Tom Perrotta Die Verlassenen

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Inhaltsangabe zu „Die Verlassenen“ von Tom Perrotta

Was passiert, wenn die Apokalypse plötzlich eintritt und Millionen von Menschen von der Erde verschwinden? Wie gehen die Zurückgelassenen mit der veränderten Welt um, in der plötzlich Nachbarn, Freunde, Verwandte und Geliebte fehlen, ihr Leben aber gnadenlos weitergeht? Der Bestseller von Tom Perrotta ist die Romanvorlage zur HBO-TV-Serie The Leftovers, die von Damon Lindelof (Lost) verfilmt und auf Deutsch bei Sky ausgestrahlt wird.

Vorlage zur 1. Season der Serie "The Leftovers". Ein wunderbares Buch über Zurückgelassene, die sich einen neuen Weg ins Leben erkämpfen.

— Rocket_Launch
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  • Die Verlassenen/The Leftovers

    Die Verlassenen
    vormi

    vormi

    06. April 2017 um 15:40

    Was passiert, wenn die Apokalypse plötzlich eintritt und Millionen von Menschen von der Erde verschwinden?Wie gehen die Zurückgelassenen mit der veränderten Welt um, in der plötzlich Nachbarn, Freunde, Verwandte und Geliebte fehlen, ihr Leben aber gnadenlos weitergeht?Der Bestseller von Tom Perrotta ist die Romanvorlage zur HBO-TV-Serie The Leftovers, die von Damon Lindelof (Lost) verfilmt und auf Deutsch bei Sky ausgestrahlt wird.Inhaltsangabe auf amazonEine echt gruselige Vorstellung, dass sich völlig willkürlich ca 1/4 der Menschheit einfach in Luft auflöst.Alle gleichzeitig und derselben Sekunde.Alle bleiben fassungslos zurück, denn es lässt sich keinerlei Muster erkennen, wer dabei war und wer nicht.Viele stellen die Verschwundenen auf einen Sockel, denn über Tote soll man ja nicht schlecht reden.Jeder versucht irgendwie damit fertig zu werden und fast jeder geht anders damit um.Denn obwohl ganz viele fehlen sind sie doch immer noch Gegenstand des Tagesablaufs, die wenigsten können loslassen.Ich kann gut verstehen, dass dieses Buch gleich verfilmt wurde, bzw das es das jetzt bald als Serie gibt.Die meisten Handlungen sind gut nachvollziehbar und die Personen sind realistisch.Es ist einfach alles stimmig obwohl die Idee zu dieser Dystopie sehr ungewöhnlich ist.Und es ist kein Jugendbuch, das ist auch ungewöhnlich, denn die meisten dystopischen Bücher sind für ab 14jährige.Ich empfinde es als gelungenes All-Age-Buch und werde es jedem weiter empfehlen

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  • Die Verlassenen

    Die Verlassenen
    Kleine8310

    Kleine8310

    06. September 2015 um 23:50

    "Die Verlassenen" ist ein Roman des Autors Tom Perrotta. Dieses Buch ist die Romanvorlage zu der TV - Serie "The Leftovers". Dieses Buch startet mit dem Verschwinden von Millionen von Menschen weltweit. Niemand kann sagen, warum gerade sie verschwunden sind, denn es gibt keinerlei Auswahlkriterien. Die Menschen sind einfach weg... Kinder, Frauen, Väter, Grosseltern, Freunde.   Die eigentliche Geschichte beginnt drei Jahre nach dem rätselhaften Verschwinden. Die Menschen sind immer noch erschüttert und jeder versucht bestmöglich damit zurechtzukommen. Da es keinerlei Erklärungen gibt, reichen die Theorien von Alienentführungen bis hin zur biblischen Entrückung. Im Mittelpunkt steht die Familie von Kevin. Dieser ist Bürgermeister und hat niemandem am Tag des Ereignisses verloren. Kevin, seine Frau und ihre beiden Kinder versuchen, den anderen so gut es geht zu helfen, aber auch in den intakten Familien hinterlässt das Verschwinden der Menschen seine Spuren... Der Schreibstil des Autors hat mir sehr gut gefallen. Er schreibt bildhaft und schildert die Emotionen der "Verlassenen" wirklich toll. Ich war überrascht wie gut Tom Perrotta die Situationen und die Sorgen der Menschen drei Jahre nach dem Verschwinden ihrer Lieben in Worte fassen kann. Faszinierend fand ich ebenfalls die unterschiedlichen Wege, die der Autor seine Charaktere überhaupt einschlagen lässt.  Das Szenario ansich möchte ich niemals erleben müssen und die Ängste und die Verzweiflung der Charaktere wirkte auf mich sehr authentisch. Als besonders schlimm habe ich die quälende Frage empfunden, was mit den Verschwundenen passiert ist. Wer bei diesem Buch Mysterie und Endzeitszenario erwartet wird bestimmt enttäuscht sein, aber mir hat gerade die andere Sichtweise, das Leben der Übriggebliebenen, sehr gut gefallen. Das Besondere Extra hatte das Buch für mich nicht und bei manchen Charakteren hätte ich wirklich gerne gewußt, wie es bei ihnen weitergeht.   "Die Verlassenen" ist eine interessante Geschichte, die viele Emotionen beinhaltet und zeigt, wie unterschiedlich Menschen in besonders schlimmen Situationen reagieren, die mir am Ende aber zuviele Fragen offengelassen hat.   

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  • Gute Story, schlechte Umsetzung!

