Wenn Martha tanzt

von Tom Saller 
4,2 Sterne bei75 Bewertungen
Wenn Martha tanzt
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

S

anrührend

Klusis avatar

Ein außergewöhnlicher Roman mit besonderen Schicksalen - auf jeden Fall lesenswert!

Alle 75 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Wenn Martha tanzt"

Eine magische Kindheit in Pommern und eine wilde Zeit am Bauhaus!

Ein junger Mann reist nach New York, um das Notizbuch seiner Urgroßmutter Martha bei Sotheby's versteigern zu lassen. Es enthält bislang unbekannte Skizzen und Zeichnungen von Feininger, Klee, Kandinsky und anderen Bauhaus-Künstlern. Martha wird 1900 als Tochter des Kapellmeisters eines kleinen Dorfes in Pommern geboren. Von dort geht sie ans Bauhaus in Weimar - ein gewagter Schritt. Walter Gropius wird auf sie aufmerksam, Martha entdeckt das Tanzen für sich und erringt so die Bewunderung und den Respekt der Bauhaus-Mitglieder. Bis die Nazis die Kunstschule schließen und Martha in ihre Heimat zurückkehrt. In ihrem Arm ein Kind und im Gepäck ein Notizbuch von immensem Wert - für sie persönlich und für die Nachwelt. Doch am Ende des Zweiten Weltkriegs verliert sich auf der Flucht Marthas Spur.

Von Weimar in die Welt - ein Jahrhundertroman!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783471351673
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:List Verlag
Erscheinungsdatum:09.03.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 09.03.2018 bei Hörbuch Hamburg erschienen.

Videos zum Buch

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,2 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne28
  • 4 Sterne35
  • 3 Sterne10
  • 2 Sterne2
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    S
    Sabine_Hartmannvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: anrührend
    anrührend

    Dieses Buch erzählt einen Ausschnitt der Geschichte des Bauhauses anhand der Erlebnisse von Martha. Martha ist eine junge Frau, die in einem Musikerhaushalt aufwächst und eine besondere Beziehung zur Musik entwickelt, jedoch kann sie weder singen noch musizieren. Erst als sie in das Bauhaus gelangt, um dort eine Ausbildung zu machen, merkt sie, dass ihre Ausdrucksform der Tanz ist.

    In einer Rahmenhandlung wird erzählt, dass Martha Tagebuch geführt hat und sich darin auch verschiedene Künstler des Bauhauses verewigt haben. Dies macht das Tagebuch zu einer Rarität, die viel Geld wert ist.

    Natürlich ist es nicht vollständig, und so schreibt der Besitzer des Tagebuches die fehlenden Jahre einfach dazu.

    so entsteht ein gleichzeitig einfühlsames und spannendes Buch über eine Zeit, in der Vieles im Umbruch war und der einzelne selten dazu in der Lage, vorher zu sagen, welche Konsequenzen die eine oder die andere Entscheidung nach sich ziehen wird.

    Sprachlich ist das Buch so ansprechend, dass man unmittelbar in das Geschehen hineingezogen wird und es gar nicht wieder zur Seite legen kann. Die beiden Hauptfiguren gewinnen mit jeder Seite an Tiefe, sind liebenswert und man hat großes Vergnügen dabei, ihnen durch ihre Abenteuer zu folgen. Gleichzeitig erzählt dieses Buch sehr viel aus der deutschen Geschichte, ohne dabei auch nur an irgendeiner Stelle belehrend zu wirken. Ganz im Gegenteil,es macht Teile der deutschen Geschichte erfahrbar und nachvollziehbar.

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    Klusis avatar
    Klusivor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein außergewöhnlicher Roman mit besonderen Schicksalen - auf jeden Fall lesenswert!
    Wenn Martha tanzt

