Kind 44

von Tom Rob Smith 
4,3 Sterne bei701 Bewertungen
Kind 44
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (595):
Antigone8s avatar

Ein mitreißender und außergewöhnlich gut geschriebener Thriller während der Stalinära. Sorgt für mindestens eine schlaflose Nacht.

Kritisch (32):
taniabarbosa696s avatar

Liest sich leider sehr schwer. Leider kam ich in die Geschichte nicht rein. Ich habe 3 mal ansetzen müssen und habe es dann doch weggelegt.

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Inhaltsangabe zu "Kind 44"

Moskau 1953. Auf Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt und fürchterlich zugerichtet. Aber in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in tödliche Gefahr ...

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442481859
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:512 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:18.05.2015
Das aktuelle Hörbuch ist am 13.05.2008 bei Lübbe Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    makamas avatar
    makamavor einem Monat
    Kurzmeinung: Russland zur Stalinzeit, die Angst regiert. Der Tod eines kleinen Jungen, der kein Mord sein darf. Geheimdienstler Leo ermittelt trotzdem.
    Kindermorde!

    Russland im Jahr 1953. Stalind regiert mit eiserner Hand. Die Menschen haben Angst. Keiner traut keinem.
    Da wird auf den Bahngleisen in Moskau die Leiche eines kleinen Jungen gefunden - offenbar ermordet - doch Mord gibt es zur Stalinzeit nicht - also wird der Mord zum Unfall.
    Leo Demidow, eim Geheimdienstoffizier kann und will das nicht glauben. Da passiert ein weiterer Mord und er fängt an zu ermitteln und bringt sich und seine Familie in größte Gefahr.
    Denn Leo hat einflussreiche Feinde beim MGB, dem berüchtigten Geheimdienst.
    Er wird denunziert und strafversetzt.......
    Fazit und Meinung:
    Das Buch spielt im Jahr 1953 zur Stalinzeit und gibt einen guten Einblick in die Sowjetunion der damaligen Zeit.
    Es ist grausam - die handelden Menschen sind es. Ein Leben zählt nichts -  Hauptsache man erreicht sein Ziel, möglichst unbeschadet und wer im Weg sit, wird beseitigt.....
    Und geht um viele Morde, über 40 KInder wurden grausam auf die gleiche Weise ermordet im Umkreis von einigen 100 Kilometern. Niemand außer Leo glaubt an einen Zusammenhang -- Schuldige sicnd schnell gefunden - es sind Menschen, die nicht in die Norm passen.......
    Langsam kommt Leo dem Mörder näher und muss erkennen, dass der Mann kein Unbekannter ist .....
    er gehört zu Leos früheren Leben, das 1933 abrupt endet....
    Mir hat dieser Thriller gut gefallen und ich vergebe 4 Sterne für dieses Buch, dass der Beginn einer Serie um Leo Demidow ist,

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    Tini2006s avatar
    Tini2006vor einem Monat
    Kurzmeinung: Top-Thriller, der Einblick in eine schreckliche historische Zeitspanne gibt.
    Top-Thriller , der in der ehemaligen Sowjetunion spielt

    Ein totes Kind wird gefunden: aufgeschlitzt, ausgezogen, abgelegt in der Nähe des Bahngleises. Offiziell ist der Bub verunglückt, denn in der Sowjetunion zur Stalinzeit gibt es keine Verbrechen. Doch dem Heheimdienstoffizier Leo lässt das keine Ruhe, zumal es Hinweise auf weitere Kinder gibt, die in ähnlichem Setting tot aufgefunden wurden. Seine Ermittlungen bleiben jedoch nicht geheim, weshalb auch plötzlich er unter Druck gesetzt wird und als verdächtig gilt. Ers soll er seine eigene Frau beschatten, dann sich quasi selbst beschuldigen. Wofür? - Das weiß er selbst nicht, doch im Moskau der 50er Jahre spielt das auch keine Rolle. Wer verdöchtig ist, hat schon verloren, wird gefoltert und landet auf ewig im Staatsgefängnis....Dennoch setzt Leo alles daran, den Mord aufzuklären und seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

