Kolyma

von Tom R. Smith 
4,0 Sterne bei261 Bewertungen
Kolyma
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (200):
Antigone8s avatar

Auch dieser Band kann wieder sowohl mit seiner Geschichte als auch den Protagonisten überzeugen. Spannend bis zum Schluss.

Kritisch (22):
Elbschnegges avatar

Völlig überflüssiger Thriller, und das bei dem guten Vorgänger!

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Inhaltsangabe zu "Kolyma"

Der zweite Band der Thrillerreihe um den Geheimdienstoffizier Leo Demidow

Kolyma – das ist der Vorhof der Hölle. Am äußersten Rand von Sibirien gelegen, tausende Kilometer von Moskau entfernt, gibt es hier nur Steine, Schnee, Permafrost – und Lager. Die schlimmsten Gulags der Sowjetunion. In diese eisige Wüste lässt Leo Demidow sich einschmuggeln, denn seine Tochter wurde entführt, und ihr Leben steht auf dem Spiel. Doch als einer der Mithäftlinge ihn als ehemaligen KGB-Agenten enttarnt, sitzt Leo plötzlich in einer tödlichen Falle.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442472352
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:496 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:09.08.2010

Rezensionen und Bewertungen

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    Pialalamas avatar
    Pialalamavor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Tolle Story, mit vielen cinnematischen Beschreibungen
    Der deutsche Titel verschiebt leider den Fokus auf die Handlung!

    Da ich den Thriller direkt im Anschluss an seinen Vorgänger gelesen habe, waren die Erwartungen sehr hoch. Und auch wenn „Kolyma“ meiner Meinung nach nicht unbedingt genauso grandios war, hat es mir dennoch gut gefallen. Während „Kind 44“ vor allem durch seine grausamen Schilderungen Spannung erzeugt und die Emotionen des Lesers mitnimmt, ist es in diesem zweiten Teil deutlich ruhiger geworden. Das ist jedoch keinesfalls negativ, sondern unterstütz das neue Bild, das nun vom Staat herrschen soll. Und hier wären wir schon bei einem weiteren Punkt, der etwas eingeschränkter wirkte: Die Darstellung der Politik. Zwar nimmt sie wieder einen großen und wichtigen Teil ein, dennoch steht die Kritik am System nicht mehr so sehr im Mittelpunkt. Diesmal geht es tatsächlich viel mehr um den aktuellen „Fall“, wenn man es so nennen möchte, und die persönliche Entwicklung von Leo Demidow und seiner Familie. Es zeigt die Schwierigkeiten auf, die der Systemwandel, aber auch Leos ehemaliger Beruf nun mit sich bringen. Meine Emotionen wurde hier nicht von Hass und Schockiertheit beeinflusst, sondern von der Ungerechtigkeit und Hoffnungslosigkeit. Es war tatsächlich das erste Buch, dass mir die Tränen in die Augen getrieben hat.


    Leider verliert sich der rote Faden ein bisschen. Ein Wort: „Kolyma“ als Titel, ruft in mir die Erwartung hervor, dass dieser Ort einen wichtigen und großen Teil im Buch einnehmen wird. Doch in Kolyma angekommen, geht es schon viel zu schnell wieder zur Sache. Ich hätte gerne mehr davon gelesen, wie es sein kann, dass dieses Gefangenenlager so berüchtigt geworden ist.  Die Ereignisse überschlagen sich, und so schnell wie wir angekommen sind, so schnell sind wir auch schon wieder draußen. In der zweiten Hälfte des Buches, machen wir einen gewaltigen Zeitsprung und sind dann auch schon an einem komplett neuen Ort. Hier hat Smith meiner Meinung nach zu viel des Guten getan. Ich bin nicht abgeneigt zu sagen, dass sich hier schon fast ein neuer Handlungsstrang auftut, den man besser in eine eigene Geschichte gepackt hätte. Beiden Hälften hätte mehr Fülle gut getan und weniger von diesen schnell aufeinanderfolgenden Szenen.  Ich möchte noch erwähnen, dass meiner Meinung nach hier der deutsche Titel die Ursache für das Problem ist. Hätte man den englischen Titel „The secret speech“ übernommen, wäre mein Fokus nicht so sehr auf dem Straflager gelegen. Durch den Originaltitel gerät tatsächlich die Rede Chruschtschows in den Mittelpunkt und die damit verbundenen Folgen. Damit würde die zweite Hälfte des Buches auch weniger wie eine eigene Handlung wirken.


