Tom Rachman

 3.9 Sterne bei 372 Bewertungen
Autor von Die Unperfekten, Aufstieg und Fall großer Mächte und weiteren Büchern.
Tom Rachman

Lebenslauf von Tom Rachman

Britisch-kanadischer Journalist und Schriftsteller: Tom Rachman wurde 1974 in London geboren. Nach seinem Studium der Filmwissenschaften in Toronto, studierte er an der Columbia University und schloss dort mit einem Master in Journalistik ab. Anschließend arbeitete er für die Associated Press und bereiste im Rahmen seiner Tätigkeit unter anderem als Auslandskorrespondent verschiedene Länder, darunter Indien, Sri Lanka, Japan und Ägypten. Im Jahr 2006 entschied sich Rachman für eine Teilzeitstelle bei der International Herald Tribune in Paris. Während der Zeit die ihm nun neben seinem Beruf blieb, konnte er seinen Debütroman »Die Unperfekten« schreiben. Er wurde in zehn Ländern zeitgleich veröffentlicht und sorgte für reichlich Aufregung. In den USA erhielt das Buch einen der höchsten Vorschüsse, die in den vergangenen zehn Jahren für ein Debüt bezahlt wurden. Brad Pitt sicherte sich bereits die Filmrechte an dem Stoff. Tom Rachman lebt in London und Rom.

Neue Bücher

Die Gesichter
 (56)
Neu erschienen am 31.08.2018 als Hardcover bei dtv Verlagsgesellschaft.

Alle Bücher von Tom Rachman

Tom RachmanDie Unperfekten
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Die Unperfekten
Die Unperfekten
 (187)
Erschienen am 01.04.2012
Tom RachmanAufstieg und Fall großer Mächte
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Aufstieg und Fall großer Mächte
Aufstieg und Fall großer Mächte
 (115)
Erschienen am 01.10.2014
Tom RachmanDie Gesichter
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Die Gesichter
Die Gesichter
 (56)
Erschienen am 31.08.2018
Tom RachmanDie Unperfekten
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Die Unperfekten
Die Unperfekten
 (2)
Erschienen am 04.10.2010
Tom RachmanThe Imperfectionists
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The Imperfectionists
The Imperfectionists
 (11)
Erschienen am 26.08.2011
Tom RachmanThe Rise and Fall of Great Powers
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The Rise and Fall of Great Powers
The Rise and Fall of Great Powers
 (1)
Erschienen am 29.05.2014
Tom RachmanLos Imperfeccionistas/ The Imperfectionists
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Los Imperfeccionistas/ The Imperfectionists
Los Imperfeccionistas/ The Imperfectionists
 (0)
Erschienen am 15.07.2010
Tom RachmanRise & Fall Of Great Powers, Audio-CD
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Rise & Fall Of Great Powers, Audio-CD
Rise & Fall Of Great Powers, Audio-CD
 (0)
Erschienen am 27.05.2014

Neue Rezensionen zu Tom Rachman

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Rezension zu "Die Gesichter" von Tom Rachman

‘Portrait of the artist as a complete jerk’
MikkaGvor 5 Tagen

Diesen Titel gab Olga Grushin ihrer Rezension des englischen Originals in der New York Times. Also ‘Porträt des Künstlers als kompletter Dreckskerl’, um das A-Wort mal elegant zu umschiffen.

Und es besteht kein Zweifel daran, dass Bear Bavinsky ein kolossaler Dreckskerl ist: ein selbstverliebter Egomane, der sich für Gottes Geschenk an die Kunstwelt hält und glaubt, sich daher alles erlauben zu können. Er hinterlässt reihenweise ernüchterte, unglückliche oder wütende Ehefrauen und kümmert sich meist einen Dreck um seine 17 Kinder.

Ja, ich habe jetzt schon dreimal das Wort ‘Dreck’ verwendet, man möge es mir verzeihen.

‘Porträt der Bloggerin als wütende Dreckschleuder’

Bear Bavinski ist einfach ein Charakter, den ich mit wahrer Leidenschaft gehasst und verachtet habe. Andere Menschen sind in seinem Weltbild nur dazu da, ihn zu bewundern, zu unterstützen und zu bedienen. Im Gegenzug verletzt er sie, setzt sie herab, zerstört sie, ohne sein Verhalten jemals zu hinterfragen.

Mit einer einzigen Bemerkung vernichtet er die künstlerischen Ambitionen seines Sohnes Pinch, der sich von dieser emotionalen Wunde niemals vollständig erholen wird und seinen Vater dennoch weiterhin vergöttert. Wie seine Mutter Natalie kann er sich von Bear einfach nicht lösen.

Noch schlimmer: der Junge vertraut dem Urteil seiner Vaters dermaßen blind, dass er seine Träume über lange Strecken des Buches aufgibt – und das, obwohl er doch eigentlich für die Kunst brennt.

Man ahnt es: Pinch ist womöglich talentierter als Bear, und Bear kann das unmöglich zulassen.