    Ich habe dieses Buch im Altpapier gefunden und hatte keine großen Erwatungen, weil ich dachte: "Wenn es jemand wegwirft, ist es sicher auch nicht so toll." Irrtum. Es ist ein großartiger Thriller, der einen tiefen Einblick in das sowjetische Regime gibt. Wie tief der Staat ins Privatleben eingriff, wie Missgunst und Skepsis unter den Menschen systhematisch geschürt wurden, um eine krude deologie aufrecht zu erhalten, wie wenig ein Menschenleben wert war - das alles erfahren wir in "Kind 44".  Bemerkenswert auch, wie sich Leute vom Staat bzw. mit einer Odeologie manipulieren lassen. So ist Geheimdienstoffizier Leo von diesem Regime anfangs noch so überzeugt, dass er sogar seine Frau verraten würde...das war für mich ein echter Gänsehaut-Aspekt.  Allerdings erfährt man beim weiteren Lesen auch, dass diese Beziehung auf sehr dünnes Eis gebaut ist.  Die Sicht seiner Frau war für mich nachvollziehbar und zugleich todtraurig und beängstigend.

    Letztendlich werden die beiden dch noch ein Team und Leo beginnt an dem Staat, dem er treu gedient hat, zu zweifeln. Die Flucht der beiden führt uns quer durch die damalige Sowjetunion und an diverse weitere Tatorte. Wer hinter den Morden steckt, soll hier nicht natürlich verraten werden, nur so viel: es hat was mit Leos Vergangenheit zu tun, und die Erklärung fand ich persönlich....mau. Ein unbekanmnter Dritter als Mörder hätte mich persönlich mehr überzeugt als diese an den Haaren herbei gezogene Auflösung. Die detailreiche Schilderung des Lebens zu Sowjet-Zeiten, die Schilderung der Repressalien, die Menschen erleiden mussten und die umfangreiche Recherchearbeit, die der Autor geleistet hat, machen für mich das lasche Ende jedoch wieder wett. Ein sehr lesenswerter Thriller!

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    Pialalamas avatar
    Pialalamavor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Top-Thriller, der einem an die Nieren geht!
    Top Thriller!

    Als ich das Buch gekauft hatte, sagte eine Freundin zu mir:“ Das ist wirklich richtig gut, aber die beschriebenen Dinge sind echt heftig!“. Als begeisterte Thriller-Leserin, denkt man sich da nicht wirklich viel. Ich lese ständig schlimme, grauenvolle und groteske Sachen. Aber das hier war etwas anderes. Schon auf den ersten Seiten wird man mit der Grausamkeit und Brutalität konfrontiert, die sich durch das gesamte Buch zieht. Allem voran Gewalt gegen Kinder. Gewalt gegen Unschuldige ist immer grausam. Gewalt gegen Kinder, noch grausamer. Das war das erste Mal, dass ich bei einem Buch wirklich schlucken musste. Schockiert war ich schon oft. Aber wegschauen musste ich noch nie.
    Zu der Schockiertheit gesellt sich auch noch ein Gefühl von Fassungslosigkeit. Wie bereits erwähnt, befindet wir uns zur Zeit Stalins in de Sowjetunion. Während dem Lesen habe ich mich hunderte Mal gefragt, was das Ziel eines solchen Staates ist, der offensichtlich nicht versucht sein Volk zu schützen, sondern einzig und allein darauf aus ist, das Ansehen des Staatsapparates zu wahren. Wozu das Ganze? Vor wem will der Staat gut dastehen, wenn er doch alle ängstigt? Aber ja, das ist eine alte Diskussion und in der Geschichte leider viel zu häufig vertreten.

    „Nichts ist störrischer als die Wahrheit. Deshalb hasst ihr sie so. Sie beleidigt euch. Deshalb kann ich euch zur Weißglut bringen, indem ich einfach nur sage: Ich, Anatoli Tarasowitsch Brodsky, bin Tierarzt. Meine Unschuld beleidigt euch, weil ihr wollt, dass ich schuldig bin. Und ihr wollt, dass ich schuldig bin, weil ihr mich verhaftet habt.“

    Seite 104

    Die Geschichte entwickelt sich schnell zu einer spannenden Jagd auf Leben und Tod. Die offensichtliche Mordserie wird als Hirngespinst abgetan und verdeutlicht damit das falsche Handeln der Polizei. Überhaupt stand für mich viel mehr die Gerechtigkeit in Bezug auf den Staat und das Verhalten der Polizei im Mittelpunkt, als die Gerechtigkeit in Bezug auf Mörder un Opfer. Natürlich will man auch, dass der Täter geschnappt wird, aber vor allem möchte man dieser scheinbar nie endenden Grausamkeit des Staates den Strick um den Hals legen. Die Rolle des Leo Demidow ist geschickt gewählt: Ein Agent, der dem Staat treu ist und Gewalt gegen das Volk mit seinen aufgesetzten Regeln vereinbart. Doch plötzlich steht er auf der anderen Seite und erkennt seine unverzeihliche Schuld. Er sieht die Wahrheit: Das Volk liebt ihn nicht, es hasst ihn. Das Volk wird hier stückweise auch durch seine Frau verkörpert.