    Die Verlassenen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. August 2015 um 17:44

    Das Cover hat mir gut gefallen, es zeigt eine Wohnsiedlung einer amerikanischen Kleinstadt, bei bestem Wetter und mit gepflegten Vorgärten. Der Schreibstil hat mir eigentlich auch gut gefallen, er ist flüssig und recht bildlich, es wird aber inhaltlich viel wiederholt ohne wirklich auf den Punkt zu kommen. Die Protagonisten waren auch sehr gut beschrieben, nicht unbedingt sehr bildlich was mich nicht gestört hat. Es kommen recht viele Charaktere vor was ich auch gut fand, da es die Geschichte lebendiger und flüssiger gemacht hat. Besonders hat mich an der Geschichte interessiert, das es hier nicht um die geht, die Verschwunden sind (natürlich ist das auch ein großer Bestandteil der Story) sondern hauptsächlich darum wie es den Menschen geht, die zurückgeblieben sind eben die die verlassen wurden. Wie führen die Menschen ihr Leben nun weiter, schließlich müssen sie weiter leben ohne ihre Liebsten und das ist wirklich nicht einfach. Leider ist dieser Aspekt, auf den ich mich so „gefreut“ hatte, einfach nicht gut umgesetzt. Für meinen Geschmack viel zu sehr drum herum geredet. Ich persönlich hatte mich aber auch auf den Mystischen Teil und die düstere Story gefreut, die ich vergeblich gesucht habe, ich schätze wenn man einfach unvoreingenommen an das Buch geht und nicht einen riesen Bestseller erwartet, der wird mit diesem Buch gut unterhalten. Bei m ir war das leider nicht der Fall. Fazit: Eine interessante Geschichte, die sich inhaltlich aber oft wiederholt und in der einfach zu viele Fragen am Ende offen bleiben. Ich hatte mir das Buch damals vorbestellt und war so gespannt es zu bekommen, hatte es sofort angefangen aber nach hundert Seiten erst nochmal weg gelegt weil ich enttäuscht war, jetzt habe ich es wieder hervorgeholt und war genauso enttäuscht! Die Geschichte hätte so viel Potenzial.

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  • interessantes Thema, mäßige Umsetzung

    Die Verlassenen
    Rukhi

    Rukhi

    24. May 2015 um 16:49

    “Diese Leute waren kein Stück besser als ich. [] Viele waren sogar schlechter. Wie kann es sein, dass die jetzt bei Gott sind und ich immer noch hier bin?” “Die Verlassenen” zu bewerten, ist etwas schwierig für mich. Vielleicht bin ich einfach nicht religiös genug, um das was geschieht als spannend zu empfinden. Aber eigentlich, passiert in dem Buch auch nicht viel. Ich wollte es vor allem lesen, weil ich dachte es steckt mehr dahinter. Hinter dem verschwinden von 10% der Weltbevölkerung. Hinter dem, was die Hinterbliebenen/der Rest daraus macht. Hinter dem was Tom Perrotta aus der Premisse des Buches macht. Leider fand ich es, alles in allem, zu wenig. Die ganze Handlung spielt 3 Jahre nach der Entrückung. Drei Jahre ist eine lange Zeit, lange genug um aus einem Phänomen die Spannung herauszunehmen. Alles was spannend sein könnte, wird von den Hinterbliebenen lediglich als Erinnerung erzählt, und Erinnerungen sind eben nicht so stark wie das was geschieht. Echte Rückblenden hätten hier vielleicht schon geholfen. Dabei ist die Handlung so viel versprechend. 10% aller Menschen verschwinden von jetzt auf gleich. Mittem im Gespräch, mitten im Abendessen, beim Auto fahren, einfach so. Und dann? Das erfahren wir alles in Rückblenden. Wie die Sekten enstanden sind, wie Menschen damit umgegangen sind. Mich hätte es mehr interessiert das zu sehen, als nur davon zu hören. Die Figuren sind interessant genug, die Story auch, aber die Art wie es umgesetzt wurde, hat mich einfach nicht vom Hocker gehauen. Echt schade! “Vielleicht ist es sowieso egal. Vielleicht ist in fünf Jahren ohnehin keiner von uns mehr da.” Die Fernsehserie “The Leftovers – Die Verlassenen” (im Moment zu sehen z.B. auf Sky Atlantic/SkyGo) macht es um einiges besser. Ich habe bis jetzt nur die erste Folge gesehen, aber schon von der bin ich begeistert. Der Serienmacher Damon Lindelof hat natürlich von “Lost” schon Erfahrung damit, wie man Vergangenes richtig in Szene setzt, und kann damit auch in “The Leftovers” überzeugen. Die starke Besetzung (u.a. Justin Theroux, Amy Brenneman, Christopher Eccleston, Liv Tyler…) sind da nur noch eine “cherry-on-top”. Schade, dass das Buch nicht so überzeugen kann wie die Serie. Die Serie werde ich auf jeden Fall weiterverfolgen. Das Buch würde ich euch trotz der eher mäßigen Umsetzung empfehlen. Mich hat es fasziniert, wie unterschiedliche Menschen mit einer solchen “Katastrophe” umgehen. Mit der Situation, dass geliebte Menschen einfach “weg” sind. Nicht aus freien Stücken weggelaufen, nicht verstorben, sondern einfach weg. Im Buch bekommt man da ziemlich genau mit, was in den Köpfen der Leute vorgeht. Warum tritt jemand der Sekte bei, warum sucht man sich einen neuen Namen mit neuer Identität, und warum bleibt man zu Hause und versucht einfach so weiterzuleben, als wäre nichts passiert? All das bekommt man im Buch wahrscheinlich direkt aus den Köpfen der Figuren noch besser mit, als in der Serie. Darum: unbedingt lesen, und über die Schwächen hinwegsehen.

