Die Gesichter

von Tom Rachman 
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Die Gesichter
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Positiv (40):
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Ein mitreißendes Familiendrama gewürzt mit Eindrücken aus der Kunstwelt

Kritisch (7):
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Ich konnte leider mit dem Buch nicht viel anfangen und musste es abbrechen :(

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Inhaltsangabe zu "Die Gesichter"

Ein gefeierter Künstler, ein liebender Sohn, eine Suche nach dem eigenen Leuchten

Mit einer einzigen beiläufigen Bemerkung wischt Bear Bavinsky (gefeierter Maler, zahlreiche Ex-Frauen, siebzehn Kinder) jede Hoffnung seines Lieblingssohnes Pinch beiseite, auch nur halb so viel Talent zu haben wie er. Desillusioniert zieht es Pinch raus in die Welt, in Kanada versucht er sich an einer Biografie über Bear, als Italienischlehrer in London hat er es fast geschafft zu vergessen, dass auch er einmal Großes vorhatte. Seine wahre Begabung findet er schließlich doch noch, und er schmiedet einen schier unmöglichen Plan, nicht nur sein eigenes Leuchten zu entfalten, sondern auch das Andenken seines Vaters zu retten.

Kann man gleichzeitig ein gefeierter Künstler und ein liebender Vater sein? Muss ein Sohn seinen Eltern verzeihen, nur weil sie bedeutend sind? Tom Rachman hat einen elektrisierenden und immer wieder auch nachdenklich stimmenden Roman geschrieben über das Streben nach Anerkennung – im Leben und in der Kunst.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423289696
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:31.08.2018

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    MikkaGs avatar
    MikkaGvor 3 Tagen
    ‘Portrait of the artist as a complete jerk’

    Diesen Titel gab Olga Grushin ihrer Rezension des englischen Originals in der New York Times. Also ‘Porträt des Künstlers als kompletter Dreckskerl’, um das A-Wort mal elegant zu umschiffen.

    Und es besteht kein Zweifel daran, dass Bear Bavinsky ein kolossaler Dreckskerl ist: ein selbstverliebter Egomane, der sich für Gottes Geschenk an die Kunstwelt hält und glaubt, sich daher alles erlauben zu können. Er hinterlässt reihenweise ernüchterte, unglückliche oder wütende Ehefrauen und kümmert sich meist einen Dreck um seine 17 Kinder.

    Ja, ich habe jetzt schon dreimal das Wort ‘Dreck’ verwendet, man möge es mir verzeihen.

    ‘Porträt der Bloggerin als wütende Dreckschleuder’

    Bear Bavinski ist einfach ein Charakter, den ich mit wahrer Leidenschaft gehasst und verachtet habe. Andere Menschen sind in seinem Weltbild nur dazu da, ihn zu bewundern, zu unterstützen und zu bedienen. Im Gegenzug verletzt er sie, setzt sie herab, zerstört sie, ohne sein Verhalten jemals zu hinterfragen.

    Mit einer einzigen Bemerkung vernichtet er die künstlerischen Ambitionen seines Sohnes Pinch, der sich von dieser emotionalen Wunde niemals vollständig erholen wird und seinen Vater dennoch weiterhin vergöttert. Wie seine Mutter Natalie kann er sich von Bear einfach nicht lösen.

    Noch schlimmer: der Junge vertraut dem Urteil seiner Vaters dermaßen blind, dass er seine Träume über lange Strecken des Buches aufgibt – und das, obwohl er doch eigentlich für die Kunst brennt.

    Man ahnt es: Pinch ist womöglich talentierter als Bear, und Bear kann das unmöglich zulassen.

    Manchmal bekommt man als Leser einen Eindruck davon, wie charmant und charismatisch der Künstler sein kann, wie überlebensgroß und sprühend vor Vitalität. Manchmal muss man ihm zugute halten, dass er seine Frauen und Kinder ‘liebt wie verrückt’ – jedenfalls für den Moment. Dann kann man ihn für ein paar Sekunden fast mögen. Gegen Ende entwickelt Bear darüber hinaus eine Tragik, der man sich kaum entziehen kann.