    Auch wenn für mich wie gesagt der Schwerpunkt auf der Situation des Staates lag, war natürlich auch die Mordserie, in meinen Augen als Mittel zum Zweck, sehr gut gestaltet. Zwar kann man als aufmerksamer Leser schnell einen Teil der Lösung erahnen, aber ein kleines Detail ist auch mir bis zum Schluss verborgen geblieben. Zwar fand ich dieses Detail etwas unnötig, aber eher im neutralen Sinn.  Letzten Endes kann ich von der gesamten Story sagen, dass sie mir sehr gut gefallen hat!

    Fazit: Eine spannende, eindrucksvolle Story, welche jedoch mit ihren Grausamen Schilderungen einem an die Nieren gehen kann. Für mich hat sich das Buch zu einem richtigen Pageturner entwickelt, der neben dem Aspekt der Unterhaltung auch viel zum Nachdenken angeregt hat. Ein Top-Thriller!

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    sommerleses avatar
    sommerlesevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wenn man sich durch das Buch kämpft, erlebt man die düstere Zeit unter Stalin mit und viel Gewalt!
    Die Zeit unter Stalin wird authentisch gezeigt

    "Kind 44" ist der Auftakt einer dreiteiligen Thriller-Reihe von Tom Rob Smith aus dem Goldmann Verlag, der bereits 2008 erschienen ist.

    Moskau 1953: Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt, verstümmelt und der Magen wurde herausgeschnitten. Aber in der Sowjetunion der Stalinzeit werden Verbrechen öffentlich verschwiegen. Daher wird Leo Demidow, ein Geheimdienstoffizier beim MGB, zu der Familie des toten Jungen geschickt, um ihnen diesen als Unfall deklarierten Mord mitzuteilen. Leo ist ein treuer Anhänger des Staates und als man seine Frau Raisa denunziert, soll er sie als Spionin entlarven. Für Leo ändert sich sein linientreues Verhalten, er weigert sich, wird degradiert und nach Wualks versetzt. Dort stößt er auf weitere Kinderleichen, die nach dem selben Muster getötet wurden, wie der Junge in Moskau. Auf eigene Faust beginnt er zu ermitteln und stößt auf eine grauenhafte Mordserie, doch mit seinen Ermittlungen bringt er sich und seine Familie in größte Gefahr.


    Der Thriller beginnt kurz vor dem Tod Stalins im Winter 1953 und wir erleben den Protagonisten Leo und seine Frau Raisa auf ihrem Lebensweg in Russland.

    Anhand der vom Autor authentisch dargestellten Ideologie und der bedrückenden Lebensbedingungen in der stalinistischen Sowjetunion, bekommt man einen echt wirkenden Eindruck von der Unmenschlichkeit der Sowjet-Ideologie, in der Systemtreue gefordert und keine Widerworte geduldet wurden. Wer sich widersetzte wurde entweder verbannt oder mit Gefängnis oder Tod bestraft. Eine grausame Zeit und so ist auch der Thriller sehr bedrückend und düster.

    Leo ist anfangs ein linientreuer Held, dessen Treue zum Teil durch Vergünstigungen erkauft zu sein scheint. Ein typischer Fall in der stalinistischen Zeit. Als Leo seine eigene Frau als Spionin entlarven soll, weigert er sich. Man bekommt den Eindruck, erst jetzt beginnt er über die Freveltaten nachzudenken und eine eigene Meinung zu entwickeln. Diese Wandlung ist beeindruckend mitzuverfolgen und lässt beim Lesen einen Hoffnungsschimmer aufkommen.

