Tom Percival

 4,7 Sterne bei 61 Bewertungen
Autor von Ich gehör dazu!, Sophias Sorge und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Tom Percival

Man könnte sagen, dass Tom Percival eine unkonventionelle Kindheit in einem abgelegenen und schönen Teil Englands hatte. Aber man könnte genauso sagen, dass er in einem baufälligen und eiskalten Wohnwagen ohne Strom und Heizung aufgewachsen ist. Wie auch immer man es betrachtet, diese prägenden Jahre sind mit ziemlicher Sicherheit das, was sein Interesse am Schreiben und Zeichnen geweckt hat. Nachdem er in ein paar Städten gelebt hatte, entschied er, dass er tief im Inneren schon immer ein Junge vom Lande war. Heute lebt er dort zusammen mit seiner Freundin und zwei Söhnen. Er ist der Autor und Illustrator vieler beliebter Bilderbücher und schreibt und illustriert auch Jugendbücher.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Sarah schafft das (Die Reihe der starken Gefühle) (ISBN: 9783743214521)

Sarah schafft das (Die Reihe der starken Gefühle)

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Neu erschienen am 20.07.2022 als Gebundenes Buch bei Loewe.

Alle Bücher von Tom Percival

Cover des Buches Ich gehör dazu! (ISBN: 9783845844671)

Ich gehör dazu!

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Erschienen am 13.10.2021
Cover des Buches Der kleine Bär und das Meer (ISBN: 9783743204430)

Der kleine Bär und das Meer

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Erschienen am 15.01.2020
Cover des Buches Sophias Sorge (ISBN: 9783743211162)

Sophias Sorge

 (6)
Erschienen am 21.07.2021
Cover des Buches Post für Hermann (ISBN: 9783845802053)

Post für Hermann

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Erschienen am 03.09.2013
Cover des Buches Revenge of the Stink-Monster (ISBN: 9781847151377)

Revenge of the Stink-Monster

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Erschienen am 31.08.2010

Neue Rezensionen zu Tom Percival

Cover des Buches Der kleine Bär und das Meer (ISBN: 9783743204430)KristinaTiemanns avatar

Rezension zu "Der kleine Bär und das Meer" von Tom Percival

Vom Verlieren und Wiederfinden
KristinaTiemannvor einem Monat

Manchmal finden Dinge im Leben, die man verloren hat, doch wieder zu einem zurück, so wie der Teddy zu dem kleinen Mädchen in dieser wunderschönen Geschichte. Auch die Illustrationen gehen einem ans Herz, besser kann man so ein schweres Thema von Verlust und Finden gar nicht kindgerecht vermitteln. Das Buch ist mit ganz viel Liebe gemacht und direkt auf meinen Stapel mit den Lieblingsbüchern gewandert. Danke dafür!

Kommentare: 4
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Cover des Buches Ich gehör dazu! (ISBN: 9783845844671)SternchenBlaus avatar

Rezension zu "Ich gehör dazu!" von Tom Percival

Auf poetische Weise wird Armut sichtbar gemacht
SternchenBlauvor 2 Monaten

Arme Menschen sind unserer Gesellschaft leider fast immer unsichtbar. Umso schrecklicher, dass Armut in unserem reichen Land auch häufig Kinder trifft. Armut wird zwar häufig in historischen Zusammenhängen thematisiert, aber Armut in der heutigen Zeit in (Kinder-)Büchern ist doch eher noch die Ausnahme. Zum Glück lenken da einige Autor*innen aber da jetzt ein Augenmerk darauf, auch im Zusammenhang mit Klassismus. Mir fällt z.B. Rüdiger Betram bei „Hilfe, mein Handy ist ein Superschurke“.

Tom Percival baut nun sein ganzes Bilderbuch darum, die unsichtbaren Armen sichtbar zu machen. Der englische Originaltitel lautet auch „The Invisibles“, die Unsichtbaren. „Isabell zog ihren Lieblingspullover an“, denn die Familie hat nicht mehr genügend Geld um ihr Haus zu heizen. Sie verlieren das Haus und ziehen in einen Wohnblock. Dort wird Isabell unsichtbar und sieht daraufhin erstmals die vielen anderen Unsichtbaren. Schon dadurch lenkt das Buch den Blick auf all diejenigen, die wir viel zu selten sehen. Doch das Buch geht noch einen Schritt weiter, denn die Unsichtbaren sind nicht allein über ihre Armut definiert. Sie üben alle eine Tätigkeit aus, die dem Leben als Ganzes Sinn und Schönheit verleiht. Das macht Mut, gerade auch Kindern, die leider selbst von Armut betroffen sind. Und es macht Mut, da auch gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen.