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  • Rezension zu "Die Verlassenen"

    Die Verlassenen
    Luiline

    Luiline

    04. May 2015 um 21:46

    Inhalt: Was passiert, wenn die Apokalypse plötzlich eintritt und Millionen von Menschen von der Erde verschwinden? Wie gehen die Zurückgelassenen mit der veränderten Welt um, in der plötzlich Nachbarn, Freunde, Verwandte und Geliebte fehlen, ihr Leben aber gnadenlos weitergeht? Was wäre, wenn einige von uns – einfach so, ohne Erklärung – verschwinden würden? Würden wir Zurückgebliebenen an das Jüngste Gericht, an die Entrückung glauben? Würden wir den Verstand verlieren? Oder würden wir einfach so weitermachen, als wäre nichts geschehen? Diese Fragen müssen sich die ratlosen Einwohner des beschaulichen Vororts Mapleton stellen. Kevin Garvey will wieder Ordnung in sein Leben bringen, obwohl das Phänomen, das inzwischen als »Plötzlicher Fortgang« bezeichnet wird, seine Familie zerstört hat: Seine Frau Laurie hat sich einem Kult angeschlossen, der sich »Der Schuldige Rest« nennt, sein Sohn hat das College abgebrochen, um einem zwielichtigen »Propheten« namens Holy Wayne und seiner Bewegung der »Heilenden Umarmung« nachzufolgen. Nur Kevins Tochter ist bei ihm geblieben, doch der Teenager kapselt sich seit jenem 14. Oktober zunehmend ab und verliert den Bezug zur Realität. Meine Meinung: Die Kurzbeschreibung hat mich von der Thematik her direkt an Stephen King erinnert.Ich habe zwar erst zwei Bücher von King gelesen (Carrie und Die Arena), aber es passiert ja meistens etwas Übernatürliches und Unerklärliches. Als Leser begleitet man die Familie Garvey und liest immer wieder aus den verschiedenen Perspektiven. Andere Personen spielen aber auch eine wichtige Rolle. Im Prolog erfährt man zunächst wie "Zurückgelassene" die "Entrückung" erlebt haben. Die eigentliche Geschichte knüpft drei Jahre später an das Ereignis an. Das Buch behandelt also die Folgen dieses Ereignisses und wie unterschiedlich Menschen mit so einer Situation umgehen bzw. sie versuchen zu bewältigen. Zwischendurch habe ich immer wieder gedacht: Hätte King dieses Buch geschrieben, so wäre es doppelt so lang gewesen, es wäre noch mehr Übernatürliches passiert und es wäre durchaus brutaler gewesen. Demnach ist die Geschichte also relativ "harmlos", obwohl zwischendurch schon ein paar schockierende Dinge passieren. Der Schreibstil gefällt mir gut, und der ständige Perspektivwechsel bringt viel Dynamik und Abwechslung in die Geschichte.Ich hatte zwischendurch die Befürchtung, dass die Geschichte vielleicht langweilig werden könnte, aber dem war überhaupt nicht so. Es war einfach spannend zu erfahren, was mit den Figuren passiert. Man erfährt sehr viel über die Charaktere und auch über ihre Vergangenheit. Wie war ihr Leben vor der "Entrückung" und was hat sich alles verändert. Dazu eine sehr zutreffende und knappe Aussage auf dem Klappentext: "Perrotta zeigt anhand einer bürgerlichen Familie, auf welch unterschiedliche Art und Weise die menschliche Psyche mit einer Ausnahmesituation umgeht. Ein erschreckendes, zum Nachdenken anregendes Buch über Liebe, Verlust und die Natur menschlicher Beziehungen." Ich muss jetzt nicht unbedingt die Serie sehen, zumal sie aktuell nur auf Sky läuft und nicht auf DVD erhältlich ist. Außerdem wird die Serie wahrscheinlich sehr vom Buch abweichen, was mich aber grundsätzlich nicht stören würde. Fazit: Mir hat das Buch sehr gut gefallen, die Thematik ist wirklich interessant und wer gerne Stephen King liest, der sollte sich Tom Perrotta mal genauer ansehen. Daher gibt es 4 Sterne!