    Insgesamt wird bei den verwendeten Figuren sehr ins Detail gegangen, leider kommt man dem Protagonisten Leo und seinen Gedanken und Gefühle aber nicht sehr nahe. Auch haben mich einige Längen dieses Buch nicht in gewohnter Thrillerspannung verfolgen lassen, die reichlich vorhandenen Gewaltszenen sind zwar gewalttätig, aber nicht allzu blutig, sodass ich eher von einem Krimi sprechen würde.
    Die Orientierung der Menschen der Stalinzeit wird gut deutlich gemacht, ihr Unterordnungswille wurde erkauft, ansonsten eingebläut und die Frage nach Moral konnte und durfte nicht gestellt werden. Diese Ansicht stellt der Autor sehr eindringlich dar.

    Es geht sehr spannend los, seinen Helden Leo lässt Smith eine wahre Albtraumreise erleben, die dann etwas überstürzt und konstruiert wirkend zum Ende geführt wird. Dennoch fiebert man die ganze Zeit mit Leo mit.

    Mir hat dieses Buch durch seine Längen etwas die Spannung geraubt, die düstere Stalinzeit ist nicht mein Interessengebiet und die dramatischen Übergriffe sind sehr häufig eingesetzt.
    Wer mehr Interesse für die historischen Hintergründe aufbringen kann, der wird hier eine spannende Zeit erleben, die die Lebensbedingungen der UDSSR zeigen.

    Als Serienauftakt zeigt der Autor sehr eindringlich das Leben in der stalinistischen Zeit und bringt die Verstrickungen zu einem annehmbaren Ende.

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    Popis avatar
    Popivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Unglaublich gut geschrieben.
    Unglaublich gut geschrieben

    Kind 44
    Von Tom Rob Smith


    Klappentext:
    Moskau 1953. Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt, fürchterlich zugerichtet. Doch in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in tödliche Gefahr …

    Autor:
    Tom Rob Smith wurde 1979 als Sohn einer schwedischen Mutter und eines englischen Vaters in London geboren, wo er auch heute noch lebt. Er studierte in Cambridge und Italien und arbeitete anschließend als Drehbuchautor. Mit seinem Debüt "Kind 44" gelang Tom Rob Smith auf Anhieb ein internationaler Bestseller. Er wurde u. a. mit dem Steel Dagger ausgezeichnet, für den Man Booker Prize nominiert und bisher in 26 Sprachen übersetzt.

    Meine Meinung:

    Ein unglaublich gutes und spannendes Buch.
    Tom Rob Smith überzeugt durch seine fantastische Recherche und seinem überaus präzisen und grandiosen Schreibstil.
    Mich hat das Buch gefesselt und ich habe mitgefiebert.
    Eine schockierende Geschichte, die vielerseits einfach der Wahrheit entspricht.
    So grauenvoll es in der Sowjetunion abgegangen ist, so grauenvoll wurde es in dem Buch geschildert.
    Die Machenschaften waren einfach entsetzlich.
    Kind 44 kann ich jedem ans Herz legen, der spannende Bücher liebt.

    Kommentare: 3
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    Jen_loves_reading_bookss avatar
    Jen_loves_reading_booksvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Gelungener Thriller in düsterer Atmosphäre.
    Gelungener Thriller!

    Kind 44

    von

    Tom Rob Smith


    Erhältlich als:

    TB für 9,95 €

    ISBN 978 3 442 47807 1

    ca. 506 Seiten

    oder als

    Kindle Edition für 8,95 €


    Herausgeber:

    Goldmann Verlag


    Thriller


    Zum Inhalt:



    Moskau 1953. Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt, fürchterlich zugerichtet. Doch in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in tödliche Gefahr …



    Zum Cover:



    Passend zum Thema des Buches und wie bei den Covern der meisten Thriller, ist auch hier ein wenig Blut vorhanden (Bei meiner Sonderedition zumindest ;-)).



    Rezension:



    Bei diesem Buch bin ich sofort in die Geschichte hineingeglitten.

    Obwohl der Autor sich sehr viel Zeit nimmt, das System der jungen Sowjetunion der 50er Jahre darzustellen, ist es ein spannender und sehr interessanter Thriller, der den Spannungsbogen nach und nach aufbaut.

    Einige Leser bemängelten historische Ungenauigkeiten.

    Naja, letztendlich ist es nur ein Thriller und die damalige Sowjetunion nur ein Setting und kein Tatsachen- oder Erfahrungsbericht.