    „So fanatisch, wie er einst dem Kommunismus gehuldigt hatte, so fanatisch huldigte er jetzt seiner Familie. Seine Vision von Utopia war kleiner und weniger abstrakt geworden, jetzt umfasste sie nur noch vier Menschen und nicht mehr die ganze Welt. Aber erreichbarer geworden war sie dadurch nicht.“

    Seite 82


    Wortgewandt und mit vielen interessanten Hintergrundinfos zu Geschichtlichem, konnte mich  Smiths Schreibstil auch hier erneut überzeugen. Teilweise sind seine Beschreibungen sehr cinnematisch, aber nicht auf eine übertriebene Art und Weise. Es wirkte nicht zu sehr gewollt, sondern einfach passend. Etwas das mir hingegen ein wenig negativer aufgefallen ist, war die Vorhersehbarkeit in Bezug auf eine bestimmte Sache, die ich hier aus Spoiler-Gründen nicht genauer erläutern werden. In diesem Moment, war ich doch etwas enttäuscht, denn ich hätte mehr Cleverness von Smith erwartet. Man hätte genügend Möglichkeiten gehabt, diese Vorhersehbarkeit abzuwenden und durch einen tollen Überraschungseffekt zu ersetzen.


    Fazit  Mit seinem Vorgänger kann „Kolyma“ nicht unbedingt mithalten, aber gefallen hat mir das Buch trotzdem gut. Dem Buch hätte etwas mehr inhaltliche Fülle sicherlich gut getan und an manchen Stellen hätte ich mehr Cleverness erwartet, dennoch empfand ich hier viel Spannung. Von der Brutalität des ersten Bandes ist nicht mehr all zu viel zu spüren, doch in Anbetracht an den Systemwandel und der neuen Ordnung die hier Herrschen soll, ist das auch irgendwie passend. Positiv aufgefallen sind mir vor allem die Wortgewandtheit und die cinnematisch beschriebenen Passagen.


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    RandolphKroenings avatar
    RandolphKroeningvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ich hoffe und bin gespannt, ob es "Kolyma" nach "Kind 44" auch bis ins Kino schafft. Verdienst hat es der Roman allemal.
    Düstere Fortsetzung von "Kind 44"

    Konsequenterweise folgt hier nun meine Bewertung des zweiten Thrillers um den Kommissar Leo Demidow. 

    Eigentlich steht er an einem Punkt, wo man sagen kann: es haben sich schon viele für deutlich weniger selbst umgebracht. Von allen Seiten bespitzelt, von seinen Vorgesetzten unterdrückt (denn wofür brauch man Kommissare in einem Land, in dem es offiziell keine Verbrechen gibt?) und von seiner Adoptivtochter gehasst, die ihn für den Tod ihrer Eltern verantwortlich macht.

    Doch dann wird sie entführt, und Leo Demidow trifft eine folgenschwere Entscheidung: Er lässt sich undercover in eines der schlimmsten Straflager der Sowjetunion der Stalinzeit einschleusen.

    Auch hier kann man nur sagen: das Buch nimmt einen gefangen. Tom Rob Smith versteht es ausgezeichnet, die Zeit einzufangen; die scheinbar ständig andauernde Dunkelheit, die Angst vor Denunziation, vor dem allgegenwärtigen, allmächtigen Regime. Leo Demidow wandert quasi von einer tödlichen Gefahr zur nächsten, er wird im Lager als KGB-Agent enttarnt, während gleichzeitig der Mann getötet wird, der die einzige Verbindung Demidows zur Außenwelt darstellt.