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  • Die Verlassenen

    Die Verlassenen
    FabAusten

    FabAusten

    Es war ein Tag wie jeder andere. Die Menschen gingen ihren üblichen Beschäftigungen nach. Dann geschah etwas vollkommen unerwartetes, geradezu unglaubliches. Es betraf nicht nur einzelne Menschen oder Gruppen, sondern Städte, Länder, Kontinente. Später nannte man es „Die Entrückung“. So wie in der Bibel. Denn so wie es dort beschrieben wird, ist es geschehen. Millionen von Menschen sind von einer Sekunden zur nächsten verschwunden. Haben sich in Nichts aufgelöst. Ihre Familien, Freunde, Bekannten zurückgelassen. Sie sind die Verlassenen. Der Roman setzt an einer scheinbar willkürlichen Stelle, Jahre nach dem grundlegenden Ereignis, ein. Der erste Schock ist verklungen. Es gibt kaum Hoffnung, dass die Verschwundenen noch zurückkehren könnten. Die Nachrichten berichten über aktuellere Ereignisse. Die Betroffenen versuchen, ihr Leben weiterzuführen und auf ihre Weise mit dem Verlust umzugehen. Der Titel macht deutlich, dass das kollektive, rätselhafte Verschwinden lediglich den Hintergrund des Romans liefert. Deshalb braucht weder der Verfasser noch der Leser über dessen Ursache oder die Hintergründe zu spekulieren. „Es ist eben so, kommt damit klar.“ scheint der Autor den Lesern wie auch seinen Figuren zuzurufen. Wie unterschiedlich die Figuren mit der Entrückung umgehen, wird anhand von Familie Garvey und ihrem Umfeld in einer US-amerikanischen Kleinstadt gezeigt. Kevin ist Bürgermeister und lebt inzwischen allein mit seiner Tochter Jill und ihrer Freundin Aimee. Er versucht, zur Normalität zurückzukehren. Geht seiner Arbeit nach, danach zu einem Absacker in seine Stammkneipe und am Wochenende treibt er Sport mit seinen Kumpeln. Doch da ist diese Leere, die er nicht verleugnen kann. Seine Frau Laurie hat sich einer obskuren Sekte angeschlossen. Die Mitglieder des sogenannten „Schuldige Rests“ haben sich von ihrem bisherigen Leben losgesagt. Sie schweigen, rauchen und erinnern daran, dass die Entrückung nur der Vorbote für das vermeintlich nahe Ende der Welt war. Tochter Jill schwänzt die Schule und flüchtet sich in oberflächliche Partys, während ihr Bruder Tom sich einem selbsternannten Heilsbringer angeschlossen hat. Der Leser begleitet die Figuren also eine Weile auf ihrem Lebensweg. Dabei stiehlt keine der andere die Show. Sie sind unterschiedlich, existieren aber gleichberechtigt nebeneinander. Dementsprechend wechselt die Erzählperspektive mit dem jeweiligen Hauptakteur. Zwar sind diese mal mehr, mal weniger sympathisch, aber interessant sind sie allemal. Außerdem wirken sie ebenso glaubwürdig wie der Roman in seinen Parametern stimmig ist. Warum soll sich Laurie nicht einer Gruppe anschließen, die verhindern will, dass die Menschen vergessen und zur Normalität zurückkehren? Allerdings mag das Ende nicht völlig zu diesem Schema passen, da es einfach zu positiv wirkt. Als wolle der Autor bei allem Realismus und dem in der Natur der Sache liegenden pessimistischen Grundton unbedingt ein Licht am Ende des Tunnels anknipsen. Einerseits ist es verständlich, dass er den Leser nicht in eine Depression entlassen möchte. Andererseits wirkt es etwas aufgesetzt. Die Verlassenen kann als eine Studie über den unterschiedlichen Umgang mit Verlust und Trauer verstanden werden. Es gibt keinen offensichtlichen Plot, kein Ziel auf das alles zusteuert. Umso überraschender ist der Sog, den der Roman entwickelt. Die Geschichte entfaltet sich scheinbar beiläufig und subtil. Alles andere als hintergründig sind allerdings die sexuellen Erläuterungen. Ihre Sinnhaftigkeit mag generell infrage gestellt werden, wenn es sich nicht gerade um einen Erotikroman handelt. In diesem Fall leuchtet insbesondere ihre sehr detaillierte Beschreibung wenig ein. Aber irgendwas wird der Autor sich wohl dabei gedacht haben. Ansonsten plätschert die Sprache unauffällig dahin. Sie bleibt trotz emotionaler Thematik und dramatischer Ereignissen immer nüchtern und mitunter analytisch. Doch gerade dadurch wirkt manche Szene umso stärker. Die Verlassenen ist ein durchdachter, gutgeschriebener Roman. Einer, der die Menschen, ihr Denken und Fühlen ernst nimmt. Leider wirkt er streckenweise zu ereignislos und wartet schließlich mit einer zu gewollten Version eines "Happy Ends" auf.

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    • 3
  • Die Verlassenen, besprochen von Götz Piesbergen

    Die Verlassenen
    Splashbooks

    Splashbooks

    16. February 2015 um 08:30

    Jede Art von Religion kennt ein Endszenario, in der das Leben, wie man es kennt, beendet wird. Häufig dreht es sich dabei um den finalen Kampf zwischen Gut und Böse. Tom Perrotta nimmt sich jetzt dieses Konzepts an und interpretiert es mit "Die Verlassenen" auf eine eigene Art und Weise. Es handelt sich übrigens um den zweiten Roman des US-Amerikaners, der hierzulande erscheint. Sein Deutschland-Debüt hat er 2006 mit "Little Children" gefeiert. Der Autor wurde 1961 in Newark, New Jersey, USA, geboren. Seine Eltern waren beide italienische Immigranten. Und während sein Vater arbeiten ging, war seine Mutter Hausfrau und erzog die Kinder. Schon von frühsten Kindheitsbeinen an wusste Tom Perrotta, dass er Autor werden wollte. Und so schrieb er bereits auf der High School Kurzgeschichten. Er machte seinen Bachelor in Anglistik an der Yale Universität und seinen Master in Anglistik und Kreatives Schreiben an der Syracuse University. Von 1997 an fing er mit dem Schreiben von Romanen an. Seine Romane Election und Little Childred wurden verfilmt und er war am Drehbuch für letztere Adaption beteiligt. Dafür hat er auch den Oskar für das Beste Adaptierte Drehbuch erhalten. Sein Buch "Die Verlassenen" dient übrigens als Vorlage für die TV-Serie "The Leftovers" die seit 2014 auf dem Pay TV-Sender Sky Atlantic HD ausgestrahlt wird. Die Erde hat sich verändert. Von einem Tag auf den anderen sind Millionen von Menschen ohne eine Spur verschwunden. Die Welt hat sich verändert und die Zurückgelassenen müssen irgendwie mit dem Verlust klar kommen. Einige machen weiter wie gehabt, andere hingegen schließen sich Sekten an. Auch die Familie Garvey ist von den Ereignissen betroffen. Und jeder reagiert auf seine eigene Art und Weise. Patriarch Kevin ist Bürgermeister und fängt eine Affäre an. Seine Frau Laurie schließt sich der religiösen Gemeinschaft des "Schuldigen Rests" an. Ihre Tochter Jill weiß nicht, was sie machen soll. Und der Sohn Tom hat sich einer Sekte angeschlossen. Über die Apokalypse zu schreiben ist schwierig. Denn viele Autoren würden dieses Ereignis nur dazu nutzen, um ihre eigene Religion in den Vordergrund zu schieben oder sich auf den Endkampf zwischen Gut und Böse zu konzentrieren. Tom Perrotta geht hingegen seinen eigenen Weg. Bei ihm hat die Apokalypse bereits stattgefunden und das Leben geht weiter, da ein Großteil der Menschheit noch weiterhin existiert. Rest lesen unter: http://splashbooks.de/php/rezensionen/rezension/21373/die_verlassenen