    Ich finde, darüber kann man getrost hinweg gehen und sehen. :-), da Tom Rob Smith damit lediglich aufzeigen wollte, welche Schlechtigkeiten ein solches System hervorbringen kann und welche Sorte Mensch sich damit besonders wohl fühlt und daher auch in einem solchen System schnell aufsteigt. Natürlich ist einiges überspitzt dargestellt.

    Viel enttäuschender fand ich ,das der Antagonist hier viel zu kurz kommt und dann die Morde nach den üblichen Thriller-Schemata abgehandelt wurde.

    Die Beweggründe für seine Taten waren schon recht abstrus, um nicht zu sagen, an den Haaren herbeigezogen.

    Auch hier wieder das übliche Thriller-Muster mit der Erklärung: Er ist halt ein Psychopath und hat tierisch einen an der Waffel.

    Der Protagonist und seine Frau hingegen , sind sehr interessante Charaktere.

    Die zum einem sehr fragwürdig agieren, aber im Laufe der voranschreitenden Story eine positive Entwicklung durchmachen, was sie zum anderen sehr sympathisch und auch sehr authentisch macht.



    Fazit:

    Von den 4 Thrillern, die ich im Monat Februar gelesen hatte, war das der Beste.

    Die düstere und unheimliche Atmosphäre in diesem Buch, haben mir unglaublich gut gefallen, auch die Darstellung der damaligen Sowjetunion, kam sehr gut rüber.

    Die ständige Angst der Bevölkerung vor den Beamten der Staatssicherheit und ständig dem willkürlichen Denunziantentum anderer ausgesetzt zu sein, war für mich der Schrecken und die Verzweiflung, beinahe fühlbar bzw. nachfühlbar.

    Teil 2 und 3 dieser Reihe stehen bei mir schon in den Startlöchern.



    Empfehlung:

    Auf jeden Fall.

    Obwohl die typischen Thriller-Leser mit der Thematik wahrscheinlich nicht viel anfangen können.



    Von mir gibt's:

    4 von 5 Sternen






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    derMichis avatar
    derMichivor 2 Jahren
    ungewöhnlich gut

    Für gewöhnlich bemühen sich Thrillerautoren ihren Antagonisten möglichst ausgefallene Mordmethoden anzudichten, um den Leser neugierig auf die Motivation des Killers zu machen. Tom Rob Smith kann sich das ebenfalls nicht verkneifen, die eigentliche Stärke von "Kind 44" liegt allerdings eindeutig in der Atmosphäre und Epoche. Vom erschütternden Holodomor (der immer noch nicht weltweit als Völkermord anerkannt ist) bis hin zu den Veränderungen nach dem Tod Stalins zeichnet Smith ein finsteres aber weitgehend authentisches Bild einer Sowjetunion, die noch unter dem Eindruck der Säuberungsaktionen der kommunistischen Partei steht, deren Mantras Leo anfangs noch vor sich hinbetet. Ein Staat, der zu seiner Zeit besser und moderner als jeder andere sein wollte, aber hauptsächlich durch Terror und Verrat zusammengehalten wurde.

    Da wäre es leicht, einen der üblichen Systemkritiker auf den Leser loszulassen, der von Anfang an den Staat als solchen hinterfragt, sich dagegen auflehnt und schließlich heldenhaft flieht oder wenigstens Reformen anstößt. Leo Demidow tut nichts dergleichen. Als Mitglied des Geheimdienstes MGB ist er selbst für Verhaftungen, Verhöre und ähnliches zuständig, teils aus Überzeugung, teils mangels Alternativen, aber immer mit der Gewissheit im Nacken, dass ihn selbst jederzeit irgendein missgünstiger Kolege ans Messer liefern könnte. Daher dauert es ein wenig, bis man für ihn wirklich Sympathie entwickelt, entsprechend viel müssen er und seine Frau Raisa dann aber auch durchmachen, bis der Mörder endlich gefasst ist.

    Obwohl der Showdown etwas knapp abgehandelt wird, baut sich die Spannung doch über reichlich fünfhundert Seiten kontinuierlich auf. Da kann man es auch verschmerzen, dass nach dem packenden Prolog und einer Vorstellung Leos der eigentliche Fall erst einmal für knapp einhundertfünfzig Seiten kaum Thema ist. Trotzdem geschieht genug, um nie Langeweile aufkommen zu lassen, denn schon das Setting macht das Buch spannender als die meisten Konkurrenzprodukte. Aber selbst in Sachen Figurentwicklung und Dramaturgie macht Smith prinzipiell alles richtig. Aufmerksame Leser stellen vielleicht schon vor der finalen Konfrontation eine wichtige Parallele fest, die auf die Identität des Mörders schließen lässt, dennoch lohnt sich der Weg dorthin. Die Verhältnisse in den Verhörverliesen des MBG, in verwahrlosten Kinderheimen, Komunalkas und Wohnblöcken beschreibt der Autor lebendig genug, um seinem Werk eine einmalige bedrückende Atmosphäre zu verpassen.