    Die Rahmenhandlung des Romans spielt in der Gegenwart, genau genommen im Jahr 2001 in New York. Thomas Wetzlaff, der Ich-Erzähler, ist aus Deutschland angereist, um das Tagebuch seiner Urgroßmutter Martha bei Sotheby's versteigern zu lassen. Es handelt sich natürlich nicht um irgend ein Tagebuch, sondern Martha, 1900 in einem kleinen Örtchen in Pommern, als Tochter des Kapellmeisters geboren, ging als junge Frau nach Weimar ans Bauhaus. Dort fand sie ihre Berufung im Tanz und lernte viele Bauhaus-Künstler kennen, die sich alle in ihrem Notizbuch verewigt haben. Entsprechend wertvoll ist dieses, denn es enthält bislang unbekannte Zeichnungen von Klee, Kandinsky und anderen Künstlern der damaligen Zeit.
    Als die Nazis die Kunstschule schlossen, kam Martha nach Hause zurück – mit dem besagten Tagebuch und mit einem Kind.
    Ich muss gestehen, dass ich einige Zeit brauchte, um mich an den besonderen Schreibstil zu gewöhnen. Während Thomas Wetzlaffs Ausführungen in der Gegenwart flüssig und in einer modernen Sprache geschrieben sind, bedient sich der Autor für die Rückblenden diverser besonderer Stilmittel, durch die sich die Atmosphäre der Geschichte völlig verändert.
    In den Kapiteln, wo man über Marthas Kindheit und ihre Zeit am Bauhaus erfährt, wirkt die Sprache sehr reduziert, teilweise abgehackt; die Halbsätze überwiegen. Dadurch bleibt immer eine gewisse Distanz zu den Charakteren, auch zu Martha. Diese wirkte immer ein wenig geheimnisvoll, was vermutlich im Sinn des Autors ist. Auch viele der anderen Charaktere wirkten auf mich zum Teil rätselhaft, wobei sich das meiste im Lauf des Romans klärt und so manches Geheimnis zutage kommt.
    Sehr interessant fand ich die Schilderungen rund um das Bauhaus, seine Menschen und seine Kultur. Hier erfährt man viele historisch interessante Details zu dieser Zeit. Die Bauhaus-Bewegung forcierte nicht nur eine Zusammenführung von Kunst und Handwerk, sondern ihre Anhänger und Künstler pflegten einen ganz neuen, anderen Lebensstil und Zeitgeist.

    Insgesamt fand ich den Debütroman von Tom Saller sehr interessant und informativ. Marthas Geschichte ist fesselnd und berührend erzählt. Es ist ein tiefgründiger Roman, der bis zuletzt immer ein wenig rätselhaft bleibt. Nur das Ende war, wenn es auch rund ist, für mein Empfinden etwas zu schicksalsträchtig und dramatisch. Auf jeden Fall finde ich, es ist ein guter, sehr ausdrucksstarker und lesenswerter Roman um eine Zeit und eine Entwicklung in der Kunst, über die ich bisher nur sehr wenig wusste. 

    Kommentieren0
    4
    Teilen
    julemausi89s avatar
    julemausi89vor 3 Monaten
    Erlebte Geschichte

    Als Jenenser-Kind mit Großeltern, die in Weimar leben, und Eltern die an eben dieser Uni studiert haben, bin ich natürlich mit den Geschichten über die Bauhaus-Universität groß geworden. Und Geschichten über die Heimat faszinieren mich ja sowieso. Also kam ich an "Wenn Martha tanzt" praktisch gar nicht vorbei.

    Und meine Erwartungen wurden auch voll erfüllt. Das Buch spielt zwar nur zu einem Teil in Thüringen und es macht auch mehr die Personen hinter der Institution zum Thema als den Ort an sich, aber es fühlt sich trotzdem wie ein Stück Heimat an.

    Heimat, die in den 1930er Jahren einiges erlebt hat. Einen Wandel, der über ganz Europa hinweggefegt ist.

    Tom Saller erzählt auf unglaublich knappe, nichtsdestotrotz intensive Art, wie seine Hauptfigur den Aufstieg der Nationalsozialisten und den Krieg, aber auch eine unheimlich kreative Welt im Bauhaus erlebt hat. Da die Geschichte auf einem (fiktiven) wiederentdeckten Tagebuch basiert, sind auch die Kapitel extrem knapp und aus kurzen Sätzen oder Wortgruppen bestehend aufgebaut. Die Informationen wirken geballt, aber teilweise auch lückenhaft. Das lässt dem Leser viel Spielraum für Interpretationen, aber auch, um die Bilder im Kopf lebendig werden zu lassen.

    Der Schreibstil ist teilweise sehr bildhaft, voller Metaphern und an manchen Stellen fast poetisch.

