Tom Rob Smith Kind 44

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Lovelybooks Bewertung

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Inhaltsangabe zu „Kind 44“ von Tom Rob Smith

Moskau 1953. Auf Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt und fürchterlich zugerichtet. Aber in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in tödliche Gefahr ...

Ein Top-Thriller, der einem an die Nieren geht!

— Pialalama

Nicht das was ich erwartet habe, aber trotzdem sehr spannend.

— geri_1803

Wenn man sich durch das Buch kämpft, erlebt man die düstere Zeit unter Stalin mit und viel Gewalt!

— sommerlese

Sehr spannend!

— Perse

Ein atmosphärisch überzeugender Thriller, der die Zeit unter Stalin in der Sowjetunion erlebbar macht.

— Hamlets_Erbin

Unglaublich gut geschrieben.

— Popi

Mein erster kontakt mit Tom Rob Smith und er hat mich nicht enttäuscht!

— esprite_surveille

Gelungener Thriller in düsterer Atmosphäre.

— Jen_loves_reading_books

Alle Zutaten des Kriminalromans werden zu einem diabolischem Cocktail vor dem Hintergrund des stalinistischen Terrors verquickt.

— Gordon_McBane

Eine sehr spannende, unvorhersehbare Story! Dazu noch die geschichtliche Hintergrundthemaktik, unverbesserlich

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Top Thriller!

    Kind 44

    Pialalama

    14. January 2018 um 16:38

    Als ich das Buch gekauft hatte, sagte eine Freundin zu mir:“ Das ist wirklich richtig gut, aber die beschriebenen Dinge sind echt heftig!“. Als begeisterte Thriller-Leserin, denkt man sich da nicht wirklich viel. Ich lese ständig schlimme, grauenvolle und groteske Sachen. Aber das hier war etwas anderes. Schon auf den ersten Seiten wird man mit der Grausamkeit und Brutalität konfrontiert, die sich durch das gesamte Buch zieht. Allem voran Gewalt gegen Kinder. Gewalt gegen Unschuldige ist immer grausam. Gewalt gegen Kinder, noch grausamer. Das war das erste Mal, dass ich bei einem Buch wirklich schlucken musste. Schockiert war ich schon oft. Aber wegschauen musste ich noch nie.Zu der Schockiertheit gesellt sich auch noch ein Gefühl von Fassungslosigkeit. Wie bereits erwähnt, befindet wir uns zur Zeit Stalins in de Sowjetunion. Während dem Lesen habe ich mich hunderte Mal gefragt, was das Ziel eines solchen Staates ist, der offensichtlich nicht versucht sein Volk zu schützen, sondern einzig und allein darauf aus ist, das Ansehen des Staatsapparates zu wahren. Wozu das Ganze? Vor wem will der Staat gut dastehen, wenn er doch alle ängstigt? Aber ja, das ist eine alte Diskussion und in der Geschichte leider viel zu häufig vertreten. „Nichts ist störrischer als die Wahrheit. Deshalb hasst ihr sie so. Sie beleidigt euch. Deshalb kann ich euch zur Weißglut bringen, indem ich einfach nur sage: Ich, Anatoli Tarasowitsch Brodsky, bin Tierarzt. Meine Unschuld beleidigt euch, weil ihr wollt, dass ich schuldig bin. Und ihr wollt, dass ich schuldig bin, weil ihr mich verhaftet habt.“ Seite 104 Die Geschichte entwickelt sich schnell zu einer spannenden Jagd auf Leben und Tod. Die offensichtliche Mordserie wird als Hirngespinst abgetan und verdeutlicht damit das falsche Handeln der Polizei. Überhaupt stand für mich viel mehr die Gerechtigkeit in Bezug auf den Staat und das Verhalten der Polizei im Mittelpunkt, als die Gerechtigkeit in Bezug auf Mörder un Opfer. Natürlich will man auch, dass der Täter geschnappt wird, aber vor allem möchte man dieser scheinbar nie endenden Grausamkeit des Staates den Strick um den Hals legen. Die Rolle des Leo Demidow ist geschickt gewählt: Ein Agent, der dem Staat treu ist und Gewalt gegen das Volk mit seinen aufgesetzten Regeln vereinbart. Doch plötzlich steht er auf der anderen Seite und erkennt seine unverzeihliche Schuld. Er sieht die Wahrheit: Das Volk liebt ihn nicht, es hasst ihn. Das Volk wird hier stückweise auch durch seine Frau verkörpert. Auch wenn für mich wie gesagt der Schwerpunkt auf der Situation des Staates lag, war natürlich auch die Mordserie, in meinen Augen als Mittel zum Zweck, sehr gut gestaltet. Zwar kann man als aufmerksamer Leser schnell einen Teil der Lösung erahnen, aber ein kleines Detail ist auch mir bis zum Schluss verborgen geblieben. Zwar fand ich dieses Detail etwas unnötig, aber eher im neutralen Sinn.  Letzten Endes kann ich von der gesamten Story sagen, dass sie mir sehr gut gefallen hat! Fazit: Eine spannende, eindrucksvolle Story, welche jedoch mit ihren Grausamen Schilderungen einem an die Nieren gehen kann. Für mich hat sich das Buch zu einem richtigen Pageturner entwickelt, der neben dem Aspekt der Unterhaltung auch viel zum Nachdenken angeregt hat. Ein Top-Thriller!

