Tom Rachman Aufstieg und Fall großer Mächte

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Inhaltsangabe zu „Aufstieg und Fall großer Mächte“ von Tom Rachman

Tooly Zylberberg liebt Tee, lange Spaziergänge und den Buchladen World's End in einem kleinen walisischen Städtchen, dessen stolze, wenn auch nicht gewinnbringende Besitzerin sie ist. Tooly hütet nicht nur tausende Bücher, sondern auch eine Fülle von Geheimnissen, ihre eigene Vergangenheit betreffend, die sie selbst nicht alle kennt. Als sie klein war, hatte Paul sie entführt und war mit ihr durch die Welt gezogen, während Sarah Chaos verbreitete, wo immer sie auftauchte. Doch waren da noch Humphrey, der griesgrämige Russe, der Bücher über alles liebte, und Venn, der Liebhaber von Sarah, ebenso charismatisch wie egozentrisch, dessen Weltsicht Tooly für immer prägen sollte. Ein Dreieck, in dem Tooly versuchte, Grund unter die Füße zu bekommen, während das Leben sie durch die Luft wirbelte. Sie fällt durch alle Netze und Raster ...

Eine außergewöhnliche Geschichte von einem außergewöhnlichen Mädchen - ein Buch zum Abtauchen und Zeit vergessen.

— hexepanki
hexepanki

Interessantes Buch - am Ende doch positiv überrascht!

— Sumsi1990
Sumsi1990

Leider uninteressant.

— Schatzdose
Schatzdose

Verplappert, nach Erfolgsmuster komponiert, nicht interessant. Die Hauptfigur Tooly ist misslungen.

— Beust
Beust

Schade, bei diesem monumentalen Titel habe ich mir wirklich mehr versprochen

— Bibliomania
Bibliomania

Interessanter und anspruchsvoller, vor allen Dingen kunstvoll komponierter Roman, aber mir war etwas zu oft der Autor herauszuhören.

— Windflug
Windflug

Künstlerisch wertvoll und zäh wie Kaugummi...

— thursdaynext
thursdaynext

Eine außergewöhnliche Lebensgeschichte, die allerdings oft zu oberflächlich bleibt. Rachman kann es deutlich besser!

— letusreadsomebooks
letusreadsomebooks

Irgendwie nicht Fisch und nicht Fleisch

— Lilith79
Lilith79

Irgendwie interessant, aber auch irgendwie nicht. Worauf läuft es denn jetzt hinaus?, frage ich mich und am Ende denke ich: Ach so. Na ja.

— DieSchwarzeKathatze
DieSchwarzeKathatze

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  • Aufstieg und Fall großer Mächte

    Aufstieg und Fall großer Mächte
    Sumsi1990

    Sumsi1990

    23. July 2016 um 21:07

    Inhalt: Tooly Zylberberg ist eine junge Frau, die eine schlecht laufende Buchhandlung führt und ihre Freizeit größtenteils mit dem Kopf zwischen Buchrücken verbringt. Als diese dann die Mitteilung ihres Exfreundes, vom dem sie schon Jahre nichts mehr gehört hat, bekommt, dass ihr "Vater" Humphrey schwer krank ist, macht sich die Protagonistin auf eine Reise zu diesem und vor allem in ihre eigene Vergangenheit, die sie bisher nicht aufgearbeitet hat. Nachdem sie es eher vorgezogen hat wegzulaufen, anstatt sich ihren Problemen zu stellen bzw. auch teilweise von ihrem Gedächtnis getäuscht wird, bringt ihr Roadtrip jede Menge Irrungen und Wirrungen sowie vor allem die Wahrheit ans Licht. Schreibstil / Layout: Der Roman ist in mittellangen Kapiteln geschrieben und nach jedem Kapitel springt man in eine neue von 3 Zeitzonen. In der einen ist Tooly ein Kind, in der zweiten eine Jugendliche und die dritte Zeitzone stellt die Gegenwart dar. Somit baut sich die Geschichte Stück für Stück auf. Mir gefällt das Cover sehr gut, wobei dieses keinen Aufschluss auf den Inhalt des Romans gibt. Fazit: Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich das Buch mag. Der Klappentext führt den Leser fast auf die falsche Spur, da ich nach diesem etwas ganz anderes erwartet hätte. Der wahre Inhalt der Geschichte baut sich auch relativ langsam auf, was sicherlich anfangs auch schwierig war! Umso weiter ich mit dem Roman war, umso spannender, komplexer und durchdachter wird die Geschichte. Sie ist tragisch wie ein Drama, beinhaltet eine ausgeklügelte Familiengeschichte, ist spannend wie ein Krimi, beschäftigt sich auch teilweise mit dem Thema Schuld und Verbrechen und hat so verdammt viel Herz! Ich hätte das Buch ab der Hälfte am liebsten gar nicht mehr weggelegt - doch dafür ist es leider zu dick :)Wäre der etwas zähe Start nicht gewesen, wäre es auf alle Fälle ein 5 Sterne Buch! Somit gibt dann 4!

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  • Aufstieg und Fall von Idolen

