Tom R. Smith

 4.1 Sterne bei 256 Bewertungen
Autor von Kolyma, Agent 6 und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Tom R. Smith

Tom R. SmithKolyma
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Kolyma
Kolyma
 (261)
Erschienen am 09.08.2010
Tom R. SmithAgent 6
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Agent 6
Agent 6
 (1)
Erschienen am 28.06.2011
Tom R. SmithThe Farm
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The Farm
The Farm
 (0)
Erschienen am 03.06.2014
Tom R. SmithLa casa
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La casa
La casa
 (0)
Erschienen am 01.05.2014

Neue Rezensionen zu Tom R. Smith

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Pialalamas avatar

Rezension zu "Kolyma" von Tom R. Smith

Der deutsche Titel verschiebt leider den Fokus auf die Handlung!
Pialalamavor 9 Monaten

Da ich den Thriller direkt im Anschluss an seinen Vorgänger gelesen habe, waren die Erwartungen sehr hoch. Und auch wenn „Kolyma“ meiner Meinung nach nicht unbedingt genauso grandios war, hat es mir dennoch gut gefallen. Während „Kind 44“ vor allem durch seine grausamen Schilderungen Spannung erzeugt und die Emotionen des Lesers mitnimmt, ist es in diesem zweiten Teil deutlich ruhiger geworden. Das ist jedoch keinesfalls negativ, sondern unterstütz das neue Bild, das nun vom Staat herrschen soll. Und hier wären wir schon bei einem weiteren Punkt, der etwas eingeschränkter wirkte: Die Darstellung der Politik. Zwar nimmt sie wieder einen großen und wichtigen Teil ein, dennoch steht die Kritik am System nicht mehr so sehr im Mittelpunkt. Diesmal geht es tatsächlich viel mehr um den aktuellen „Fall“, wenn man es so nennen möchte, und die persönliche Entwicklung von Leo Demidow und seiner Familie. Es zeigt die Schwierigkeiten auf, die der Systemwandel, aber auch Leos ehemaliger Beruf nun mit sich bringen. Meine Emotionen wurde hier nicht von Hass und Schockiertheit beeinflusst, sondern von der Ungerechtigkeit und Hoffnungslosigkeit. Es war tatsächlich das erste Buch, dass mir die Tränen in die Augen getrieben hat.


Leider verliert sich der rote Faden ein bisschen. Ein Wort: „Kolyma“ als Titel, ruft in mir die Erwartung hervor, dass dieser Ort einen wichtigen und großen Teil im Buch einnehmen wird. Doch in Kolyma angekommen, geht es schon viel zu schnell wieder zur Sache. Ich hätte gerne mehr davon gelesen, wie es sein kann, dass dieses Gefangenenlager so berüchtigt geworden ist.  Die Ereignisse überschlagen sich, und so schnell wie wir angekommen sind, so schnell sind wir auch schon wieder draußen. In der zweiten Hälfte des Buches, machen wir einen gewaltigen Zeitsprung und sind dann auch schon an einem komplett neuen Ort. Hier hat Smith meiner Meinung nach zu viel des Guten getan. Ich bin nicht abgeneigt zu sagen, dass sich hier schon fast ein neuer Handlungsstrang auftut, den man besser in eine eigene Geschichte gepackt hätte. Beiden Hälften hätte mehr Fülle gut getan und weniger von diesen schnell aufeinanderfolgenden Szenen.  Ich möchte noch erwähnen, dass meiner Meinung nach hier der deutsche Titel die Ursache für das Problem ist. Hätte man den englischen Titel „The secret speech“ übernommen, wäre mein Fokus nicht so sehr auf dem Straflager gelegen. Durch den Originaltitel gerät tatsächlich die Rede Chruschtschows in den Mittelpunkt und die damit verbundenen Folgen. Damit würde die zweite Hälfte des Buches auch weniger wie eine eigene Handlung wirken.


„So fanatisch, wie er einst dem Kommunismus gehuldigt hatte, so fanatisch huldigte er jetzt seiner Familie. Seine Vision von Utopia war kleiner und weniger abstrakt geworden, jetzt umfasste sie nur noch vier Menschen und nicht mehr die ganze Welt. Aber erreichbarer geworden war sie dadurch nicht.“

Seite 82


Wortgewandt und mit vielen interessanten Hintergrundinfos zu Geschichtlichem, konnte mich  Smiths Schreibstil auch hier erneut überzeugen. Teilweise sind seine Beschreibungen sehr cinnematisch, aber nicht auf eine übertriebene Art und Weise. Es wirkte nicht zu sehr gewollt, sondern einfach passend. Etwas das mir hingegen ein wenig negativer aufgefallen ist, war die Vorhersehbarkeit in Bezug auf eine bestimmte Sache, die ich hier aus Spoiler-Gründen nicht genauer erläutern werden. In diesem Moment, war ich doch etwas enttäuscht, denn ich hätte mehr Cleverness von Smith erwartet. Man hätte genügend Möglichkeiten gehabt, diese Vorhersehbarkeit abzuwenden und durch einen tollen Überraschungseffekt zu ersetzen.