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  • Die Zeit unter Stalin wird authentisch gezeigt

    Kind 44

    sommerlese

    26. August 2017 um 09:16

    "Kind 44" ist der Auftakt einer dreiteiligen Thriller-Reihe von Tom Rob Smith aus dem Goldmann Verlag, der bereits 2008 erschienen ist.Moskau 1953: Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt, verstümmelt und der Magen wurde herausgeschnitten. Aber in der Sowjetunion der Stalinzeit werden Verbrechen öffentlich verschwiegen. Daher wird Leo Demidow, ein Geheimdienstoffizier beim MGB, zu der Familie des toten Jungen geschickt, um ihnen diesen als Unfall deklarierten Mord mitzuteilen. Leo ist ein treuer Anhänger des Staates und als man seine Frau Raisa denunziert, soll er sie als Spionin entlarven. Für Leo ändert sich sein linientreues Verhalten, er weigert sich, wird degradiert und nach Wualks versetzt. Dort stößt er auf weitere Kinderleichen, die nach dem selben Muster getötet wurden, wie der Junge in Moskau. Auf eigene Faust beginnt er zu ermitteln und stößt auf eine grauenhafte Mordserie, doch mit seinen Ermittlungen bringt er sich und seine Familie in größte Gefahr. Der Thriller beginnt kurz vor dem Tod Stalins im Winter 1953 und wir erleben den Protagonisten Leo und seine Frau Raisa auf ihrem Lebensweg in Russland. Anhand der vom Autor authentisch dargestellten Ideologie und der bedrückenden Lebensbedingungen in der stalinistischen Sowjetunion, bekommt man einen echt wirkenden Eindruck von der Unmenschlichkeit der Sowjet-Ideologie, in der Systemtreue gefordert und keine Widerworte geduldet wurden. Wer sich widersetzte wurde entweder verbannt oder mit Gefängnis oder Tod bestraft. Eine grausame Zeit und so ist auch der Thriller sehr bedrückend und düster. Leo ist anfangs ein linientreuer Held, dessen Treue zum Teil durch Vergünstigungen erkauft zu sein scheint. Ein typischer Fall in der stalinistischen Zeit. Als Leo seine eigene Frau als Spionin entlarven soll, weigert er sich. Man bekommt den Eindruck, erst jetzt beginnt er über die Freveltaten nachzudenken und eine eigene Meinung zu entwickeln. Diese Wandlung ist beeindruckend mitzuverfolgen und lässt beim Lesen einen Hoffnungsschimmer aufkommen. Insgesamt wird bei den verwendeten Figuren sehr ins Detail gegangen, leider kommt man dem Protagonisten Leo und seinen Gedanken und Gefühle aber nicht sehr nahe. Auch haben mich einige Längen dieses Buch nicht in gewohnter Thrillerspannung verfolgen lassen, die reichlich vorhandenen Gewaltszenen sind zwar gewalttätig, aber nicht allzu blutig, sodass ich eher von einem Krimi sprechen würde. Die Orientierung der Menschen der Stalinzeit wird gut deutlich gemacht, ihr Unterordnungswille wurde erkauft, ansonsten eingebläut und die Frage nach Moral konnte und durfte nicht gestellt werden. Diese Ansicht stellt der Autor sehr eindringlich dar. Es geht sehr spannend los, seinen Helden Leo lässt Smith eine wahre Albtraumreise erleben, die dann etwas überstürzt und konstruiert wirkend zum Ende geführt wird. Dennoch fiebert man die ganze Zeit mit Leo mit. Mir hat dieses Buch durch seine Längen etwas die Spannung geraubt, die düstere Stalinzeit ist nicht mein Interessengebiet und die dramatischen Übergriffe sind sehr häufig eingesetzt. Wer mehr Interesse für die historischen Hintergründe aufbringen kann, der wird hier eine spannende Zeit erleben, die die Lebensbedingungen der UDSSR zeigen. Als Serienauftakt zeigt der Autor sehr eindringlich das Leben in der stalinistischen Zeit und bringt die Verstrickungen zu einem annehmbaren Ende.