    Fazit:
    Eine Geschichte, die man sicherlich schon öfter gelesen hat, wenn auch nie in dieser Form. Eindringlich, emotional und unbedingt lesenswert!

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    renees avatar
    reneevor 4 Monaten
    Wenn Martha tanzt

    Die Geschichte: Thomas Wetzlaff, der Erzähler, findet nach dem Tod seiner Oma, Hedi Wetzlaff, bei der Durchsicht ihrer Hinterlassenschaft, ein Tagebuch. Er liest es und wird neugierig. Es enthält die interessante Geschichte von Martha Wetzlaff, seiner Urgroßmutter. Eine sehr interessante Frau, wächst in einem musikalischen Haushalt in Türnow in Pommern auf, ist selbst aber nicht in normalem Sinn musikalisch. Aber sie hat ein anderes Talent, sie kann Musik fühlen und in geometrischen Formen erkennen. Schließlich geht sie nach Weimar ans Bauhaus, unter der Leitung von Walter Gropius. Und hier hat sie eine wunderbare Zeit und kommt in Kontakt mit interessanten Menschen und Künstlern. Welche sich ebenso in ihrem Tagebuch verewigen. In der Erzählung werden genauso die geschichtlichen Hintergründe beleuchtet, als das dritte Reich dann erstarkt, wird das Bauhaus geschlossen und Martha kehrt mit einem kleinen Kind, einem Mädchen, nach Türnow zurück. Die Familie nimmt sie gut auf, macht ihrer unverheirateten Tochter keine Probleme. Im letzten Teil des Tagebuches werden dann noch Marthas Erlebnisse in Türnow zur Zeit des zweiten Weltkrieges bis zur Flucht aus Pommern erzählt. Eine insgesamt sehr interessante Geschichte. Aufgrund der Zeichnungen in dem Tagebuch entschließt sich in der heutigen Zeit die Familie das Tagebuch zu verkaufen. Dies geschieht in New York, und zu einem sehr hohen Preis. Und der Käufer stellt einen Kontakt zu Thomas Wetzlaff her und entpuppt sich als alte Dame. Und Thomas Wetzlaff erfährt einige Neuigkeiten …

     

     

    Dieses Buch ist in zwei Erzählsträngen geschrieben, der eine beschreibt das Leben von Martha und der andere beleuchtet die Geschehnisse in New York. Der Schreibstil und die Sprache dieses Buches sind für meine Begriffe etwas gewöhnungsbedürftig. Ich kam nicht damit zurecht und hab mich damit recht schwergetan. Die Geschichte ist eine sehr schöne, und wäre für mich in einer anderen Form deutlich besser lesbar gewesen. Damit meine ich vor allem Marthas Geschichte, der Autor wollte damit wahrscheinlich die Tagebuchform verdeutlichen, aber diese Art von Formulierung ist mir persönlich zu kalt/zu emotionslos. Die Sätze sind sehr kurz, fast wie abgehackt. Aber dennoch ist ein kleiner Sog wahrnehmbar und auch ein leiser Humor, welcher mir gefallen hat. Aber trotzdem plätschert mir die Geschichte zu sehr.



    „Kurz vor Mitternacht verliert Martha in der Garderobe ihre Unschuld. Umbo hat sie gefunden und aufgehoben – ihre Unschuld.“

    Kommentare: 1
    111
    Teilen
    Mira20s avatar
    Mira20vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Liest sich schön, mir hat es gefallen!
    Interessant und schön erzählt!

    Ein ansprechendes Cover mit einem schönen Titel – ich war gespannt, was mich erwartete!


    Obwohl das Buch keine anspruchsvolle Lektüre war und im Nu gelesen ist, so empfand ich trotzdem als nachhaltig. Die Kunstszene der 1920er Jahre hat mich schon immer fasziniert. Aber über das Bauhaus in Weimar hab ich eigentlich gar nichts gewusst. So tauchte ich ein in eine Schule des kreativen Schaffens und Experimentierens. So viele bekannte Künstler haben sich hier getroffen und ihre Werke wurden von dieser gemeinsamen Zeit geprägt. 

    Die fiktive Hauptfigur führt den Leser durch eine künstlerische Welt – die sich auch von viele Konventionen und Zwänge zu befreien versuchte. Leider findet dieses schöpferische Leben ein abruptes Ende mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten.
    Zwei Handlungsstränge – verbunden mit dem wertvollen Tagebuch der Tänzerin Martha – erzählt ihre Biografie in zwei Zeiten. Der Urenkel, der das Tagebuch entdeckt und das Leben Marthas in den 20er Jahre.