    Düstere Spannung, Beklemmung und ein tiefer Einblick in die Geisteswelt der Stalinzeit - Schade, schon wieder kein Easy-Reading-Buch als Urlaubslektüre ... 

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren
    Kolyma

    Kolyma – das ist der Vorort der Hölle. Am äußersten Rand von Sibirien gelegen, tausende Kilometer von Moskau entfernt, gibt es hier nur Steine, Schnee, Permafrost – und Lager. Die schlimmsten Gulags der Sowjetunion. In diese berüchtigte Eishölle lässt Leo Demidow sich einschleusen, denn es geht um das Leben seiner Tochter. Doch als einer der Mithäftlinge ihn als ehemaligen KGB-Mann enttarnt, sitzt Leo plötzlich in einer tödlichen Fall die Häftlinge beschließen, sich grausam zu rächen.


    Kommentare: 1
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    Felices avatar
    Felicevor 5 Jahren
    Nichts ist wie es scheint

    Wer steht auf wessen Seite?
    Wer benutzt wen für seine Pläne?
    Wer überlebt bis zum Schluss?
    Spannend geschrieben zeigt auch "Kolyma" die ganzen Schrecken des sowjetischen Systems in den 50er Jahren anhand von Einzelschicksalen, die zu Herzen gehen und in gewisser Weise nachvollziehen lassen, wer warum den Weg eingeschlagen hat, den er bis zum bitteren Ende verfolgt.
    Obwohl die Geschichte grausam ist, ist sie so gut geschrieben, dass man sie nicht zur Seite legen kann.
    Gerade Leo und Raisa sind sehr facettenreich beschrieben, jeder kämpft mit seiner eigenen Vergangenheit und die kommt in vielen Szenen wieder hoch.

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    gaby2707s avatar
    gaby2707vor 5 Jahren
    Russland im Umbruch

    Zum Buch:

    Moskau 1956. Nach Chruschtschows Geheimer Rede herrscht Aufruhr in der Sowjetunion. Überlebende der großen Säuberungen melden sich anklagend zu Wort, es kommt zu ersten Racheaktionen. Der ehemalige KGB-Agent Leo Demidow soll den Tod von zwei Geheimdienstlern aufklären. Dabei legen ihm seine ehemaligen Kollegen jede Menge Steine in den Weg, denn für sie ist Leo ein Verräter.

    Als Leos Adoptivtochter Soja gekidnappt wird, lautet die Forderung: Leben gegen Leben. Denn vor sieben Jahren, als er noch beim KGB war, hatte Leo einen Priester in den Gulag nach Kolyma geschickt. Und jenen soll er jetzt wieder heraus holen. Um Soja zu retten, lässt sich Leo als Gefangener in die berüchtigte Eishölle am äußersten Rand von Sibirien einschleusen. Doch schon am ersten Abend wird er erkannt, und die Häftlinge beschließen, sich grausam zu rächen...

    Zuerst hatte ich etwas Schwierigkeiten, dem Geschehen im Buch zu folgen. Aber dann hat mich die Geschichte von vorn bis hinten gefesselt und mitgerissen. Authentisch beschriebene Personen geben dem Ganzen ein Gesicht und eine Stimme. Besonders Soja finde ich sehr interessant und wandlungsfähig beschrieben. Sie hat meine Sympathien von Anfang an auf sich gezogen. Erschreckt war ich von der Beschreibung der Foltermethoden, kann mir aber vorstellen, dass es sich teilweise wirklich so zugetragen hat. Auch die letzten beschriebenen Tage des Umbruchs in Ungarn haben mich fasziniert. Das Ende selbst fand ich etwas zu happymäßig - Ende gut alles gut - das passt für mich nicht ganz zu dieser Geschichte.

    Insgesamt habe ich einen spannenden Thriller gelesen, den ich mit bestem Gewissen weiter empfehlen kann.