    Aufstieg und Fall großer Mächte
    Greedyreader

    Greedyreader

    18. March 2016 um 18:12

    In Tom Rachmans neuem Roman “Aufstieg und Fall großer Mächte” steht Tooly (Matilda) Zylberberg, 31, im Mittelpunkt. Sie hat einige Zeit zuvor in einem entlegenen kleinen Ort in Wales in der Nähe der Grenze zu England das World´s End, einen ehemaligen Pub, jetzt ein Antiquariat mit einem Bestand von 10.000 Büchern gekauft, das schon den Vorbesitzern rückläufige Einnahmen beschert hatte. Tooly macht nur noch Verluste und bezahlt Fogg, 28, ihren Angestellten, aus ihren Ersparnissen. Das Aus für den Laden ist abzusehen.Eines Tages erhält Tooly eine E-Mail von Ex-Freund Duncan in New York, der ihr mitteilt, dass sie sich dringend um ihren alten Vater in Brooklyn kümmern müsse. Tooly fliegt in die USA und findet Humphrey gebrechlich und krank in einem ärmlichen Zimmer in einer heruntergekommenen Gemeinschaftsunterkunft. Der alte Mann hatte sich in ihrer Kindheit und bis zum 21. Lebensjahr liebevoll um sie gekümmert und ihr die Welt der Bücher nahegebracht. Tooly kennt Humphrey als russischen Emigranten mit Gulag-Erfahrung, der nur gebrochen englisch mit starkem Akzent sprach. Tooly wundert sich, dass der russische Akzent völlig verschwunden ist und beschließt, Humphreys Geheimnis zu lüften sowie auch alle anderen Rätsel ihrer Kindheit zu lösen. Da gab es noch die attraktive Sarah mit den vielen Affairen sowie den charismatischen Venn, der die Menschen manipuliert und ausnutzt und dubiosen Geschäften nachgeht. Venn war Toolys Idol. Er brachte ihr bei, sich an nichts und niemand zu binden. Sie sah in ihm ihren Freund und Beschützer und wollte in allem so werden wie er. Und dann war da noch der introvertierte Informatiker und Vogelkundler Paul, der immer für ein Jahr an entlegenen diplomatischen Außenposten arbeitete. Er schien auf der Flucht zu sein und konnte nicht in die USA zurück. Mit ihm kam Tooly von Australien nach Bangkok und lebte bei ihm bis zu ihrem 10. Lebensjahr.Rachman erzählt Toolys Geschichte auf drei Zeitebenen: 1988 mit Paul in Bangkok, 1999/2000 mit Humphrey in Brooklyn und 2011 in Wales und unterwegs auf den Spuren der Vergangenheit. Die einzige Konstante in der New Yorker Zeit ist der alte Mann. Sarah und Venn erscheinen sporadisch und verschwinden immer wieder unangekündigt für unbestimmte Zeit. Die Menschen, die in Toolys Leben eine Rolle spielen, werden mit ihren Vornamen vorgestellt. Der Leser erfährt lange nicht, wer ihre Eltern sind, und Tooly findet erst bei ihren Recherchen im Jahr 2011 heraus, was damals wirklich geschah und in welchem Umfang die Menschen, die ihr nahestanden, sie belogen haben. Die Wahrheit ist so grausam, dass der Leser sich nur wundert, wie sie ohne Hass und Verbitterung ihrem Leben eine neue Richtung geben kann.Der Roman behandelt anhand von Toolys Geschichte eine Reihe von Themen: Was wissen wir wirklich über unsere Kindheit? Was bedeutet Familie? Freundschaft und Liebe, Verantwortung, Selbstlosigkeit, aber auch Skrupellosigkeit und Verrat spielen eine Rolle. Der rätselhafte Titel verweist auf weltpolitische Ereignisse vor allem in dem Zeitraum, den der Roman abdeckt: Aufstieg der USA zur Weltmacht und wirtschaftlicher und politischer Niedergang, Völkermord in Ruanda, Kampf gegen den Terrorismus, Kriege in Afghanistan und im Irak, das Amtsenthebungsverfahren gegen Bill Clinton, neue Technologien, Chinas Aufstieg zur Weltmacht, zum größten Gläubiger der USA usw."Aufstieg und Fall..." besticht durch Rachmans sorgfältige Charakterisierung seiner Figuren und liest sich trotz seiner vielen Rätsel und seiner komplizierten Struktur sehr gut. Der Autor macht sich einen Spaß daraus, dem Leser wichtige Informationen lange vorzuenthalten. Er tappt ebenso im Dunkeln wie die Protagonistin. Dadurch wird Spannung aufgebaut. Der Roman ist stellenweise sehr witzig - vor allem in den Dialogen zwischen Tooly und Humphrey. Toolys Geschichte berührt den Leser und wirkt lange nach. Ich empfehle den Roman ohne Einschränkung.

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    • 2
  • Rezension zu "Aufstieg und Fall großer Mächte"

    Aufstieg und Fall großer Mächte
    Schatzdose

    Schatzdose

    29. February 2016 um 11:02

    Von diesem Buch war ich sehr enttäuscht. Der Beginn in der kleinen Buchhandlung - dazu noch in Wales - hat mich auf eine völlig falsche Fährte geführt. Ich dachte, es wäre ein Buch, dass mich sofort in seinen Bann ziehen würde. Aber weit gefehlt: über weite Strecken fand ich es nur langweilig. Teilweise sind mir die Zusammenhänge zwischen den drei Zeitsträngen völlig entglitten. Ich habe mich zwar bis zum Ende durchgeschlagen, aber das Lesen war eine Qual. Auch der Buchtitel hat sich mir nicht wirklich erschlossen. Alles in allem kann ich nicht mal richtig in Worte fassen, um was es ging. Ich kann das Buch nicht empfehlen. Aber über Geschmack lässt sich nicht streiten, wie man an den anderen Bewertungen sehen kann.

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  • Bleibt man sein Leben lang der Gleiche?

    Aufstieg und Fall großer Mächte
    serendipity3012

    serendipity3012

    Bleibt man sein Leben lang der Gleiche? Die Frage nach Identität, danach, ob man mit 80 noch der Gleiche ist, der man mit 8 war, stellt sich Tooly Zylberberg eigentlich nicht, denn sie ist sich sicher, dass sie schon als Kind genauso war, wie sie im Jahr 2011 als Frau in ihren frühen Dreißigern ist. Hier lernen wir sie kennen: als Inhaberin einer Buchhandlung, die so schlecht läuft, dass es nur eine Frage der Zeit zu sein scheint, wann Tooly und ihr einziger Mitarbeiter Fogg den Laden schließen müssen. Trotzdem zieht sich genau jene Eingangsfrage durch ihr Leben und somit auch durch den vorliegenden Roman. Toolys Lebensgeschichte ist voller Leerstellen, nicht nur der Leser kann Tooly zu Anfang schwer einschätzen, auch sie selbst weiß nicht recht, wo sie herkommt und wo sie hingehört. „Aufstieg und Fall großer Mächte“ von Tom Rachman beschreibt Toolys Suche nach ihren Wurzeln, die mit der E-Mail ihres Ex-Freundes Duncan, mit dem sie um die Jahrtausendwende liiert war, beginnt. Ihr Vater sei sehr krank, schreibt er, und Tooly fragt sich, wen er damit wohl meinen könnte. Sie macht sich auf den Weg, die Rätsel um ihre Herkunft zu lösen. Rachmans Roman erzählt Toolys Leben auf drei Zeitebenen: Im Jahr 1988 lebt sie fast zehnjährig mit Paul in Bangkok, sie leben zurückgezogen und verstecken sich offenbar vor etwas oder jemandem, und sie ziehen immer weiter, bleiben nirgends länger als ein Jahr. 1999 dann wohnt Tooly in New York zusammen mit dem alten Humphrey, der mit russischem Akzent spricht und ihr das Schachspielen beibringt. „Was ist >Wot-car„Was Wodka ist? Ist wie Wasser, nur mit Folgen.“ „Mit Folgen?“ „Ich meine, mit nicht so schönen.“ Er betonte das „nicht“. „Für hochqualitativen Schachathleten ist Wodka hochschädlich.“ Die sprunghafte Sarah kommt und, geht und dann ist da noch Venn, immer ein wenig geheimnisvoll, eine starke Identifikationsfigur für Tooly. In der WG ihres Freundes Duncan geht sie ein und aus. Die dritte Zeitebene ist die der Gegenwart im Jahre 2011. Als Leser tappt man in Rachmans Roman lange Zeit im Dunkeln, er entwirrt die Fäden um Toolys Vergangenheit nur langsam und erzählt immer abwechselnd aus den verschiedenen Jahren. Auf fast 500 Seiten erfahren wir, wer Paul war, warum sie ein unstetes Leben führten, und ebenso, was es mit all den anderen Protagonisten auf sich hat. Toolys Bezugspersonen waren immer Ältere, und sie musste früh erwachsen werden. Nach außen gibt sie sich zuweilen ein wenig hart und abgebrüht, aber es wird doch immer wieder deutlich, dass das nur Fassade ist. Tooly ist eine selbstbewusste junge Frau auf der Suche nach dem Rätsel ihres eigenen Lebens. Rachmans Buch ist ein Roman über Freundschaft und die Wichtigkeit von Bezugspersonen und von Bindungen zu Menschen überhaupt, aber auch über die Wichtigkeit von Bindungen an Orte. Tooly hat keinen Ort, der für sie Heimat wäre, einen Ort zum Zurückkehren, und ebenso scheint es sich mit den Menschen zu verhalten: Es fällt ihr schwer, sich wirklich auf andere einzulassen. Gute zwanzig Jahre Zeitgeschichte umfasst Rachmans Roman, die den Hintergrund zu seiner Geschichte bilden. Zwanzig Jahre „Aufstieg und Fall großer Mächte“. Liebenswerte, teils skurrile Charaktere, komplex und überzeugend gezeichnet, große Fragen des Lebens leichtfüßig eingeflochten, teils traurig, teils humorvoll. Ein Roman, der Spaß macht und der eine einzigartige Atmosphäre schafft. Eine Reise in Toolys Vergangenheit, in die man ihr nur zu gerne folgt. „Im Leben“, verkündete sie, „gibt es immer solche, die bleiben, und solche, die immer weiterziehen.“ Vielleicht wird Tooly am Ende ja bleiben.

