Tom Segev Simon Wiesenthal

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Inhaltsangabe zu „Simon Wiesenthal“ von Tom Segev

Tom Segev erzählt das Leben des Simon Wiesenthal Vom Tag seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Mauthausen an machte Simon Wiesenthal (1908 – 2005) es sich zur Lebensaufgabe, NS-Verbrecher aufzuspüren und vor Gericht zu bringen. Fünf Jahre nach seinem Tod legt nun der bekannte Historiker und Journalist Tom Segev die erste aus Originalquellen erarbeitete Biographie dieser Jahrhundertgestalt vor, enthüllt zahlreiche bisher unbekannte Tatsachen und erzählt eindrucksvoll das Leben des »Nazi-Jägers«, der selbst auch zeitlebens ein Verfolgter blieb. Als Simon Wiesenthal im Alter von 97 Jahren in Wien starb, betrauerte die Welt einen unermüdlichen Kämpfer gegen das Böse. Hollywood verklärte ihn als Helden, gleichwohl hatte er zeit seines Lebens auch Ablehnung und Anfeindungen erfahren, viele sahen in ihm einen unversöhnlichen Störenfried. Er entfachte die Phantasie von Menschen auf der ganzen Welt, fesselte und beängstigte sie, belastete ihr Gewissen und verlieh ihnen doch einen tröstlichen Glauben an das Gute. Anhand von zahlreichen Briefen, Geheimdienstdossiers und anderen, bislang unbekannten Quellen zeichnet Tom Segev die faszinierende Biographie Simon Wiesenthals nach: Die höchst lebendige und spannende Lebensgeschichte eines überaus mutigen Mannes, der eine Reihe atemberaubender Aktionen initiierte und dabei fast ganz auf sich gestellt arbeitete, in einer kleinen Wohnung zwischen hohen Stapeln alter Zeitungen und vergilbter Karteikarten.

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    Simon Wiesenthal
    Peter_Waldbauer

    Peter_Waldbauer

    22. August 2017 um 20:56

    Eine gute Biographie, eine Fleißarbeit, die sich leicht lesen lässt. Keine Verklärung der Person Wiesenthals, auch persönliche Eitelkeiten kommen zur Sprache. Wiesenthal, Überlebender von zwölf Konzentrationslagern und Leiter des Jüdischen Dokumentationszentrums in Wien, suchte nach dem Zweiten Weltkrieg nach ehemalige Nazigrößen. So wurde unter seiner Mitwirkung Adolf Eichmann in Buenos Aires 1960 verhaftet. Auch andere KZ-Aufseher und NS-Verbrecher spürte Wiesenthal in Südamerika, Kanada und den USA auf. Wiesenthals Arbeit war relativ unspektakulär. Sie glich der eines passionierten Sammlers. In mühevoller Schreibtischarbeit trug Wiesenthal viele Informationen geduldig zusammen. Dabei handelte es ich überwiegend um die Erlebnisse ehemaliger Lagerinsassen über ihre Folterer, mündlich überliefert oder schriftlich protokolliert. Den darin enthaltenen Hinweisen ging der „Nazijäger“ Wiesenthal nach. Er verdankte seine Erfolge seinem photographischen Gedächtnis und der kriminalistischen Kombinationsgabe, mit der er die verschiedenen Zeugenaussagen zu einem Puzzle zusammensetzte. Durch das Auswerten unzähliger Briefe entstand eine einzigartige Sammlung, ein Archiv von Schauplätzen, Ereignissen und Namen. Hatten sich dank dieser Sisyphusarbeit Namen und Spuren ehemaliger Täter herauskristalliert, begann für Wiesenthal erneut eine Odysee: die nervenaufreibende Auseinandersetzung mit Behörden und Dienststellen im In- und Ausland. Diese galt es nun zu überzeugen, dass fundierte Hinweise auf ehemalige Kriegsverbrecher vorlagen. Erst dann konnte er für deren Verhaftung und Auslieferung zu sorgen. Viel Detailarbeit, Geduld und Glück waren ausschlaggebend für den Erfolg.

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  • Rezension zu "Simon Wiesenthal" von Tom Segev

    Simon Wiesenthal
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    02. October 2012 um 12:51