Manchmal bekommt man als Leser einen Eindruck davon, wie charmant und charismatisch der Künstler sein kann, wie überlebensgroß und sprühend vor Vitalität. Manchmal muss man ihm zugute halten, dass er seine Frauen und Kinder ‘liebt wie verrückt’ – jedenfalls für den Moment. Dann kann man ihn für ein paar Sekunden fast mögen. Gegen Ende entwickelt Bear darüber hinaus eine Tragik, der man sich kaum entziehen kann.

Dennoch war ich sehr froh, dass nicht Bear der Protagonist ist, sondern sein Sohn Pinch, in vielem sein genaues Gegenteil.

Sein ganzes Leben hindurch kämpft Pinch um die Anerkennung seines Vater und sehnt sich nach seiner Liebe. “Wach auf, das hat er nicht verdient!” möchte man ihm gerne zurufen. Man will, dass er endlich wütend wird und seine Fesseln abschüttelt, aber Pinch muss seine bescheidene Heldenreise selber antreten und den Kreis schließen – und das verläuft wahrlich nicht so, wie man es als Leser erwarten würde.

Das liest sich oft bitter, geradezu schmerzhaft, und dennoch ist es ein wunderbares Buch.

Die Abgründe werden ausgeglichen durch Momente der Schönheit, der Liebe und der Freundschaft – einer der großartigsten Charaktere des Buches ist Marsden, Pinchs erster und letzter wirklicher Freund im Leben.

Überhaupt sind die Charaktere ein Highlight des Buches, und oft glänzen gerade die, die eher leisen Schrittes durchs Leben gehen. Pinch selber ist ein unwahrscheinlicher Held, doch umso mehr wünscht man sich, er möge endlich glücklich werden.

Auch der Schreibstil konnte mich voll überzeugen,er hat einen wunderbaren Klang und eine zarte Eindringlichkeit. Seine Bilder und Metaphern sind sehr passend für ein Buch, in dem Kunst ein zentrales Thema darstellt.

Auf ruhige Art und Weise ist die Geschichte überraschend fesselnd – eine leise, aber intensive Spannung.
Ich musste mehr als einmal der Versuchung widerstehen, vorzublättern, um zu schauen, wie es mit Pinch weitergehen würde.

Es geht um Kunst, um das Streben nach Anerkennung, um den Widerspruch zwischen öffentlicher und persönlicher Wahrnehmung, um Schuld und Vergebung, um persönliches Glück… Das Ergebnis ist gar nicht so sehr ein Künstlerroman als vielmehr die tragische Geschichte einer gestörten Vater-Sohn-Beziehung.

Das Ende – die Auflösung, warum das Buch “Die Gesichter” heißt – empfand ich als gänzlich unerwartet.

Meine erste Reaktion war eine leise Enttäuschung, gefolgt von dämmerndem Verständnis. Im Grunde ist es auf verschiedenen Ebenen ein nahezu perfektes Ende, das sowohl Bear als auch Pinch, seiner Mutter und seinen zahlreichen Geschwistern gerecht wird.

Man muss sich allerdings von dem verabschieden, was man sich für Pinch gewünscht hätte – zu lange hat er sich schon verbogen, um den Wünschen seines Vaters gerecht zu werden. Da ist es nur gerecht, ihm als Leser den Weg, den er letztendlich für sich selber wählt, zuzugestehen.

FAZIT

Die Geschichte verläuft auf überraschenden Wegen, wird eher zu einer leisen Tragikkomödie als zu einem Künstlerroman und liest sich bei aller Tragik dennoch spannend und unterhaltsam. 

Selten habe ich einen Charakter so sehr gehasst wie Bear Bavinsky, gleichzeitig hat mich sein Sohn Pinch, der eigentliche Protagonist des Buches, sehr bewegt.

Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:
https://wordpress.mikkaliest.de/2018/10/15/rezension-tom-rachman-die-gesichter/

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L

Rezension zu "Die Gesichter" von Tom Rachman

Keine leichte Lektüre
Leserin3vor 7 Tagen

Bear Bavinsky ist ein alles beherrschender, egoistischer Künstlervater, der gern im Angebot der Weiblichkeit wildert und insgesamt 17 Kinder mit verschiedenen Müttern zeugt. Er fegt die Hoffnungen seines begabten Sohnes Charles, Pinch genannt, mit einem einzigen beiläufig hingeworfenen Satz hinweg. Es geht in Tom Rachmans Roman "Die Gesichter" aber auch um die Welt der Kunst, in die man einen tiefen Einblick erhält. Etliche Ausflüge in die Philosophie sind ebenfalls mit dabei.