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    • 3
  • Welche großen Mächte?

    Aufstieg und Fall großer Mächte
    Bibliomania

    Bibliomania

    20. August 2015 um 17:57

    Von denen habe ich wirklich nicht viel gespürt, dafür einen Haufen fiese, egoistische, unsympathische Charaktere kennengelernt. Tooly ist Anfang 30 und betreibt ein Antiquariat in einem kleinen Dorf irgendwo in Wales. Eine schöne Idee. In diesem Buch erfahren wir ihr Leben, das eigentlich ziemlich turbulent abgelaufen ist. Doch obwohl so viel passiert, konnte mich das Buch nicht packen. Ihre Eltern nennt sie bei ihren Vornamen, hat nie einen wirklichen Job und ist lange Zeit mit einem alten Mann durch die Welt gereist. Hin- und hergerissen zwischen Paul, Sarah, Venn und Humphrey, beendete sie mit 10 Jahren die Schule und wurschtelt sich seitdem durch Leben. Sie hat keine wirklich eigene Wohnung, keine Freunde und ihr Job geht auch den Bach runter. Irgendwie sucht sie immer noch ihren ganz persönlichen Platz in der Welt. Es mag sein, dass sich Toolys leben "wie ein Kaleidoskop" lesen mag, aber für mich wars leider nur ganz gut.

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  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2015

    Das Schloss der Träumenden Bücher
    Daniliesing

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2015? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2015 bis 31.12.2015. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2015 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch, in dem es um Bücher, Literatur und / oder das Lesen geht. Ein Buch, dessen Cover hauptsächlich (am besten ausschließlich) Schwarz und Weiß ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 2 Wörtern besteht. Ein Buch mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3 oder weniger Sternen auf LovelyBooks. (Das Buch muss mindestens 3 Bewertungen haben, es gilt der Zeitpunkt, zu dem du zu lesen beginnst.) Ein Buch von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast. Ein Buch, das gedruckt bisher ausschließlich als Hardcover erschienen ist. Ein Buch, das in Asien, Südamerika oder Afrika spielt. Ein Buch mit mehr als 650 Seiten. Ein Buch mit einer jungen und einer älteren Hauptfigur, mindestens 40 Jahre Altersunterschied. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension sowie keine Kurzmeinung gibt. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch mit einen elektrischen Gegenstand auf dem Cover. Ein Buch, in dessen Buchtitel gegenteilige Wörter / Dinge genannt werden. Ein Buch von einem Autor, der bisher ausschließlich dieses eine Buch veröffentlicht hat. Ein Buch, das durch seinen Titel & sein Cover auf eine ganz bestimmte Jahreszeit hindeutet. Ein Buch, in dem mindestens 3 unterschiedliche fantastische Wesen vorkommen. Ein Buch das, egal ob im Original oder in der Übersetzung, einen Literaturpreis gewonnen hat. (Bitte den Namen des Preises mit angeben.) Ein kunterbuntes Buch. Ein Buch, dessen Buchtitel eine Aufforderung ist. Ein Buch, bei dem die Initialen des Autors 2 aufeinanderfolgenden Buchstaben im Alphabet entsprechen. Ein Buch, das erstmalig 2015 in dieser Sprache erschienen ist. Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast. (Bitte verrate auch von wem und zu welchem Anlass.) Ein Buch, in dem ein Tier von großer Bedeutung ist. Ein Buch mit Streifen auf dem Cover. Ein Buch, das eine Buchreihe abschließt. Ein Buch, das kein Roman ist. Ein Buch, das in einem Verlag erschienen ist, dessen Verlagsname mit dem selben Buchstaben beginnt oder endet wie dein Vor- oder Nickname. Bitte den Vornamen ggf. mit angeben ;) Ein Buch, in dessen Titel das Wort "Liebe" vorkommt. Eines der 5 Bücher, die schon am längsten ungelesen in deinem Regal stehen. (Falls du es weißt, verrate doch, wie lange du es schon besitzt.) Ein Buch, das für dich ein außergewöhnlich schönes Buchcover hat. Ein Buch, das verfilmt wurde oder sicher verfilmt wird. Ein illustriertes Buch. Es sollten richtige Zeichnungen und nicht nur Verzierungen am Seitenrand sein. Ein Buch, das zuerst auf Deutsch erschienen ist und ins Englische übersetzt wurde. Ein Buch, dessen Autor bereits verstorben ist. Ein Buch, das einen Monat im Buchtitel hat. Bitte lies das Buch auch in dem Monat, der im Titel vorkommt. Ein Buch, in dem es um Musik geht. Ein Buch, von dem du dachtest, du würdest es niemals lesen, weil es z.B. nicht deinen Lieblingsgenres entspricht. Ein Buch mit Blumen / Blüten auf dem Cover. Ein Buch, das eine Krankheit oder Behinderung thematisiert. (Bitte gab auch an welche!) Ein blutiges Buch. Ein Buch, in dessen Titel mindestens ein Wort aus einer anderen Sprache vorkommt. (Es darf nicht im deutschen Duden stehen.) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2015 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com Die Challenge wird im Januar 2016 ausgewertet! Wer vorher sein Jahresziel erreicht hat, kann mir eine kurze Nachricht schreiben. Teilnehmer: 0VELVETVOICE0 19angelika63 (1/40) 78sunny (40 / 40) AberRush (30 / 30) Aduja 1(2/20) Aglaya (40 / 40) Agnes13 (40/40) Ajana (14/20) Alchemilla (1/40) Aleida (30 / 30) allegra (20 / 20) Alondria (22 / 20) Amaryllion (13/20) Amelien (19/20) ANATAL (31/30) andymichihelli (40/40) angi_stumpf (40 / 40) Aniday (36 / 30) Annilane (0/30) Anniu (16/30) anra1993 (33/40) Anruba (33/40) anybody (13/40) apfel94 (0/40) Arachn0phobiA (40 / 40) Aria_Buecher (15/40) Arizona (22/20) Ascheflocken (12/40) AuroraBorealis (14/20) Ayda (3/20) baans (8/30) Backfish (7/20) Bambi-Nini (25/20) ban-aislingeach Belicha (2/20) Bella233 (40 / 40) Bellis-Perennis (40 / 40) BethDolores (0/40) BiancaWoe (8/20) Bibliomania (32 / 30) Birgit1985 (20 / 20) black_horse (40 / 40) blauerklaus (24/20) Bluebell2004 (35/20) BlueSunset (36/30) bookgirl (30/40) Bookling (0/20) bookscout (33/30) Bookwormy (3/20) Bosni (21/20) buchfeemelanie (18/30) Buchgeborene (1/40) Buchgespenst (30 / 30) 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    • 8480
  • Aufstieg und Fall großer Mächte

