Tom Shippey J.R.R. Tolkien - Autor des Jahrhunderts

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Inhaltsangabe zu „J.R.R. Tolkien - Autor des Jahrhunderts“ von Tom Shippey

Er weist nach, daß Tolkien weniger einen Abenteuerroman schreiben wollte, sondern eine linguistische Fantasy, daß der Ursprung seiner Geschichte in Wörtern begründet liegt. Anhand einer sprachgeschichtlichen Analyse des Hobbit-Namens Baggins (deutsch Beutlin) und der Untersuchung des Sprachstils der Hobbits weist Shippey nach, daß die Auenlandbewohner in Mittelerde einen Anachronismus darstellen, daß sie 'moderne' Figuren und als Zeitgenossen Tolkiens zu sehen sind. Shippey, der Tolkiens Werk in einem Atemzug mit dem von James Joyce nennt, findet zudem scharfe Worte für die Literaturkritik, die für 90 Prozent dessen, was die Leser lieben, kein Interesse zeigt. Für ihn - und für die Mehrzahl der Leser - ist Tolkien der Autor des Jahrhunderts.

Ein tolles Buch um sich näher mit dem Autor J. R. R. Tolkien auseinander zu setzten.

— Belladonna
Belladonna

Wer sich etwas Tiefer mit Tolkien beschäftigen will, benötigt dieses Buch ! ;)

— KvotheAlSorna
KvotheAlSorna

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  • Meine Rezension zu J. R. R. Tolkien - Autor des Jahrhunderts

    J.R.R. Tolkien - Autor des Jahrhunderts
    Belladonna

    Belladonna

    10. January 2017 um 18:19

    Meine Meinung Mit „J. R. R. Tolkien – Autor des Jahrhunderts“ legt Tom Shippey keine gewöhnliche Biographie, sondern die Ergebnisse seiner Tolkien-Forschung vor. Gekonnt untermauert er die Herangehensweise von Tolkien an seine einzelnen Werke. In diesem Fall werden „Der Hobbit“, „Der Herr der Ringe“, „Das Silmarillion“ und einige kleinere Geschichten wie z. B. „Bauer Giles von Ham“ näher durchleuchtet. Sehr spannend fand ich vor allem die sprachgeschichtliche Analyse, die durchweg eine große Rolle einnimmt. Das ist zwar nicht wirklich eine Überraschung, denn Tolkien war ganz und gar ein Philologe, aber auch für Laien auf diesem speziellen Gebiet hat Tom Shippey das Ganze leicht nachvollziehbar beschrieben. Mindestens ebenso fesselnd ist die Erklärung warum die Hobbits als Auenlandbewohner einen Anachronismus in Mittelerde darstellen. Das ist aber noch nicht alles, es wird die umfangreiche Frage nach Ursprung und Natur des Bösen betrachtet. In diesem umfassenden Buch erklärt und belegt Tom Shippey zudem gekonnt, warum Tolkien Autor des Jahrhunderts ist. Dabei ist Shippey nicht immer unparteiisch, es schimmert an einigen Stellen klar durch, dass er selbst ein großer Fan von J. R. R. Tolkien ist. Genau das mach den Charme dieser ganz besonderen Biographie für mich aus! "Die fortdauernde Wirkung von Tolkiens phantastischen Werken die vollkommen unerwartet und unvorhersehbar war, kann nicht als bloße Geschmacksverirrung eines Massenpublikums abgetan werden, über die sich alle literarisch hinlänglich Gebildeten nicht zu kümmern brauchten." (Seite 11) Zum Schluss geht Tom Shippey auf die vielen Literaturkritiker und Nachahmer Tolkiens ein. Für mich schlichtweg ein super interessantes und aufschlussreiches Buch an dem jeder Tolkien-Fan seine Freude haben wird. Leider gibt es während des gesamten Buches einige Wiederholungen, deshalb ziehe ich eine Grinsekatze ab und vergebe gute 4 von 5 Grinsekatzen. Über den Autor Wie kaum ein anderer ist Tom Shippey dazu prädestiniert, über Tolkien (und ganz in seinem Sinne) zu schreiben: hat er doch selbst in Oxford gelehrt, teilweise noch während Tolkiens eigener Lehrtätigkeit, und Tolkiens eigene Fächer. Shippey hatte den Lehrstuhl für Mediävistik an der Universität von Leeds inne, denselben, den Tolkien früher bekleidet hatte. 2001 wurde er mit dem »World Fantasy Award« ausgezeichnet. Shippey lehrt zur Zeit an der Universität von St. Louis, USA. (Quelle: Klett-Cotta) Fazit Ein tolles Buch um sich näher mit dem Autor J. R. R. Tolkien auseinander zu setzten. ---------------------------------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 10.01.2017

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  • Rezension zu "J.R.R. Tolkien - Autor des Jahrhunderts" von Tom A. Shippey

    J.R.R. Tolkien - Autor des Jahrhunderts
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. June 2011 um 17:56

