-Roman-Tom-Jacuba/dp/3404209117/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1531398721&sr=1-1&keywords=der+sturm+jacuba

    Ich verlose zehn Exemplare meines „Sturms“ unter allen Bewerbern, die mir sagen können, wie der Luftgeist in Shakespeares Sturm heißt, und die bereit sind, das Buch außer auf Lovelybooks auch auf amazon.de und mindestens zwei anderen gängigen Buchportalen (thalia.de, exlibris.ch, buch.de, etc.) zu besprechen.

    Nochmal zum Mitschreiben: In den Lostopf kommen alle, die mir den Namen von Shakespeares Luftgeist nennen und schreiben, wo sie rezensieren werden.

    Und nun freue ich mich, von Euch zu hören.

    Allen einen schönen Sommer!

    Seid herzlich gegrüßt

    Euer Tom Jacuba alias Thomas Ziebula

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    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

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    elane_eodainvor 3 Monaten
    KALYPTO war groß, deshalb freue ich mich auf neue Fantasy aus dem Hause Jacuba/Ziebula. ;-)
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    Plushvor 3 Monaten
    Was Neues von Tom Jacuba und dann auch noch eine Shakespeare-Adaption? Das wird groß, ich freu mich riesig drauf!
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