Tom Reiss Der Orientalist

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Inhaltsangabe zu „Der Orientalist“ von Tom Reiss

'Vater: Ölmillionär. Mutter: radikale Revolutionärin. So begann mein Dasein.' Es sollte ein Leben voller Spannungen und unerwarteter Wendungen werden, das den sensiblen jüdischen Jungen Lev Nussimbaum – 1905 in der aserbaidschanischen Hauptstadt und Ölmetropole Baku geboren – in den Jahren der russischen Revolution über Zentralasien, Persien und die Türkei schließlich bis ins Berlin der Wilden Zwanziger Jahre führte. Dort studierte der Orientalistik, konvertierte zum Islam und trat wie ein kaukasisch-muslimischer Prinz unter dem Namen Essad Bey (alias Kurban Said) auf. Für „Die literarische Welt“ schrieb er wöchentliche Beiträge und brillierte durch seine detaillierte Kenntnis des Orients. Bald stieg er zum Medienstar auf und machte sich als Autor auch international einen Namen, unter anderem mit dem noch heute verlegten Bestseller „Ali und Nino“. Nach einem Intermezzo in New York zog er nach Wien, floh vor den Nazis nach Italien und starb schließlich einsam und verarmt 1942 in Positano. Tom Reiss zeichnet das faszinierende Porträt einer schillernden Persönlichkeit und ihrer turbulenten Zeit, deren kurze, doch romanhaft anmutende Lebensgeschichte den Leser in den Bann schlägt und tief bewegt. Gekürzte Lesung mit Musik des Ensembles Noisten.

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    Der Orientalist

    Daphne1962

    08. May 2017 um 14:31

    Der Orientalist von Tom Reiss - Auf den Spuren von Essad Bey - gelesen von Dietmar Mues und Nina Hoger.Die Biographie Essad Beys, der 1920 als jüdischer Junge Lev Nussimbaum aus Aserbaidschan vor den Bolschewiken fliehen muss und schließlich im Berlin der Zwanziger Jahre landet. Er tritt als orientalischer Prinz auf, nennt sich Essad Bey und konvertiert zum Islam. Er steigt zum Medienstar auf, aber seinem jüdischen Schicksal entgeht er nicht.Nachdem der amerikanische Autor Tom Reiss den Liebesroman "Ali und Nino" von Kurban Said gelesen hatte, wollte er mehr über den Autor erfahren. Das war allerdings nicht so leicht. Deshalb führte ihn seine Reise zunächst ans Kaspische Meer, in die Hauptstadt von Aserbeidschan, nach Baku. Es war mal eine tolle und moderne Stadt. Hier lebten alle Religionen und Kulturen untereinander, ohne Probleme, wie man sie heute nur zu gut kennt.Nur nach und nach gelang es ihm, das Geheimnis um Essad Bey, alias Kurban Said und Lev Nussimbaum zu lüften. Jedes Detail hat der Autor recherchiert, es war schon wie ein Zwang, sein innerstes nach außen zu kehren. Immerhin ist er an die Orte gereist, hat mit Zeitzeugen gesprochen, alte Briefe gefunden. Ganz misteriös war die Mutter von Essad Bey. Sie verstarb früh, über sie wurde nicht gesprochen. Essad hat die meiste Zeit seines Lebens mit seinem Vater gemeinsam verbracht. Er hat ihn viel gelehrt. Essad Bey war eine schillernde Persönlichkeit, ein Sprachtalent und Schriftsteller. Die geschichtlichen Hintergründe sind auch sehr hörenswert, denn Essad Bey hat zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelebt (1905-1942)Das Hörbuch ist auch deshalb so empfehlenswert, da es von Dietmar Mues gesprochen wurde. Auf jeden Fall werde ich mir demnächst den Liebesroman Ali und Nino vornehmen. Denn wenn man über das Leben des Autoren viel erfahren hat, dann will man auch sehen, was seine Bücher so besonders machen. Diese Biografie ist auch deshalb so besonders, da wir uns gerade in der heutigen Zeit mit unterschiedlichen Kulturen und Religionen beschäftigen. Es passt in das Zeitgeschehen heute äußerst gut hinein.  

