Tom Koenigs Machen wir Frieden oder haben wir Krieg?

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Inhaltsangabe zu „Machen wir Frieden oder haben wir Krieg?“ von Tom Koenigs

Woche um Woche hält der Sondergesandte Tom Koenigs seine Erlebnisse und
Erfahrungen in Afghanistan für sich und seine Freunde fest. Er erzählt von den
komplizierten diplomatischen Beziehungen, von westlichen Botschaftern, denen
das Hemd näher ist als die Hose, von der problematischen Rolle der Medien, von
wilden Autofahrten und hoher Diplomatie im Wüstensandsturm, von seinem Besuch
beim König und den Reisen nach New York zu Kofi Annan. Immer wieder
beschreibt er das absurde Protokoll, den Prunk und Plunder, seltsame Konstanten
trotz der offensichtlichen Zunahme von Gewalt, Bombenanschlägen und
Selbstmordattentaten.
Koenigs analysiert die Entwicklungen und stellt bald fest: Jeder getötete
Taliban mobilisiert drei neue ? wie das Gorgonenhaupt.
Aber seine Gelassenheit beschützt der Alltag, sein Gesprächspartner Alberto,
seine zwölf rumänischen Leibwächter und sein Gärtner, der die beiden Rosenstöcke
im Garten pflegt, mit den sechs verschiedenen gepfropften Sorten.
Da die Notizen ursprünglich nicht zur Veröffentlichung bestimmt waren, sind
sie ganz »undiplomatisch« geschrieben und halten unfrisierte Gedanken nicht
zurück. Sehr kritisch, oft selbstkritisch schildern sie die eigenen Schwächen
genauso ungeschützt wie die Freude des Diplomaten, dem mit seinen manchmal
unorthodoxen Methoden Erfolg beschieden ist, indem er die komplexen
Machtmechanismen für seinen Auftrag nutzt: die Sicherheit der Bevölkerung
wiederherzustellen und die Menschenrechte zu schützen.

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  • Rezension zu "Machen wir Frieden oder haben wir Krieg?" von Tom Koenigs

    Machen wir Frieden oder haben wir Krieg?