    Aufstieg und Fall großer Mächte
    Windflug

    Windflug

    27. June 2015 um 14:37

    Tooly Zylberberg hat ihr Leben lang immer auf dem Sprung gelebt. Ihre Kindheit war geprägt durch merkwürdige Begegnungen und eine Handvoll Menschen, von denen sie bis heute nicht weiß, wer sie eigentlich sind. Jetzt ist sie Anfang 30 und seit kurzem Besitzerin eines kleinen Buchladens in Wales - da reißt ein Anruf aus den USA sie mitten hinein in ihre Vergangenheit. Und diesmal wird sie herausfinden, was da eigentlich passiert ist. ... so ähnlich. Das Buch ist ziemlich schwer zusammenzufassen. Und ich kann jetzt schon sagen: Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich es total toll oder eher mittelmäßig finde. In jedem Fall ist es gut geschrieben und sehr geschickt komponiert. Man springt immer zwischen drei Zeitebenen hin und her: 1988, 1999/2000 und 2011. Man hat also einmal Tooly als kleines Mädchen, einmal Tooly mit Anfang Zwanzig und einmal Tooly im Heute. Das funktioniert nach einer kurzen Eingewöhnung sehr gut. Was das Buch ausmacht, ist die Tatsache, dass man nicht nur zusammen mit Tooly ihre Vergangenheit begreifen lernt, sondern teilweise natürlich noch weniger weiß als sie, gerade am Anfang. Das macht das Lesen zuerst etwas mühsam, weil man so mitten in ein fremdes Leben hineingeworfen wird. Aber das macht es auch sehr reizvoll, weil man eben so mitten in ein fremdes Leben hineingeworfen wird ... Passieren tut die meiste Zeit gar nicht allzu viel. Spannend ist die Sache einfach dadurch, dass man wissen möchte, wie alles zusammenhängt - etwas ähnlich wie bei "Der Gott der kleinen Dinge", nur weniger dramatisch und poetisch und sprachlich berauschend, sondern mehr ... ja, ich weiß gar nicht. Nüchtern-philosophisch-gesellschaftskritisch? Was mich nämlich doch mehrfach ziemlich gestört hat, waren die in die Handlung verwobenen Monologe diverser Figuren über politische, gesellschaftliche und technologische Probleme unserer Zeit. Die fand ich erstens nur teilweise in sich interessant und zweitens und vor allen Dingen meist sehr gewollt und unnatürlich hineingestopft in die Geschichte. Ich hörte da immer den Autor reden, und das stört doch etwas den Lesefluss, wenn der einem dauernd dazwischenquakt. ;-) Und was bleibt jetzt nach dem Lesen übrig? Ich bin mir nicht so sicher. Es ist kein Roman, der mich gefühlsmäßig stark berührt hat. Aber es ist einer, bei dem man beim Lesen sein Hirn benutzt, und das ist ja nicht das Schlechteste. Einige Situationen, Figuren und Geschehnisse haben sich unbemerkt doch in mein Gedächtnis eingenistet und sind mir auch nach Wochen noch irgendwie nah. Aber ich könnte jetzt nicht sagen, worum es eigentlich geht, oder was der Autor mir mit dem Roman mitteilen möchte. Und was der Titel bedeutet oder mit dem Roman zu tun hat, hat sich mir auch nach dem Lesen noch nicht erschlossen. ;-) Fazit: Ein durchaus lohnenswertes Buch, aber für mich keins, dass man unbedingt gelesen haben muss. Das Rückwärts-Aufrollen einer Geschichte hat uns wie gesagt Arundhati Roy schon lange vorgemacht und dabei eine in meinen Augen relevantere Geschichte in sprachlich herausragenderer Weise erzählt. Aber natürlich ist "Aufstieg und Fall großer Mächte" ansonsten eine völlig andere Art von Roman. Nüchterner und hintergründiger (auch wenn ich flache Person den tiefsten Grund wohl nicht erreicht habe ;-)). Ich glaube, ich mag es doch. Auf jeden Fall mag ich es nicht nicht. ;-)

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  • Wenig fesselnde, zähe Lektüre

    Aufstieg und Fall großer Mächte
    uli123

    uli123

    13. June 2015 um 11:33

    Die Protagonistin Tooly, Anfang Dreißig, betreibt in Wales eine mehr recht als schlecht florierende Buchhandlung. Ein  Anruf ihres Ex-Freundes aus New York ist Anlass für sie, ihrem Leben auf den Grund zu gehen. Dieses ist seit ihrer Kindheit sehr mysteriös und unstrukturiert. Auf drei Zeitebenen – 1988, 1999 und 2011 – folgen wir der unsteten Tooly über den ganzen Globus. Immer ist sie von undurchsichtigen Begleitern umgeben. Wenngleich es interessant war, Tooly zu folgen auf der Suche nach einer Antwort, wer sie eigentlich ist, habe ich mich doch regelrecht durch das Buch quälen müssen. Viele Passagen und Monologe sind langatmig. Vor allem politische Gespräche der Romanfiguren empfand ich als völlig daneben. Die Geschichte ist schlichtweg nicht glaubhaft mit all ihren exzentrischen Personen. Gefallen haben mir allenfalls geschichtliche Rückblicke. Ich kann das Buch nur eingeschränkt empfehlen.

