Tom Liehr Nachttankstelle

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Inhaltsangabe zu „Nachttankstelle“ von Tom Liehr

Uwe Fiedler ist 38, chronisch migränekrank und ein netter Langweiler. Sein Leben ist eine einzige Übergangslösung, die Karriere stagniert auf niedrigstdenkbarem Niveau: Er schiebt Nachtschichten an einer Tankstelle. Weil es praktisch ist und sich so ergeben hat, lebt Uwe noch mit seiner Exfreundin zusammen. Die will das nicht mehr und zwingt Uwe überraschend, seine Komfortzone zu verlassen. Erschüttert und wohnungssuchend lernt er zwei Menschen kennen, die sein Leben noch gründlicher ändern: Jessy, die mysteriöse Tresenkraft einer Neuköllner Gardinenkneipe, und Matuschek, ein Hedonist sondergleichen. In Jessy verliebt Uwe sich, Matuschek wird sein Mentor – und leider auch ziemlich schnell sein Rivale.

Nicht so witzig wie frühere Werke

— Soeren
Soeren

Berliner Problemgeschichte mit Humor, Hirn und wenig Harmonie

— Callso
Callso

Beste Unterhaltung: Humorvoll und bewegend!

— LinusGeschke
LinusGeschke

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  • Nicht so witzig, aber auch nicht sooo tiefgründig

    Nachttankstelle
    Soeren

    Soeren

    07. May 2017 um 11:10

    Tom Liehr hat uns (unter anderem) bereits die „Radio Nights“ den „Sommerhit“ und die „Leichtmatrosen“ beschert. Sein 2015er Roman „Nachttankstelle“ zeigt uns einen weiteren einsamen Charakter, der nicht so ganz im Leben angekommen ist. Mit seinen 38 Jahren arbeitet Uwe Fiedler nachts in der Tankstelle, führt eine monotone Beziehung, die eigentlich keine mehr ist und ist auch sonst ziemlich neben der Spur. Doch die Dinge ändern sich und plötzlich steht Uwe ohne Freundin, ohne die alte Wohnung und ohne Job da. Es ist der Beginn einer Reise, die Uwes längst überfälligen Reifeprozess in Gang setzt. Der Titel „Nachttankstelle“ ist etwas irreführend, weil eben dieser Ort mit der Handlung wenig bis gar nichts zu tun hat. Auch Uwes fieser Chef und alles, was damit zusammenhängt, spielen ab der Hälfte des Romans auf einmal gar keine Rolle mehr. Stattdessen geht es um psychotische Frauen, alte Bekanntschaften aus der Vergangenheit und eine ominöse Erbschaft. Das Buch ist nicht so witzig wie die vorherigen, allerdings auch nicht sooo tiefgründig, dass man nach jedem zweiten Satz innehalten muss. Im Gegensatz zu früheren Liehr-Bücher kam ich diesmal in die Handlung nicht so leicht hinein und wusste längere Zeit auch nicht recht, worauf der Autor überhaupt hinaus wollte. Auch nach dem Buch bin ich mir unschlüssig darüber. Schade fand ich, dass es Liehr auf den letzten dreißig, vierzig Seiten auf einmal sehr eilig hatte, so als hätte er die Lust verloren und würde deshalb versuchen, die Handlung schnell abzuhandeln. Deshalb bleiben am Ende auch einige Fragen offen.

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  • Guter Schreibstil, langweilige Geschichte

    Nachttankstelle
    winter-chill

    winter-chill

    17. December 2016 um 17:31

    Ein netter Langweiler Ende 30, der ein bisschen ziellos durchs Leben stolpert, Musiker-Vergangenheit, eine Kneipe, in der sich am Ende alle finden und natürlich Berlin als Schauplatz – das sind die Zutaten von Tom Liehrs Roman „Nachttankstelle“ und irgendwie kommt einem das alles doch schon sehr bekannt vor. Tatsächlich musste ich beim Lesen relativ oft an „Herr Lehmann“ von Sven Regner denken, ein bisschen auch an die Werke von Frank Goosen, nur dass „Nachttankstelle“ im Vergleich sehr viel schlechter abschneidet. Das liegt an dem extrem dünnen, langatmigen, vorhersehbaren und noch dazu überkonstruierten Plot. Wir begleiten den 38-jährigen Uwe Fiedler, dessen Leben seit Jahren stagniert: Er bekommt sein Studium nicht fertig und schiebt stattdessen Nachtschichten an einer Tankstelle. Weil es praktisch ist, lebt er auch noch mit seiner Ex-Freundin Rieke zusammen. Als ihn Rieke aber eines Tages rausschmeißt, wird Uwe gezwungen seine Komfortzone zu verlassen. Eine neue Bekanntschaft und eine Erbschaft helfen ihm dabei. Das Leben der Hauptfigur ist trostlos und die ganze Geschichte an sich ist es auch. Es gibt keine richtigen Höhen und Tiefen, die paar Wendungen konnte man erahnen oder sind sehr an den Haaren herbeigezogen und generell fehlen größere Spannungsmomente oder tiefergehende Psychogramme. Normalerweise hätte ich so eine Geschichte abgebrochen, wäre da nicht Tom Liehrs Schreibstil, denn der hat mir wirklich sehr gut gefallen. Liehr erzählt sehr kreativ, mit viel Wortwitz, sehr menschlich und manchmal auch tiefgründig. Nur leider reicht das halt nicht immer. „Nachttankstelle“ war mein erstes Buch von Tom Liehr und leider nicht so mein Fall. Weil mich der Schreibstil aber wirklich überzeugt hat, werde ich mir auf jeden Fall nochmal ein anderes Buch von ihm anschauen.