    Ich empfand der Schreibstil des Autors als schlicht. Denn obwohl sehr viel Dramatisches rund um Martha geschieht, so hat der Autor ein ruhiger und knapper Erzählstil. Mich hat das genauso angesprochen.

    Kommentieren0
    66
    Teilen
    sabrinchens avatar
    sabrinchenvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Tolles Thema mässig umgesetzt. Was soll das mit geometrischen Formen? Das Ende konnte versöhnen da nichts ungeklärt blieb.
    2 Zeitebenen, ein altes Tagebuch, alte Meister der Kunst

    Dieses Buch habe ich sehr zwiespältig gefunden und es konnte mich nicht restlos überzeugen.

    Was mir gut gefallen war das es auf 2 Zeitebenen gehalten war.
    Das Tagebuch war ein spannender Auftakt.
    Der Plot um Marthas Karriere gefiel mir am Anfang ganz gut und auch die Message hinter der Erzählung war eine spannende Sache.

    Später wurde der Plot immer zäher und ich konnte nicht bei der Sache bleiben.
    Das mit den geometrischen Formen war mir aber dann zuviel und auch zu unverständlich dargestellt.
    Es passte irgendwie nicht so richtig, klärte sich dann, aber war mir einfach zu präsent und wurde auch immer wieder erwähnt.

    Mit 187 Ebook Seiten hatte das Buch eine angenehme Länge.
    Da mich die Handlung um Martha dann doch interessiert hat hab ich es fertig gelesen und war ganz froh darüber.
    Das Ende konnte mich wieder ein bisschen mit der Geschichte versöhnen und hat mir gut gefallen.
    Es trug zur Klärung bei und nichts blieb ungesagt.


    Doch irgendwie mochte ich den Erzählstil des Autor nicht so.

    Das Cover wirkt sehr altbacken und hat mich auch nicht überzeugen können.
    Der Klappentext hat mich ein bisschen in die Irre geführt.

    3 Sterne vergebe ich für Wenn Martha tanzt.

    Bildet euch eine eigene Meinung denn diese Rezension spiegelt nur mein Empfinden wider.

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    S
    Streifivor 4 Monaten
    Ein Roman im Bauhausstil

    Thomas findet im Nachlass seiner Großmutter ein Tagebuch, das Tagebuch der verschollenen Urgroßmutter Martha. Zuerst denkt er, irgendein Witzbold, hätte sein Gekritzel mit Paul Klee oder Kandinsky signiert, bis er herausfindet, dass die Skizzen tatsächlich von den Signierenden stammt und diese wohl mit Martha gemeinsam am Bauhaus in Weimar waren.

    Irgendwie hat er das Gefühl das Tagebuch mit einer Vorgeschichte ergänzen zu müssen und schreibt diese auf.

    Als das Tagebuch in New York versteigert wird, ergibt sich für ihn plötzlich die Gelegenheit auch das Ende der Geschichte zu erfahren.


    Wenn Martha tanzt ist sprachlich ein sehr reduzierter Roman. Marthas Geschichte ist in kurzen knappen Worten formuliert angelehnt an den Bauhaus-Stil, der ja auch eher reduziert war. Trotzdem packt einen die Geschichte, die für ihre Zeit wohl recht ungewöhnlich ist. Martha lässt sich von klein auf nicht in irgendwelche Schemata pressen und auch als Erwachsene geht sie konsequent ihren eigenen Weg. Wir begleiten sie und ihre Familie von ihrer Geburt an, bis zum Ende des Tagebuchs, das mit dem Besteigen der Wilhelm-Gustloff abrupt endet.


    Auch Thomas‘ Geschichte in New York ist eher in kurzen knappen Worten gehalten, er kann weder mit dem Glamour der Stadt noch mit dem Verkaufserlös wirklich etwas anfangen. Er war mir von Anfang an sympathisch, wohingegen Martha etwas gebraucht hat, um sich in mein Herz zu schleichen.

    Am Ende war ich total hin und weg von dieser Lebensgeschichte, die mich sehr berührt hat und sicher noch eine Weile beschäftigen wird.