    Wer Thriller jenseits der üblichen Handlungsmuster mag, wird "Kind 44" mit Sicherheit mögen. Wer den Film schon wenigstens interessant fand, findet hier eine sehr viel bessere Version der Handlung, die sich nicht weniger spannend liest.

    Originaltitel: "Child 44"
    Seitenzahl: 509
    Format: 12,6 x 18,8 cm, Taschenbuch
    Verlag: Goldmann
    Bonusmaterial: Literaturhinweise

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    lostinpagess avatar
    lostinpagesvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Echt ein sehr, sehr interessantes und Spannendes Buch , das einem das Leben nach dem Krieg näher bringt...
    Interessantes Buch, kann es nur empfehlen:)

    Bevor ich angefangen habe zu lesen war ich skeptisch. Normalerweise lese ich dieses Genre an Büchern nicht aber ich fand dass der Klappentext sich ganz gut anhörte. Am Anfang hab ich noch nicht so ganz durchgeblickt, also was Pavel mit Leo zu tun hat... Aber ja das hatte schon seinen Sinn wie man gegen Ende hin erfährt. Ich fand die Story sehr interessant und auch spannend. Die Zeit um Stalin also um den 2. Weltkrieg interessiert mich generell sehr. Deshalb fand ich es sehr interessant zu sehe wie das Leben damals war und wie sich die Leute dabei gefühlt haben. Ich hab die ganze Zeit überlegt ob das mit dem „Es gibt keine Verbrechen“ wirklich stimmt aber ich wäre doch niemals auf die Idee gekommen das der Serienmörder wirklich existiert hat also das das Buch nahezu der Realität entspricht. Wenn ihr wüsstet wie geschockt ich war. Klar das mit Leo war erfunden aber die über 50 Morde und das der Bruder der Mörder entführt wurde... stimmt. Ich fand das ganze aber echt sehr gut gemacht also das die Kinder praktisch ein Wegweiser für Leo sind und dieser ihm unbewusst zu seiner Vergangenheit folgt.
    Den Schreibstil und die Perspektive fand ich sehr gut und angenehm.Die Personen sind relativ gering bis gar nicht beschrieben so kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen aber ich denke Leo stellt sich jeder ähnlich vor. Wie einen Kriegshelden eben.
    Das Ende also wer der Mörder ist fand ich echt überraschend. Plötzlich gab alles einen Sinn. Auch wenn der Grund der Morde einfach gestört ist aber man verstand endlich warum.
    Das Buch zeigt einem außerdem, dass die Menschen (Offiziere...) im Krieg nicht immer stolz auf das Waren was sie taten, sondern dass sie einfach nichts anderes kannten oder ihnen einfach nichts anderes Übrig blieb. Denn sonst wären sie und ihre Familie tot gewesen. Das Leo sich gegen den Staat gerichtet hat finde ich sehr mutig von ihm. Das macht ihn zu einem wahren Helden und außerdem zeigt das Buch, dass nicht alle Menschen schlecht waren. Leo und Raisa wurde von sehr vielen Menschen geholfen auch wenn dies eine harte Bestrafung mit sich brachte.
    Kind 44 ist auf jeden Fall ein sehr gutes und interessantes Buch. Ich kann es jedem empfehlen, der sich vor allem für die Nachkriegszeit interessiert aber auch jedem anderen.Hat Spaß gemacht das Buch zu lesen:)

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    Tamileins avatar
    Tamileinvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Buch mit historischem Kontext, spannendem Tiefgang und einem großartigem Autor. Außerdem überzeugt das Cover.
    Ganz nach meinem Geschmack. Historisch.

    Die Story

    Moskau 1953. Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt, fürchterlich zugerichtet. Doch in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in tödliche Gefahr …


    Meine Meinung

    Ich lese gerne Bücher, die zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs spielen, die die französische Revolution aufgreifen, etc. Kurzum: Ich mag Bücher mit wahrem Hintergrund. Dieses Buch spielt zu Zeiten der Sowjetunion, des herrschenden Sozialismus' und zu Zeiten eines grausamen Serienmörders.