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  • Enttäuschend

    Die Verlassenen
    inflagrantibooks

    inflagrantibooks

    ACHTUNG: AM ENDE DER REZENSION IST SPOILERGEFAHR! „Die Verlassenen“, bei einigen vielleicht besser bekannt als „The Leftovers“. Ich hab der deutschen Ausgabe entgegen gefiebert. Mehr als mir bewusst war. Vor Jahren hab ich das englische Buch entdeckt und war vom Klappentext so „infiziert“ dass ich dieses Buch einfach lesen musste. Die Frage ist nun, waren meine Erwartungen zu hoch und haben mich am Ende verlassen oder kam ich klar mit dem Verschwinden von eben diesen? Das Grundszenario ist schnell erklärt. Von jetzt auf gleich verschwinden Millionen Menschen auf der ganzen Welt. Einfach so. Kein System, keine Auswahlkriterien. Sie sind einfach weg. Kinder, Männer, Frauen, Väter, Omas … die Verschwundenen könnten einfach nicht unterschiedlicher sein. Der Roman fängt drei Jahre später an. Die Welt ist noch immer erschüttert und kommt nur langsam wieder auf die Beine. Jeder versucht für sich selbst irgendwie mit alledem klar zu kommen, denn eine Erklärung gibt es nicht. Einige sagen, es wäre die biblische Entrückung, andere sagen Aliens. So unterschiedlich, wie die verschwunden Menschen sind, so breitgefächert sind auch die Theorien. So weit, so gut. Wie gesagt, die Grundidee der Geschichte konnte mich ja schon vor Jahren begeistern und wenn ich den Klappentext lese bin ich sofort wieder Feuer und Flamme. Allerdings muss ich wohl zugeben, dass meine Erwartungen über die Jahre hin wahrscheinlich größer waren, als das Buch. Mein Kopf hat sich die tollsten Dinge ausgemalt, was so alles in der Geschichte passiert. Nichts stand davon zwischen den Seiten. Tom Perrotta geht einen ganz anderen weg. Es geht nicht um die Katastrophe, sondern um das Leben danach. Wie gehen die Zurückgelassenen damit um, plötzlich allein zu sein und nicht zu wissen, was mit ihrer Familie, mit ihren Freunden und Verwandet passiert ist? Wie gehen die Menschen miteinander um? Es gibt Familien, die haben gar keinen verloren. Fühlen die sich schlecht, weil sie niemanden verloren haben? Im Fokus der Geschichte steht so eine Familie. Kevin, Bürgermeister von … und zweifacher Familienvater hat niemanden verloren. Er ist kein Verlassener, jedenfalls hat das Ereignis direkt an dem Tag keinen von seiner Familie mitgenommen. Seine Frau, sein Sohn, sein Tochter und er helfen, versuchen klar zu kommen und freuen sich heimlich, dass es ihnen gut geht. Allerdings hinterlässt das Verschwinden der Menschen auch in intakten Familien seine Spuren. Kevins Frau Laurie verlässt ihn und schließt sich einer Organisation an, die dafür sorgen will, dass das große Ereignis nicht vergessen wird. Die Menschheit, die noch auf der Erde weilt, macht mit ihrem Leben weiter. Kinder gehen zur Schule, Feste werden gefeiert, Babys kommen auf die Welt. Es muss ja irgendwie weitergehen, denn auch nach drei Jahren weiß niemand wo die Menschen hin sind, warum das passiert ist, ob sie wieder kommen und vor allem: War es das oder kommt noch was Großes? Was Größeres? Viele sind das Warten leid, die angespannte Haltung. Sie WOLLEN weiter machen, sie WOLLEN leben, aber diese Organisation lässt sie nicht vergessen. Sie tragen ausschließlich weiß, rauchen Kette und sprechen kein Wort. Kevins Frau versucht in dieser Gruppe klar zu kommen, es beschäftigt sie, dass ihre beste Freundin ihre Tochter verloren hat und sie selbst kommt da nicht drüber hinweg. Erst viel zu spät merkt sie, dass diese Organisation viel mehr ist, als es von außen scheint und dass sie innerhalb der Gruppe das große Verschwinden niemals wird vergessen können. Sie wirkte auf mich sehr zerrissen und ich muss zugeben, dass ich sie bis zum Ende hin nicht ganz durchschaut habe. Ihrem Drang, sich „Der Schuldige Rest“ anzuschließen, konnte ich nicht ganz nachvollziehen, auch war mir nicht klar, was diese Organisation eigentlich will, denn die Taten, diese sie begehen, ergeben für mich irgendwie keinen Sinn. Wahrscheinlich muss man dafür Kette rauchen und schweigen. Kevins Kinder gehen beide ganz unterschiedlich damit um. Sein Sohn bricht das College ab und schließt sich einem Wunderheiler an, der verspricht, den Menschen ihren Schmerz abzunehmen, nur um am Ende wieder vor seinem Elternhaus zu stehen. Tom weiß nichts mit sich anzufangen, denn auch er kommt über das Verschwinden nicht hinweg, obwohl er keinen seiner engeren Freunde verloren hat. Er muss zu sich selbst finden und begibt sich auf einen Trip gegen das Vergessen. Tom verstand ich am besten. Er versucht zu verstehen und sucht seinen eigenen Weg. Er kann nicht zurück in das Kleinstadtleben, will aber auch nicht vollkommen verschwinden. Kevins Tochter rebelliert. Ihre Mutter ist Weg, von ihrem Bruder hat sie seit Monaten nichts gehört und ihr Vater kommt irgendwie mit gar nichts klar, obwohl