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  • Unglaublich gut geschrieben

    Kind 44

    Popi

    19. June 2017 um 15:57

    Kind 44Von Tom Rob SmithKlappentext:Moskau 1953. Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt, fürchterlich zugerichtet. Doch in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in tödliche Gefahr … Autor:Tom Rob Smith wurde 1979 als Sohn einer schwedischen Mutter und eines englischen Vaters in London geboren, wo er auch heute noch lebt. Er studierte in Cambridge und Italien und arbeitete anschließend als Drehbuchautor. Mit seinem Debüt "Kind 44" gelang Tom Rob Smith auf Anhieb ein internationaler Bestseller. Er wurde u. a. mit dem Steel Dagger ausgezeichnet, für den Man Booker Prize nominiert und bisher in 26 Sprachen übersetzt. Meine Meinung:Ein unglaublich gutes und spannendes Buch.Tom Rob Smith überzeugt durch seine fantastische Recherche und seinem überaus präzisen und grandiosen Schreibstil.Mich hat das Buch gefesselt und ich habe mitgefiebert.Eine schockierende Geschichte, die vielerseits einfach der Wahrheit entspricht.So grauenvoll es in der Sowjetunion abgegangen ist, so grauenvoll wurde es in dem Buch geschildert. Die Machenschaften waren einfach entsetzlich. Kind 44 kann ich jedem ans Herz legen, der spannende Bücher liebt.

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    • 4
  • Absolut packend

    Kind 44

    Guerkkchen

    05. April 2017 um 20:05

    Ein Staat, in dem es keine Verbrechen gibt, ein System, in dem man jeden Moment untergehen kann. Vertuschte Kindermorde. Kind 44 nimmt seine Leser mit in die Sowjetunion der 1950er Jahre und zeichnet ein Szenario das so bedrückend wie schrecklich ist. Leo Demidow ist Geheimdienstoffizier und lebt seinen Job in dem festen Vertrauen, dass es richtig ist, wie es ist. Doch dann wird die Leiche eines kleinen Jungen auf einem Bahngleis gefunden. Ein Unfall, sagt der Staat. Mord, sagt der Vater. Als Leo kurz darauf seine Frau Raisa als Spionin entlarven soll, setzt sich ein Strudel aus Ereignissen in Bewegung, die Leo und seine Familie mit sich nach unten ziehen. Zweifel am System und der Wahrhaftigkeit der Liebe seiner Frau stellen sich ein, weitere Morde passieren. Und Leo beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Sein Rivale Wassili ist ihm die ganze Zeit dicht auf den Fersen und nutzt jede Gelegenheit, Leo und Raisa als Staatsfeinde zu deklarieren. Leo entwickelt neue Prinzipien und kommt dadurch auch Raisa wieder näher. Am Ende der Geschichte steht ein überraschender Twist.Kind 44 liest sich unheimlich gut und man mag es kaum aus der Hand legen, so sehr fesseln Geschichte und Schreibstil. Tom Rob Smith schafft es, eine klare und brutale Sprache für die herrschenden Umstände der Zeit zu finden. Schaudern ist vorprogrammiert – sowohl angesichts der kaltblütigen Morde als auch in Bezug auf das politische System, das aus der heutigen Sicht so unbegreiflich scheint. Die Wendung am Ende mag Geschmackssache sein. Das Buch ist aber für Krimi- und Thriller-Fans absolut empfehlenswert. Allein schon deshalb, weil eine Kriminalgeschichte in eine solch politische Umgebung eingebettet wird. 

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  • Gelungener Thriller!