    hproentgen

    04. February 2012 um 12:23

    »Auch wenn das Ziel der Attentäter anscheinend die internationalen Truppen sind, getroffen werden die Truppen nur selten. Fast immer sind es Zivilisten, die sterben. [...] Die [...] Selbstmordattentate terrorisieren, verängstigen, erschrecken, verunsichern, machen alle Sorten von Sicherheitsvorkehrungen nötig, isolieren uns von der Bevölkerung, machen es unmöglich, ungepanzert, unbewacht herumzufahren oder herumzulaufen. Die Sicherheitsfirmen haben Hochkonjunktur. Das ist ein gutes Geschäft für die Warlords und für die Gangster und der einzige Bereich, der richtig boomt. Sicherheitsleute sitzen an jeder Strape, stehen an jedem Eingang, bewachen jedes Gebäude.« Tom Koenigs war höchster UN-Beauftragter 2006/2007 in Afghanistan und hat darüber Tagebuchnotizen geführt. Ein Blick hinter die Kulissen der Diplomatie; die Eitelkeiten der Diplomaten und der Versuch, in einem Land nach über dreißig Jahren Krieg eine Zivilverwaltung aufzubauen, die wenigstens ein bißchen den Menschenrechten Gehör verschafft. Ungeschminkt, undiplomatisch spricht er aus, was wir alle schon lange vermutet haben, aber nicht wahrhaben wollten. Wie schwierig es ist, als Außenstehender diese Aufgabe wahrzunehmen. In einem Land voller Warlords, korrupter Politiker und einer Taliban Organisation, die von Pakistan unterstützt, gar nicht zu schlagen ist, weil die Basis im pakistanischen Grenzgebiet, im pakistanischen Geheimdienst die Taliban am Leben erhält. Und dass gleichzeitigt die ISAF Truppen immer mehr als "Besatzungstruppe" erlebt wird. Gleichzeitig schildert Koenigs dem Leser, wieviel Leerlauf das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Nationen produziert, eine Unzahl von Organisationen, die alle berücksichtigt werden wollen, die mitreden wollen und endlose Papierstapel produzieren; die Militärs, die - nicht verwunderlich - militärisch denken und einige Afghanen, die Koenigs als sehr hellsichtig erlebt. Nur, was können diese tun, wenn man nicht mal sagen darf, wer den Taliban ihre Rückkehr an die Macht erlaubt, wer sie födert und am Leben erhält? Denn "offiziell" ist Pakistan Verbündeter, wir haben keinen Krieg, keinen Aufstand, oh nein, wir tun so, als wäre alles friedlich und die Saudis und die Pakistanis auf unserer Seite. Doch Koenigs Buch bietet mehr als nur Taliban-Hintergrund. Er nimmt uns mit auf seinen Reisen durchs Land, wir erleben, wie er als UN Beauftragter in abgelegenen Provinzen empfangen wird, die zwölf Rumänen, die ihn als Leibwächter schützen, der Gärtner in Kabul und wie die tägliche Arbeit eines Sondergesandten des Un-Generalsekretärs aussieht. Dass selbst alte Boiler manchmal zu Bomben werden können. Gut und spannend geschrieben ist das Alles obendrein. Wer einen Blick hinter die Kulissen werfen will, abseits von großen Theorien und moralisch aufgerüsteten Glaubensbekenntnissen, der kommt um dieses Buch nicht herum. Leseprobe: http://www.amazon.de/gp/reader/3803136377/ref=sibdpkd#reader-link Homepage des Autors: http://www.tomkoenigs.de/cms/default/rubrik/18/18233.html Machen wir Frieden oder haben wir Krieg – Auf UN-Mission in Afghanistan , Tom Koenigs, Sachbuch, Wagenbach, September 2011 ISBN-13: 978-3803136374, gebunden, 269 Seiten, Euro

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  • Rezension zu "Machen wir Frieden oder haben wir Krieg?" von Tom Koenigs

    Machen wir Frieden oder haben wir Krieg?

    WinfriedStanzick

    01. December 2011 um 15:32

    In den letzten Jahren sind etliche Bücher erschienen von deutschen Soldaten, die berichtet haben von ihren Erfahrungen beim Afghanistaneinsatz der Bundeswehr. Unterschiedlich haben sie ihre Erfahrungen bewertet. Da gab es Autoren, die immer wieder zu Einsätzen dort hin gingen, andere hatten die Nase voll und kehrten ernüchtert und meist, wenn nicht an Leib, so doch schwer an ihrer Seele verletzt nach Hause zurück, wo sie in der Regel mit Nichtinteresse ihrer früheren Umgebung konfrontiert wurden. Wofür haben wir eigentlich die Köpfe hin gehalten? Diese Frage habe ich in nicht wenigen Büchern so gelesen. Mit den zunächst nicht für eine Veröffentlichung bestimmten privaten Tagebuchaufzeichnungen von Tom Koenigs, der von 2006 bis 2007 Leiter der zivilen UN-Mission in Afghanistan war, und auch danach mehrmals im Jahr dort in verschiedenen Aufgaben unterwegs war, kann man zum ersten Mal Einschätzungen eines Politikers und Diplomaten lesen, die Einblicke in eine Welt und eine Kultur geben, wie sie den einfachen Bundeswehrsoldaten nicht offen stehen. Bei allem Optimismus, den Koenigs notgedrungen verbreitet, hat sich mir bei der Lektüre immer wieder der Eindruck aufgedrängt, dass dieses Land mit seiner Kultur auf eine lange Zeit nicht mit westlichen Vorstellungen von Demokratie geführt werden kann und dass der Krieg gegen die Taliban auf verlorenem Posten steht. Nur weiß niemand so recht in der offiziellen Politik, wie man das den Leuten verkaufen kann. Und ein immer größer werdender Teil der Bevölkerung glaubt, dass wir dort nichts verloren haben …

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