Seit sechs Jahrzehnten begeistert Tom Jones sein Publikum. Wer ist aber dieser Mr.Sexbomb? In einfachen Verhältnissen ist er aufgewaschsen und musste früh hart arbeiten und wurde schnell Vater. Man raufte sich zusammen und wagte es alleine und als Begleiter, immer die Musik. Bis dann der Plattenvertrag kam und der erste Hit! Aber das Leben bot nicht nur Lichtblicke, sondern auch viele Schattenseiten und als gefeierter Künstler, kann man auch sehr tief fallen. Aber Tom Jones ist kein Mann, der einfach liegen bleibt. Eine großartige Biografie, toll und packend geschrieben und allen Hits und ein Ritt durch die Jahrzehnte der Musikgeschichte, mit vielen Perönlichkeiten, wie zum Beispiel Elvis Presley. Einfach toll!
Tom Jones
Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Over the Top and Back
Over the Top and Back
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Tom Jones ist eine Legende. Seit den frühen Sechzigern mischt er in der Musikszene mit und hat zahlreiche Ups und Downs erlebt. In seiner Autobiografie „Over the Top and Back“ berichtet er darüber. Es geht los mit seiner nicht immer einfachen Kindheit in Wales, den ersten Auftritten in lokalen Kneipen, den Umzug nach London und wie er von dort aus auszog, um die ganze Welt zu erobern. Tom erzählt alles atmosphärisch dicht und spannend, wie in einem Roman. Dabei berichtet er ehrlich und schnörkellos, gleichzeitig ironisch und mit viel trockenem Humor. Er verrät, was ihn belastet, was ihm Sorgen bereitet und was ihn beeindruckt. Das alles macht Tom Jones, über den ich vorher nicht so viel wusste, gleich noch sympathischer. Von mir aus hätte seine Autobiografie gerne noch einige Zeit weitergehen können. Und das nicht nur wegen der vielen interessanten Anekdoten mit anderen Musiker-Kollegen, die Tom über die Jahre hinweg erlebt hat. Mit „Over the Top and Back“ fühlte ich mich von Anfang an bestens unterhalten. Da verzeihe ich auch gerne, dass Tom auf gewisse Aspekte seines Lebens, wie die zahllosen ihm nachgesagten Affären (von Vaterschaftsklagen ganz zu schweigen), mit keinem einzigen Wort eingeht. Vermutlich ist es nichts, worauf er im Nachhinein besonders stolz ist.
Die ungekürzte Hörbuchfassung der Autobiografie geht 12h18min und wird grandios von David Nathan vorgetragen.
Im nächsten Jahr wird Tom Jones 80 und es gibt nur wenige, die sich in diesem Alter noch dermaßen agil auf der Bühne präsentieren. Wer 50 Jahre im Show-Business alle Höhen und Tiefen des kommerziellen Aspekts miterlebt hat, wer den Status „Superstar“ innehatte, aber auch die kleinen Bühnen kennt, der hat viel zu erzählen. Das Phänomen Tom Jones besteht einerseits aus einer der besten und wandlungsfähigsten Stimmen der Populärmusik und andererseits aus seinem Ruf als „Sex-Bomb“, der Mann, dem die Frauen säckeweise ihre Höschen auf die Bühne geworfen haben. Sein größter Dämon, wenn man seine Geschichte kennt, gleich hinter dem zweiten Fiesling mit Namen „Las Vegas“.
Nun hat er, with a little help from a friend, seine Biografie herausgebracht. Die liest sich angenehm leicht und locker, die Geschichte vom walisischen Arbeiterkind zum Rolls-Royce fahrenden Bel-Air Bewohner. Wer allerdings auf saftige Anekdoten des „Sexgottes“ spekuliert, wird enttäuscht, Jones erzählt ziemlich gradlinig und ohne Schnörkel seine Geschichte, die Stolpersteine der Musikindustrie nehmen mehr Platz ein als amouröse Abenteuer. Interessant ist das allemal, besonders die Begegnungen mit den vielen Musikikonen, Presley, Sinatra, Warwick, die Liste ist lang und die Anzahl der musikalischen Kooperationen fast unüberschaubar. Hier hätte man vielleicht mehr erwartet, ein Blick hinter die Kulissen, wie es ist, mit den unterschiedlichen Leuten im Studio zu arbeiten (die Aufnahmen von „Reload“ werden so ausführlich geschildert, wie man es sich auch für andere gewünscht hätte), überhaupt kommt die Entstehungsgeschichte einzelner Produktionen etwas zu kurz.
Immerhin 550 Seiten sind so zusammengekommen, der Grundton wird beibehalten, nach der Lektüre des Buches ist man überzeugt davon, dass Tom Jones ein netter Typ ist, mit dem man gerne mal ein Bier trinken würde. Und dabei einfach mal ein Liedchen trällern. Schön ist seine Bindung zu Familie und Freunden, alles ist in sich stimmig, obwohl natürlich man auch die etwas härteren Zeiten kennenlernt. Alles in allem gönnt man dem Mann mit der Riesenstimme seinen Erfolg, die Villen, die Autos, das gute Essen, die Zigarren. Man freut sich über seinen Optimismus und den sympathischen Pragmatismus, der ihn durchs Leben getragen hat. Nicht sonderlich aufregend, aber eine angenehme Lektüre, wenn man Tom Jones ein wenig näher kennenlernen will
Ein großes Manko ist das Fehlen einer Discografie. Diese Mühe hätte man sich aus diesem Anlass machen können. Stattdessen verzichtbare Bilder aus dem Fotoalbum und ein ellenlanges Namens- und Titelregister.
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