Tom Rachman

 3,9 Sterne bei 419 Bewertungen
Autor von Die Unperfekten, Aufstieg und Fall großer Mächte und weiteren Büchern.
Autorenbild von Tom Rachman (© Alessandra Rizzo)

Lebenslauf

Britisch-kanadischer Journalist und Schriftsteller: Tom Rachman wurde 1974 in London geboren. Nach seinem Studium der Filmwissenschaften in Toronto, studierte er an der Columbia University und schloss dort mit einem Master in Journalistik ab. Anschließend arbeitete er für die Associated Press und bereiste im Rahmen seiner Tätigkeit unter anderem als Auslandskorrespondent verschiedene Länder, darunter Indien, Sri Lanka, Japan und Ägypten. Im Jahr 2006 entschied sich Rachman für eine Teilzeitstelle bei der International Herald Tribune in Paris. Während der Zeit die ihm nun neben seinem Beruf blieb, konnte er seinen Debütroman »Die Unperfekten« schreiben. Er wurde in zehn Ländern zeitgleich veröffentlicht und sorgte für reichlich Aufregung. In den USA erhielt das Buch einen der höchsten Vorschüsse, die in den vergangenen zehn Jahren für ein Debüt bezahlt wurden. Brad Pitt sicherte sich bereits die Filmrechte an dem Stoff. Tom Rachman lebt in London und Rom.

Neue Bücher

Cover des Buches Die Hochstapler (ISBN: 9783423283977)

Die Hochstapler

 (7)
Neu erschienen am 12.06.2024 als Gebundenes Buch bei dtv Verlagsgesellschaft.

Alle Bücher von Tom Rachman

Cover des Buches Die Unperfekten (ISBN: 9783423219013)

Die Unperfekten

 (201)
Erschienen am 01.11.2013
Cover des Buches Aufstieg und Fall großer Mächte (ISBN: 9783423144872)

Aufstieg und Fall großer Mächte

 (117)
Erschienen am 17.03.2016
Cover des Buches Die Gesichter (ISBN: 9783423147491)

Die Gesichter

 (77)
Erschienen am 18.06.2020
Cover des Buches Die Hochstapler (ISBN: 9783423283977)

Die Hochstapler

 (7)
Erschienen am 12.06.2024
Cover des Buches Die Unperfekten (ISBN: 9783837107371)

Die Unperfekten

 (3)
Erschienen am 04.10.2010
Cover des Buches The Imperfectionists (ISBN: 9780385343671)

The Imperfectionists

 (11)
Erschienen am 26.08.2011
Cover des Buches The Italian Teacher (ISBN: 9780525559085)

The Italian Teacher

 (2)
Erschienen am 27.02.2018
Cover des Buches The Rise and Fall of Great Powers (ISBN: 9780812982398)

The Rise and Fall of Great Powers

 (1)
Erschienen am 07.07.2015

Neue Rezensionen zu Tom Rachman

Cover des Buches Die Hochstapler (ISBN: 9783423283977)
Ron_Robert_Rosenbergs avatar

Rezension zu "Die Hochstapler" von Tom Rachman

Der schöne Schein aufs Leben
Ron_Robert_Rosenbergvor 2 Tagen

„Ein Roman ist, was man selbst geschaffen hat, Memoiren sind, was einen geschaffen hat.“ 

Mit dieser Lebensweisheit umreißt Dora Frenhofer, die Titelheldin in Tom Rachmans Roman „Die Hochstapler“, nicht nur ihr Dasein, sondern auch die Arbeitshypothese für ihr Bücherschreiben. Einer Welt voller Begegnungen und Einsamkeit, Versuchen und Misserfolgen, blutfrischen Menschen und Hirngespinsten. Mal schwarzhumorig, mal lakonisch, oft in einer klugen, aber düsteren Stimmung. Das Buch erzählt in scheinbar voneinander gelösten Episoden von den Schicksalen illustrer Außenseiter. Autoren, Politiker, Gewaltopfer, Sternchen aus dem Schowbiz, aber allesamt Hochstapler. Erst nach und nach entwickeln sich Zusammenhänge, bilden ein immer dichteres Netz zwischen diesen Figuren, die gleichsam auf unterschiedlichen Erzählebenen aufeinandertreffen. Aber zu viel sei nicht verraten – auch nicht, was es mit der Hochstapelei auf sich hat –, denn nicht zuletzt steht die Schriftstellerin Dora im Mittelpunkt dieses Episodenromans. Eine starke Frau mit festen Vorsätzen und ohne Illusionen. Sie verfügt über einen klaren Willen, ihr Leben in die Hand zu nehmen und als gealterte Künstlerin zu reflektieren, wie ihre Memoiren nun aussehen.