    Kind 44

    Jen_loves_reading_books

    19. March 2017 um 17:19

    Kind 44vonTom Rob SmithErhältlich als:TB für 9,95 €ISBN 978 3 442 47807 1ca. 506 Seitenoder alsKindle Edition für 8,95 €Herausgeber:Goldmann VerlagThrillerZum Inhalt: Moskau 1953. Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt, fürchterlich zugerichtet. Doch in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in tödliche Gefahr … Zum Cover: Passend zum Thema des Buches und wie bei den Covern der meisten Thriller, ist auch hier ein wenig Blut vorhanden (Bei meiner Sonderedition zumindest ;-)). Rezension: Bei diesem Buch bin ich sofort in die Geschichte hineingeglitten.Obwohl der Autor sich sehr viel Zeit nimmt, das System der jungen Sowjetunion der 50er Jahre darzustellen, ist es ein spannender und sehr interessanter Thriller, der den Spannungsbogen nach und nach aufbaut.Einige Leser bemängelten historische Ungenauigkeiten.Naja, letztendlich ist es nur ein Thriller und die damalige Sowjetunion nur ein Setting und kein Tatsachen- oder Erfahrungsbericht.Ich finde, darüber kann man getrost hinweg gehen und sehen. :-), da Tom Rob Smith damit lediglich aufzeigen wollte, welche Schlechtigkeiten ein solches System hervorbringen kann und welche Sorte Mensch sich damit besonders wohl fühlt und daher auch in einem solchen System schnell aufsteigt. Natürlich ist einiges überspitzt dargestellt.Viel enttäuschender fand ich ,das der Antagonist hier viel zu kurz kommt und dann die Morde nach den üblichen Thriller-Schemata abgehandelt wurde.Die Beweggründe für seine Taten waren schon recht abstrus, um nicht zu sagen, an den Haaren herbeigezogen.Auch hier wieder das übliche Thriller-Muster mit der Erklärung: Er ist halt ein Psychopath und hat tierisch einen an der Waffel.Der Protagonist und seine Frau hingegen , sind sehr interessante Charaktere.Die zum einem sehr fragwürdig agieren, aber im Laufe der voranschreitenden Story eine positive Entwicklung durchmachen, was sie zum anderen sehr sympathisch und auch sehr authentisch macht. Fazit:Von den 4 Thrillern, die ich im Monat Februar gelesen hatte, war das der Beste.Die düstere und unheimliche Atmosphäre in diesem Buch, haben mir unglaublich gut gefallen, auch die Darstellung der damaligen Sowjetunion, kam sehr gut rüber.Die ständige Angst der Bevölkerung vor den Beamten der Staatssicherheit und ständig dem willkürlichen Denunziantentum anderer ausgesetzt zu sein, war für mich der Schrecken und die Verzweiflung, beinahe fühlbar bzw. nachfühlbar.Teil 2 und 3 dieser Reihe stehen bei mir schon in den Startlöchern. Empfehlung:Auf jeden Fall.Obwohl die typischen Thriller-Leser mit der Thematik wahrscheinlich nicht viel anfangen können. Von mir gibt's:4 von 5 Sternen

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  • ungewöhnlich gut

    Kind 44

    derMichi

    14. February 2017 um 16:52

    Für gewöhnlich bemühen sich Thrillerautoren ihren Antagonisten möglichst ausgefallene Mordmethoden anzudichten, um den Leser neugierig auf die Motivation des Killers zu machen. Tom Rob Smith kann sich das ebenfalls nicht verkneifen, die eigentliche Stärke von "Kind 44" liegt allerdings eindeutig in der Atmosphäre und Epoche. Vom erschütternden Holodomor (der immer noch nicht weltweit als Völkermord anerkannt ist) bis hin zu den Veränderungen nach dem Tod Stalins zeichnet Smith ein finsteres aber weitgehend authentisches Bild einer Sowjetunion, die noch unter dem Eindruck der Säuberungsaktionen der kommunistischen Partei steht, deren Mantras Leo anfangs noch vor sich hinbetet. Ein Staat, der zu seiner Zeit besser und moderner als jeder andere sein wollte, aber hauptsächlich durch Terror und Verrat zusammengehalten wurde. Da wäre es leicht, einen der üblichen Systemkritiker auf den Leser loszulassen, der von Anfang an den Staat als solchen hinterfragt, sich dagegen auflehnt und schließlich heldenhaft flieht oder wenigstens Reformen anstößt. Leo Demidow tut nichts dergleichen. Als Mitglied des Geheimdienstes MGB ist er selbst für Verhaftungen, Verhöre und ähnliches zuständig, teils aus Überzeugung, teils mangels Alternativen, aber immer mit der Gewissheit im Nacken, dass ihn selbst jederzeit irgendein missgünstiger Kolege ans Messer liefern könnte. Daher dauert es ein wenig, bis man für ihn wirklich Sympathie entwickelt, entsprechend viel müssen er und seine Frau Raisa dann aber auch durchmachen, bis der Mörder endlich gefasst ist. Obwohl der Showdown etwas knapp abgehandelt wird, baut sich die Spannung doch über reichlich fünfhundert Seiten kontinuierlich auf. Da kann man es auch verschmerzen, dass nach dem packenden Prolog und einer Vorstellung Leos der eigentliche Fall erst einmal für knapp einhundertfünfzig Seiten kaum Thema ist. Trotzdem geschieht genug, um nie Langeweile aufkommen zu lassen, denn schon das Setting macht das Buch spannender als die meisten Konkurrenzprodukte. Aber selbst in Sachen Figurentwicklung und Dramaturgie macht Smith prinzipiell alles richtig. Aufmerksame Leser stellen vielleicht schon vor der finalen Konfrontation eine wichtige Parallele fest, die auf die Identität des Mörders schließen lässt, dennoch lohnt sich der Weg dorthin. Die Verhältnisse in den Verhörverliesen des MBG, in verwahrlosten Kinderheimen, Komunalkas und Wohnblöcken beschreibt der Autor lebendig genug, um seinem Werk eine einmalige bedrückende Atmosphäre zu verpassen. Wer Thriller jenseits der üblichen Handlungsmuster mag, wird "Kind 44" mit Sicherheit mögen. Wer den Film schon wenigstens interessant fand, findet hier eine sehr viel bessere Version der Handlung, die sich nicht weniger spannend liest. Originaltitel: "Child 44" Seitenzahl: 509 Format: 12,6 x 18,8 cm, Taschenbuch Verlag: Goldmann Bonusmaterial: Literaturhinweise