Fazit  Mit seinem Vorgänger kann „Kolyma“ nicht unbedingt mithalten, aber gefallen hat mir das Buch trotzdem gut. Dem Buch hätte etwas mehr inhaltliche Fülle sicherlich gut getan und an manchen Stellen hätte ich mehr Cleverness erwartet, dennoch empfand ich hier viel Spannung. Von der Brutalität des ersten Bandes ist nicht mehr all zu viel zu spüren, doch in Anbetracht an den Systemwandel und der neuen Ordnung die hier Herrschen soll, ist das auch irgendwie passend. Positiv aufgefallen sind mir vor allem die Wortgewandtheit und die cinnematisch beschriebenen Passagen.


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RandolphKroenings avatar

Rezension zu "Kolyma" von Tom R. Smith

Düstere Fortsetzung von "Kind 44"
RandolphKroeningvor 3 Jahren

Konsequenterweise folgt hier nun meine Bewertung des zweiten Thrillers um den Kommissar Leo Demidow. 

Eigentlich steht er an einem Punkt, wo man sagen kann: es haben sich schon viele für deutlich weniger selbst umgebracht. Von allen Seiten bespitzelt, von seinen Vorgesetzten unterdrückt (denn wofür brauch man Kommissare in einem Land, in dem es offiziell keine Verbrechen gibt?) und von seiner Adoptivtochter gehasst, die ihn für den Tod ihrer Eltern verantwortlich macht.

Doch dann wird sie entführt, und Leo Demidow trifft eine folgenschwere Entscheidung: Er lässt sich undercover in eines der schlimmsten Straflager der Sowjetunion der Stalinzeit einschleusen.

Auch hier kann man nur sagen: das Buch nimmt einen gefangen. Tom Rob Smith versteht es ausgezeichnet, die Zeit einzufangen; die scheinbar ständig andauernde Dunkelheit, die Angst vor Denunziation, vor dem allgegenwärtigen, allmächtigen Regime. Leo Demidow wandert quasi von einer tödlichen Gefahr zur nächsten, er wird im Lager als KGB-Agent enttarnt, während gleichzeitig der Mann getötet wird, der die einzige Verbindung Demidows zur Außenwelt darstellt.

Düstere Spannung, Beklemmung und ein tiefer Einblick in die Geisteswelt der Stalinzeit - Schade, schon wieder kein Easy-Reading-Buch als Urlaubslektüre ... 

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Rezension zu "Kind 44" von Tom R. Smith

Stalinismus
Arunvor 4 Jahren

Kind 44 von Tom Rob Smith

Inhalt:

Der Prolog beginnt im Winter des Jahres 1933 in einem kleinen Dorf in der Ukraine. Dort fristet eine Frau mit ihren Söhnen 10 und 7 Jahre alt ein Leben in bitterster Armut.

Von einer Beutetour nach Essen kehrt nur noch der jüngste Sohn zurück!

Zwanzig Jahre später in Moskau.

Wir lernen Geheimdienstoffizier Leo Demidow und seine Frau kennen.

Ein Kind eines Arbeitskollegen von Leo wird tot aufgefunden, die Eltern vermuten ein Tötungsdelikt, doch solche Dinge darf es in der Stalin-zeit nicht offiziell geben.

Leo Demidow bekommt von seinen Vorgesetzten den Auftrag die Eltern zu beruhigen und den Todesfall als Unfall zu deklarieren. Als kurze Zeit später ein neues Opfer mit ähnlichem Tathintergrund entdeckt wird kommen Leo Demidow Zweifel ob es sich tatsächlich um Unfälle handelt. Leo beginnt nun auf eigene Faust zu ermitteln und gerät in das Räderwerk der Obrigkeit.

Meine Meinung:

Habe bisher selten einen Roman gelesen der eine solch düstere und menschenverachtende Grundstimmung ausstrahlt.

Eine Geschichte aus der Zeit in der Josef Stalin alle Machtbefugnisse in der Sowjetunion in seinen Händen hielt. Ein Gesellschaft die durchdrungen ist von der Diktatur des obersten Sowjets und in der jeder gefährdet ist, jede kleinste Verfehlung zieht Strafen nach sich die Gefängnis oder noch schlimmeres bedeuten. Dabei gibt es nicht nur Strafen die einen persönlich treffen sondern oft geht es bin hin zur Sippenhaft. Ein bedrückendes Klima wobei in allen Lebensbereichen jeder gegen jeden kämpft.

In diesem Umfeld wird uns die spannende und komplexe Geschichte von Leo Demidow und seiner Familie erzählt.

Fazit:

Eingebettet in die Spurensuche nach dem Mörder erfahren wir hier einiges aus dem Alltag und über die schrecklichen Lebensumstände der damaligen Zeit.

Dieses Roman hat mir durch die Kombination aus Verbrechensaufklärung, soziale Verhältnisse und politische Umstände sehr zugesagt.

Von mir eine klare Leseempfehlung und volle Punktzahl.

Dies war der erste Band um Leo Demidow, inzwischen gibt es noch zwei weitere.

Hier die Reihenfolge:

Kind 44

Kolyma

Agent 6

Kommentare: 14
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