    Dennoch war ich sehr froh, dass nicht Bear der Protagonist ist, sondern sein Sohn Pinch, in vielem sein genaues Gegenteil.

    Sein ganzes Leben hindurch kämpft Pinch um die Anerkennung seines Vater und sehnt sich nach seiner Liebe. “Wach auf, das hat er nicht verdient!” möchte man ihm gerne zurufen. Man will, dass er endlich wütend wird und seine Fesseln abschüttelt, aber Pinch muss seine bescheidene Heldenreise selber antreten und den Kreis schließen – und das verläuft wahrlich nicht so, wie man es als Leser erwarten würde.

    Das liest sich oft bitter, geradezu schmerzhaft, und dennoch ist es ein wunderbares Buch.

    Die Abgründe werden ausgeglichen durch Momente der Schönheit, der Liebe und der Freundschaft – einer der großartigsten Charaktere des Buches ist Marsden, Pinchs erster und letzter wirklicher Freund im Leben.

    Überhaupt sind die Charaktere ein Highlight des Buches, und oft glänzen gerade die, die eher leisen Schrittes durchs Leben gehen. Pinch selber ist ein unwahrscheinlicher Held, doch umso mehr wünscht man sich, er möge endlich glücklich werden.

    Auch der Schreibstil konnte mich voll überzeugen,er hat einen wunderbaren Klang und eine zarte Eindringlichkeit. Seine Bilder und Metaphern sind sehr passend für ein Buch, in dem Kunst ein zentrales Thema darstellt.

    Auf ruhige Art und Weise ist die Geschichte überraschend fesselnd – eine leise, aber intensive Spannung.
    Ich musste mehr als einmal der Versuchung widerstehen, vorzublättern, um zu schauen, wie es mit Pinch weitergehen würde.

    Es geht um Kunst, um das Streben nach Anerkennung, um den Widerspruch zwischen öffentlicher und persönlicher Wahrnehmung, um Schuld und Vergebung, um persönliches Glück… Das Ergebnis ist gar nicht so sehr ein Künstlerroman als vielmehr die tragische Geschichte einer gestörten Vater-Sohn-Beziehung.

    Das Ende – die Auflösung, warum das Buch “Die Gesichter” heißt – empfand ich als gänzlich unerwartet.

    Meine erste Reaktion war eine leise Enttäuschung, gefolgt von dämmerndem Verständnis. Im Grunde ist es auf verschiedenen Ebenen ein nahezu perfektes Ende, das sowohl Bear als auch Pinch, seiner Mutter und seinen zahlreichen Geschwistern gerecht wird.

    Man muss sich allerdings von dem verabschieden, was man sich für Pinch gewünscht hätte – zu lange hat er sich schon verbogen, um den Wünschen seines Vaters gerecht zu werden. Da ist es nur gerecht, ihm als Leser den Weg, den er letztendlich für sich selber wählt, zuzugestehen.

    FAZIT

    Die Geschichte verläuft auf überraschenden Wegen, wird eher zu einer leisen Tragikkomödie als zu einem Künstlerroman und liest sich bei aller Tragik dennoch spannend und unterhaltsam. 

    Selten habe ich einen Charakter so sehr gehasst wie Bear Bavinsky, gleichzeitig hat mich sein Sohn Pinch, der eigentliche Protagonist des Buches, sehr bewegt.

    Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:
    https://wordpress.mikkaliest.de/2018/10/15/rezension-tom-rachman-die-gesichter/

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    L
    Leserin3vor 5 Tagen
    Kurzmeinung: Ein selbstherrlicher, egoistischer Künstler, der das Talent seines Sohnes vom Tisch wischt; ein Sohn, der ihn blind liebt.
    Keine leichte Lektüre

    Bear Bavinsky ist ein alles beherrschender, egoistischer Künstlervater, der gern im Angebot der Weiblichkeit wildert und insgesamt 17 Kinder mit verschiedenen Müttern zeugt. Er fegt die Hoffnungen seines begabten Sohnes Charles, Pinch genannt, mit einem einzigen beiläufig hingeworfenen Satz hinweg. Es geht in Tom Rachmans Roman "Die Gesichter" aber auch um die Welt der Kunst, in die man einen tiefen Einblick erhält. Etliche Ausflüge in die Philosophie sind ebenfalls mit dabei.