    Das Buch ist sicher eines meiner Jahreshighlights.

    Von mir eine hundertprozentige Leseempfehlung!

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    schafswolkes avatar
    schafswolkevor 4 Monaten
    Irgendwie habe ich etwas anderes erwartet bzw. mir vorgestellt

    Wer hat Interesse an einem alten Tagebuch und zahlt dafür Millionen Dollar?
    Das fragt sich auch Thomas. Das Tagebuch ist ein Teil aus dem Nachlass seiner Großmutter. Geschrieben hat es Martha, seine Urgroßmutter. Doch irgendwann hat sich ihre Spur verloren und keiner weiß, was aus ihr geworden ist.

    Manchmal ist das ja so ein Ding mit Erwartungen, Vorstellungen oder Wünsche an ein Buch. War es jetzt gut oder schlecht? Oder war es einfach nicht so ganz passend für einen selbst? Ich kann es hier eigentlich gar nicht so genau festmachen, denn immerhin hat jedes Buch so eine Eigenarten. Wo fang ich also an?

    Der Schreibstil am Anfang war für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Ich kannte zwar die Leseprobe, aber da ist mir das nicht so sehr bewusst geworden.
    Die Geschichte spielt in verschiedenen Zeitebenen. In der Vergangenheit sind die Sätze sehr abgehackt und sprunghaft. Ich habe da schon etwas gebraucht, um in das Buch hereinzukommen und habe mich dabei erwischt, die Sätze langsam zu überfliegen. Ebenso ist der ganze Erzählstil sehr gestrafft, für mich war es zu sehr, denn dadurch habe ich mich nie den Figuren nahe gefühlt.
    Doch ab der Hälfte wurde es besser, leider ein wenig spät.

    Mit den Erzählsträngen in der Gegenwart kam ich insgesamt besser zu recht, als mit denen aus der Vergangenheit.
    Martha ist eine interessante Frau, die mir aber unnahbar und auch nicht sonderlich sympathisch war. Sie lebte in einer Zeit, in der sie nicht so recht reinzupassen scheint.

    Die Geschichte an sich hat mir dann doch gut gefallen, sie konnte mich halt nicht richtig packen und mitnehmen.

    Am Ende vergebe ich 3 Sterne.

    Kommentieren0
    143
    Teilen
    nicigirl85s avatar
    nicigirl85vor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Eigenwilliger Schreibstil mit bewegender Geschichte. Gänsehaut garantiert...
    Vom Bauhaus und der Kunst in schweren Zeiten zu überleben...

    Ehrlich gesagt habe ich ausschließlich zu dem Buch gegriffen, weil es zu einer Zeit spielt, die stets mein Interesse weckt, nämlich die Zeit um den zweiten Weltkrieg. Und dann zog mich die Handlung so in ihren Bann, dass ich auch jetzt nach dem Lesen noch Gänsehaut habe und völlig überwältigt bin.

    In der Geschichte geht es um Martha, die mit einer Mutter und zwei Vätern groß wird. Ihr Vater ist Kapellenmeister und so wächst sie wohlbehütet und stets von Musik begleitet auf. Doch schnell wird ihr die enge Welt des Dorfes zu klein und sie begibt sich nach Weimar, eine Reise, die ihr Leben grundlegend verändern wird.

    Die Handlung wird uns über zwei Händlungsstränge nahe gebracht. Zum einen begleiten wir den Ich- Erzähler Thomas Wetzlaff im Jahr 2001, der das Tagebuch seiner Urgroßmutter veräußern will. Zum anderen erleben wird durch einen beobachtenden Erzähler die Geschehnisse um Martha Wetzlaff von 1900 bis 1945.

    Besonders auffällig ist der sehr eigenwillige Schreibstil des Autors. Völlig schnörkellos und mit kurzen Sätzen beschreibt er uns die Ereignisse. War ich anfänglich von dieser Art des Schreibens noch abgestoßen, zog mich doch die Handlung um Martha schnell mit und ließ mich die staccatohafte Ausdrucksweise aushalten und bald mögen.

    Unglaublich gut gefallen haben mir dabei die Beschreibungen um die Entstehung des Bauhauses und die dort vollführte Kunst. Sehr passend dazu gewählt sind die Absätze im Buch mit Rechteck, Dreieck und Kreis voneinander getrennt.