er sich das nicht eingestehen will. Sie macht was sie will und er sagt nichts dazu. Er versucht, autoritär zu sein, aber für sie ist das nur ein Witz. Von einer Einserschülerin rutscht sie ab, bis letztendlich nicht klar ist, ob sie das Schuljahr schafft. Kurz bevor sie eine weitreichende Entscheidung trifft, findet sie die Möglichkeit, die ihr hilft mit alldem klarzukommen. Kevins Tochter war für mich noch mit am normalsten, denn ihre Wandlung konnte ich ebenfalls nachvollziehen. Kevin selbst macht sich was vor. Für ihn ist die Welt drei Jahre später mehr oder weniger in Ordnung. Ja, seine Frau hat ihn verlassen, zu seinen Kindern hat er kaum noch eine Verbindung und irgendwie ist er mit seinem Bürgermeisteramt auch nicht ganz so zufrieden. Für ihn dümpelt das Leben so dahin, bis etwas passiert, dass ihn aufrüttelt. Er merkt, dass es so nicht weiter gehen kann und kämpft dafür, wieder ein Leben zu bekommen, das lebenswert ist und nicht einfach nur so dahinläuft. Kevin war für mich ein kleiner Mitläufer. Es dauert lange, bis er selbst handelt, vorher reagiert er immer nur auf andere, auf Situationen in denen er steckt und ich glaube, er weiß mit sich selbst nichts anzufangen. Einerseits geht’s im gut, er hat keinen verloren, andererseits geht’s ihm schlecht, denn obwohl seine Familie vollständig ist, hat er sie alle verloren. Er will weitermachen, weiß aber nicht wie. Und dann ist da noch Nora. Sie hat innerhalb von Sekunden ihre ganze Familie verloren. Ihren Mann und beide Kinder. Und niemand kann ihr sagen, was mit ihnen passiert ist, wo sie sind oder wie sie ihre Leben mit dieser Ungewissheit weiterleben soll. Nora war für mich die interessanteste Person in der Geschichte. Sie macht die größte Wandlung durch und ich hätte gern mehr über sie erfahren. Es gibt noch ein paar Nebenfiguren, die interessant sind, auf die ich hier aber nicht eingehen werde. Der Autor zeigt bei allen seinen Charakteren, wie dieses Ereignis, das große Verschwinden auf sie abgefärbt hat. Wie sie damit umgehen, wie sie ihr Leben leben und weitermachen. Aber, und das sind jetzt vielleicht harte Worte (ich habe lange überlegt, wie ich das am besten sage ohne unfreundlich zu klingen… naja, ehrlich wert am längsten …): Ich fand die Geschichte langweilig. Die Umstände: Interessant. Die Figuren als solche: Interessant. Die Geschichte von oben bis unten, mit Umsetzung etc: Langweilig. Es tut mir wirklich leid, aber ich verstand nicht, was an Kevin und Co. So besonderes war. Ja klar. Er hat seine Familie eben nicht verloren und der Autor zeigte, dass er es eben doch hat, aber auf eine andere Weise. Es sind auch noch nicht mal die Figuren, das Setting oder die Grundsituation, sondern schlicht und ergreifend einfach nur die Umsetzung und die Erzählweise. Ich langweilte mich und musste mich wirklich durch die Sätze, die Seiten und die Kapitel kämpfen. Meine Erwartungen waren zu hoch. Ich hab mir im Grunde das Buch selbst verdorben, in dem ich mir ausmalte, was darin alles stehen könnte. Es war ja interessant, was alles nach so einem großen und einschneidenden Ereignis alles mit den Menschen passiert. Dass die Familien nicht nur durch das Verschwinden getrennt werden. Wie geht’s weiter? Wie gehen die Menschen damit um und vor allem, wie entwickeln sich die Verlassenen, wenn Millionen von Menschen von jetzt auf gleich verschwinden. Ich kann meine Eindrücke irgendwie schwer in Worte fassen, denn einerseits war es irgendwie interessant, aber auf Dauer hat es mich einfach nur gelangweilt. Außerdem … ACHTUNG SPOILER …weiß ich nicht wie es ausgeht. Was machen Kevin, seine Frau, seine Tochter, sein Sohn und Nora eigentlich? Wie geht es weiter? Ich hab das Gefühl, dass die Geschichte einfach an einem Punkt anfängt und an einem anderen willkürlichen Punkt wieder aufhört, ohne dass ich weiß, wie diese Entwicklung nun zu Ende geht. Natürlich muss der Leser auch ein bisschen Arbeit machen, indem er sich vorstellt, wie es weitergehen könnte, aber der Autor überlasst da doch sehr viel dem Leser und die Geschichtsenden sind ziemlich offen. Bewertung „Die Verlassenen“ liefert einen sehr guten Einblick (auf viele verschiedene Arten) in das Familienleben und sagt aus, dass man auf viele verschiedene Arten seine Familie verlieren kann. Ich bin mir sicher, dass dieses Buch einige Fans findet. Tom Perrotta hat mit dem Grundszenario eine Frage aufgeworfen, die sicherlich Einzigartig ist und hat sie meistens interessant beantwortet. Einige Strecken im Buch waren für mich aber einfach nur langweilig. Das offene, schwammige Ende setzte dem ganzen noch eins drauf. Fazit Okay, hier wird es schwer. Einerseits fand ich das alles ja schon interessant, andererseits hab ich was ganz anderes erwartet. Es hat mich gelangweilt und konnte mich kaum fesseln. *hmpf* Ich vergebe hier 2 von 5 Marken, eine 3 kann ich nicht rechtfertigen.

