Tom Rob Smith

 4.1 Sterne bei 1.082 Bewertungen
Autor von Kind 44, Agent 6 und weiteren Büchern.
Tom Rob Smith

Lebenslauf von Tom Rob Smith

Tom Rob Smith wurde 1979 in London geboren, wo er auch heute noch lebt. Seine Mutter stammt aus Schweden, der Vater ist Engländer. Er studiert an der Cambridge University und anschließend in Italien Creative Writing. Danach ist er als Drehbuchautor tätig. Im Jahr 2008 erscheint sein erster Roman "Kind 44", in dem er sich mit der Sowjetunion der 50er Jahre auseinander setzt. Der MGB-Agent Leo jagt einen Serienmörder, der sich Kinder als Opfer aussucht. Allerdings stellt ihn diese Aufgabe vor eine große Herausforderung, da es in der Sowjetunion offiziell keine Kriminalität gibt - also bringt er sich und seine Angehörigen in Lebensgefahr, wenn er weiter ermittelt. "Kind 44" wurde in 26 Sprachen übersetzt und wurde für viele verschiedene Auszeichnungen nominiert. Im Jahr 2009 folgt "Kolyma", wieder ist Leo der Protagonist. Dieses mal muss er sich in einen Gulag einschleichen, um seine Adoptivtochter zu retten. Im September 2011 erscheint sein neuestes Werk "Agent 6", der dritte und letzte Band um Leo Demidow. Aus dem Inhalt: Moskau 1950. Der schwarze amerikanische Sänger Jesse Austin besucht die Sowjetunion, um sein idealistisches Bild des Kommunismus zu überprüfen. Damit Austin nicht hinter die Kulissen des für ihn inszenierten Alltags schauen kann, wird ihm Geheimdienstoffizier Leo Demidow an die Seite gestellt. Doch trotz Leos Einsatz kommt es fast zum Eklat. Fünfzehn Jahre später reist Demidows Frau Raisa mit ihren beiden Töchtern nach New York, wo ein Konzert sowjetischer und amerikanischer Schüler für Entspannung im Kalten Krieg sorgen soll. Auch Jesse Austin wurde eine Rolle in dem Spektakel zugewiesen. Der Abend endet mit mehreren Toten, und nur ein Mann weiß, was wirklich geschah: Agent 6. Und eines Tages wird Leo ihn finden...

Alle Bücher von Tom Rob Smith

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Kind 44

Kind 44

 (712)
Erschienen am 18.05.2015
Agent 6

Agent 6

 (141)
Erschienen am 18.02.2013
Ohne jeden Zweifel

Ohne jeden Zweifel

 (102)
Erschienen am 14.10.2013
Kind 44

Kind 44

 (47)
Erschienen am 13.05.2008
Kolyma

Kolyma

 (15)
Ohne jeden Zweifel

Ohne jeden Zweifel

 (9)
Erschienen am 14.10.2013
Agent 6

Agent 6

 (6)
Erschienen am 05.10.2011
Agent 6

Agent 6

 (0)
Erschienen am 17.12.2012

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Rezension zu "Kind 44" von Tom Rob Smith

Finger weg vom Klappentext!
ChristineToulonvor einem Monat

Wir schreiben das Jahr 1953 und befinden uns in der Sowjetunion. Machtinhaber ist Stalin und die Bevölkerung lebt in einem Überwachungsstaat. Nebst der allgemein gültigen Gesetze gibt es zwei die ungeschriebene, an die sich jeder Bürger vom Bauer bis hin zum Parteifunktionär zu halten hat: 
1. Traue niemandem! Nicht einmal dir selbst! 
2. Es gibt keine Verbrechen im Stalinstaat. Verbrechen sind westliche Kapitalismusallüren! 

Wer sich nicht daran hält, landet entweder in Kolyma - einem berüchtigten Gulag (Arbeitslager) - oder wird standesrechtlich erschossen. Im besten Fall wird man allein bestraft, im schlimmsten leidet die ganze Familie unter der Insubordination. 
Auch wenn der MGB Offizier Leo Demidow zunächst vom Staat profitiert, dank seiner Verdienste im zweiten Weltkrieg, und an den Stalinstaat glaubt, lernt er recht schnell, dass niemand sicher ist vor den Tücken desselben, auch er nicht. 
Zudem muss er feststellen, dass nichts ist, wie es zu sein scheint. 
Ein Unfall, der keiner ist. Eine Ehe, deren Gründe andere sind, als man glaubt und ein Status, der mit einer Frage nichts mehr wert ist. 
Leo gerät in einen Teufelskreislauf, der ihn nicht nur auf die Fährte eines Serienkillers führt, sondern ihn gleichzeitig vom Jäger zum Gejagten macht. 