    Tom Saller gelingt es sehr gut, dass Durchdringen des braunen Gedankenguts der Gesellschaft aufzuzeigen, denn anfänglich spürt man nur sehr wenig von deren Aufkommen, bis letztendlich die Braunhemden das Ende des Bauhauses in Weimar einleuten.

    Tief berührt hat mich wie Martha stets von ihrem toten Bruder Heinzchen begleitet wird. Er hilft ihr bei der ein oder anderen Entscheidung und sorgte bei mir für die Schauderaugenblicke.

    Erst im letzten Teil des Buches wird dann der Zusammenhang klar zwischen Thomas und Martha, die letztendlich nur aufgrund von Missverständnissen zueinander fanden. Die Offenbarungen am Ende haben mich echt überrascht. Zwar hatte ich schon einige Vorahnungen, aber die Auflösung hatte ich in der Form dann doch nicht erwartet.

    Marthas Geschichte hat mich tief beeindruckt, zeigt es doch wieder einmal wozu Frauen alles fähig sein können. Und auch wenn die Geschichte rein fiktiv ist, kann man sich doch sehr gut vorstellen, dass es sich genauso abgespielt haben könnte.

    Fazit: Ein Roman der leise startet und mit lautem Knall endet. Ich bin tief beeindruckt. Die Geschichte wird noch lange in mir nachhallen. Lasst euch von dem merkwürdigen Schreibstil nicht abschrecken, das Durchalten wird belohnt. Klasse Lektüre, die ich nur uneingeschränkt empfehlen kann, Gänsehaut- und Taschentuchmomente garantiert.

    Kommentieren0
    5
    Teilen
    zauberblumes avatar
    zauberblumevor 5 Monaten
    Eine berührende Geschichte

    Dem Autor Tom Saller ist mit "Wenn Martha tanzt" ein äußerst unterhaltsamer und berührender Debütroman gelangen. Wir besuchen Pommern, machen einen Abstecher nach Weimar und landen schließlich in New York.

    Und nun zur Geschichte: Im Nachlass seiner Großmutter, versteckt in einem alten Rucksack, findet Thomas ein Notizbuch. Dieses Buch ist jedoch etwas ganz besonderes, gehörte es doch seiner Urgroßmutter Martha und ist mit bislang unbekannten Skizzen und Zeichnungen von Freisinger, Klee, Kandinsky und anderen Bauhaus Künstlern bestückt. Thomas reist nach New York, um das Notizbuch bei Sotheby's versteigern zu lassen.

    Berührt und begeistert hat mich auch die Geschichte seiner Urgroßmutter Martha, die uns ins 20. Jahrhundert entführt. Martha wuchs behütet in Pommern auf. Ihre große Liebe gilt der Musik, das ist auch kein Wunder, denn ihr Vater hat viele Musikkünstler ausgebildet. Martha zieht es nach Weimar und hier will sie ans Bauhaus - einer angesagten Kunstschule, mit ganz speziellen Unterrichtsmethoden. Martha lernt tanzen. Doch die Nazis schließen das Bauhaus und Martha kehrt in ihre Heimat zurück. Im Gepäck hat sie ein Kind und ein Notizbuch von immensem Wert. Doch am Ende des Zweiten Weltkriegs verliert sich ihre Spur .....

    Der Schreibstil der Autors ist etwas anderes, man wird sofort von der Geschichte, die eigentlich auf zwei Zeitebenen spielt berührt. Die Charaktere sind wunderbar beschrieben, man kann sich jeden einzelnen bildlich vorstellen. Und mein Kopfkino beginnt in Pommern. Hier genießt Martha ihre unbeschwerte Kindheit, ist von netten Menschen umgeben. Doch ich kann auch verstehen, dass es sie in die große weite Welt hinauszieht. Und Weimar ist so herrlich beschrieben, ich habe das Gefühl selbst in der Stadt dabei gewesen zu sein. Und das Bauhaus hat mich schwer beeindruckt. Es ist auch so viel vergangene Geschichte in diesen Roman gepackt, die Kapitelanfänge haben mich immer wieder begeistert und neugierig gemacht. Doch das Schicksal schlägt während des Krieges grausam zu. Martha muss doch schier verzweifelt sein. Und dann verliert sich ja auch ihre Spur. Und schon befinden wir uns in der Gegenwart. Ich reise mit Thomas nach New York und bin von der Metropole geplättet. Wer hat interesse an dem alten Tagebuch und will viel Geld dafür bezahlen? Thomas erlebt so eineige Überraschungen, doch auch hier schlägt das Schicksal wieder einmal zu. Ich habe jetzt noch ein Gänsehautfeeling, wenn ich an gewisse Stellen im Buch denke und berührt hat mich dieses Buch bis tief in die Seele.