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  • Interessantes Buch, kann es nur empfehlen:)

    Kind 44

    lostinpages

    24. July 2016 um 17:14

    Bevor ich angefangen habe zu lesen war ich skeptisch. Normalerweise lese ich dieses Genre an Büchern nicht aber ich fand dass der Klappentext sich ganz gut anhörte. Am Anfang hab ich noch nicht so ganz durchgeblickt, also was Pavel mit Leo zu tun hat... Aber ja das hatte schon seinen Sinn wie man gegen Ende hin erfährt. Ich fand die Story sehr interessant und auch spannend. Die Zeit um Stalin also um den 2. Weltkrieg interessiert mich generell sehr. Deshalb fand ich es sehr interessant zu sehe wie das Leben damals war und wie sich die Leute dabei gefühlt haben. Ich hab die ganze Zeit überlegt ob das mit dem „Es gibt keine Verbrechen“ wirklich stimmt aber ich wäre doch niemals auf die Idee gekommen das der Serienmörder wirklich existiert hat also das das Buch nahezu der Realität entspricht. Wenn ihr wüsstet wie geschockt ich war. Klar das mit Leo war erfunden aber die über 50 Morde und das der Bruder der Mörder entführt wurde... stimmt. Ich fand das ganze aber echt sehr gut gemacht also das die Kinder praktisch ein Wegweiser für Leo sind und dieser ihm unbewusst zu seiner Vergangenheit folgt.Den Schreibstil und die Perspektive fand ich sehr gut und angenehm.Die Personen sind relativ gering bis gar nicht beschrieben so kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen aber ich denke Leo stellt sich jeder ähnlich vor. Wie einen Kriegshelden eben.Das Ende also wer der Mörder ist fand ich echt überraschend. Plötzlich gab alles einen Sinn. Auch wenn der Grund der Morde einfach gestört ist aber man verstand endlich warum.Das Buch zeigt einem außerdem, dass die Menschen (Offiziere...) im Krieg nicht immer stolz auf das Waren was sie taten, sondern dass sie einfach nichts anderes kannten oder ihnen einfach nichts anderes Übrig blieb. Denn sonst wären sie und ihre Familie tot gewesen. Das Leo sich gegen den Staat gerichtet hat finde ich sehr mutig von ihm. Das macht ihn zu einem wahren Helden und außerdem zeigt das Buch, dass nicht alle Menschen schlecht waren. Leo und Raisa wurde von sehr vielen Menschen geholfen auch wenn dies eine harte Bestrafung mit sich brachte.Kind 44 ist auf jeden Fall ein sehr gutes und interessantes Buch. Ich kann es jedem empfehlen, der sich vor allem für die Nachkriegszeit interessiert aber auch jedem anderen.Hat Spaß gemacht das Buch zu lesen:)

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  • Ganz nach meinem Geschmack. Historisch.