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  • Gut geschrieben und interessant, aber schwer zu bewerten

    Aufstieg und Fall großer Mächte
    Lilith79

    Lilith79

    Für mich war es sehr schwierig mir ein abschließendes Urteil über dieses Buch zu bilden und ich habe überdurchschnittlich lange gebraucht, um es durchzulesen (ca. 2 Wochen), was nicht daran liegt, dass es mir gar nicht gefallen hat, aber es hat mich auch nicht in dem Maß gefesselt, das ich ständig dran geblieben wäre. Es war durchaus interessant und der Schreibstil ist großartig, auch sind die Charaktere interessant und ich fand sie auch liebenswert. Mein Problem mit dem Buch war, dass der Autor irgendwie nicht zu wissen scheint, was er eigentlich schreiben will, einen Roman, in der seine Charaktere und ihre Entwicklung im Fokus stehen oder eine gesellschaftspolitische Auseinandersetzung mit für die jeweilige Epoche relevanten Fragen. Natürlich ist es möglich beides miteinander zu verbinden (gerade erst auf absolut brilliante Weise geleistet zum Beispiel von Michael Thomas mit "Wir sind nicht wir"), aber aus meiner Sicht ist das Tom Rachman nicht besonders gut gelungen, denn während seine Geschichte auf ihrer jeweiligen Ebene für sich alleine gut funktioniert (wird von Toolys Leben erzählt, ist dies durchaus faszinierend und die Charaktere werden lebendig und die Dialoge im Buch sind auch scharfsinnig und regen zum Nachdenken an), so kommt es ständig zu einem merkbaren Bruch wenn die Geschichte von einer Erzählung in einen Dialog zwischen 2 Personen umschlägt. Die debattierenden oder jeweils sprechenden Personen in den Dialogen wirken dort oft wie ein reines Mittel zum Zweck, was eventuell ein absichtliches Stilmittel sein soll, aber einfach dazu führt, dass man den Eindruck erhält, dass die diskutierenden Personen lediglich als Vorwand für die theoretisierenden Inhalte dienen. Ich hatte auch öfters den Eindruck, dass die Charaktere in den Dialogen völlig austauschbar sind, jede Person hätte jeden Dialog von sich geben können. Das und die Tatsache, dass das Ende für den ganzen Zynismus des Buches dann irgendwo doch ganz schön "Heile Welt" kitschige Züge hatte, hat mich am Ende dazu bewogen dem Buch nur 3 Sterne zu geben.

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    • 2
  • Die Suche nach der Vergangenheit wird zum Puzzle-Spiel ...

    Aufstieg und Fall großer Mächte
    Insider2199

    Insider2199

    Die Suche nach der Vergangenheit wird zum Puzzle-Spiel ... Dies war mein erster Roman von Tom Rachman, der mich mit diesem Buch so begeistern konnte, dass ich mir nicht nur diese Geschichte irgendwann noch ein zweites Mal durchlesen werde, sondern mich jetzt schon auf seinen Erstling „Die Unperfekten“ freue. Zum Inhalt: Die Geschichte von Matilda Zylberberg – kurz Tooly genannt – wird dem Leser in 3 parallel erzählten Zeit-Ebenen näher gebracht: die 10-jährige Tooly, die 1988 mit Paul von Stadt zu Stadt zieht und irgendwann über Australien schließlich in Bangkok landet; die 21-jährige Tooly, die während des Jahrtausendwechsels mit dem Buch-/Schach-Liebhaber Humphrey in New York zusammen lebt und den Jura-Studenten Duncan kennen lernt, während Sarah und deren Liebhaber Venn, den Tooly idealisiert, Chaos in ihr Leben bringen; und schließlich die 32-jährige Tooly, die sich 2011 in einem Dorf in Wales in ihrem nicht gewinnbringenden Buchladen World's End vor ihrer Vergangenheit wie in einem Schneckenhaus verkriecht, bis Duncan ihr durch eine E-Mail mitteilt, dass ihr Vater sie in New York brauche. Wie in einem Puzzle-Spiel fügen sich die Teile ihrer verdrängten Vergangenheit langsam zusammen. Meine Meinung: Dieser Roman ist nichts für ungeduldige Gemüter. Inhaltlich passiert nicht wahnsinnig viel, denn der Fokus liegt bei diesem Buch eindeutig auf den Figuren und deren psychologischer Verstrickungen. Diesen schillernden Figuren wird hier sehr viel Raum und auch Zeit gegeben, sich zu entfalten, wobei der Leser in allen drei Zeit-Ebenen nur Toolys Sichtweise kennen lernt. Dadurch entsteht eine starke Identifikation mit der Heldin, die sich dadurch noch verstärkt, dass Toolys Frust, keine ausreichenden Antworten auf ihre Fragen zu erhalten, sich auch auf den Leser überträgt und er so ihre Gefühlslage sehr gut nachempfinden kann. Die Spannung entsteht durch aufgeworfene Fragen, die sich durch die Erzählstruktur ergeben. Sprachlich sehr faszinierend und mit vielen Weisheiten angereichert, die einen starken und bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Titel ist nicht nur politisch gemeint und erschließt sich ebenfalls erst gegen Ende des Romans, genauso wie die Erkenntnis, dass nichts so ist wie es anfangs den Anschein machte ... Fazit: Der Roman hat bei mir einen starken, bleibenden Eindruck hinterlassen und wird noch lange nachwirken! Selbst als Nicht-Politik-Interessierte wie ich findet man Rachmans Exkurse interessant, wobei für meinen Geschmack zu viele Figuren über Politik sprechen. Toolys Reise in die Vergangenheit hat mich persönlich emotional sehr berührt, daher kann ich das Buch jedem Leser empfehlen, der gerne Anspruchsvolles, aber dennoch Unterhaltendes mag, denn dieser Roman hat jeden seiner 5 Sterne verdient, eigentlich sogar noch mehr! :-)

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    • 6
  • I was bored stiff...