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  • Rezension zu "Der Orientalist" von Tom Reiss

    Der Orientalist

    Leserrezension2010

    23. August 2010 um 14:47

    H18 Der Orientalist von Tom Reiss Kategorie: Hörbuch Autor: Tom Reiss Sprecher: Dietmar Mues Verlag: Griot Verlag Erschienen: 14.Mai 2010 ISBN: 3941234196 Spieldauer: 470 Minuten, 6 CDs; gekürzte Fassung Die Grundidee der Handlung Tom Reiss hat eine Biografie der ungewöhnlichen Art verfasst. „Der Orientalist“ wird 1905 als Sohn des jüdischen Ölmillionärs Abraham Nussimbaum und einer Revolutionärin als Lev Nussimbaum in Baku geboren. Die Familie führt in den nächsten Jahren ein beschauliches und weltoffenes Leben bis die Oktoberrevolution eine bedeutsame Zäsur im Leben Lev Nussimbaums markiert. Baku wird okkupiert, Unruhen brechen aus und das kontemplative Leben der Ölbarone von Baku ist endgültig vorbei. Vater und Sohn Nussimbaum verlassen Aserbaidschan zunächst nach Konstantinopel und zu seinem Entsetzen sieht Lev das erste Mal unverschleierte Frauen. Auch seine Odyssee über Rom, Paris und Berlin können seine Ansichten über die Freizügigkeit europäischer Frauen nicht ändern. In Berlin studiert er Orientalistik, konvertiert schließlich zum Islam und nennt sich fortan Essad Bey. Sein erster Roman als Essad Bey „Öl und Blut im Orient“ weist ihn als Orientexperten aus, zugleich schreibt er sich damit eine neue Biografie, allein, um seine jüdische Herkunft zu verschleiern. Er idealisiert die exotische Lebensweise und gehorcht damit den geheimnisvollen Gesetzen der Stereotypenbildung, in welcher der Glaube rein, das Wesen unverfälscht, die Desillusion unbekannt ist. Essad Bey war in der Weimarer Republik einer der produktivsten Schriftsteller und pflegte Beziehungen zu Pasternak und Nabokov. Als Hitler an die Macht kam, floh er rechtzeitig nach Wien, dann weiter nach Positano, wo er 1942 einsam und verarmt starb. Man spürt Tom Reiss` Faszination für diesen enigmatischen Mann. Während seiner siebenjährigen Recherche eruiert er die letzten Zeitzeugen und entdeckt das autobiografische Romanmanuskript, das Essad Bey auf seinem Totenbett in Positano verfasst hat. In diesem Manuskript wird deutlich, Lev Nussimbaum alias Essad Bey, der inzwischen auch unter dem Pseudonym Kurban Said Bücher veröffentlicht hat, war sein Leben lang ein auf der Suche befindliches, entwurzeltes Selbst, das in Wahrheit Bürger eines Ortes ist, der nur in seiner Fantasie existierte. „Der Orientalist“ ist nicht nur eine Biografie über einen ungewöhnlichen und leider schon vergessenen Schriftsteller, Reiss beleuchtet auch die geschichtlichen Hintergründe zu Lebzeiten Levs und erleichtert damit das Verständnis eines Lebens, welches in einer orientalischen Kultur seine Wurzeln hat. Darstellung des Hörbuchs Wolfgang Stockmann ist es gelungen, aus dem 470 Seiten umfassenden Buch eine gekürzte Version zu kreieren, die nichts vermissen lässt. Unter seiner Regie lesen Dietmar Mues, Nina Hoger und Stefan Schad. Dietmar Mues trägt das Phänomen Essad Bey mit einer ruhigen, dennoch einprägsamen Intonation vor und übernimmt dabei den Hauptteil des Hörbuchs. Durch seine bedachte Erzählweise kann man mühelos den geschichtlichen Hintergrund in die Lebensgeschichte Essad Beys einfügen. Nina Hoger und Stefan Schad unterstützen ihn mit ihren Stimmen. Beide sprechen die Zitate, die Reiss in sein Buch aufgenommen hat, wobei Nina Hoger mit ihrer dynamischen und der jeweiligen Person angepassten Stimme eine klare Bereicherung ist. Sie schafft es mühelos, die Frauen, deren Zitate sie vorträgt, lebendig werden zu lassen.
Am Anfang und am Ende der Lesung wird von dem Ensemble Noisten und dem Neyspieler Murat Cakmaz Klezmermusik mit der traditionellen islamischen Rohrflöte eingespielt. Fazit Tom Reiss liefert eine hervorragende Vorlage für dieses Hörbuch, mit einer Fülle von Informationen, die Wolfgang Stockmann gekonnt zu einer gekürzten Version modifiziert hat. Um das geschichtliche Panorama, die Spurensuche Reiss` und die fesselnde Biografie fassen zu können, sollte man das Hörbuch unbedingt zweimal hören.

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