    Ein wirklich gelungener Debütroman für interessante und vergnügliche  Lesestunden. Das Cover passt auch perfekt. Gerne vergebe ich für diese packende Lektüre 5 Sterne und freue mich auf das nächste Buch des Autors.

    Kommentieren0
    16
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    elane_eodains avatar
    Ein neues Jahr, in dem wir gemeinsam deutschsprachige Debütautorinnen und -autoren und ihre Bücher entdecken können!
    Ich bin es wieder, die Debüttante. ;-) und möchte wieder mit Euch gemeinsam Debütautoren entdecken, zusammen ihre Bücher lesen, rezensieren und - wenn sie uns gefallen - weiterempfehlen. Bei den vielen Neuerscheinungen in jedem Jahr haben es deutschsprachige Debütautoren schwer sich zwischen Bestsellerautoren und Übersetzungen durchzusetzen. Wir können uns ganz bewusst gemeinsam daran versuchen das zu ändern und entdecken sicher wieder besondere Buchperlen!

    Ablauf der Debütautorenaktion:

    Es geht darum, möglichst viele Bücher deutschsprachiger Debütautoren zu lesen, also Bücher von Autoren, die erstmalig zwischen 1. Januar 2018 und 31. Dezember 2018 ein Buch/einen Roman (in einem Verlag) veröffentlichen.
    Von Seiten des lovelybooks-Teams werden wieder Leserunden und Buchverlosungen gestartet, die die Kriterien erfüllen, und auch Verlage und Autoren werden sicher wieder aktiv sein. Außerdem dürft Ihr selbst gerne Vorschläge machen.

    Begriffsdefinition: 'Debütautor/in' ist, wer bisher noch kein deutschsprachiges Buch veröffentlicht hat und im Jahr 2018 nun das erste Buch erscheint, dabei zählen sowohl Verlags- als auch Eigenveröffentlichungen.
    Ausnahmen bilden Romandebüts, das erste Buch in einem Verlag sowie das erste Buch unter dem eigenen Namen oder einem neuen Pseudonym, diese zählen ebenfalls. Keine Ausnahme wird gemachen, wenn der Erscheinungstermin vor 2018 lag.
    Wichtig:
    Alle Bücher, die im Debütjahr der Autorin/des Autors erscheinen, sind dabei. Das heißt, es können auch mehrere Bücher einer Autorin/eines Autors zählen, nicht nur das erste Buch. Es zählt also das gesamte Debütjahr der Autorin/des Autors.


    Ziel ist es 15 Bücher von Debütautoren bis spätestens 25. Januar 2019 zu lesen und zu rezensieren.


    Wie kann man mitmachen?

    Schreibt hier im Thread "Sammelbeiträge" einen Beitrag, dass Ihr mitmachen möchtet. Ich verlinke dann Euren Sammelbeitrag unter Eurem Mitgliedsnamen in der Teilnehmerliste. Bitte nutzt dann diesen von mir verlinkten Sammelbeitrag, um Euren Lesefortschritt mit allen Rezensionen von gelesenen Debüts festzuhalten, haltet diesen aktuell, denn nur anhand dessen aktualisiere ich wiederum die Liste. Die Teilnehmer- und die Punkteübersicht werde ich in unregelmäßigen Abständen aktualisiert. Wenn ich eine Aktualisierung durchgeführt habe, weise ich mit einem neuen Beitrag darauf hin.