     

    Kinder werden ermordet, verstümmelt und liegen gelassen. Die Regierung sorgt dafür, dass es nach einem Unfall aussieht, da sie kein Aufsehen um ihre Politik erregen wollen. Es wird ein Schuldiger gefunden und verurteilt. Doch nicht jeder läuft geradeaus, wie es gerne gesehen werden würde. Leo arbeitet für den Geheimdienst und stellt zu viele Fragen. Schließlich wird er in seinem Rang herabgestuft und versetzt. Nachdem Leo nun fast nichts mehr zu verlieren hat macht er sich auf die Suche nach dem Serienmörder, der die Kinder tötet. Doch dabei bringt er seine eigene Familie in Gefahr.

     

    Ich kannte Smith zuvor nicht. Ich bin durch die Werbung zum Film irgendwann auf das Buch aufmerksam geworden. Schließlich landete es irgendwann bei mir zu Hause. Smith deckt in seinem Buch einmal wieder auf, zu welchen Taten Menschen fähig sein können. Er zeigt wunderbar auf, wie unterschiedlich die Wirklichkeit und der Sozialismus sind. Alle sind zufrieden. Alle sind gleich. Es gibt keine Kriminalität. Und in Wirklichkeit leidet die Bevölkerung Hunger. Es wird mit Armut und Hungersnöten gekämpft. Morde geschehen. Doch das ist natürlich alles nicht wahr...

     

    Meiner Meinung nach fordert der Thriller seinem Leser einiges ab. Die Grausamkeit und Brutalität schlägt einem auf fast jeder Seite entgegen. Leo will man in dieser Welt und auf seinem Weg auf gar keinen Fall alleine lassen. Das Buch muss gelesen werden. Aus der Hand legen? Das ist keine Option.

     

    Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Story gradlinig und nachvollziehbar. Ich muss sagen, dass ich durchweg begeistert bin.

     

    Endlich mal wieder ein Thriller, der von Seite 1 bis 509 spannend ist. Blut, Gewalt, Mordlust und Realität verpackt in ein wunderschönes und doch rätselhaftes weißes Cover. Man muss sich immer vor Augen halten, dass auch ein Stückchen Wahrheit in der Geschichte steckt.

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    Duffys avatar
    Duffyvor 3 Jahren
    Thriller und Geschichtsunterricht

    Russland im Jahr 1953. Stalin hat sein Reich der Repressionen aufgebaut und die Idee des Kommunismus an die oberste Stelle seiner Dogmen gestellt. Dazu gehört auch, dass es in diesem System keine Verbrechen gibt. Als auf den Bahngleisen bei Moskau die Leiche eines kleinen Jungen gefunden wird, bezeichnet man das also als Unfall. Leo Demidow ist ein Offizier des Geheimdienstes, der aber beim nächsten Kindsmord diese Unfallversion nicht mehr mittragen kann. Er ermittelt auf eigene Faust und stellt sich so gegen das Regime, bringt seine ganze Familie in Gefahr. Doch der Mörder zieht eine Spur mit Leichen durch das Land. Leo kann seine Ermittlungen nicht mehr verbergen und wird Repressalien ausgesetzt.
    Mit einem großen Rechercheaufwand hat Smith hier das Stalinregime zum Tatort gemacht. Einzelne Straf- und Vergeltungsmaßnahmen hat er genauso ungeschönt beschrieben wie den gesamten Geheimdienstapperat mit seinen einzelnen Funktionsträgern. Die gesamte Handlung ist spannend und ohne große Effekthascherei aufgebaut, das Denunziantentum beklemmend dargestellt, weil es auch vor der eigenen Familie und den engsten Freunden nicht Halt gemacht hat. Die Auflösung der Geschichte ist bis zum Ende gut verborgen, Smith bedient sich einer "Zwiebeltechnik", schält wirklich den Kern langsam ab. Ein sehr gelungenes Romandebüt, vor allem aber auch sauber und gründlich recherchiert. Ganz sicher ist der Nachfolger "Kolyma", wo man Leo Demidow wiedertrifft, empfehlenswert. "Kind 44" ist beste Thriller-Unterhaltung auf hohem, schriftstellerischem Niveau.

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