Für mich ein empfehlenswertes Buch für nachdenkliche Stunden über ein raffiniert und meisterhaft geschriebenes Werk. Alle, die Daniel Kehlmanns „Ruhm“ mögen, dürften auch hier auf ihre Kosten kommen.

Cover des Buches Die Hochstapler (ISBN: 9783423283977)
Maselis avatar

Rezension zu "Die Hochstapler" von Tom Rachman

Die Imagination in der Literatur
Maselivor 2 Tagen

Dora Frenhofer blickt auf eine durchwachsene Schriftstellerkarriere zurück. Noch ein letztes Mal will sie sich an einem Roman versuchen und dem Literaturbetrieb ihre Fähigkeit beweisen. Sie beginnt mit dem Schreiben, das ihr ziemlich schwer fällt und, versunken und verloren in Momenten und flüchtigen Begegnungen Geschichten, imaginiert sie Geschichten der Gegenwart, denen sie ihre eigene persönliche Note verleiht.

"Ich schreibe als ich selbst, Dora Frenhofer, gebe ausnahmsweise nicht vor, jemand Fremdes zu sein. Jedes zweite Kapitel aber wird sich einer anderen Figur widmen..." (Seite 21)

Meine persönlichen Leseeindrücke 

"Die Hochstapler" ist ein Roman, unter dem ich mir eigentlich etwas anderes vorgestellt habe. Anstelle von Schwindlern zu lesen, entdeckte ich ein Buch, in dem die Protagonistin Dora Frenhofer am Ende ihrer künstlerischen Laufbahn ein letztes Werk schaffen will und dafür Momentaufnahmen und Bekanntschaften aus ihrem Leben in Kurzgeschichten verpackt, ganz nach dem Vorbild der großen russischen Schriftsteller. Jede einzelne Geschichte zeichnet ein Schicksal, wie es im Leben vorkommen kann, mit einer Pointe am Schluss, die mich mehr als einmal perplex zurücklässt. 

Obwohl ich es nicht so gerne mag, wenn ein Roman immer wieder mit eingeschobenen Zwischengeschichten unterbrochen wird, finde ich hier den Mix gelungen. Zum einen, weil Rachman die Beziehung zu Dora aufrechthält, und ich sie sozusagen als meinen roten Faden betrachte, zum anderen, weil die Übergänge und die Rückführungen zu Dora handwerklich sauber und klar sind. Zudem weiß ich jetzt, dass nach jedem Kapitel Dora mit ihrem Tagebucheintrag an die Reihe kommt, eine Konstante, die Ruhe in die Handlungen bringt.

Tom Rachman weiß genau, wie er mich durch seine Geschichte führen muss, wie er mein Interesse anspornen kann und wieviel Information ausreicht, um meine Neugierde zu wecken, die ein Weiterlesen unaufschieblich macht. Dabei wählt er stets das richtige Maß an Zuruf, zwingt mich in keine Vorstellungsvorgaben und überrascht mich mehr als einmal mit seinen Entscheidungen. Wie Saunders es in seinem exzellenten Literaturwerk „Bei Regen in einem Teich schwimmen“ formuliert: Wie ein besessener Detektiv interpretiert der lesende Geist (Anm. ICH – die Leserin) jedes neu hinzukommende Stück Text allein in dieser Hinsicht, an viel anderem ist er (Anm. ICH – die Leserin) nicht interessiert.