    In der Übersetzung heisst Pinch unter anderem Schwierigkeit, Not, Klemme. Und das ist der Protagonist zu Beginn auch: Er steckt quasi unter dem Stiefelabsatz seines berühmten Vaters, der als Ehemann und Partner ebenso unzuverlässig ist. Der Leser vermutet zu Beginn, dass Pinch, nachhaltig niedergeschmettert, es nie zu etwas bringen wird. Doch mit dem Tod seines Vaters und indem er nun sein Nachlassverwalter wird, wendet sich die Situation für ihn grundlegend, und er handelt in der Folge in überraschender Weise.

    Ziemlich zäh waren die ersten 120 Seiten für mich. Etliche Längen hätten mich im ersten Drittel beinahe veranlasst, das Buch nicht weiter zu lesen. Doch es hat sich gelohnt, durchzuhalten, denn die Handlung nimmt dann rasch an Fahrt auf, und Rachman entpuppt sich als recht guter Erzähler. Vor allem, was sich im Gefolge der Künstler abspielt, bei Kritikern und Galeristen, erst bei den weniger Begüterten, dann in der reichen Kunstwelt, ist durchaus lesenswert. Die Sympathien sind nicht unbedingt bei Bear, vielmehr bei Pinch und seiner Mutter, die sich erstaunlich gut in ihre Rolle fügt. Insgesamt eine bedrückende Lektüre, die ich gern wieder aus der Hand gelegt habe.

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    miau0815s avatar
    miau0815vor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Ich konnte leider mit dem Buch nicht viel anfangen und musste es abbrechen :(
    Leider nicht für mich...

    Ich war insbesondere vom Cover des Buches sehr begeistert, ich konnte kaum abwarten es zu lesen. Die Ernüchterung kam leider schnell. Eigentlich sind die Geschichte und vor allem auch die Charaktere nicht unintressant und zum Teil sehr komplex. Leider konnte ich trotzdem überhaupt nicht mit dem Buch warm werden.

    Ich habe mich ständig geärgert über die egoistischen Eltern. Den Vater, der kein Feingefühl besitzt und seinem Sohn unbewusst immer wieder vor den Kopf stößt. Die Mutter, die offenbar nur für den Vater lebt und dabei gar nicht merkt, dass ihr Sohn auch noch da ist. über den Jungen, der als Kind offenbar schon so erwachsen ist und erkennt wie er auf jede Regung seiner Mutter reagieren muss. Dann aber als Erwachsener genauso verschroben und merkwürdig wird.

    ich konnte das Buch leider nicht beenden, weil ich mich so sehr zum Lesen zwingen musste. Ich habe viel Gutes über den Autor gehört, deshalb werde ich sicher nochmal einen versuch wagen. Hier und jetzt fällt "Die Gesichter" bei mir aber leider durch!

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    skiaddict7s avatar
    skiaddict7vor 10 Tagen
    Die Suche nach Anerkennung

    „Den gefeierten Künstler – der nur sein Werkzeug benötigt und nichts weiter von der Welt will -, den gibt es nicht, hat es vielleicht nie gegeben.“

    In diesem Meisterwerk erzählt Tom Rachmann das Leben von Charles „Pinch“ Bavinsky, vom Kleinkind (1955) bis 2018. Pinch wird als Sohn eines amerikanischen Malers und einer kanadischen Töpferin in Italien geboren. Sein ganzes Leben strebt er nach der Gunst des Vaters Bear Bavinsky. Dieser bleibt meist unnahbar, beschäftigt entweder mit seiner Kunst oder mit Frauen. Eine Affäre nach der anderen, eine Ehe nach der anderen, fast 20 Kinder… Als der Vater die Familie verlässt stürzt dies die Mutter in eine Depression. Charles muss früh erwachsen werden. Er ist entschlossen, ebenfalls ein großer Künstler zu werden, dem Vater nachzueifern, um endlich dessen Stolz zu erlangen – doch dieser beachtet ihn nicht und erstickt seine Versuche, Bilder zu malen, praktisch im Keim. Die Jahre vergehen, Charles wird erwachsen. Alle paar Jahre kommt es zu lang antizipierten Treffen mit dem Vater. Jedes Mal schafft er es, Charles Leben auf eine andere Art und Weise zu ruinieren. Doch der liebende Sohn, der sich die Anerkennung des Vaters mehr als alles andere wünscht, ist hierfür blind. Und so verfolgen wir Charles sein ganzes Leben. Studium, gescheiterte Beziehungen, schließlich das Niederlassen als Sprachlehrer in London.