So oder so ähnlich hätte ein Klappentext lauten sollen. Ich beharre ja nicht auf meine Formulierung - aber sie ist allemal besser als der, den ich zu lesen bekommen habe. Mit der Zusammenfassung auf der Rückseite wird in dem Leser eine völlig falsche Erwartungshaltung geweckt. Man liest den Klappentext und freut sich darauf, eine spannende Ermittlung zu einem Serienkiller zu lesen, mit etlichen Wendungen und Kniffen. Doch wenngleich auch der Klappentext ab der Hälfte irgendwann irgendwie zutrifft, ist man doch beim Lesen frustriert, weil man sich denkt: "Wo zum Henker ist der Kriminalfall denn?" und ist enttäuscht, denn der Großteil von Kind 44 übt sich darin ein hervorragender Politthriller zu sein, in dem auch ein Kriminalfall eine Rolle spielt. Irgendwie und irgendwann eben. 

Der Klappentext weckt also eine Erwartungshaltung, die der Roman überhaupt nicht erfüllen kann und was ihm gleichzeitig schadet. Man kommt sich vor, wie bei einem Aufsatz in dem das Thema verfehlt wurde oder wo erst auf den letzten Zeilen ein Teil davon kommt. Dabei glänzt der Roman auf so vielen Ebenen. Zum einen ist er clever geschrieben. Dieser Kriminalfall in einem Land, wo es doch angeblich keine Verbrechen gäbe, weil es ein Symptom des Kapitalismus' sei und jeder Mord eine undenkbare, kriminelle Handlung ist und deswegen alles versucht wird, um es zu einen Unfall zu deklarieren oder es 'Anormalen' in die Schuhe zu schieben, die nicht zum Staat gehören. 
Doch anders als der Klappentext es suggerieren will, ist der Mordfall nicht der Grund für die Probleme Leos mit dem Väterchen Staat, denn zunächst erklärt auch Leo die Ereignisse um Arkadi Fjodorowitsch Andrejew zu einem Zugunglück und versucht dessen Familie dazu zu bringen, von ihrem Glauben es handle sich um Mord abzulassen. 
Tatsächlich hat es private Hintergründe, dass sich die Situation für Leo Demidow verändert und somit die eigentliche Hauptebene des Romans aufgemacht wird. Denn der Politthrill stellt den Rahmen dar. Leo muss erst auf sich selbst reduziert und vom Staat gelöst werden, um zu erkennen, was die Wirklichkeit ist. Diese kommt hart und unvorbereitet. 
In dem Konflikt zwischen dem MGB und Leo, klammert sich letzterer an den Mordfall und seine Ehefrau, weil sie alles sind, was ihm noch bleibt. Dieser Kriminalfall wiederum verschlimmert seine Situation lediglich. 

Ein herrliches Hin und Her. Eines, das Spaß macht und begeistert. Die Vorstellung zu Fliehen und gleichzeitig einen Serienkiller aufzuhalten, ist reiner Wahnsinn. Doch Leo Demidow lässt sich auf dieses Spiel ein. Während der Serienkiller also seine Fahrkarte zu Folter, Gulag oder gar Erschießungskommando ist, will Wassili Iljitsch Nikitin zu seinem Henker werden. 
Mit seinem sprachlichen Können und dem Geschick Szenen zu beschreiben, erschafft der Autor Tom Rob Smith eine erschreckend reale und beklemmende Szenerie. Ich kann einzelnen Meinungen nicht zustimmen, die dieses Buch als zäh beschreiben oder kompliziert. Der Autor hat einen hervorragenden Stil und der Übersetzer vermutlich auch gute Arbeit geleistet. Gerade der Einstieg ist ein so herrlicher Stoß in die bittere Situation der SU Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts. Wer mit dem Begriff Dachhase nichts anzufangen weiß, wird es wissen, wenn er den ersten Abschnitt von 1933 gelesen hat. 
Dieser Einstieg war es, der mich gefesselt hat und mir auch nach einem weiteren Mal einen Schauer über den Rücken laufen ließ, weil ich die Szenen, wie einen Film vor meinen Augen abspielen lassen konnte. So etwas finde ich großartig. Bildliche Sprache ist etwas, was eine Geschichte lebendig macht. 
Nebst dem Aufbau der Geschichte, der hervorragend gesetzten Spannungspunkte und dem herausragenden Sprachstil, war ich auch von den Charakterentwicklungen beeindruckt, von den gelüfteten Geheimnissen und den Kniffen und Wendungen innerhalb des Romans. So konnte die Spannung von Anfang bis Ende aufrecht erhalten werden. Das Ende übrigens fand ich dabei wirklich gut. Alle Fäden konnten nur auf diesen Punkt hinaus laufen. Hervorragende Arbeit also. 
Ebenso ist das Cover eine Glanzleistung und der Titel ebenso faszinierend. 
Ich bin also insgesamt mit dem Roman rundum zufrieden. Es steht für mich nur die Frage, wie groß die Enttäuschung ist, dass aufgrund Cover, Titel und Klappentext eine Kombination entstanden ist, die ein völlig falsches Bild von dem Roman vermittelten, bevor man angefangen hat zu lesen. 
Ich denke, da ich auch nach mehrfachem Überlegen nicht darüber hinweg komme, werde ich den einen Stern abziehen und leider, was mir in der Seele weh tut, nur 4 von 5 Sternen geben. 
Also an alle: Finger weg vom Klappentext. Einfach drauf los lesen und dann viel Spaß mit dem Wälzer von Tom Rob Smith. 


