Tom Schimmeck Am besten nichts Neues

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Inhaltsangabe zu „Am besten nichts Neues“ von Tom Schimmeck

Während Zeit und Geld ständig knapper werden, in den Redaktionen und Korrespondenzbüros immer weniger Leute die gleiche Menge an Arbeit machen, wächst in Wirtschaft und Politik die Macht und Zahl der Spin-Doktoren, PR-Consultants, Agendasetter, Werber, Imageberater, Marktforscher, Eventmanager und Mediencoaches. Meinungen und Stimmungen werden gegen Geld von Profis gemacht. Ihre perfekt designten Bilder und Botschaften zielen direkt auf die Massen. Der unabhängige Journalist ist nur noch Störfaktor. Tom Schimmeck, seit dreißig Jahren Journalist für führende Medien, beschreibt Mechanismen der Gleichschaltung und Ursachen der Misere. Seine Bestandsaufnahme unserer defekten Öffentlichkeit zeigt: Wenn wir nicht bald irgendwo zwischen Putin und Berlusconi landen wollen, brauchen wir mehr denn je eine unabhängige, kritische vierte Gewalt im Staat.

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  • "Gleichschaltung und Herdentrieb sind so stark wie seit Adolf nicht mehr."

    Am besten nichts Neues
    R_Manthey

    R_Manthey

    26. June 2015 um 14:54

    Tom Schimmeck war einst Mitbegründer der taz. Heute arbeitet er als freier Mitarbeiter für verschiedene Zeitungen und Sender. Geht es nach dem Verlag, dann untersucht der Autor in diesem Buch "wie es um unsere demokratische Öffentlichkeit bestellt ist". Aber eigentlich befasst sich Schimmeck mit dem Zustand des Journalismus in Deutschland und teilweise auch in anderen europäischen Ländern. Wir sollen über die "Ursachen von Gleichschaltung und Verflachung" der Medien unterrichtet werden. Insbesondere mit dem Wort "Gleichschaltung" hat sich der Verlag etwas weit aus dem Fenster gelehnt, denn es impliziert, dass da jemand aktiv dirigierend am Werke ist. Liest man nun Schimmecks Text, dann ist aus ihm nicht zu erkennen, wer das sein sollte und wie er es anstellt. Der merkwürdige Gleichklang der Medien, wie man ihn seit einiger Zeit zunehmend beobachten kann, vollzieht sich danach nämlich offenbar freiwillig und hat ganz triviale Ursachen. Die Auflagen von Zeitungen und Zeitschriften sinken seit Jahren kontinuierlich, und die Eigentümer reagieren mit Sparmaßnahmen. Immer weniger Mitarbeiter müssen den Laden am Laufen halten. Da bleibt wenig Zeit für Qualität bei Recherche und Text. Man schreibt von einander ab und übernimmt politische Verlautbarungen oder vorgefertigte Texte von PR-Agenturen, die sich immer mehr breitmachen. Um nicht Langeweile und Eintönigkeit aufkommen zu lassen, wird die Berichterstattung zunehmend ganz bewusst von solchen Agenturen skandalisiert und mit Emotionen beladen. Bereits der Urvater der Massenmanipulation, der heute fast vergessene Edward L. Bernays (1891-1995), erkannte die Macht der Bilder und Emotionen für die Propaganda, die heute vornehm Public Relations heißt. Das Buch beginnt mit einer freundlichen Leserbeschimpfung, denn Schimmeck macht den Endverbraucher für den schlechten Zustand des deutschen Journalismus mitverantwortlich. Schließlich würde er den Mist ja kaufen oder ansehen. Vielleicht hat der Autor dabei übersehen, dass die Schnittmenge von BILD-Konsumenten und Lesern seines Buches sehr wahrscheinlich dünn besetzt ist. In den ersten drei Kapiteln seines Buches beschreibt Schimmeck den Berliner Journalistenhofstaat und seine Methoden. Das war für mich der interessanteste Teil des Buches. Da Schimmeck irgendwie auch Teil des Systems ist, kann man von ihm nicht die nötige Distanz erwarten, die für eine kühl-sachliche Darstellung Voraussetzung wäre. Wenn man das in Kauf nimmt, liest sich das Buch sehr gut. Schimmeck ist zornig. Das macht den Text emotional. Seine linke Weltsicht fließt wie selbstverständlich in jedes Kapitel ein und führt an einigen Stellen zu einer etwas verengten Wahrnehmung. Das vierte Kapitel ("Die Verachtung der Vision") beginnt mit Hans-Olaf Henkel, den der Autor nicht leiden kann, und endet mit einer Lobrede auf den Gutmenschen an sich. Mit diesem Abschnitt verliert der Text etwas an Qualität, nicht nur