    Anfangs war ich nicht sicher, was ich von der Geschichte halte, der Erzähler scheint teilnahmslos und distanziert. Dennoch schafft Rachmann, eine komplex versponnene Geschichte zu erzählen, ohne dem Leser zu viel an Meinung in den Mund zu legen, so dass sich jeder seine eigene Meinung über die verschiedenen Beziehungen zwischen den Charakteren bilden kann. Die Protagonisten sind sehr lebensnah und gut aufgebaut. Der Kunst-Aspekt bringt interessante Gedanken zu Tage. Es gefiel mir, Charles sein ganzes Leben lang zu verfolgen – viele Abschnitte regen zum Nachdenken an oder machen traurig. Im Gesamten ein großartiges Werk. Klare Leseempfehlung!

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    CanYouSeeMevor 11 Tagen
    Die Gesichter

    Mit einer einzigen beiläufigen Bemerkung wischt Bear Bavinsky jede Hoffnung seines Lieblingssohnes Pinch beiseite, auch nur halb so viel Talent zu haben wie er. Desillusioniert zieht es Pinch raus in die Welt, in Kanada versucht er sich an einer Biografie über Bear, als Italienischlehrer in London hat er es fast geschafft zu vergessen, dass auch er einmal Großes vorhatte. Seine wahre Begabung findet er schließlich doch noch, und er schmiedet einen schier unmöglichen Plan, nicht nur sein eigenes Leuchten zu entfalten, sondern auch das Andenken seines Vaters zu retten.

    Die Handlung zieht sich über das gesamte Leben von Pinch. Man lernt ihn als kleinen Jungen kennen und begleitet ihn, mit einigen zeitlichen Sprüngen, durch sein gesamtes Leben. Richtig fesseln konnte mich das Buch aber nicht. Die Erzählungen plätscherten teilweise so vor sich hin, scheinbar ohne jegliches Ziel. Mit Pinch selbst (und auch mit seinem Vater Bear) bin ich nicht so recht warm geworden. 
    Pinch als Protagonist war mir ein wenig zu farblos (im Gegensatz zu dem wirklich tollen Cover des Buches). Ich konnte seine Persönlichkeit nicht ganz greifen und so war es mir ab spätestens der Hälfte des Buches auch egal, wie es mit ihm weiter geht.
    Dennoch habe ich das Buch zu Ende gelesen. Insgesamt hatte das Buch ein gewisses Etwas, das ich nicht gut in Worte fassen kann, das mich am Ball hat bleiben lassen. 

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    La_Stellinavor 11 Tagen
    Tolle Geschichte aber leider etwas langatmig

    Tom Rachman erzählt in seinem Buch "Die Gesichter" die Geschichte von Charles (Pinch) und dessen Vater, dem Künstler Bear Bavinsky. 

    Pinch versucht bereits als kleiner Junge seinem Vater zu gefallen und tut alles dafür ihm zu genügen. Leider geht der Vater nicht gerade zimperlich mit seinem Sohn um. So wirft es Pinch nicht minder aus der Bahn, als sein Vater ein von ihm gemaltes Bild schlecht beurteilt und meint er werde nie ein Künstler werden.  Jahre später meint der Vater dazu er wäre ein guter Künstler geworden. 

    Die Geschichte wird in verschiedenen Zeitabschnitten über mehrere Jahre erzählt.