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Rezension zu "Kind 44" von Tom Rob Smith

Kind 44
NicolePvor 2 Monaten

1953 wird in Moskau die Leiche eines Jungen gefunden. Es handelt sich eindeutig um Mord. Doch in der UdSSR gibt es offiziell keine Verbrechen und erst recht keine Morde. Bei dem Tod des Jungen handelt es sich um einen tragischen Unfall, und der Fall wird zu den Akten gelegt. Der regimetreue Geheimdienstoffizier Leo Demidow glaubt nicht an einen Zufall, als eine weitere Leiche gefunden wird. Er beginnt zu ermitteln und bringt dabei sich selbst und andere in Gefahr.

Das Buch spielt zu einer Zeit, als die in der Sowjetunion lebenden Menschen von der Angst beherrscht werden. Man kann niemandem trauen. Jeder kann zu jedem Zeitpunkt wegen irgendeiner Sache verhaftet und im schlimmsten Fall hingerichtet werden. Nach dem ersten Mord erfährt der Leser viel über das damalige Leben und wie die Menschen versuchen, sich mit dem Regime zu arrangieren. Erst danach gehen die Ermittlungen nach dem Mörder weiter. Der Täter hat wieder zugeschlagen, und es scheint nicht der letzte Mord gewesen zu sein.

„Kind 44“ ist eine spannende und gut geschriebene Geschichte, welche auf einem wahren Fall beruht. Zusammen mit Leo Demidow sucht der Leser nach Motiv und Täter. Dann wird Demidow aufgrund seiner Nachforschungen selbst zum Gejagten und seine Ermittlungen sind gefährdet. Gut ausgearbeitete Figuren erreichen den Leser auch emotional.

Autor Tom Rob Smith ist mit „Kind 44“ ein guter Auftakt der Trilogie mit Leo Demidow gelungen.

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Rezension zu "Ohne jeden Zweifel" von Tom Rob Smith

Verrückte oder wichtige Zeugin?
melanieliestvor 5 Monaten

Daniel wohnt in London und bekommt eines Tages einen Anruf seines Vaters mit einer schrecklichen Nachricht. Seine Mutter ist in die Psychiatrie eingeliefert worden, weil sie unter Wahnvorstellungen leidet. Voller Sorge möchte sich Daniel am nächsten Morgen auf den Weg nach Schweden machen, wohin seine Eltern vor einiger Zeit ausgewandert sind – um nach seiner Mutter zu sehen. Doch diese ist aus der Psychiatrie verschwunden und bereits auf dem Weg zu ihrem Sohn. Denn sie behauptet, sie bräuchte keinen Arzt, sondern die Polizei. Sie versucht sich bei Daniel Gehör zu verschaffen, denn sie erzählt von einer alptraumhaften Geschichte mit vertuschten Verbrechen und vom Verschwinden einer jungen Frau. Daniel ist im Zwiespalt – seine Mutter kommt ihm eigentlich nicht verwirrt vor, nur verängstigt, er will aber auch seinem Vater nicht vorwerfen, er würde über den Gemütszustand seiner Mutter lügen… somit beschließt er, sich die Geschichte seiner Mutter anzuhören und anschließend die Wahrheit herauszufinden.
Das Buch ist von vorne bis hinten spannend! Ein Pageturner mit kurzen Kapiteln! Man will unbedingt herausfinden, was das „große Verbrechen“ ist bzw. was die Mutter erlebt hat und ob sie die Wahrheit erzählt!
Das Buch ist von vorne bis hinten logisch aufgebaut und auch bei der Auflösung werden die Fragen, die während des Lesens entstehen nachvollziehbar und mit einem „Aha“-Effekt geklärt. Ich war richtig verblüfft über die Art der Wendung und was dahintersteckte und wer in diesem Buch eigentlich der Böse war.
Anmerkung: Der Autor hat die Grundidee der Geschichte tatsächlich selbst erlebt! Allein diese Tatsache, dass daraus ein Buch entsteht, hat die größte Anerkennung verdient!

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Ich habe gelesen "Agent 6" soll der letzte Teil einer Trilogie sein. Welche Bücher sind dem voran gegangen? Wie ist die richtige Reihenfolge? Sind sie lesenswert?
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