Und genauso ist es, Rachman wirft mir eine Szene zu, und ich, ganz unbewusst, reagiere darauf. Diese Kunst des Dialogs ist handwerklich meisterlich gearbeitet. Tatsächlich ist der Parkour jeder Kurzgeschichte gespickt mit Stellen, die mich zum Weiterlesen anregen und ich schaffe es mühelos in voller Aufmerksamkeit bis zum Ende jeder Erzählung. Beachtlich wie ich, wenn Rachman kurz vor Ende eine letzte Information einschiebt, die dem Text einen regelrechten Kick versetzt und eine gänzlich unerwartete Wendung gibt, die Fassung verliere und ich das Gelesene in meinem inneren Auge nochmals ablaufen lasse, weil er mir so spät die bedeutendste Anmerkung lieferte. Das macht u.a. die Qualität des Buches aus und das trifft meinen Lesenerv.

Erwähnen möchte ich abschließend die großartige Übersetzung durch Bernhard Robben, durch die es gelungen ist, die Intention des Autors in die deutsche Sprache zu übertragen. 

Fazit

„Die Hochstapler“ von Tom Rachman war eine intensive Leseerfahrung und ein literarischer Genuss. Exzellent geschrieben, fesselnd und gleichzeitig erschütternd, blicke ich in den letzten Lebensabschnitt der Dora Frenhofer und bin fasziniert von ihrer Imagination und gleichzeitig ernüchtert traurig über das Ende. 

Cover des Buches Die Hochstapler (ISBN: 9783423283977)
Federfees avatar

Rezension zu "Die Hochstapler" von Tom Rachman

Vom Schreiben, der menschlichen Einsamkeit und der Fülle des Lebens
Federfeevor 5 Tagen

Was für ein Buch! Dabei fand ich es zuerst lediglich 'gut', aber mit jeder weiteren Geschichte hat es mich mehr und mehr gefangengenommen. Es ist ein Episodenroman, dessen Teile bzw. Personen aber eng miteinander verflochten sind -  was nach und nach immer klarer wird - und das nicht nur durch das alle verbindende Thema 'Schreiben, sondern auch durch persönliche Begegnungen untereinander.

Dora Frenhofer, eine über 70-jährige, nicht sehr erfolgreiche Schriftstellerin, will ihr letztes Buch schreiben, dieses hier, über Menschen, die einmal ihr Leben bestimmt haben, ihr etwas bedeutet haben, aber auch zufällige Begegnungen, die sie besonders während der Isolation in der Coronazeit hatte. Dazu denkt sie sich für jeden eine Geschichte aus, so realistisch, dass der Leser sich immer wieder fragen muss: Ist das noch Fiktion oder Wirklichkeit? Dabei webt sie Beobachtungen ein, die sie im Alltag macht und schiebt jeweils einen Tagebucheintrag von sich dazwischen, also ein streng durchkomponierter, sehr konstruierter Roman, in dem Rachman seine ganze Erzählkunst vor dem Leser ausbreitet, unterschiedliche Techniken und Erzählstimmen wählt und den Leser jeweils in eine bestimmte Welt mitnimmt, die der Comedy, in die grausame Wirklichkeit eines Folterstaates u.a., vor allem aber die des Literaturbetriebs, in dem sie selber steckt.

Da ist der 'Senilitätsassistent', der ihr helfen soll, den richtigen Zeitpunkt nicht zu verpassen, wenn sie die Kontrolle verliert, ihr in Indien verschollener Bruder, ihre in den USA lebende Tochter, zu der sie wenig Kontakt hat, ein zufällig bei ihr arbeitender Entrümpler, ein Essenslieferant, ein erfolgloser Autor, den sie auf einem Festival trifft, eine Frau, deren Kinder ermordet wurden, ein Sohn, den sie hat oder hätte haben können. Für Leser, die Klarheit brauchen: ja, die gibt es am Ende mehr oder weniger  und es klärt sich für die meisten Geschichten auf, ob sie erfunden sind oder ob es die Personen real gibt.