Poetisch wird hier das Thema Armut sichtbar gemacht. Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen.

Kommentare: 6
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Cover des Buches Sarah schafft das (Die Reihe der starken Gefühle) (ISBN: 9783743214521)Kinderbuchkistes avatar

Rezension zu "Sarah schafft das (Die Reihe der starken Gefühle)" von Tom Percival

Ein Buch das mit sehr viel Feingefühl zeigt, dass man auch aus scheinbar nicht zu bewältigenden Situationen wieder herauskommen kann. Ein Mutmach-Buch
Kinderbuchkistevor 2 Monaten

"Sarah schafft das!" 

Doch bis aus dem sonst glücklichen Mädchen, nach einem Schicksalsschlag, wieder ein fröhliches Mädchen wird, bedarf es Zeit und Sahras ganze Kraft und Mut.

Dies ist nun schon das dritte Bilderbuch aus der Reihe "Starke Gefühle von Tom Percival.

Ging es in "Sophias Sorge" um Sorgen, die sehr belastend sind und richtig krank machen können, und in "Ganz normal, oder?" um das Anderssein, geht es hier nun um ein Gefühl, das irgendwie kaum greifbar ist, aber ganz viel mit einem macht. 

Plötzlich steht Sarahs Welt auf dem Kopf, heißt es in der Geschichte, doch wieso sie auf dem Kopf steht, was passiert ist, das erfahren wir nicht. Wir können Vermutungen anstellen, können vor und zurück blättern, um vielleicht Anhaltspunkte in den Bildern zu finden, doch es bleibt alles Spekulation. "Ist nicht weiter schlimm", denke ich zunächst, als ich das erste Mal die Geschichte alleine anschaute, doch irgendwie begleitete mich die Skepsis weiter. Und um es vorwegzunehmen, es kamen noch mehr Momente, in denen ich ahnte, dass Kinder nachfragen oder sofort in irgendeiner Form reagieren werden. Meine Vorahnungen bewahrheiteten sich alle. Ich sage nicht "leider", denn die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist durch die vielen Fragezeichen im Kopf wesentlich intensiver. 

Ich erzähle euch das, weil, so toll und wichtig die Geschichte von Sarah ist, ihr könnt nicht einfach das Buch nehmen und vorlesen.

Ihr müsst es vorher alleine entdecken. Dann werdet ihr erahnen, wo welche Fragen oder Bemerkungen kommen könnten, auf die ihr reagieren müsst, und ihr solltet euch schon einmal ein paar Reaktionen, Antworten oder Rückfragen überlegen.

Anders als in den beiden vorangegangenen Bilderbüchern zum Thema starke Gefühle, die sehr klar und leicht verständlich erzählt waren, ist diese Bilderbuchgeschichte im Kern zwar leicht zu verstehen, doch bis es zum Kern kommt ist vieles wage.

Sarah ist ein fröhliches Mädchen. Ihre Welt ist perfekt, so wie sie ist. Sie spielt gerne mit ihren Freundinnen und Freunden, sie liebte es in ihren Büchern zu schmökern und mit Bauklötzen Phantasiegebilde zu bauen. "Alles war genau richtig". "Doch dann drehte sich Sarahs Welt"..... " ihre Welt stand Kopf und nichts fühlte sich mehr richtig an." Was ihr früher leicht fiel, fiel ihr plötzlich unendlich schwer, so schwer, dass sie gar keine Lust mehr hatte irgendetwas zu machen. Sie hatte keine Lust mehr zu nichts, alles war ihr zu anstrengend, ihre Welt war nicht mehr bunt wie ein Regenbogen, sondern grau in grau. Sie zog sich völlig zurück.