    Zwischen den wesentlichen Bausteinen der Geschichte erfährt man viel über die Persönlichkeit des Egozentrikers Bear Bavinsky, Pinchs Mutter Nathalie, die sich ebenfalls als Künstlerin im Töpfern versucht, was jedoch relativ erfolglos verläuft und die zahlreichen anderen Frauen und Kinder Bear Bavinskys. Einige von ihnen fühlen sich ähnlich vernachlässigt wie Pinch. 

    Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch durch das farbenfrohe Cover, das meiner Meinung nach gut zum Inhalt passt. Bis dato kannte ich Tom Rachman und seine Bücher nicht. Anfangs hatte ich Mühe mit dem Buch warm zu werden und in der Mitte des Buches war ich so frustriert, dass ich es schon fast unbeendet weglegen wollte. Die Geschichte konnte mich lang nicht richtig fesseln. Die Handlung plätscherte meines Erachtens nur so dahin, was leider nicht zu einem Spannungsaufbau führte und recht langatmig wirkte. Im Nachhinein bin ich jedoch froh mich durchgekämpft zu haben, da es gegen Ende hin so richtig an Fahrt gewann und eine überraschende Enthüllung mit sich brachte. 

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    Frau_J_von_Ts avatar
    Frau_J_von_Tvor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Interessante Geschichte mäßig umgesetzt
    Interessante Geschichte mäßig umgesetzt

    In „Die Gesichter“ erzählt Tom Rachman die Geschichte des gefeierten Künstlers Bear Bavinsky und seines Sohnes Pinch. Charly „Pinch“ Bavinsky kämpft Zeit seines Lebens um die Aufmerksamkeit seines Vaters, wird dem egozentrischen Vorbild aber nie gerecht.
    Die Geschichte wird in Episoden über mehrere Jahre hinweg erzählt. Man erfährt viel über Pinchs Leben, aber auch über seinen Vater Bear und die Mutter Nathalie, eine sehr fragile und erfolglose Persönlichkeit, die ihrem Sohn zwar nähersteht, als es der Vater tut, ihm aber dennoch nicht den Rückhalt geben kann, den er eigentlich braucht. Als erwachsener Mann arbeitet Pinch als Kunsthistoriker und Italienisch Lehrer. Sein Vater hatte ihm schon früh prophezeit, dass aus ihm niemals ein großer Maler werden würde. Und dennoch geht Pinch, wenn auch auf seine eigene Art und Weise, seinen Weg.

    Mich hat bei diesem Buch als erstes das Cover angesprochen. Meiner Meinung nach passt es hervorragend zur Geschichte. Zudem habe ich „Aufstieg und Fall großer Mächte“ von Rachman geliebt und war neugierig auf seinen neuen Roman. Ausschlaggebend war dann jedoch die angekündigte „Vater-Sohn-Beziehung“-Geschichte.
    Leider muss ich sagen, dass mir zwar die Geschichte ans sich sehr gefallen hat, sie mir aber phasenweise zu langatmig und dadurch auch zu langweilig war. Obwohl man recht viel über die einzelnen Personen erfährt, blieben mir die Figuren doch irgendwie fremd und ich konnte nicht richtig mit ihnen mitfühlen.

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    MotteEnnavor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Ein mitreißendes Familiendrama gewürzt mit Eindrücken aus der Kunstwelt
    Family Portrait

    https://buecherregalschaetze.blogspot.com/2018/10/die-gesichter-tom-rachman.html

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    W
    weisserKakaduvor 25 Tagen
    Im Schatten des Künstlers

    Wie fühlt es sich an, nicht nur seinen eigenen Platz im Leben finden zu müssen, sondern sich auch noch gegen die alles überstrahlende Vaterfigur zu behaupten?