Rachman zeigt die Welt so wie sie ist, in all' ihrer Hässlichkeit und den Unzulänglichkeiten, was aber so organisch eingefügt ist, dass es nicht überladen erscheint: Tomatenplantagen in Südspanien, Produzenten von Fake-News, Botox, die 'Unsichtbaren', die die Arbeit machen, die 'wir' nicht mehr tun wollen, übertriebene  Political Correctness. - Auch wenn viele Themen angesprochen werden, sind für mich jedoch zwei Hauptthemen erkennbar: der Literaturbetrieb mit all seinen Facetten und die Einsamkeit des Menschen. Dora Frenhofer ist von beidem betroffen und zieht die für sie sinnvoll erscheinende Konsequenz.

Es ist ein meisterhaft konstruiertes Buch mit tiefgründiger Personenzeichnung und 'flächendeckender' Gesellschaftskritik, aber klar erkennbaren Hauptthemen. Rachman zieht alle Register der Erzählkunst in gehobener Sprache mit innovativ-kreativen Sprachbildern - 'Laut ausgesprochen scheinen die Worte nahtlos ineinanderzukrachen. … linguistischer Auffahrunfall...' (173) – und vielen bedeutsamen Sätzen zum Anstreichen und als Anregung, weiter darüber nachzudenken. Ein großartiges, aber anspruchsvolles Buch, das ich gerne empfehle.

Gespräche aus der Community

Ich lese gerade die Unperfkten von Tom Rachman. Es geht um das Ende einer Zeitung und die Zukunft der Mitarbeiter. Ich glaube, immer mehr Zeitschriften, Zeitungen und auch Bücher werden durch Informationen im Internet ersetzt. Wie sehr ihr das
Zum Thema
2 Beiträge
dramelias avatar
Letzter Beitrag von  drameliavor 14 Jahren
Genau, musst da mal nachgucken. Ich hab das Buch übrigens hier gewonnen und schon durch, echt interessant :)
Die Zeitung, so wie Tom Rachman sie im Roman "Die Unperfekten" beschreibt, ist ein Relikt aus alten Zeiten. Bereits in zehn Jahren wird es kaum noch Tageszeitungen geben - wozu auch. Welche Gründe fallen euch dafür oder dagegen ein? Diese Buchfrage ist teil einer LB-Aktion: http://blog.lovelybooks.de/2010/10/04/gewinnspiel-zu-die-unperfekten-von-tom-rachman/
Zum Thema
81 Beiträge
N
Letzter Beitrag von  nandervor 14 Jahren
Die Frage lässt sich doch in wenigen Worten beantworten. Es spricht einiges gegen die "gute alte Zeitung": Die Verschwendung von Ressourcen (Papier), die Unhandlichkeit (meistens) und die mangelnde Aktualität. Natürlich, wir müssten nicht immer sofort die neuesten Meldungen auf dem Schirm haben. Aber den veralteten Nachrichten den Vorzug zu geben, das ist nur Nostalgie. Und übrigens: Nicht umsonst gab es vor 100 Jahren auch schon Morgen- und Abendausgaben... Der einzige Nachteil: aus meinem IPad könnte ich kein lustiges Hütchen basteln, wenn ich mal wieder streichen muss!
Oft wird betont, dass Blogger keine Journalisten seien und umgekehrt. Auf der anderen Seite zweifeln wir den Wahrheitsgehalt einer Zeitung oft gar nicht an, beim Blog oft automatisch - wie seht ihr das? Diese Buchfrage ist Teil einer LB-Aktion: http://blog.lovelybooks.de/2010/10/04/gewinnspiel-zu-die-unperfekten-von-tom-rachman/
Zum Thema
49 Beiträge
fireezs avatar
Letzter Beitrag von  fireezvor 14 Jahren
Ich glaube ich wäre, je nachdem, wie seriös ein Blog (bzw. der Blogger erscheint) bei einer Zeitung sogar misstrauischer, als bei einem Blogger. Denn beim Blogger kann man in der Regel zumindest davon ausgehen, dass er wirklich seine eigene Meinung schreibt. Ein Journalist kann da nicht unbedingt immer so frei handeln. Aber natürlich sollte man immer bei beidem eine Auge offen haben.

Zusätzliche Informationen

Tom Rachman im Netz:

Community-Statistik

in 632 Bibliotheken

auf 87 Merkzettel

von 14 Leser*innen aktuell gelesen

von 3 Leser*innen gefolgt

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