    Aufstieg und Fall großer Mächte
    thursdaynext

    thursdaynext

    17. May 2015 um 11:34

    „Bücher“, sagte er „sind wie Pilze. Sieht man nicht hin, vermehren sie sich. Ihre Zahl wächst nach den Regeln von Zins und Zinseszins: Ein Interesse führt zu nächstes Interesse, und das verbindet sich mit drittes Interesse. Und schwups, hast du nicht gesehen, hat man mehr Interesse als Platz im Schrank.“ Humphrey, vorgeblicher Exilrusse, natürlich Schachpieler, hat so seine ganz eigene Erklärung der Welt und Matilda saugt seine Worte auf. Matilda genannt Tooly, die in Aufstieg und Fall großer Mächte auf der Suche ist. Suchend nach Vergangenheit, Liebe, den Personen die ihr Geborgenheit in einer außergewöhnlich seltsamen Kindheit gaben. Mutter Sara und Vater Paul haben aus unterschiedlichen Gründen versagt. Sara aus Egoismus und Egozentrik, Paul mangels Duchsetzungsfähigkeit und sozialer Kompetenzen. „Menschen sahen die Welt nicht, wie sie war; sie sahen sie so, wie sie selbst waren.“ So pendelt Tooly alias Matilda auf der Suche nach sich selbst zwischen Vergangenheit und Zukunft und zwischen ihren selbst auserkorenen Familienmitgliedern durch die Welt. Hängt an den Lippen und Weisheiten derer die sie geistig und emotional nähren. Ist auch mit ihrer kleinen, erfolg- und ertraglosen Buchhandlung im Waliser Nirgendwo noch unruhig, kann nicht sesshaft sein. Zuvieles in ihrem Leben ist hinter undurchsichtigen Schleiern verborgen. Stilistisch hochkarätig und in immer schön gedrechselten Sätzen; ist für sie doch der Weg das Ziel. Das liest sich anfangs beschwingt, flüssig und leicht. Doch es wird zäh. Mir zumindest, die mit keinem der dargestellten, befremdlich skurrilen Charakter warm wurde. Die Protagonistin nervig, flatterhaft und suchend. Die Nebencharaktere in ihren eigenen kleinen Welten, die sich im Laufe der Seiten immer mehr entblättern, gefangen. Der Rückblick auf Matilda als Kind schwer zu ertragen, wächst sie doch in sehr traurigen Zuständen auf. Ein Buch welches sich, zusammen mit seiner Protagonstin auf die Suche begibt. Für mich die Suche nach dem Ursprung der Resilienz. Des Überlebens- und Durchhaltewillens in widrigen Umständen aufwachsender Kinder. Gefunden habe ich ihn nicht; allenfalls ansatzweise in Neugier und Offenheit für das Leben. Das kann man wohl auch nicht, scheint es doch schlicht eine Charakterfrage zu sein weshalb manche Menschen sie haben und andere aufgeben und verzweifeln. Während Tooly suchte und suchte in Vergangenheit und Gegenwart bin ich als Leserin fast verzweifelt am Widerspruch zwischen der Kunst der schönen Sätze und des aussagekräftigen Subtextes, den Tom Rachman, großartig entlarvend, allen seinen Charakteren in den Mund legt. Dieses Buch ist, trotz wucherndem Mycels, keines der sich pilzartig verbreitenden Bücher, die im Eingangszitat erwähnt werden. Für mich ist es eine Eintagsfliege. Ein langes Larvenstadium erzeugt nicht zwangsläufig ein evolutionäres, oder bibliophiles Highlight. Was in Erinnerung bleibt ist Langeweile auf hohem künstlerischem Niveau.

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  • Gelungener Schreibstil, aber kein gelungener Roman

    Aufstieg und Fall großer Mächte
    letusreadsomebooks

    letusreadsomebooks

    13. May 2015 um 12:03

    Tooly Zylberberg ist Anfang dreißig und Besitzerin einer Buchhandlung in Wales. Ihre Zeit verbringt Tooly fast ausschließlich mit lesen und Wanderungen durch die Umgebung ihres Heimatdorfes. Durch die E-Mail eines Freundes wird die Erinnerung an ihre Kindheit und Jugend wieder hervorgerufen, doch diese Kindheit ist Tooly selbst nicht besonders klar. Sie lebte in Bangkok, Italien und New York. Und was wurde eigentlich aus den verschiedenen Menschen, Humphrey, Sarah und Venn, die Tooly großgezogen und ihr Leben zu großen Teilen bestimmt haben? Die Geschichte reicht von den 1980er Jahren und dem Ende des kalten Krieges bis zur Gegenwart… Tom Rachmans zweiter Roman Aufstieg und Fall großer Mächte erzählt die Lebensgeschichte von Tooly mit vielen Zeitsprüngen. Zum einen wird aus Toolys früher Kindheit in Bangkok berichtet, wo sie mit ihrem Vater lebte. Daneben steht ihr unstrukturiertes Leben in New York und ihr beschauliches Leben in Wales, das durch die Mail des alten Freundes jäh gestört wird. Die vielen Zeitsprüngen haben auf der einen Seite für Spannung gesorgt, aber obwohl Tooly immer älter wurde, konnte ich keine richtige Entwicklung feststellen. Leider sind die Sprünge aus meiner Sicht nicht immer passend gesetzt, so dass manche Situationen zu abrupt beendet werden und die Geschichte in eine neue Zeitebene springt. Diese fehlende Entwicklung ist mir vor allem bei dem Sprung von Bangkok nach New York aufgefallen. Ich hatte nie wirklich den Eindruck, das Tooly ihre Kindlichkeit ablegen kann. Die ganze Zeit erschien sie mir sehr unerfahren und weltfremd, was in manchen Passagen des Buches nervig war. Die Menschen, die Tooly erzogen haben, sind alles extreme und schräge Charaktere. Besonders gefallen hat mir Humphrey, der Tooly in die Philosophie einführt und scheinbar ihr einziger Beschützer und eine Vaterfigur ist. Die anderen beiden wichtigen Personen sind Sarah und Vrenn, die auch großen Einfluss auf ihr Leben haben, aber für mich längst nicht so spannend waren wie Humphrey. Der Schreibstil ist eher ausschweifend und bietet auch spannende Dialoge. Tom Rachmans wirklich guter Stil kommt vor allem bei der Beschreibung von Toolys Buchhandlung in Wales zur Geltung, der gerne mehr Zeit hätte gewidmet werden können. Die Darstellung sorgt für ein sehr plastisches Bild des Ladens. Leider wurde aus der gewählten Zeitgeschichte zu wenig gemacht. Immer wieder werden die Auswirkungen des kalten Krieges und der digitalen Revolution angesprochen, diese haben aber keinen Einfluss auf die Handlung. Das Leben von Tooly ist wirklich außergewöhnlich und schneidet viele spannende Themen an, die aber häufig realitätsfern geschildert werden. Zum Ende des Buches war leider nicht wirklich klar, was der Autor darstellen wollte, zu viele Themen wurden nur kurz angeschnitten und nicht genügend ausgeführt. Nach Tom Rachmans Debütoman Die Unperfekten war ich sehr gespannt auf sein zweites Werk. Leider konnte Aufstieg und Fall großer Mächte meine zugegebenermaßen hohen Erwartungen nicht erfüllen. Der Schreibstil ist immer noch auf hohem Niveau, nur konnte ich mit den Charakteren nicht wirklich warm werden. Obwohl sie spannend sind, erschienen sie mir zu extrem und zu realitätsfremd. Dazu wurden zwar interessante Themen immer wieder angesprochen, aber eben nicht detailliert dargestellt, so dass ich nach beenden der Lektüre etwas ratlos war, was mir der Autor eigentlich sagen wollte.