Eines Tages entdeckte sie einen kleinen Käfer, der auf dem Rücken lag und mit den Beinchen zappelte. Bei ihm stand die Welt auch Kopf, wie bei Sarah. Diese Parallele ließ die Kleine neugierig werden. Sie wollte dem kleinen Kerl helfen, doch wusste nicht, wie und während sie so überlegte, zappelte der Käfer hin und her und her und hin und dann plötzlich nach vielen anstrengenden Versuchen gelang es ihm sich zu drehen. Er hatte nicht aufgegeben. Seine Welt stand nun nicht mehr Kopf. 

Dieses Erlebnis ließ Sarah nachdenken. Der Käfer hatte nicht aufgeben und war nun wieder glücklich. Was der Käfer geschafft hat würde sie auch schaffen können. Sie wollte auch wieder glücklich sein und mit diesem Willen, bei dem Aufgeben keine Option war, kämpfte sich auch Sarah zurück ins Leben. Stück für Stück, einen Schritt nach dem anderen. Erst holte sie ihre Bauklötze und baute etwas, dann laß sie eines ihrer lustigsten Bücher und lachte dabei ganz, ganz viel, dann.... und mit jedem Schritt, den sie tat, merkte sie das es leichter wurde. Es fühlte sich immer noch etwas seltsam an, aber längst nicht mehr so bedrohlich. Der Regenbogen, der sie zu Beginn umhüllte erstrahlte hinter ihr und begleitete sie. Und so schaffte sie es zum Schluss sogar den schwierigsten Schritt zu gehen, den Schritt hin zu ihren Freunden. 

Sarah hatte gelernt das sie stärker ist als sie dachte. 

Sie hat gelernt, das Aufgeben keine Option ist.

Sie weiß jetzt, dass man, auch wenn die Welt Kopf steht, das Beste daraus machen kann.

Tom Percivals intensive, emotionale Geschichte erzählt sehr anschaulich von Sarahs Gefühlschaos und der unglaublich emotionalen Belastung, unter der sie steht. Die ausdrucksstarken Illustrationen visualisieren nicht nur Sarahs Gefühle, sondern lassen den Betrachter unmittelbar daran teilhaben. Durch sie bekommt der Leser selbst ein Gefühl für die Situationen, für den Druck, der auf der Kleinen lastet.

Der Regenbogen bzw. die Regenbogenspur ist hier ein ganz wichtiges Element, um Botschaften zu transportieren, das erkennen die Lesekinder sehr schnell und können so sehr schnell das Geschehen mit negativen und positiven Elementen zuordnen.

Die Bildsprache ist enorm wichtig, um die Botschaft der Geschichte zu transportieren. Die Kinder lernen durch Sarah mit schwierigen Situationen fertig zu werden zu werden, bzw. dass es möglich ist, damit fertig zu werden, wenn man nicht aufgibt. Es zeigt, dass man an sich selbst glauben muss, sich bewusst sein muss, dass man stärker ist, als man vielleicht dachte. Der Glaube an sich selbst ist der Schlüssel zum Glück. Wir können auch sagen, die Kinder lernen Resilienz aufzubauen. Eine ganz wichtige Erfahrung im Entwicklungsprozess eines Kindes.

Nachdem ich euch nun ganz viel über die Geschichte erzählt habe, möchte ich aber noch mal zurück auf den Anfang meiner Buchvorstellung kommen. Ich deutete ja schon an, dass die Geschichte Fragen aufwirft. 

Kinder sind neugierig, wollen alles ganz genau wissen. Jeder der mit Kindern zu tun hat kennt die "Wieso-" und "Warum-" Fragen, die manchmal wie eine Kettenreaktion funktionieren. Eine Frage folgt eine Antwort und auf die Antwort wieder eine Frage. Und genau so könnte es auch hier passieren.

Wir hören, dass Sarahs Welt plötzlich Kopf steht, aber wir erfahren nicht wieso. Klar, dass die Kinder wissen wollen, was passiert ist. "Wieso steht Sarahs Welt Kopf?", "Was ist denn passiert?" 

Es bietet sich an gemeinsam mit den Kindern auf Entdeckungsreise zu gehen. "Was könnte passiert sein?" "Wieso meinst du das?" "Was könnte es noch gewesen sein?" 