    Informationen/Regelungen:

    • Ihr könnt Euch ab sofort hier für die Aktion anmelden, aber auch ein späterer Einstieg ist jederzeit möglich.
    • Es wird über das Jahr verteilt Leserunden und Buchverlosungen geben, bei denen Ihr Bücher gewinnen könnt, die hier zur Debütautorenaktion zählen. Somit kann sich ein Einstieg jederzeit noch lohnen. Natürlich könnt Ihr Euch die Bücher aber auch selbst kaufen oder anderweitig beschaffen, die Teilnahme an Leserunden/Buchverlosungen o. ä. ist nicht verpflichtend.
    • Eine Leserunde/ Buchverlosung o. ä. mit Beteiligung der Autorin/des Autors ist keine Bedingung, das heißt alle deutschsprachigen Debütbücher bzw. alle Bücher im Debütjahr der Autorin/des Autors, die in einem Verlag erschienen sind, zählen
    • Auch Debüts von 'Selfpublishern' zählen dazu. Das heißt, dass auch Debütautoren mit ihren Büchern zählen, die nicht in einem Verlag veröffentlichen. Für mich heißt das in der Organisation mehr Aufwand, da mehr Autoren und Bücher zu berücksichtigen sind, aber ausschließen ist doofer! ;-)
    • Hörbücherversionen der Bücher zählen ebenfalls.
    • Es ist nicht schlimm, solltet Ihr Euch für die Aktion anmelden und am Ende keine 15 Bücher schaffen. Ziel ist es doch vor allem tolle neue Autoren und Bücher kennen zu lernen.
    • Unter allen, die es schaffen 15 Bücher deutschsprachiger Debütautoren im Jahr zu lesen/zu hören und zu rezensieren, wird am Ende eine kleine Überraschung verlost, gesponsert von lovelybooks.
    • Bitte listet wirklich nur Rezensionen zu den an diesen Beitrag angehängten Büchern auf. Wenn Ihr eine/n Debütautor/in entdeckt, der/die hier noch nicht gelistet ist, aber zu den Bedingungen passt, schreibt mir bitte eine Nachricht und ich überprüfe das. Die Rezensionslinks aber bitte erst auflisten, wenn meine Zusage gemacht ist bzw. der/die Autor/in und die entsprechenden Bücher im Startbeitrag angehängt sind.
    • Habt bitte Verständnis dafür, wenn meine Antwort auf eine Anfrage mal etwas länger dauert. Ich betreue diese Aktion in meiner Freizeit und habe dementsprechend nicht jeden Tag ausreichend Zeit, um sofort zu reagieren. Aber ich gebe mir Mühe, versprochen!
    • Und noch einmal: Sollte ich Debütautoren, ihre Bücher, Leserunden oder Buchverlosungen übersehen, die hier eigentlich zählen müssten, dann habt bitte Nachsicht und weist mich einfach im passenden Bereich darauf hin. Wenn es passt, werde ich sie an den Starbeitrag anhängen bzw. die Aktion verlinken. Jede Unterstützung dahingehend ist mir sehr willkomen!
    Ich wünsche uns allen wieder viel Spaß & Freude beim Entdecken neuer Autoren und ihren Büchern, sowie beim gemeinsamen Plaudern & Weiterempfehlen! :-)
    __________________________________________________________________  

    Aktuelle Leserunden & Buchverlosungen:

    (HINWEISE: Zur besseren Übersicht lösche ich ältere Links nach und nach, alle Bücher bleiben aber unten angehängt, so dass man mit einem Klick auf ein Buch auch leicht die dazugehörige Lese-/Fragerunde/Verlosung finden kann. Die Angaben zur Bewerbungsfrist sind ohne Gewähr.)
    __________________________________________________________________

    Es zählen ausschließlich Bücher, die an diesen Beitrag angehängt sind bzw. im Laufe des Jahres angehängt werden, sowie die jeweiligen Hörbuchversionen davon, soweit vorhanden
    .
     
    __________________________________________________________________   

    Für Autorinnen & Autoren:

    Du bist Autorin/Autor und veröffentlichst in diesem Jahr dein erstes Buch? Du möchtest dich an der Debütautorenaktion beteiligen?
    Dann schreib bitte eine Mail an Daniela.Moehrke@aboutbooks.de für weitere Informationen!
    __________________________________________________________________ 

    PS: Natürlich darf hier im Thread munter geplaudert werden, dazu sind alle Leserinnen, Leser und (Debüt-)Autoren herzlich eingeladen.  
    Zur Leserunde

    Weitere Informationen zum Buch

    Pressestimmen

    Eine magische Kindheit in Pommern und eine wilde Zeit am Bauhaus

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks