Tom Malmquist

 3.2 Sterne bei 73 Bewertungen

Lebenslauf von Tom Malmquist

Tom Malmquist ist ein schwedischer Autor, Musiker und Poet. Er hat mehrere, von der Kritik hochgelobte Gedichtbände geschrieben. In seinem ersten Werk, "Sudden Death" (2007), verarbeitet er seine Jugend als Eishockeyspieler. Malmquists Frau Karin ist im 8. Monat schwanger, als bei ihr Leukemie diagnostiziert wird. Die gemeinsame Tochter, Livia, kann gerettet werden, doch Malmquist kehrt ohne seine Frau aus dem Krankenhaus zurück. Kurz nach seiner Frau stirbt sein Vater, Thomas Malmquist. In seinem ersten Roman verarbeitet er das schwierige Thema von Verlust. "In jedem Augenblick unseres Lebens" (2017) ist Tom Malmquists erstes Buch, das auf Deutsch erscheint.

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In jedem Augenblick unseres Lebens

In jedem Augenblick unseres Lebens

 (73)
Erschienen am 11.03.2017

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uli123s avatar

Rezension zu "In jedem Augenblick unseres Lebens" von Tom Malmquist

Über Tod und Trauer
uli123vor 9 Monaten

Diesen autobiografischen Roman über einen eigenen Schicksalsschlag sollte besser nur lesen, wer gesundheitlich stabil ist, damit er nicht runtergezogen wird.

Toms hochschwangere Lebensgefährtin Karin verstirbt urplötzlich an Leukämie. Ihre gemeinsame Tochter Livia überlebt die Kaiserschnittgeburt. Über die nachfolgenden Monate der Trauer, die über den Tod hinaus fortbestehende Liebe und das Zusammenleben mit seiner kleinen Tochter schreibt der Autor, immer wieder unterbrochen durch Rückblicke auf seine Jugend, als er ein vielversprechender Eishockey-Spieler war, sein Studium, seine Neigung zum Schreiben, das Kennen- und Liebenlernen Karins, die schon mehrere schwere Krankheiten durchgemacht hat.

Die Geschichte ist nicht einfach zu lesen. Wörtliche Reden werden weder durch Anführungszeichen noch Spiegelstriche kenntlich gemacht, sondern stehen nebeneinander, so dass sich die jeweiligen Sprecher manchmal nur schwer ausmachen lassen. Auch die Zeitsprünge geschehen unvermutet und es lässt sich nicht immer nachvollziehen, in welchem Jahr wir uns befinden. Einige Insider-Informationen werden nur schwedische Leser verstehen, wie den Wettskandal oder die Arbeitsweise der Behörden. Dem Thema Trauer widmet sich der Autor jedoch wirklich gelungen. Er als der Trauernde durchläuft alle Phasen – Verzweiflung, Wut, Unverständnis, Müdigkeit, Leere. Berührend sind auch die kleinen Kämpfe, die er mit seinen Schwiegereltern über die Verstorbene und das hinterbliebene Baby austrägt. Als Lehre vermittelt das Buch, dass man schwere Schicksalsschläge überleben kann.

Insgesamt durchaus lesenswert.

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Sannys avatar

Rezension zu "In jedem Augenblick unseres Lebens" von Tom Malmquist

mitfühlend
Sannyvor einem Jahr

Das Cover gefällt mir gut. Es wirkt irgendwie beruhigend. Das Farbspiel von blauen Hintergrund mit grünen Blättern ist schlicht und hat dennoch Wirkung.
Das Buch ist in einen Schutzumschlag gebunden und macht daher einen hochwertigen Eindruck.
Der Roman kommt aus Schweden und ist ein Bestseller dort, außerdem nominiert für zahlreiche Literaturpreise. Daher hatte ich schon einige Erwartungen an das Buch.