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  • Rezension zu "Aufstieg und Fall großer Mächte"

    Aufstieg und Fall großer Mächte
    Code-between-lines

    Code-between-lines

    Zum Inhalt: Über zehn Jahre lang war Tooly Zylberberg unterwegs, reiste durch Südamerika, Asien und Europa, war in der Welt und doch irgendwie nirgendwo zu Hause, bevor sie die kleine Buchhandlung „World’s End“, einen ehemaligen Pub in einem kleinen Dorf im englischen-walisischen Grenzgebiet, kauft. Hier kommt sie nach langer Zeit erstmals zur Ruhe,  geht in den walisischen Bergen wandern und verkauft natürlich Bücher…wenn auch nicht so viele, dass der Laden gut laufen würde. Mitten in ihrem neuen, beschaulichen Leben erreicht sie eines Tages eine Nachricht von ihrem alten Freund Duncan aus Connecticut,  von der anderen Seite des Atlantik: ihrem Vater gehe es sehr schlecht und sie müsse unbedingt kommen. Mit der Frage, wen Duncan wohl mit „ihrem Vater“ meinen könne, beginnt Toolys Reise in ihre Vergangenheit – denn es gilt nicht nur die Frage zu klären, wen Duncan momentan als „ihren Vater“ pflegt, sondern endlich Licht ins Dunkel ihrer Vergangenheit zu bringen. Und so beginnt Tooly in Gedanken und Fragen zu kramen, die sie bis dahin in lange nicht mehr geöffneten Schubladen verstaut hatte: „Nur weniges konnte sie so aufwühlen wie das Nachdenken über ihre Vergangenheit.“ (S. 110/111). Tooly erinnert sich an vieles, seitdem sie ein kleines Mädchen war, und es ist ihr bewusst, dass ihre ungewöhnliche Vergangenheit sie zu dem Menschen gemacht hat, der sie heute ist – doch wie viel von ihrer Vergangenheit versteht sie wirklich? Wie kam es, dass ihr Vater sie als kleines Mädchen entführte und mit ihr von einem Ort zum anderen quer über den Globus zog, ohne jemals länger als ein Jahr an einer Stelle zu verweilen? Wer waren die Männer, die Tooly an seiner statt schließlich großzogen – der verschrobene Russe Humphrey, der für Tooly sein letztes Hemd gegeben hätte, und ihr die große Liebe zur Literatur schenkte? Der charismatische Venn, der als eine Art „Held der Unterwelt“ für Tooly immer so etwas wie ein großer Bruder war – oder doch mehr? Wie kamen diese Männer in ihr Leben – und welche Rolle spielte dabei ihre chaotische Mutter Sarah, die zumeist unerwartet irgendwo auftauchte und die Dinge, wenn schon nicht schlimmer, dann zumindest aber auch nicht einfacher machte? Eigene Meinung: Dieses Buch kam mir lange Zeit wie ein Puzzle vor. Der Leser lernt Tooly in der Gegenwart, im Jahr 2011 kennen und erfährt recht schnell, dass Tooly allerlei „Altlasten“ aus ihrer Vergangenheit mit sich herum trägt – nicht umsonst meidet sie so gut es geht den Kontakt mit anderen Menschen. „Freunde wollten eine Lebensgeschichte hören. Die Vergangenheit war bloß dann wichtig, wenn andere darüber etwas wissen wollten – sie waren es, die verlangten, dass man eine Geschichte besaß. Allein kam man auch ohne zurecht.“ (S. 61). In Rückblenden erfährt man zentrale Ereignisse aus Toolys Kindheit (1988) und ihrer Vergangenheit als noch junge Erwachsene (1999/2000), und lernt so nach und nach die Menschen kennen, die Tooly bisher durch ihr Leben begleiteten. Es ist streckenweise kein Buch, in dem sich die Ereignisse überschlagen - Tooly lebt in einer ungewöhnlichen, verwirrenden Welt, zunächst mit ihrem krampfhaft unauffälligen Vater Paul, der sich und seine kleine Tochter peinlich vor der Welt versteckt, später an der Seite des Russen Humphrey, der ihr ein väterlicher Freund und eine ihrer engsten Bezugspersonen wird, sowie Venn, der in Toolys Augen ein Held ist und ihr Bild von allem, was sie jemals sein wollte, prägt. Tooly „…hatte dabei doch immer auf ein anderes Leben gehofft – auf ein Wurmloch, durch das sie eines Tages fallen würde, von Venn gerettet.“ (S. 111). Durch diese Szenerie geistert immer wieder Sarah, von der ich schon früh befürchtet habe, dass  sie, trotz all ihrer schrecklichen Verantwortungslosigkeit, dem Chaos, das sie mit sich bringt und ihrem allgemeinen Unvermögen, Toolys Mutter ist. Nach und nach setzt sich das Gesamtbild für den Leser zusammen – und auch wenn kapitelweise nicht besonders viel passiert, gelingt es Tom Rachman, das Puzzle von Toolys Vergangenheit so faszinierend und geheimnisvoll auszulegen, dass man unbedingt am Ball bleiben und verstehen will, warum Toolys Leben bislang in diesen Bahnen verlaufen ist und hofft dabei inständig, dass doch bitte ein guter Grund hinter all dem stehen muss… Die Beschreibung der unterschiedlichen Charaktere ist dabei in meinen Augen ausgesprochen gut gelungen, so schrecklich und abstoßend und gleichzeitig hilflos Sarah geschildert wird, so liebenswürdig und warmherzig und herrlich komisch ist Humphrey. Es gibt neben Tooly mehr als eine weitere Person, für die man sich ein gutes Ende wünschen würde, und doch fragt man sich beim Lesen immer wieder, ob man auch wirklich alles richtig verstanden hat. Für mich war dies das erste Buch des Autors, das ich gelesen habe, und es hat definitiv Lust auf mehr gemacht – nach der Lektüre wandern „Die Unperfekten“ definitiv auf meinen Wunschzettel!