    Kind 44

    Tamilein

    18. June 2016 um 16:06

    Die Story Moskau 1953. Auf den Bahngleisen wird die Leiche eines kleinen Jungen gefunden, nackt, fürchterlich zugerichtet. Doch in der Sowjetunion der Stalinzeit gibt es offiziell keine Verbrechen. Und so wird der Mord zum Unfall erklärt. Der Geheimdienstoffizier Leo Demidow jedoch kann die Augen vor dem Offenkundigen nicht verschließen. Als der nächste Mord passiert, beginnt er auf eigene Faust zu ermitteln und bringt damit sich und seine Familie in tödliche Gefahr … Meine Meinung Ich lese gerne Bücher, die zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs spielen, die die französische Revolution aufgreifen, etc. Kurzum: Ich mag Bücher mit wahrem Hintergrund. Dieses Buch spielt zu Zeiten der Sowjetunion, des herrschenden Sozialismus' und zu Zeiten eines grausamen Serienmörders.   Kinder werden ermordet, verstümmelt und liegen gelassen. Die Regierung sorgt dafür, dass es nach einem Unfall aussieht, da sie kein Aufsehen um ihre Politik erregen wollen. Es wird ein Schuldiger gefunden und verurteilt. Doch nicht jeder läuft geradeaus, wie es gerne gesehen werden würde. Leo arbeitet für den Geheimdienst und stellt zu viele Fragen. Schließlich wird er in seinem Rang herabgestuft und versetzt. Nachdem Leo nun fast nichts mehr zu verlieren hat macht er sich auf die Suche nach dem Serienmörder, der die Kinder tötet. Doch dabei bringt er seine eigene Familie in Gefahr.   Ich kannte Smith zuvor nicht. Ich bin durch die Werbung zum Film irgendwann auf das Buch aufmerksam geworden. Schließlich landete es irgendwann bei mir zu Hause. Smith deckt in seinem Buch einmal wieder auf, zu welchen Taten Menschen fähig sein können. Er zeigt wunderbar auf, wie unterschiedlich die Wirklichkeit und der Sozialismus sind. Alle sind zufrieden. Alle sind gleich. Es gibt keine Kriminalität. Und in Wirklichkeit leidet die Bevölkerung Hunger. Es wird mit Armut und Hungersnöten gekämpft. Morde geschehen. Doch das ist natürlich alles nicht wahr...   Meiner Meinung nach fordert der Thriller seinem Leser einiges ab. Die Grausamkeit und Brutalität schlägt einem auf fast jeder Seite entgegen. Leo will man in dieser Welt und auf seinem Weg auf gar keinen Fall alleine lassen. Das Buch muss gelesen werden. Aus der Hand legen? Das ist keine Option.   Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Story gradlinig und nachvollziehbar. Ich muss sagen, dass ich durchweg begeistert bin.   Endlich mal wieder ein Thriller, der von Seite 1 bis 509 spannend ist. Blut, Gewalt, Mordlust und Realität verpackt in ein wunderschönes und doch rätselhaftes weißes Cover. Man muss sich immer vor Augen halten, dass auch ein Stückchen Wahrheit in der Geschichte steckt.

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  • Thriller und Geschichtsunterricht

    Kind 44

    Duffy

    10. March 2016 um 09:40

    Russland im Jahr 1953. Stalin hat sein Reich der Repressionen aufgebaut und die Idee des Kommunismus an die oberste Stelle seiner Dogmen gestellt. Dazu gehört auch, dass es in diesem System keine Verbrechen gibt. Als auf den Bahngleisen bei Moskau die Leiche eines kleinen Jungen gefunden wird, bezeichnet man das also als Unfall. Leo Demidow ist ein Offizier des Geheimdienstes, der aber beim nächsten Kindsmord diese Unfallversion nicht mehr mittragen kann. Er ermittelt auf eigene Faust und stellt sich so gegen das Regime, bringt seine ganze Familie in Gefahr. Doch der Mörder zieht eine Spur mit Leichen durch das Land. Leo kann seine Ermittlungen nicht mehr verbergen und wird Repressalien ausgesetzt.Mit einem großen Rechercheaufwand hat Smith hier das Stalinregime zum Tatort gemacht. Einzelne Straf- und Vergeltungsmaßnahmen hat er genauso ungeschönt beschrieben wie den gesamten Geheimdienstapperat mit seinen einzelnen Funktionsträgern. Die gesamte Handlung ist spannend und ohne große Effekthascherei aufgebaut, das Denunziantentum beklemmend dargestellt, weil es auch vor der eigenen Familie und den engsten Freunden nicht Halt gemacht hat. Die Auflösung der Geschichte ist bis zum Ende gut verborgen, Smith bedient sich einer "Zwiebeltechnik", schält wirklich den Kern langsam ab. Ein sehr gelungenes Romandebüt, vor allem aber auch sauber und gründlich recherchiert. Ganz sicher ist der Nachfolger "Kolyma", wo man Leo Demidow wiedertrifft, empfehlenswert. "Kind 44" ist beste Thriller-Unterhaltung auf hohem, schriftstellerischem Niveau.

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  • Rezension zu Kind 44

    Kind 44

    Jasmin93

    07. March 2016 um 20:04

    Zu Anfangs fragte ich mich, wie es das Buch überhaupt in mein Bücherregal geschafft hat. Russland 1950 - gar nicht meine Zeit. Aber trotzdem habe ich es zu lesen angefangen ... Rückblickend muss ich sagen, dass Buch war in Ordnung, aber ich würde es nicht nocheinmal lesen.  Die Entwicklung der Hauptperson hat mich wohl am meisten begeistert. Wie sich ein Mensch innerhalb kurzer Zeit vom "Bösen" zum "Guten" entwickeln kann.  Letztlich ist es gut geschrieben, mit politischem Hintergrund und man lernt noch etwas daraus.