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    • 3
  • Was passiert danach?

    Die Verlassenen
    lord-byron

    lord-byron

    Am 14. Oktober geschieht etwas unfassbares: 2% der Weltbevölkerung haben sich einfach in Luft aufgelöst. Sie sind von einem Moment auf den anderen verschwunden. Wo sind sie hin? Ist das die Erweckung von der die Bibel spricht? Aber warum wurden dann auch so viele schlechte Menschen entrückt und so viele Gute mussten hier bleiben? Wie gehen die Zurückgebliebenen damit um? Was passiert nach der Entrückung? Diesem Thema geht der Autor Tom Perrotta auf den Grund. Und ich finde, das hat er wirklich gut gemacht. Der Fokus der Geschichte liegt auf der amerikanischen Kleinstadt Mapleton und dort hauptsächlichen auf den Familien Garvey und Durst. Nora Durst hat alles verloren was ihr wichtig war: Ihren Mann und ihre beiden süßen Kinder. Sie leidet schrecklich und weiß nicht, wie sie ihr Leben einfach so weiterleben soll. Sie sehnt sich so nach ihren Kindern, dass sie bald den Verstand verliert. Kevin Garvey hatte eigentlich großen Glück, denn seine Familie blieb verschont. Zuerst einmal. Doch schon bald schloss sich seine Frau einer der obskuren Sekten an, die nach dem "plötzlichen Fortgang", wie die Erweckung genannt wird, wie Pilze aus dem Boden schießen. Die Sekte nennt sich "der schuldige Rest". Die Mitglieder tragen nur weiß, legen ein Schweigegelübde ab und müssen in der Öffentlichkeit immer rauchen. Ähhh ja.... Das Rauchen soll zeigen, dass sie jederzeit Gott ein Opfer bringen. Klar, für einen Kettenraucher ist das ein besonders schweres Opfer. Ich musste echt lachen. Kevis Sohn Tom bricht das Studium ab und schließt sich dem Propheten Holy Wayne und dessen Bewegung der heilenden Umarmung an. Toms Schwester Jill schließlich, droht am Weggang der Mutter zu zerbrechen. Wie kann ihr eine Sekte wichtiger sein, als ihre Familie? Wie kann sie das große Glück, niemanden verloren zu haben, einfach so mit Füßen treten? Jill fängt an die Schule zu schwänzen, sucht sich neue Freunde und rutsch immer weiter ab. Kevin versucht verzweifelt für seine Tochter dazu sein, aber er scheitert kläglich. Ich finde es schon ziemlich realistisch was der Autor hier aufgezeigt hat und bin mir sicher, dass nach so einem plötzlichen Fortgang wirklich sehr viele Sekten auftauchen würden. Es gibt auch noch die Barfüßler, deren Sinn es ist, Party zu feiern, Gras zu rauchen und Orgien zu veranstalten. Um erkannt zu werden, malen sich die Mitglieder eine Zielscheibe auf die Stirn und sie waschen sich nicht, weil ja bekanntlich wahre Schönheit aus dem Innern kommt. Wems gefällt..... Oft habe ich darüber nachgedacht wie ich wohl reagieren würde, wenn plötzlich meine ganze Familie weg wäre und ich alleine noch übrig. Könnte ich das verkraften? Einfach so weiter machen wie bisher? Würde ich auch Trost in einer der Sekten suchen? Der Schreibstil des Autors rundet das ganze ab und machte es zu einem sehr außergewöhnlichen Buch. Nur ein Punkt hat mich gestört: es blieben einfach zu viele Fragen offen. Ich vergebe daher 4 von 5 Punkten und bin wirklich froh, dieses Buch gelesen zu haben. Es wurde übrigens verfilmt und die Serie "The Leftovers" soll auf Sky laufen. Falls ich sie  entdecke, werde ich bestimmt mal rein schauen. © Beate Senft

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    • 11
  • Hohe Erwartungen wurden nicht erfüllt

    Die Verlassenen
    nic

    nic

    An einem 14. Oktober verschwinden überall auf der Welt Menschen aus unersichtlichem Grund und tauchen nicht wieder auf. Man nennt sie die "Fortgegangenen" und glaubt, sie wurden von Gott geholt. Die Zurückgebliebenen (The Leftovers) versuchen auf verschiedene Arten weiterzuleben. Die einen machen weiter wie bisher, andere schließen sich Sekten an und mahnen. (Aber wozu?) Es geht um "Entrückung", ein Begriff für das sog. Phänomen, dass Menschen aus dem irdischen Leben in eine himmlische Sphäre versetzt werden, wie in der Bibel erwähnt wird. Hier also um eine "Massenentrückung". Klingt nicht nur verwirrend, ist es auch, zumal in der ganzen Geschichte nicht ersichtlich ist, warum dies passiert ist und wie es dazu kam. Die Sektenbildung mag nachvollziehbar sein, da Menschen in unerklärbaren, schlimmen Situationen einen Halt suchen, mir hat sich aber nicht erschlossen, was "Der Schuldige Rest", wie sich eine der Sekten nennt, damit bezweckt, nur noch weiß zu tragen und mit brennender Zigarette im Mundwinkel aufzutauchen und, da ein Schweigegelübde abgelegt wurde, nur noch mit Schildern zu kommunizieren. Es wird nicht erklärt, warum das passiert. Ich habe mir von dem Buch einiges versprochen und erhofft, wurde aber leider enttäuscht. Viele Fragen bleiben offen, werden nicht aufgegriffen und nicht beantwortet. Der Schreibstil ist zwar flüssig, das ganze aber unspektakulär, unspannend und somit nicht verständlich, was daran liegen mag, dass es in Amerika spielt und ich nicht so sehr, um nicht zu sagen, gar nicht christlich angehaucht bin, wie es in Amerika sein mag. Was mich an dem Buch ganz besonders gereizt hatte, war die Sache mit der Entrückung, von der ich mir gewünscht hätte, dass der Autor tiefer darauf eingeht und auch darauf, dass der tiefere Sinn der Sekten sich erklärt, hätte ich erwartet. Als Leser bleibt man aber zurück mit unerfüllten bzw. enttäuschten Erwartungen, evtl. sogar gelangweilt.