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    • 2
    dieFlo

    dieFlo

    17. March 2015 um 21:51
  • Außergewöhnlicher Schreibstil

    Aufstieg und Fall großer Mächte
    Carlali

    Carlali

    10. February 2015 um 12:09

    Der Roman erzählt das außergewöhnliche Leben der jetzt 30-jährigen und Bücher-Liebenden Tooly. Dabei wird Toolys Geschichte in 3 Lebensphasen geschildert, wobei jedes neue Kapitel zu einer anderen Zeit spielt. Einmal als kleines Mädchen, dann als 20- Jährige und in der Jetzt-Zeit als 30-Jährige.  Dieser Erzählstil ist auf seine Art einzigartig und führte dazu, dass manche Textstellen mehrfach gelesen werden mussten. Jedoch wurde es um so leichter, je weiter man im Buch voranschritt. Je mehr man erfuhr, desto logischer wurde das bisher gelesene und zum Schluss wird auch der letzte "Erzählfaden" entwirrt.  Gerade manche Charaktere wuchsen einem durch diese Art der Erzählung immer mehr ans Herz. Mir hat das Buch gut gefallen. Ich habe zwar lange gebraucht um mich mit dem Erzählstil des Autors anzufreunden, doch macht am Ende gerade diese Art der Erzählung das Buch zu etwas ganz besonderen, denn erst am Ende weiß der Leser wirklich warum was geschah. Ich würde dieses Buch empfehlen, falls man auf der Suche nach einem Buch mit skurrilen Persönlichkeiten und einem "neuen" Erzählstil ist.  Für Leser, welche einen "leichten Roman für Zwischendurch" suchen, ist dieses Buch nicht zu empfehlen, da es durch die vielen Unterschiedlichen Handlungsstränge einen gewissen Leseanspruch voraussetzt.

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  • Zuhause ist für manche nur ein Wort

    Aufstieg und Fall großer Mächte
    franzzi

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    Tooly kennt die Welt von klein auf. Jedes Jahr bewohnt sie ein anderes Land, reist mit Paul umher, dessen Job ihn von US-amerikanischer Botschaft zu US-amerikanischer Botschaft führt: Australien, Thailand, Punktpunktpunkt. Nur in Toolys passgegebene Heimat, die USA, führt sie die Dauerdienstreise nie. Tooly kommt in den immer neuen Schulen eher schlecht als recht zurecht, ihre Freunde sind Bücher, Charles Dickens reist mit ihr überall hin. Und wenn Tooly überhaupt ein Zuhause hat, dann wohl in der Welt der Literatur. Tooly ist die Hauptfigur, die Tom Rachman in seinem neuen Roman "Aufstieg und Fall großer Mächte" in den Mittelpunkt stellt. Tooly ist von Kapitel zu Kapitel unterschiedlich alt: 10, 21, 33. Rachman wirft Bruchstücke aus: von einem Vorgestern in Thailand, einem Gestern in New York und einem Heute in Wales. Sie wird jeweils von anderen Personen begleitet, aber wie das in Romanen so ist, treten im Heute letztlich alle Figuren der Vergangenheit wieder auf, um das Rätsel um Toolys Wurzellosigkeit und um den Verlust ihrer quasi-familiären Bindungen zu einer Handvoll anderer Wurzelloser aufzulösen. Denn die meiste Zeit lebt sie mit einem ungewöhnlichen Haufen: mit Humphrey (einem alten "nicht-praktizierender Marxisten", der am liebsten mit den Phliosophen zwischen den Buchdeckeln redet, warmherzig und mit niedlichem russischem Akzent), Sarah (eine Diva, die mit ihrem Alter ebenso wenig zurecht kommt wie mit echter Nähe und die ihren Träumen, Trugbildern und Männern mal hierhin und mal dorthin folgt) und Venn (der große Zauberer, der wegen seiner Geschäfte kaum greifbar ist und doch allen Aufmerksamkeit, Geld und Aufgaben schenkt und der die Gruppe zusammenhält, weil die anderen ihn bewundern). Rachman erzählt das mit einer angenehmen Langsamkeit. Er zeigt Toolys Frustration auf der Suche nach der verschütteten Wahrheit, indem er den Leser mit ellenlangen wie ergebnislosen Dialogen frustriert. Er wechselt die Zeitebenen, wenn es gerade spannend wird, er streut Irrwege und Andeutungen, sodass der Leser sich seiner ständigen Schlussfolgerungen nie ganz sicher sein kann - und doch löst er alles absolut konsequent und schlüssig auf. Und Rachman schafft es, neben dem offensichtlichen Plot unzählige andere Interpretationsmöglichkeiten des Titels aufzutun. Da geht es um Weltpolitik im Gestern, im Heute und in Szenarien für morgen. Da geht es um die Wandlung des Menschen, um alte und neue Mächte, um die ewige Macht des Buches und die sich stetig nach oben und unten schubsende Macht des Konsums. Da geht es um die Macht, die ein einzelner über Menschen hat, die Macht der Gefühle, die Macht der Wahrheit und die Macht, die gesellschaftliche Erwartungen wiederum auf den Einzelnen haben. Und in letzter Konsequenz lassen sich die beiden Pole, zwischen denen die 10- bis 21-jährige Tooly herumtreibt: der warmherzige wie vereinsamte Humph und der ungreifbare, begehrte und erfolgreiche Venn, als Metaphern für die beiden führenden Wirtschaftsideologien des Kalten Krieges lesen. Und Rachman wäre nicht Rachman, wenn er nicht auch hier Denkanreger, Irrwege und Scheinwahrheiten verteilen und am Ende mit einem Paukenschlag den Leser verblüffen würde. Jeder Leser kann sich in den ausgeworfenen Möglichkeiten austoben, mitdenken, weiterdenken, wegdenken, ganz wie es ihm gefällt. Dieser Roman ist keine Lebensgeschichte, er ist ein Spielplatz für Gedanken, er ist ein Glücksfall. Wie schon in "Die Unperfekten" hält Rachman bei allem Witz auch die Kälte aus, bleibt schonungslos, umschifft jeden Kitsch und erzählt dabei mit einer scheinbaren Leichtigkeit und Kraft, dass es eine Freude ist, Tooly über jeden Umweg zu begleiten. Denn sie ist, wie eine ihrer Freunde aus liebgewonnenen Romanen: Man möchte immer wieder zurückblättern, um ein bisschen länger bei ihr sein und mit ihr plaudern zu können. «"Hast Du heute schon mit jemandem geredet?" "Mit viele Leute." "Mit wem?" "Mit John Stuart Mill zum Beispiel. Und mit Jean-Jacques Rousseau. Hast Du vielleicht schon von gehört?" "Tote Philosophen zählen nicht."» (S. 160 - mehr davon in meiner Lesechronik: http://www.lovelybooks.de/bibliothek/franzzi/lesestatus/1113150332/ )

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