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  • Sehr politisch

    Kind 44

    Buchwesen

    07. March 2016 um 19:40

    Das Buch handelt in den 50er Jahren während der Stalinzeit und das wird auch sehr deutlich beschrieben. Endlose lange Seiten wird über die politischen Missstände in Russland geschrieben, gerade als ich dachte die Story wird spannend und es geht los, da wird wieder über politisches geschrieben. Für mich ist das leider nichts, ein bisschen politischer Hintergrund ist ja ok, aber es zog sich wie Kaugummi und ich konnte mich nicht mehr auf das Buch konzentrieren. So dass ich das Buch abgebrochen habe, ich tue das sehr ungern, aber es ging nicht anders. Der Schreibstil ist sehr einfach, er vermittelt nicht die fehlende Spannung, was das lesen nur noch anstrengender macht. Wer gerne über politische Hintergründe liest, für den ist das Buch perfekt. Wer jedoch einfach nur einen packenden Thriller möchte das findet man leider nicht.

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  • Mord in einem Staat indem es keinen Mord gibt....

    Kind 44

    Buecherseele79

    27. February 2016 um 08:49

    Die Sowejtunion zur Stalinzeit. Leo arbeitet für den Geheimdienst und ist seinem Staat zur absoluten Treue verbunden. Als ein Junge brutal ermordet aufgefunden wird- der Vater des Jungen ist ein Kollege von Leo und behauptet steif und fest- es war Mord, es gibt Zeugen, es war kein Unfall. Doch Leo wird von seinem Vorgesetzten angesetzt seinen Kollegen von dieser Theorie abzubringen, was ihm auch gelingt. Bei einem Verhör welches Leo mitverfolgt bekommt er die ersten Zweifel an dem System. Als kurz darauf von ihm verlangt wird dass er seine eigene Frau Raisa beschatten muss weil sie, angeblich eine Spionin ist, gerät das "schöne" Leben von Leo komplett aus den Fugen. Seine Frau und er werden als Deserteure in eine Provinz von Russland verfrachtet und folgen da der Spur der weiteren Kindermorde.... es sind 44 entdeckte Kinderleichen und Leo sowie Raisa machen sich auf die Suche nach dem Mörder... Doch sie leben in einem Land in dem jeder Mensch den anderen für mehr Geld und Wohlstand verraten würde, sie werden beschattet und müssen jeden Tag mit ihrem Tod rechnen und- sie leben in einem Staat indem es keinen Mord gibt... Auf der einen Seite ist das Buch unheimlich gut geschrieben weil es aufzeigt wie es damals zur Stalinzeit in der Sowjetunion zuging. Es war vergleichbar mit der Nazizeit als jeder jeden angeschwärzt hat und man keinerlei Redefreiheit mehr hatte. Auf der anderen Seite holt der Autor oft sehr weit aus und manchmal kommen Figuren hinzu die erstmal verwirren, ich denke man hätte es etwas "knackiger" schreiben können. Im Allgemeinen aber eine absolute Leseempfehlung zu einem sehr interessanten, erschreckenden Thema!

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  • Packender Thriller

    Kind 44

    Nadine0612

    02. January 2016 um 20:38

    Inhalt: Moskau 1953: In der Sowjetunion herrscht die nackte Angst. Stalins letzte Säuberungswelle wütet im Land. Die Staatssicherheit hat Augen und Ohren überall. In dieser Zeit wird der Geheimdienstoffizier Leo Demidow mit einem brutalen Kindsmord konfrontiert. Doch im real existierenden Sozialismus gibt es keine Verbrechen. Warum sollte in der perfekten Gesellschaft jemand Grund haben zu töten? Nachdem Leo in ungnade gefallen ist und weit weg von Moskau strafversetzt wurde, entdeckt er weitere Kindsmorde. Aber seine Nachforschungen bringen ihn und seine Helfer in tödliche Gefahr. Eigene Meinung: Ein spannender Thriller, den ich viel zu lange in meinem Bücherregal vergessen habe. Nicht nur die Geschichte, um die Morde, hat mich gefesselt, auch die Art zu Leben und vor allem überleben waren gut recherchiert und spannend. Absolut Lesenswert.

