Tom Sharpe Henry haut ab

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Inhaltsangabe zu „Henry haut ab“ von Tom Sharpe

Henry Wilt ist verzweifelt – und selbst ein brillanter Plan macht noch keinen Sommer.

Henry Wilt hat es gründlich satt: Sein Dasein als Berufsschullehrer langweilt ihn zu Tode, und seine liebe Familie nervt ihn unaufhörlich. Als seine herrische Gattin Eva die schwerreiche Lady Gadsley kennenlernt, hat sie eine brillante Idee. Lady Gadsley hat nämlich nicht nur einen Landsitz, sondern auch einen Sohn, der dringend Nachhilfe benötigt. Eva verdonnert Henry dazu, diesen Job zu übernehmen – und handelt dabei auch gleich noch einen Gratis-Aufenthalt für die Familie auf dem herrschaftlichen Anwesen aus. Ein brillanter Plan, nur leider weit davon entfernt, perfekt zu sein, wie sich schon bald herausstellt…

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  • Rezension zu "Henry haut ab" von Tom Sharpe

    Henry haut ab

    alma

    21. March 2012 um 21:36

    Fetzt einfach - die Handlung ist egal und kann an beliebiger Stelle irgendwo im Netz nachgelesen werden. Fakt ist: die schnodderige Sprache und hanebüchene Geschichte um den ranzigen Sack Henry und seine genauso unappetitliche, dennoch (leider weiterhin) sexuell an ihm interessierte Frau die ihm schon mal "mit dem beherztem Griff eines Nussknackers" auf die Beine beziehungsweise aus der Unterwäsche zu helfen versucht nebst hinterfotzigen Vierlingen auf ständigen Abwegen macht Spaß, verschlingt sich in der U-Bahn auf dem Weg zur Arbeit wie von selbst und ist alles andere als politisch korrekt, Hau rein, Henry! Manko: die Übersetzung ist an einigen Stellen sehr gestelzt und wird dem Original im Versuch, genau zu sein (oder sich wenig Arbeit zu machen), nicht gerecht. An vielen Stellen geht der Wortwitz verloren, mancher Scherz erschließt sich nur hintenrum mit profunden Englischkenntnissen - nicht auszudenken, wie mich das Original umhauen würde!

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  • Rezension zu "Henry haut ab" von Tom Sharpe

    Henry haut ab

    michael_lehmann-pape

    02. March 2012 um 14:52

    Nachhilfe auf Henry Art Schon seit Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts lässt Tom Sharpe in regelmäßigen Abständen seinen Henry Wilt auf dessen unmittelbare Umgebung (und die geneigte Leserschar) los. Nicht, dass Henry böswillig wäre (auch wenn er ein gerütteltes Maß obszöner Ausdrücke und Lebensfrust in sich trägt), aber immer wieder gerät Henry in Situationen, die in sich noch nicht einmal besonders wären, in denen er aber in einer Art und Weise agiert, mit der das Chaos vorprogrammiert ist. Gesegnet mit einer leicht dumpfen, nichtsdestotrotz äußerst fordernden Ehefrau und vier ebenso rein auf sich fixierten Töchtern hat Henry Wilt im neuen Roman zunächst Grund zum feiern. Seine Stelle als Dozent für Kommunikation wird nicht gestrichen, auch wenn ein gewisser, einflussreicher Teil des Kollegiums beständig zwischen bleich vor Wut und rot vor Zorn in der Gesichtsfarbe schwankt, so Henry Ihnen über den Weg läuft. Nachdem er nach jener denkwürdigen Feier im kleinen Kreis zumindest doch die Haustür geöffnet bekommt (nach langem Zögern Evas, seiner Frau und unter Einbeziehung der Nachbarschaft in diese peinliche Situation), wartet das nächste Ungemach auf ihn. Eva hat ihm eine Ferienstelle als Nachhilfelehrer auf einem Landgut verschafft. Und achtet darauf, dass er beim Kennenlerngespräch in ihren Augen eine beste Figur macht, vom Scheitel bis zur Sohle. Allerdings nur nach ihrem Geschmack, wie Henry zu seinem Leidwesen wieder einmal erleben muss. Aber er wäre eben kein rechter Maulheld, wenn er sich tatsächlich mit Taten auch einmal wehren würde, statt nur mit entsprechenden Verbalattacken sich zu begnügen. Andererseits, nach einem ersten Eindruck auf die Lady des Landgutes und Mutter des faulen Schülers schwant Henry, dass der Job gar nicht so unangenehm werden könnte (und täuscht sich durchaus, das aber später). Während sich eine ganze Reihe altbekannter Figuren auf den ersten Seiten wieder versammeln und den Rest der Geschichte begleiten werden, nimmt so eine neue Wendung in altbekannter Henry-Manier ihren Lauf. Trotz der Jahrzehnte, die Tom Sharpe inzwischen sich und die Welt mit Henry Wilt unterhält, sein Humor und sein Erfindungsreichtum, was ganz spezielle und absolut trocken geschilderte Situationen angeht, wirkt immer noch frisch. Selbst der Henry Kenner, der mit Stil und Abläufen der Romane durchaus vertraut ist, kann sich der oft gnadenlos ausgereizten Situationskomik nicht entziehen. Allein schon die prägnante Schilderung des Wiltschen Sexuallebens, die „Umsetzung“ dessen, was Eva Wilt von ihren Freundinnen als „ultimativen Tipp“ gesteckt bekommen hatte lässt kein Auge trocken, auch nicht das der vier Töchter, welche die Szenerie hautnah miterleben (aufgrund des Lärms, den Henry nicht vermeiden kann ob der schmerzhaften Erfahrungen, die jene Praktiken für ihn bedeuten). Sprachlicher Witz und sprachliche Qualität paaren sich mit ständig aus dem Ruder laufenden Situationen im Buch, ein Erfolgsrezept, was nun fast 40 Jahre schon trägt. Es sei aber nicht verschwiegen, dass sich doch im Gesamten für jene Leser, die Tom Sharpe seit längerem bereits kennen, gerade im Blick auf die Figur des Henry Wilt, so langsam eine Gewöhnung und Sattheit einstellt. Ganz so mitreißend und ganz so anders wie in den Anfangsjahren wirkt all das nicht mehr, auch wenn es weiterhin über weite Strecken (mit Ausfällen hier und da) gute und witzige Unterhaltung darstellt.

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