Am Anfang fand ich den Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig. Es gibt kaum Absätze und die Dialoge sind als solche nicht gekennzeichnet. Man muss sehr aufmerksam sein und oft auch raten, wer grade spricht und wann dies zu ende ist. Trotz allem habe ich mich hinein gefunden und das Lesen fiel mir mit der Zeit leichter. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Tom geschrieben und er teilt sein ganzes Leid und seine Emotionen. Leider kamen für mich die Emotionen nicht ganz rüber. Ich hatte das Gefühl, als wenn Tom selbst sich von Außerhalb betrachten würde und es dadurch eher nüchtern wirkte.

Das Schicksal von seiner Karin ist schlimm und Tom tut vieles und wirkt stark. Nach dem Tod hat er nicht nur mit dem Verlust zu kämpfen, sondern muss sich um die gemeinsame Tochter kümmern. Dies ist alles andere als leicht, da sich die Behörden auch quer stellen - Tom und Karin waren noch nicht verheiratet.

Die Idee zum Buch ist gut - die Umsetzung konnte mich nicht auf voller Linie überzeugen. Hauptsächlich, weil es mich wenig berührt hat, was möglicherweise an den Schreibstil lag. Trotzdem habe ich mit Tom mitgefühlt und die Geschichte beschäftigt mich und hat mich trotzdem ergriffen.

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derbuecherwald-blogs avatar

Rezension zu "In jedem Augenblick unseres Lebens" von Tom Malmquist

Konnte mich nicht ganz überzeugen
derbuecherwald-blogvor einem Jahr

Vollständige Rezension: Der Bücherwald
Ich muss zugeben, dass es eine Weile gedauert hat, bis ich verstanden habe, dass dieses Buch wirklich die Erfahrungen des Autors sind. Es wird nämlich zu keinem Punkt gesagt, dass Toms Geschichte nicht rein fiktional ist. Als ich dann, nachdem ich das Buch beendet hatte, ein Interview mit dem Autor las, wurde mir auch bewusst warum. Tom Malmquist meinte er wolle "keinen Tatsachenbericht schreiben", sondern sein Werk trotzdem "als Fiktion bezeichen"(Quelle: fastforward-magazine).
Besonders hervorzuheben ist bei diesem Buch der Schreibstil. Denn Malmquist beschreibt so gut wie nie die Gefühle seines Protagonisten. Außerdem setzt er bei wörtlicher Rede bewusst keine Redezeichen. Das mag einen künstlerischen Effekt darstellen, mir persönlich hat das aber ein paar Probleme bereitet. Durch den gefühlskalten Schreibstil, konnte ich mich weniger in die Personen hineinversetzen und habe Tom teilweise als sehr abweisend empfunden. Die fehlenden Redezeichen haben es schwieriger gemacht zu erkennen wann wer spricht. Trotzdem bekommt man durch diese Besonderheiten das Gefühl, dass die Geschichte aus der Erinnerung erzählt wird, zu einer Zeit in der Tom seine Trauer bereits teilweise verarbeitet hat.
Ich hatte auch erwartet, dass mehr darüber berichtet wird, wie Tom Livia allein großzieht. In dieses Familienleben, bekommt der Leser jedoch kaum Einblick. Das erste Drittel des Buches spielt nur im Krankenhaus. Weil im Klappentext schon verraten wird, dass Karin stirbt und Livia überlebt, ensteht dort natürlich nicht viel Spannung. Durch die medizinischen Fachbegriffe mit denen sowohl Protagonist als auch Leser überschwemmt werden, wird es zunehmend schwerer Karins Situation folgen zu können.
Nach Karins Tod wird durch einige Rückblicke deutlich, wie Tom und Karin sich kennengelernt haben. Doch auch diese Abschnitte sind sehr gefühlsarm und distanziert.
Trotz alledem besitzt dieses Buch einen erstaunlichen Sog. Neugierig darauf, wie es Tom und Livia ergehen wird, konnte ich es nur schwer weglegen.
Ich muss aber sagen, dass nachdem ich dieses Buch gelesen habe, mir wenig und leider auch wenig Positives im Gedächtnis geblieben ist. Ich hätte mir mehr Gefühl gewünscht, mehr Bezug zu den Personen.

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Zusätzliche Informationen

Tom Malmquist wurde am 23. März 1978 in Huddinge (Schweden) geboren.

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