    Pinch wächst als Sohn von Künstlereltern auf und muss um die Aufmerksamkeit seines Vaters Bear Bavinsky kämpfen, für den als gefeierter Maler die Kunst an erster Stelle steht. Keine ideale Ausgangsposition für Charly Bavinsky, genannt Pinch, um ein eigenes Selbstbewußtsein entwickeln zu können.
    Aber nicht nur Pinch leidet unter dem egozentrischen Vater, auch Bear`s zahllose Ehefrauen und seine anderen Kinder können die Aufmerksamkeit des großen Malers nur zeitlich begrenzt genießen.
    Auch Pinch`s Mutter Natalie ist eine zu fragile Persönlichkeit, um ihrem Sohn Stärke vorleben zu können. Sie leidet zeitlebens unter der mangelnden Wertschätzung für ihre Töpferkunst und zieht sich nach der Trennung von Bear vom Leben zurück.
    Und so wird aus Pinch, nachdem sein Vater ihm prophezeit hat, dass aus ihm nie ein großer Maler werden wird, ein Kunsthistoriker und ein Italienischlehrer in London. Pinch hat sich nie wirklich von seinem Vater emanzipieren können, vielmehr versteckt er sich hinter einer bürgerlichen Fassade und geht einem Beruf nach, der ihm nur mittelmäßig Freude bereitet. Auch bei zwischenmenschlichen Beziehungen hat er kein glückliches Händchen.
    Erst als erwachsener Mann beginnt Pinch im Stillen aufzubegehren und beginnt wieder zu malen, unbemerkt von allen anderen Leuten in seiner Umgebung und insbesondere unbemerkt von seinem übermächtigen Vater. Erst spät beweist Pinch sein wahres Talent, auch wenn er den Ruhm hierfür nur heimlich genießen kann...
    Tom Rachman beschreibt eine nicht ganz einfache Vater-Sohn-Beziehung. Leider wirkt die Geschichte bisweilen etwas langatmig und obwohl ich sehr an Malerei und Kunst interessiert bin, blieben mir sowohl Bear als auch Pinch seltsam fremd und unsymphatisch. Kein Lese-Muss.

           

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    S
    Saskia_HBvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein nah an der Realität führendes Buch. Der Druck erfolgreich und dennoch Familiär zu leben und dessen folgen? der Weg liegt in der Mitte
    Entscheidung zwischen Kariere oder Familie

    Ich bin auf das Buch aufmerksam geworden, weil das Vorwort des Autors mich so berührt hat das ich sein Werk einfach lesen wollte.
    Das Cover steht im Fokus der Kunst genau wie die Beziehung zwischen Vater und Sohn. Wie soll man den Ruhm und die familiäre Beziehung unter ein Hut bekommen? Wird man dann beiden so gerecht das man zu 100 Prozent für sie lebt oder muss man gewisse Abstriche machen?

    Der Autor hat eine sehr interessante Art, ein Buch zu schreiben welche mir sehr gefällt.
    Für mich die erste Art solch eines Buches und ich bin gespannt auf mehr und somit auf einen tollen Autor aufmerksam geworden.
    Erzählt wird die Geschichte von Charles „Pinch“, einem Mann, dessen gesamtes Leben jeher von dem Ruf und Ruhm seines Vaters überschattet wird, einem bekannten Künstler. Doch auch der Vater selbst kämpft mit seinem Schicksal, kann sich nicht entscheiden zwischen der Prominenz und der Anonymität. Für Pinch wird es ein Leben, hin- und hergerissen zwischen Selbstbewusstsein und der Abhängigkeit vom Vater.

    Der Schreibstil war für mich anfänglich gewöhnungsbedürftig. Das Präsens liest man ja eher selten und so deutlich wie hier ist es mir noch nie aufgefallen. Doch wenn man sich einmal an die Zeitform gewöhnt hat, fällt auf, wie gut Rachman doch schreibt. Dies merkte ich besonders daran, dass die Figur des Vaters, Bear Bavinsky, zwar ein fiktionaler Künstler ist, Rachman es aber schafft durch gute Beschreibungen den Eindruck zu erzielen, als hätte man schonmal etwas von diesem Künstler gehört oder sogar gesehen. Der Leser taucht in das (teilweise sehr duchzechte) Leben unser zweier Protagonisten ein und erhält Einblicke, in Emotionen und Gedanken, wie man es nur selten sieht.

    Ein kritisches Buch über die Beziehung zwischen Vater und Sohn.
    Er ist sehr nah an der Realität und schönt nichts aus. Die Protagonisten sind alle samt so echt, wie ich es kaum in meinem Buch erlebt habe. Pinch hat mich tief beeindruckt weil er innerlich so zerrissen ist. 

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