    Als der 1908 geborene Jude Simon Wiesenthal aus dem Konzentrationslager in Mauthausen befreit wurde, schwor er sich, sein Leben der Aufgabe zu widmen, überall auf der Welt Naziverbrecher zu finden und sie vor Gericht zu bringen. In unzähligen Fällen ist ihm dies auch gelungen. Der israelische Journalist und Historiker Tom Segev hat nun 5 Jahre nach dem Tod des 97 Jahre alt gewordenen Simon Wiesenthal eine Biographie dieses berühmten Nazijägers vorgelegt, nachdem er als erster dessen Archiv in Wien durcharbeiten konnte. Herausgekommen ist eine kritische Biographie, die auch die Widersprüche in der Person und in dem Handeln Simon Wiesenthals nicht verschweigt und in der fast schmerzhaft deutlich wird, wie Simon Wiesenthal trotz seiner Erfolge, trotz seiner Berühmtheit und der Anerkennung, die ihm widerfuhr ( so ging er im Weißen Haus ein uns aus) zeitlebens ein Verfolgter und Gejagter war. Er, der sich selbst als Jäger verstand, blieb bis zu seinem Lebensende der Gejagte, den die Schrecken der Vergangenheit verfolgten. Tom Segev äußert die Vermutung, dass Wiesenthal sich in einem gewissen Sinne dafür bestrafen wollte, dass er überlebt hatte. Unverständlich eigentlich auch, dass er in Österreich blieb, wo er sich in der Folge mit dem jüdischen Bundeskanzler Bruno Kreisky heftige Fehden lieferte. Unvergessen auch seine größte Fehlleistung, als er der österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim vor dem Jewish World Congress in Schutz nahm, als dieser wegen seine Karriere im Zweiten Weltkrieg angegriffen wurde. Dadurch, so Segev in seinem bewegenden Buch, habe Wiesenthal den Friedensnobelpreis, der ihm so gut wie sicher war, endgültig verspielt. Simon Wiesenthal wird in dem Buch geschildert als ein „Gefangener, getrieben von den Dämonen des Holocaust.“ Eine hervorragenden Biographie eines widersprüchlichen Menschen. Dieses Buch ist ein Eckstein in der Historiographie des 20. Jahrhunderts.

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  • Leserunde zu "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus

    Zwei lange Unterhosen der Marke Hering
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    »Ich hab doch meine Freiheit, und Freiheit ist so viel wert. Das Wort ist klein, aber der Inhalt ist riesig.« Emma ließ sich mit 22 Jahren auf der Suche nach ihrer blinden Mutter freiwillig ins Konzentrationslager Theresienstadt und später nach Auschwitz deportieren und wäre ihrer Mutter auch auf dem Weg in die Gaskammer nicht von der Seite gewichen, hätten nicht die Nazis selbst sie aufgehalten. Der argentinische Autor Ariel Magnus will diese Frau, seine Oma, näher kennenlernen und beginnt, ihr Fragen zu ihrer Vergangenheit zu stellen. Entstanden ist ein überaus humorvolles und unkonventionelles Porträt einer Holocaust-Überlebenden, die seit 50 Jahren in Brasilien lebt und die in ihrer Authentizität mit allen Klischees bricht, die ohne Bitterkeit oder Selbstmitleid zeigt, wie vielschichtig das Leben ist, auch in den dunkelsten Zeiten. Ariel Magnus und seine temperamentvolle Großmutter reisen dabei zwischen Deutschland, Brasilien und Argentinien hin und her, sie streiten, provozieren, überraschen, und so entfaltet sich vor dem Leser ein Kaleidoskop von unpathetischer Menschlichkeit, familiärer Wärme und pragmatischen Lebensentscheidungen. (Leseprobe zum Download) Mir wurde der Roman "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" von Ariel Magnus bereits vor einigen Monaten vom Verlag Kiepenheuer & Witsch zum Probelesen gegeben und ich war von der ersten Seite an begeistert. Selten habe ich so einen unterhaltsamen und leichten Bericht über die damalige Zeit gelesen, der trotzdem unheimlich berührend ist. Es gibt so wahnsinnig viel Lektüre und Filme über das Thema, weswegen wir oft leider schon abgestumpft sind und uns kaum mehr ein Bericht von damals die tatsächlichen Eindrücke zu vermitteln mag. Aber Ariel Magnus berichtet so normal vom Zusammensein und den Berichten seiner intelligenten und lustigen Großmutter, dass man sogleich Seite an Seite reiht und kaum mehr aufzuhören vermag diese Frau zu bewundern und ihren Lebensweg weiterzuverfolgen. Ich würde mich freuen, wenn ich Euch mit meiner Begeisterung über diesen kleinen Literaturschatz anstecken kann! Weitere Informationen zu Buch und Autor gibt es auf der Verlagswebsite.  Zusammen mit Kiepenheuer & Witsch suchen wir 25 Testleser für "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering". Hast Du Lust mit uns das Buch zu lesen, darüber zu diskutieren und im Anschluss eine Rezension dazu zu schreiben? Hinterlasst einfach bis zum 12. September 2012 einen Kommentar, warum Euch gerade dieser Roman interessieren würde. Ich freue mich auf Eure Beiträge und die darauffolgende Diskussion! Selbstverständlich ist auch jeder, der das Buch in der kommenden Woche nicht gewinnt, herzlich einzuladen mit dabei zu sein und uns beim Lesen und dem Austausch zu begleiten! Ariel Magnus, geboren 1975 in Buenos Aires. Studium in Deutschland, schrieb für verschiedene Medien in Lateinamerika, die taz in Berlin und Spiegel Online und lebt heute als Autor und literarischer Übersetzer in Buenos Aires. Er hat bislang neun Bücher veröffentlicht. 2007 wurde er für seinen Roman »Ein Chinese auf dem Fahrrad« mit dem internationalen Literaturpreis Premio La otra Orilla ausgezeichnet. Das Buch wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt und wurde ein internationaler Bestseller. "Zwei lange Unterhosen der Marke Hering" ist sein zweiter Roman, der auf Deutsch erscheint.

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