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  • Teilweise mühsam

    Kind 44

    Heane

    28. November 2015 um 16:57

    Leo Demidow hat im zweiten Weltkrieg gut gedient. Nach Kriegsende tritt er beim MGB ein und steigt dort rasch auf. Er ist ein fähiger Offizier, der Aufträge nicht lange hinterfragt sondern sie präzise und gnadenlos ausführt. Staatsfeinde werden zur Rechenschaft gezogen und ihrer gerechten Strafe zugeführt. Dass diese gerecht ist, davon ist Leo überzeugt. Für das höhere Ziel verschließt er die Augen und erlaubt sich weder Ethik noch Moral. Als er schließlich einem untergeordneten Kameraden ausreden soll, dass dessen Sohn ermordet wurde, obwohl alle Indizien darauf hindeuten, beginnt sein fester Glaube in die Staatsweisheit erste Risse zu bekommen. Bei einer weiteren Verhaftung, sieht Leo dann doch genauer hin und erkennt, die vermeintliche Unschuld des „Staatsfeindes“. Immer stärker hinterfragt er die Ziele und Vorgehensweisen des MGB. Alles kippt schließlich, als Leo beauftragt wird, seine eigene Frau zu beschatten und schließlich der Spionage zu überführen… Kind 44 ist der erste Teil einer dreiteiligen Thriller-Reihe von Tom Rob Smith. Wir begleiten den Protagonisten Leo und seine Frau Raisa auf ihrem Lebensweg in Russland unter Stalin. Die Wirtschaftskraft wird vorangetrieben und ihr zugrunde liegt ein sehr eingeschränkter Kodex des Vertrauens in den Übervater Stalin, der keine Widerworte duldet und selbst das geringste Vergehen mit Verbannung oder Tod ahndet. Der Held Leo kommt gar nicht so heldenhaft herüber, eher ist er ein Mensch, der versucht nicht aufzufallen und möglichst ungesehen die Karriereleiter hinauf zu  klettern. Erst als ihm sämtliche Vergünstigungen und Annehmlichkeiten abgeschnitten werden, beginnt er eine eigene Meinung zu entwickeln und lernt zu dieser auch zu stehen. Kind 44 besticht durch ausführliche Charakterzeichnung der ProtagonistInnen, leider krankt es an derselben für den Antagonisten. Die überdeutlichen Längen im Buch werden unglücklicherweise nicht durch wechselnde Schauplätze oder das Einbringen einer anderen Perspektive aufgebrochen und somit gerät, der flüchtige Leser vor allem im Mittelteil leicht ins Stocken. Insgesamt verdient „Kind 44“ eher den Titel „Kriminalroman da auf allzu blutige Szenen zumeist verzichtet wird. Gelungen ist der düstere und beklemmende Plot, der den Protagonisten im Lauf des Buchs zu einem und zu einem einzigen Ausweg führen. Für hartgesottene LeserInnen, die auch bei Längen dran bleiben.

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  • Ein Thriller der Sonderklasse!!!!

    Kind 44

    lievke14

    „Kind 44“ von Tom Rob Smith ist ein Buch, das mich bereits vor vielen Jahren sehr begeistert hat. Der Hauptstrang der Geschichte spielt im Jahr 1953 im stalinistischen Russland. Leo Demidow, ranghoher und linientreuer Offizier beim MGB ermittelt in einem brutalen Mordfall. In Moskau wird neben einem Bahngleis ein toter Junge aufgefunden, der ziemlich übel zugerichtet ist. In Stalins Russland gibt es aber keine Verbrechen, so dass diese Angelegenheit schnell als Unfall abgetan wird. Als ein zweites totes Kind auftaucht, das die gleichen Wundmerkmale aufweist, beginnt Demidow heimlich auf eigene Faust zu ermitteln. Damit gerät er zwischen alle Fronten…. Es handelt sich hierbei um einen Kriminalroman mit stark ausgeprägten Thrillerelementen. Der Schwerpunkt dieser Geschichte liegt jedoch zweifelsohne in der Darstellung der Stalin-Ära in seiner gesamten grausamen Wahrheit. Der russische Staatsapparat regierte mit einer schonungslosen Härte und Brutalität. Tatsächliche oder nur vermutete Staatsgegner wurden festgenommen, gefoltert, zwangsdeportiert und/oder ermordet. Das Volk lebte in ständiger Angst vor Bespitzelung und Diffamierung. Niemandem war zu trauen. Dieser Roman ist für mich Thriller und Gesellschaftsstudie in einem Paket. Der Protagonist wird in einen Strudel von Verrat und Gewalt gezogen, aus dem es kein Entkommen gibt. Raffiniert werden geschichtlicher Hintergrund und Thrillerkomponenten miteinander verwoben. Dabei versteht es der Autor, den Spannungsbogen permanent aufrechtzuerhalten. Die Grundstimmung der Geschichte ist konstant düster und bedrückend. Trotzdem konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Dieser Roman ist eine absolute Leseempfehlung für Leute, die sich für die Geschichte Russlands interessieren und spannungsgeladene Thriller lieben. Lesen, Lesen, Lesen!

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    • 3

    Meteorit

    05. October 2015 um 15:18
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