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  • Wo seit Ihr geblieben?

    Die Verlassenen
    abuelita

    abuelita

    14. October 2014 um 19:06

    Was passiert, wenn die Apokalypse plötzlich eintritt und Millionen von Menschen von der Erde verschwinden? Wie gehen die Zurückgelassenen mit der veränderten Welt um, in der plötzlich Nachbarn, Freunde, Verwandte und Geliebte fehlen, ihr Leben aber gnadenlos weitergeht? Dieses Buch ist die Romanvorlage zur TV Serie The Leftovers - die ich übrigens nicht kenne und somit auch keinen Vergleich habe, was denn nun besser ist.  In diesem Buch geht es auch nicht darum, was genau - und wieso so - etwas passiert ist – sondern, wie der Titel schon sagt - wie die Menschen, die weiter auf dieser veränderten Welt leben müssen, mit ihren Verlusten klar kommen. Jeder von uns muss im Laufe seines Lebens Verluste ertragen, kommt mit Tod und Krankheit in Berührung, macht Kummer und Leid durch, verliert geliebte Menschen - - - das ist für jeden einzelnen schon schlimm genug. Und jeder geht anders damit um. Der eine versinkt in Depressionen, der nächste findet Halt bei anderen, der dritte wird aggressiv und böse, wieder ein anderer zweifelt an Gott und Welt – und ein großer Teil rappelt sich nach einer gewissen Zeit wieder auf und macht weiter mit seinem Leben…..…schon dieser kleine Ausschnitt zeigt, wie unterschiedlich Menschen auf Schicksalsschläge reagieren.  Und nun diese Extremsituation - von heute auf morgen fehlen x-tausend Menschen. Einfach so. Ohne jeglichen Sinn. Ohne dass jemand ahnt oder weiss was dahinter steckt. Wo diese Menschen sind. Ob es wieder geschieht. Eben sassen Mann und Kinder noch am Tisch – und eine Minute sind sie weg. Spurlos verschwunden.  Kann man so etwas einfach akzeptieren, verzweifelt man daran, glaubt man noch an einen Sinn im Leben? Gibt es noch irgendwelche Werte? Wie ist es mit der Ungewissheit allgemein – es könnte ja jederzeit wieder passieren? Fragen über Fragen – und auch eine davon ist: warum er /sie/die anderen und nicht ich? Und das möchte der Autor in diesem Buch am Beispiel einer ganz normalen Familie zeigen : wie unterschiedlich eben Menschen Ausnahmesituationen erleben ; wie sie mit all dem umgehen.  Die Einwohner des beschaulichen Vororts Mapleton sind ratlos – und drei Jahre nach diesen unerklärlichen Ereignissen will Kevin Garvey wieder Ordnung in sein Leben bringen, obwohl das Phänomen, das inzwischen als »Plötzlicher Fortgang« bezeichnet wird, seine Familie zerstört hat: Seine Frau Laurie hat sich einem Kult angeschlossen, der sich »Der Schuldige Rest« nennt, sein Sohn hat das College abgebrochen, um einem zwielichtigen »Propheten« namens Holy Wayne und seiner Bewegung der »Heilenden Umarmung« nachzufolgen. Nur Kevins Tochter ist bei ihm geblieben, doch der Teenager kapselt sich seit jenem 14. Oktober zunehmend ab . Leider aber konnte ich mit der Umsetzung nicht so arg viel anfangen. Mit dieser seltsamen Glaubensgemeinschaft, der sich z.B. Laurie angeschlossen hat - das warum ist klar – aber die Einzelheiten - - das Schweigegelübde, gut und recht, aber was sollte das mit dem Kettenrauchen? Ich würde dazu noch mehr sagen, aber dann zuviel verraten…..also lasse ich das lieber. Auch warum sich Kevins Sohn diesem selbsternannten Propheten angeschlossen hat, kann man verstehen, genauso was für Auswüchse daraus entstehen. Unverständlich aber auch hier für mich der End-Teil dieses Zweiges im Buch – soll das Hoffnung geben?  Der einzige Charakter, mit dem ich einigermaßen zurecht kam, war Kevin Garvey – und seine Tochter. Auch Freundin Aimee konnte ich mir gut vorstellen; ihre Entwicklung allerdings fand ich erstaunlich. Alle anderen Personen waren mir zu – ja, zu schwierig? Ihnen kam ich einfach nicht richtig nahe. Das mag auch daran liegen, dass Kevins Verhalten am ehesten wohl meinem eigenen Naturell entspricht…. Sollte die unspektakuläre und eher doch nüchterne Beschreibung der Familie und der Einwohner von diesem Ort, und all das unterschiedliche Verhalten – darauf abzielen, dass der Leser die Eindringlichkeit der Worte spürt und sich selber Gedanken macht? Ich weiss es nicht.  Ich weiss nur: spannend ist das Buch sicher nicht – und manch einer wird mehr als enttäuscht sein, denn es passiert wirklich nicht allzuviel. Es regt eher zum Nachdenken an.... Und wer darauf wartet, dass es eine „Aufklärung“ gibt – der wird vergeblich suchen…..

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