Ich habe das Buch mit mehreren Kindern gelesen. 

Zur Vorbereitung auf eine größere Gruppen-Vorlesestunden habe ich es mit drei Kindern im Alter zwischen 5 und 6 Jahren angesehen.

Was sie aus den Bildern gelesen haben und wieso, das möchte ich euch hier zum Abschluss der Buchvorstellung mit auf den Weg geben.

Wir werden mit einer wundervollen, doppelseitigen, farbigen, fröhlich wirkenden Titelblatt-Illustration in die Geschichte geführt. 

Es scheint als wären hier Vater, Mutter und Kind. Sarah mit ihren Eltern sagen die Kinder. Die Familie ist glücklich. Also ist Sarah glücklich. Glück macht stark, stellen meine Lesekinder fest. Wenn dann aber was passiert und die Familie nicht mehr glücklich ist dann ist auf einmal alles anders. Dann steht die Welt Kopf.

Doch was ist passiert? 

Die Eltern tauchen in der Geschichte erst einmal gar nicht mehr auf. Deshalb fangen die Kinder an zu spekulieren:

Die Spekulationen beruhen auf Vermutungen, die ihnen in den Kopf kommen. Situationen, die sie selbst erlebt haben bzw. von denen sie schon einmal gehört haben. Für sie liegt es nahe, dass sich die Eltern entweder getrennt haben oder gestorben sind.

Beides ist schlimm. Sehr schlimm. 

Was bei Sarah passiert ist erfahren wir nicht. Auch zum Schluss nicht. Doch es gibt zum Ende hin ein Bild, das wieder Raum für Interpretation lässt. Da sitzt Sarah mit ihrer Mutter auf einer Picknickdecke.

"Der Vater fehlt", sagt ein Kind und spekuliert weiter mit Trennung und Tod. Doch ein anderes Kind hat das Bild genauer betrachtet und sieht etwas, was den anderen nicht aufgefallen ist. Hinter der Mutter ist der Regenbogenstreifen, der den Rücken der Mutter streift und da kann man ganz zart, fast durchsichtig schimmernd Flügel erkennen. 

Irgendwie scheint die Mutter auch gar nicht richtig da zu sein. Ehr, wie ein Geist, der sichtbar ist. Vielleicht ist die Mutter gestorben und ist jetzt Sarahs Schutzengel?

Wir wissen es nicht, doch die Vermutung der Kinder liegt irgendwie nahe. Nur was ist mit dem Vater?

Wir bekommen auf unsere Fragen keine Antworten. 

Hier ist wirklich viel Raum für Interpretation.

Aber vielleicht ist genau das auch das Geheimnis der Geschichte.

Jedes Kind, dessen Welt Kopf steht kann die Geschichte für sich interpretieren und auf seine persönliche Situation anpassen. 

Ob Trennung der Eltern oder der Verlust eines Elternteils, oder ..... die Kinder können sich mit Sarah identifizieren. Sarahs Geschichte erzählt von Gefühlen, die sie vielleicht auch durchleben. Sie fühlen sich nicht mehr so allein, fühlen sich verstanden und bekommen Hilfestellungen. Das was der Käfer für Sarah war ist Sarahs Geschichte für Kinder, bei denen die Welt gerade Kopf steht.

Und für Kinder, deren Welt nicht Kopf steht, ist es mit Sicherheit eine Geschichte, die Verständnis weckt und sensibilisiert.

Wie könnte man Sarah helfen?

Tom Percivals Geschichte wirft auch im Laufe der Handlung immer wieder Fragen bei den Kindern auf.

"Wieso hilft Sarah dem Käfer nicht einfach?" 

"Wieso zögert sie, wieso überlegt sie so lange?"

"Wieso kümmern sich die Freunde nicht um Sarah?"

"Vermissen sie Sarah gar nicht?" (Wenn meine Freundin nicht kommt, dann geh ich zu ihr...)

Und so ist dieses, sehr intensive Bilderbuch, trotz, oder gerade wegen des ein oder anderen Fragezeichens in unseren Köpfen so wertvoll.

Es regt an darüber zu sprechen und über etwas reden ist immer gut, um zu lernen und begreifen.

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