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    Armillees avatar
    Armilleevor 5 Jahren
    Mütterchen Russland

    Zur Info vorweg..: ich bin nur bis Seite 38 gekommen. Das ist nicht mein Thema. Zu brutal, voller Klischees. Denunzieren, bespitzeln, das Morden, keine Hoffnung...
    Das Lesen machte keinen Spaß.
    Aufgehört habe ich bei dem Kapitel im Orjoler Gefängnis (Rückblick eines Protagonisten, der dort Gefängniswärter war), als die deutsche Armee vorrückte - im 'Großen Vaterländischen Krieg'. Hunderte von Häftlinge sollten noch schnell liquidiert werden, um den Nazi-Invasoren keine möglichen Rekruten / Symphatisanten zu hinterlassen. Panzer lagen bereits in Schussweite zum Gebäude. Zeit war knapp. Und so wurden die Eisentüren links und rechts des Ganges nur schnell geöffnet und jeweils zwei Handgranaten hineingeworfen.
    Klonk Klonk...
    ...klingt es heute noch im Kopf des Wärters, der (leider) bis heute sein Kopfkino nicht abstellen kann. Wie sollte er auch...der Mörder.
    Wer solche Szenen lesen mag, ist hier gut beraten. Ansonsten...zuklappen.
    Passend und eindrucksvoll hingegen ist hier das Cover. Der Stacheldraht ist in 3-D.

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    sanrafaels avatar
    sanrafaelvor 6 Jahren
    Rezension zu "Kolyma" von Tom R. Smith

    Rezension siehe Hörbuch

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 6 Jahren
    Rezension zu "Kolyma" von Tom R. Smith

    Eigentlich wollte ich ja unbedingt "Kind 44" lesen. Nun kam es aber durch einen Zufall, dass ich erst Teil 2, also "Kolyma", gelesen habe. Und ich freue mich jetzt noch mehr auf "Kind 44"! :-)
    "Kolyma" ist ein rasantes Buch. Es passiert eigentlich immer etwas. Aber dies kommt nicht überzogen daher, sondern es muss halt so sein. Aufgrund des Verhaltens der Personen und der allgemeinen Umstände. Die Figuren sind in ihrer Ehrlichkeit, Grausamkeit und Glaubwürdigkeit immer irgendwie sympathisch. Für Gänsehaut sorgt der Hintergrund der Geschichte. Die Politik ist allgegenwärtig und nicht zu verdrängen. Es wird immer wieder bewusst gemacht, dass (fast) jeder nur ein kleines Rädchen ist. Wer sich aber schon mal mit diesem Teil der Weltgeschichte befasst hat, weiß, dass es nicht überzogen dargestellt ist. Es ist erschreckend, wenn man bedenkt, dass die beschriebenen Methoden wirklich genutzt wurden.
    Geschrieben ist die Geschichte flüssig. Der Faden geht nie verloren und T.R.Smith holt die Leser immer wieder ab und reißt sie immer tiefer in die Story.
    Der einzige Negativpunkt ist das Ende. Es ist dann doch zu sehr auf "Happy end" gemacht und in dem Moment des Lesens fragt man sich schon, wie das zum Rest des Buches passt.
    Fazit: Spannendes und gut zu lesendes Buch. Unbedingte Weiterempfehlung!

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    Damiennes avatar
    Damiennevor 6 Jahren
    Rezension zu "Kolyma" von Tom Rob Smith

    Ich finds noch besser und vor Allem spannender als "Kind 44"! Bin schon gespannt auf "Agent 6", den dritten Teil der Bücher über Leo Demidow :)

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
    Rezension zu "Kolyma" von Tom Rob Smith

    Die Geschichte hatte den in Afghanistan spielenden mittleren Teil gar nicht nötig. Ich fand diesen arg heroisch und war dann auch froh, als die anfängliche gestartete Suche endlich weiterging. Aber auch dann wieder völlig überzogen und schwer nachzuvollziehen. Schade ums Geld. TB hätte gereicht.

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