In der Übersetzung heisst Pinch unter anderem Schwierigkeit, Not, Klemme. Und das ist der Protagonist zu Beginn auch: Er steckt quasi unter dem Stiefelabsatz seines berühmten Vaters, der als Ehemann und Partner ebenso unzuverlässig ist. Der Leser vermutet zu Beginn, dass Pinch, nachhaltig niedergeschmettert, es nie zu etwas bringen wird. Doch mit dem Tod seines Vaters und indem er nun sein Nachlassverwalter wird, wendet sich die Situation für ihn grundlegend, und er handelt in der Folge in überraschender Weise.

Ziemlich zäh waren die ersten 120 Seiten für mich. Etliche Längen hätten mich im ersten Drittel beinahe veranlasst, das Buch nicht weiter zu lesen. Doch es hat sich gelohnt, durchzuhalten, denn die Handlung nimmt dann rasch an Fahrt auf, und Rachman entpuppt sich als recht guter Erzähler. Vor allem, was sich im Gefolge der Künstler abspielt, bei Kritikern und Galeristen, erst bei den weniger Begüterten, dann in der reichen Kunstwelt, ist durchaus lesenswert. Die Sympathien sind nicht unbedingt bei Bear, vielmehr bei Pinch und seiner Mutter, die sich erstaunlich gut in ihre Rolle fügt. Insgesamt eine bedrückende Lektüre, die ich gern wieder aus der Hand gelegt habe.

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miau0815s avatar

Rezension zu "Die Gesichter" von Tom Rachman

Leider nicht für mich...
miau0815vor 9 Tagen

Ich war insbesondere vom Cover des Buches sehr begeistert, ich konnte kaum abwarten es zu lesen. Die Ernüchterung kam leider schnell. Eigentlich sind die Geschichte und vor allem auch die Charaktere nicht unintressant und zum Teil sehr komplex. Leider konnte ich trotzdem überhaupt nicht mit dem Buch warm werden.

Ich habe mich ständig geärgert über die egoistischen Eltern. Den Vater, der kein Feingefühl besitzt und seinem Sohn unbewusst immer wieder vor den Kopf stößt. Die Mutter, die offenbar nur für den Vater lebt und dabei gar nicht merkt, dass ihr Sohn auch noch da ist. über den Jungen, der als Kind offenbar schon so erwachsen ist und erkennt wie er auf jede Regung seiner Mutter reagieren muss. Dann aber als Erwachsener genauso verschroben und merkwürdig wird.

ich konnte das Buch leider nicht beenden, weil ich mich so sehr zum Lesen zwingen musste. Ich habe viel Gutes über den Autor gehört, deshalb werde ich sicher nochmal einen versuch wagen. Hier und jetzt fällt "Die Gesichter" bei mir aber leider durch!

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Gespräche aus der Community

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Daniliesings avatar

Ein wahres Meisterwerk der Erzählkunst!

In seinem neuen Roman "Aufstieg und Fall großer Mächte" erzählt Tom Rachman, der bereits mit seinem ersten Buch "Die Unperfekten" für Furore sorgte , eine großartige Geschichte über Freundschaft, Liebe und Mut! Witzig und traurig zugleich nimmt dieser Roman seine Leser in seinen Bann!

Mehr zum Inhalt:
Tooly Zylberberg liebt Tee, lange Spaziergänge und den Buchladen World's End in einem kleinen walisischen Städtchen, dessen stolze, wenn auch nicht gewinnbringende Besitzerin sie ist. Tooly hütet nicht nur tausende Bücher, sondern auch eine Fülle von Geheimnissen, ihre eigene Vergangenheit betreffend, die sie selbst nicht alle kennt. Als sie klein war, hatte Paul sie entführt und war mit ihr durch die Welt gezogen, während Sarah Chaos verbreitete, wo immer sie auftauchte. Doch waren da noch Humphrey, der griesgrämige Russe, der Bücher über alles liebte, und Venn, der Liebhaber von Sarah, ebenso charismatisch wie egozentrisch, dessen Weltsicht Tooly für immer prägen sollte. Ein Dreieck, in dem Tooly versuchte, Grund unter die Füße zu bekommen, während das Leben sie durch die Luft wirbelte. Sie fällt durch alle Netze und Raster ...
>> Leseprobe

Zusammen mit dem Deutschen Taschenbuch Verlag suchen wir 25 Testleser, die diesen vielschichtigen Roman gemeinsam lesen und sich auf eine Erzählung des historischen Wandels hin zu unserer globalisierten Welt einlassen möchten. Beantwortet für eure Bewerbung die folgende Frage bis zum 8. Oktober 2014:

Wenn ihr heute einen Blick zurück auf eure Kindheit werft - in welchen Bereichen hat sich dann euer Leben am meisten verändert und was aus eurer Kindheit würdet ihr euch manchmal zurückwünschen?
Zur Leserunde
Ich lese gerade die Unperfkten von Tom Rachman. Es geht um das Ende einer Zeitung und die Zukunft der Mitarbeiter. Ich glaube, immer mehr Zeitschriften, Zeitungen und auch Bücher werden durch Informationen im Internet ersetzt. Wie sehr ihr das
Zum Thema

Zusätzliche Informationen

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