weil er emotionaler wird, sondern weil er auch Schwächen offenbart. Das Buch ist zwar leicht lesbar und amüsant geschrieben, es fehlt aber eine klar erkennbare Struktur. Das beginnt mit seinem Titel, der nicht so recht ausdrückt, was eigentlich der Inhalt dieses Werkes ist und setzt sich mit den Überschriften der einzelnen Kapitel und Abschnitte fort. Kein Mensch kann beim Überfliegen des Inhaltsverzeichnisses ahnen, was auf ihn zukommen wird. Im fünften Kapitel geht es um die angebliche Hetzjagd der Presse auf Andrea Ypsilanti. Das sechste Kapitel beantwortete mir endlich die Frage, woher die Fernsehsender immer wieder die vielen Irren nehmen, die sich dort fürs Volk prostituieren. Danach folgt ein Kapitel über Politiker und Medienmogule in Europa und der Welt. Im achten Kapitel geht es um Wirtschaftsjournalismus und natürlich auch ein wenig um die jüngste Wirtschaftskrise. Die Glaubwürdigkeit der Wirtschaftspresse sei verspielt, meint der Autor. Sie hätte mit ihren Heldengeschichten über Manager und der Vergötterung des Marktes einen Anteil an der Krise und der vorangegangenen Blasenbildung. Von dieser durch Selbstüberschätzung hervorgerufenen Anklage kann man den Journalismus getrost freisprechen. Der Staat hat auch nicht den Kapitalismus gerettet, wie der Autor behauptet, sondern die Großbanken und damit sich selbst. Auch hat nicht der Markt versagt, wie der Autor treuherzig schreibt, denn das kann er gar nicht. Schließlich versagt auch nicht das Wetter, wenn es mal einen Wirbelsturm gibt. Der Markt bemüht sich seit Jahren den Schuldenirrsinn von Politikern aus der Welt zu schaffen, indem er immer neue Krisen schafft und das Geld vernichten möchte, für das kein ökonomisches Äquivalent existiert. Doch statt ihn sein Werk verrichten zu lassen, "retten" uns Politiker ständig und bekämpfen Wirkungen mit ihrer Ursache. Da wundert es nicht, dass die Krisen immer größer werden. Ein wenig mehr Sachkenntnis und etwas weniger hastige Oberflächlichkeit würden wie hier dem Qualitätsjournalismus gewiss nicht schaden. Insofern ist dieses Kapitel auch eine ungewollte Darstellung journalistischer Grundschwächen. Im letzten Kapitel beklagt der Autor noch einmal den Einfluss von Lobbyisten und PR-Agenturen auf Politik und Journalismus. Schließlich endet sein Buch mit einem Aufruf an die Journalisten zur Umkehr. Nach dem, was man in diesem Buch lesen konnte, wird dieser Aufruf wohl ungehört verhallen. Fazit. Dieses Buch bietet nicht nur eine interessante Zustandsbeschreibung des deutschen Journalismus aus der Sicht des Autors, sondern klärt auch über die verschiedensten Methoden auf, die bei Medienkampagnen angewendet werden. Trotz einiger struktureller Schwächen ist es sehr gut geschrieben. Da der Autor über seine unmittelbare berufliche Umwelt schreibt, verwundern Emotionalität und fehlende Distanz nicht sehr. Bei einem politischen Journalisten kommt dazu noch seine Weltsicht, die, wie in diesem Fall, zu einer gewissen Einseitigkeit in der Wahrnehmung führt. Insgesamt ein lesenswertes Buch, das wohl auch als politischer Aufruf gedacht ist.

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  • Rezension zu "Am besten nichts Neues" von Tom Schimmeck

    Am besten nichts Neues
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    05. September 2011 um 11:05

    Was Sie bei der Lektüre Ihrer Zeitungen und mehr noch bei den Sendungen Ihres Fernsehens schon lange ahnten, in diesem Buch über die „Medien, Macht und Meinungsmache“ werden Fakten und Zusammenhänge genannt, die Ihre Ahnungen noch weit übertreffen. Der freie Journalist Tom Schimmeck, die für viele der Zeitungen arbeitet, die er in diesem Buch ebenfalls einer kritische Analyse und Kritik unterzieht, rechnet mit den zeitgenössischen Meinungsmacher radikal ab. Was das Buch auszeichnet, ist, dass Vorgänge, wie eine Nachricht entsteht, wie sie aufgemotzt, verändert und manipuliert werden, nachvollziehbar werden. Für die politische Kultur in unserer Demokratie sind die hier dargestellten Zustände untragbar und gefährlich. Es bleibt, wie immer, nur eins: selber denken.

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