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  • Uwe Fiedler auf der großen Suche nach dem kleinen Glück

    Nachttankstelle
    Callso

    Callso

    10. December 2015 um 12:06

    Ich habe flink nachgeschaut und gezählt, dies ist bereits mein achtes Buch, das ich von Tom Liehr gelesen habe. Ja. ich bin ein Tom-Liehr-Fan. Und ja, ich mag auch den aktuellen Roman. Aber es irgendwie so, wie, wenn eine Band wie U2 ihr gefühlt zwanzigstes Album auf den Markt bringen. Es fühlt sich ähnlich an, als wenn Depeche Mode im 24. Jahr die Bühne zum Konzert betreten. Man vergleicht, wägt ab, schaut zurück und auf das aktuelle Geschehen. Und man (in dem Fall ich) findet immer viele Argumente in der Bandbreite Pro und Contra. So ging es mir zumindest bei Nachttankstelle, dem aktuellen Roman des Berliners. Vorweg sei gesagt, es ist eine feine Berliner Geschichte geworden. Uwe Fiedler ist ein zielloser, zeitloser Typ, der wenig anspruchsvoll und unaufgeregt durch das Großstadtleben marschiert. Halb Student, mit halbem Herzen berufstätig, in einer Beziehung ohne Bindung sucht er die Liebe und die echten Herausforderungen im turbulenten Leben. Er ist Kassierer einer Tankstelle und lebt seit Jahren eher unglücklich mit seiner Ex-Freundin zusammen. So weit, so trostlos. Und tatsächlich. Manchmal fehlte mir die letzte Bindung zum Roman. Vielleicht, weil der Hauptperson die große Sympathiepunkte fehlen. Zwischen Migräne, seinem verflossenen Traum als Musiker, zwischen familiärer Disharmonie und Problemen mit dem anderen Geschlecht. Die Gläser von Uwe Fiedler sind immer halb leer oder ausgetrunken, die Person war mir insgesamt zu negativ und mit zu wenig Esprit und Perspektive. Und es fehlte mir auch ein wenig der größere Spannungsmoment. Trotzdem - und jetzt kommen wir zu den zahlreichen Pro-Argumenten: Der Roman ist einfach witzig und sehr, sehr unterhaltsam. Ich habe mich mehrfach an Matthias Sachau erinnert, ein anderer Berliner Autor, der den Humor-Bereich so hervorragend bedient. Und Tom Liehr ist ein vorzüglicher Schreiber. Hohe Kreativität, ein feiner Sprachwitz und eine tolle Gabe, Geschichten zu erzählen - all das verkörpert Tom Liehr; gerade wieder in diesem Buch! Die Eloquenz des Autors hat mich wahrlich begeistert. Insofern mein Fazit: Eine ordentliche Geschichte, mit dem ein oder anderen Problemchen zuviel, das alles aus einer brillianten Feder... Übrigens meine 300. Rezension - dass dieses kleine Jubiläum mit einem Buch von Tom Liehr geschieht, ist für mich ein sehr schöner Nebeneffekt.

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  • Beste Unterhaltung!

    Nachttankstelle
    LinusGeschke

    LinusGeschke

    31. August 2015 um 12:09

    Nachttankstelle von Tom Liehr und direkt eine Frage vorweg: Liegt das an mir oder lesen andere da auch immer "Nackttankstelle"? Zum Buch: Zum Inhalt gibt es gar nicht viel zu sagen. Oder doch, dieses vielleicht: Mir sind die Themen der einzelnen "Liehr-Werke" immer ziemlich egal. Sie alle sind simpel, einfach, fast schon banal. Und dennoch landet jedes Buch von ihm automatisch auf meiner "Muss-ich-haben-Liste". Warum? Weil Tom Liehr Kleinigkeiten Größe verleiht. Weil er ein toller Beobachter ist und ein grandioser Erzähler. Weil die Pointen passen, die Dialoge sitzen, das Abstruse glaubhaft wirkt. Irgendwie erinnert er mich dabei ein wenig an Stephen King: Bei beiden habe ich das Gefühl, sie könnten ein Telefonbuch beschreiben und es würde sich spannend lesen. Liehr erfindet Menschen, von denen man nach wenigen Seiten glaubt, man würde sie kennen. Er schreibt so herrlich leicht, dass seine Bücher sogar in Milch schwimmen müssten, und dennoch haben sie Tiefe. All das mag für Kritiker aus dem Feuilleton vielleicht keine "Literatur" sein, aber es ist ganz große Kunst. Ein schreibender Entertainer, bei dem selbst 384 Seiten viel zu schnell vorbei sind. Ich hatte hohe Erwartungen an die "Nackttankstelle" (NachtNachtNacht!!!!), und jede einzelne wurde übertroffen. Keine Ahnung, wie viele Bücher Herr Liehr verkauft: Es sind immer zu wenig!

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