    Dieses Buch ist keine Biographie über Tolkien, sondern eher eine Interpretation und Analyse seiner Werke. Tom Shippey, einer der allerbesten Kenner Tolkiens, hat es sich zur Aufgabe gemacht, zu zeigen, dass Tolkien einer der wichtigsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts ist - und dass sein Werk auf jeden Fall zur "höheren Literatur" gezählt werden kann und nicht nur eine alberne Spielerei ist. Anlass hierfür sind wohl die harschen Kritiken, die Tolkien immer und immer wieder bekommen hat, von Literaturwissenschaftlern, die ihn nur belächelten, die seine Bücher nicht ernst nahmen und in ihnen eine Spinnerei sahen, die den Kult um ihn albern fanden und Fantasy einfach nicht als "richtige" Literatur ansahen. Shippey tritt dem entgegen und zeigt Kapitel für Kapitel, wie anspruchsvoll Tolkiens Werke eigentlich sind, und was für ein großer Schriftsteller J.R.R. Tolkien eigentlich war. Im ersten Kapitel zeigt Shippey zunächst, warum die Genres der Fantasy und des Phantastischen eindeutig dem 20. Jahrhundert entsprungen sind - da nämlich dieses Jahrhundert mit den beiden Weltkriegen so schreckliche Gräuel hervor brachte, dass sie durch "normale" Literatur nicht mehr verarbeitet werden konnten. Er setzt Tolkien auch in Bezug zu anderen Autoren, wie z.B. George Orwell. Im zweiten Kapitel geht es zunächst um den Hobbit. Shippey zeigt, wie Tolkien bei der Namensfindung vorging und wie verwurzelt all dies in seinen Kenntnissen der älteren Sprachen und Literaturen ist (Old und Middle English und andere), er zeigt, wie und warum er die Hobbits konzipierte, wie der Erzähler des Buches fungiert, und einiges mehr. Die nächsten drei Kapitel drehen sich dann um den Herrn der Ringe. Hier geht Shippey vor allem auf die Konstruktion des Bösen ein - auf verschiedene philosophische Auffassungen dem Bösen gegenüber, und wie Tolkien diese behandelte, auf die Struktur und die Handlungsfäden des Romans, und auf Mythen und den Mythos an sich. Er zeigt eindrucksvoll, wie z.B. im Kapitel "Der Rat von Elrond" alle Figuren nur durch ihre Sprache charakterisiert wurden, und was für ein fähiger und gebildeter Mann Tolkien gewesen sein muss, um dieses Können zu entwickeln. Und immer wieder geht es auch um Motive und Anklänge aus anderen Literaturen, wie z.B. dem Beowulf und der Edda, aus denen Tolkien viel entlehnte. So werden seine Arbeitsweise und sein Anliegen immer deutlicher und man versteht immer besser, wie er wirklich gearbeitet hat. Im fünften Kapitel geht es um das Silmarillion, das jedoch nur kurz abgehandelt wird - was nicht verwunderlich ist angesichts der monumentalen Größte und Komplexität dieses Werks. Hier zeigt Shippey, wie Tolkien ganz zu Beginn seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitete, und er analysiert einige Parallelen zur Bibel und zu anderen Werken. Das letzte Kapitel behandelt Tolkiens kleinere Erzählungen, wie "Blatt von Tüftler" oder "Farmer Giles von Ham". Diese Geschichten kann man durchaus biographisch verstehen, und Shippey erklärt, wie und warum. Das Nachwort dreht sich vor allem um Tolkiens Einfluss auf die Fantasy-Literatur und einige seiner Nachahmer, und um die Frage nach dem Realismus in der Fantasy. Das Buch beinhaltet noch viel mehr und ich konnte hier nur einen ganz kleinen Abriss davon geben. Es hat mich sehr beeindruckt und begeistert. Es ist vom Inhalt her teilweise etwas anspruchsvoll, aber trotzdem einfach zu lesen, da es sehr flüssig und überaus spannend geschrieben ist. Ich habe sehr viel gelernt, das ich vorher noch nicht wusste, und verehre Tolkien jetzt noch einmal ein bisschen mehr. Es ist wirklich beindruckend, was Shippey alles erforscht hat und wie er dies in Buchform gebracht hat, um es jedem zugänglich zu machen, auch Menschen, die nicht von Hause aus mit Mediävistik oder Literaturwissenschaft zu tun haben. Und ganz ehrlich: Es gibt so einige Leute, eingeschlossen mein alter Deutschlehrer, mit denen ich schon über Tolkien diskutiert habe und deren Verachtung ich spüren musste, denen ich dieses Buch jetzt gerne mal um die Ohren hauen würde! :-)

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  • Frage zu "J.R.R. Tolkien - Autor des Jahrhunderts" von Tom Shippey

    J.R.R. Tolkien - Autor des Jahrhunderts
    Schneeengel

    Schneeengel

    Ich lese gerade die Biografie über Tolkien. Darin steht, nach Umfragen in England, welches das beste Buch des 20. Jahrhunderst sei, kam Herr der Ringe fast immer auf Platz eins. Würdet ihr zustimmen? Wenn nein, welches ist für euch das beste Buch des letzten Romans?

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  • Rezension zu "J.R.R. Tolkien - Autor des Jahrhunderts" von Tom A. Shippey

    J.R.R. Tolkien - Autor des Jahrhunderts
    Affenbrotwald

    Affenbrotwald

    24. September 2010 um 16:07

    Eiine wissenschaftliche Abhandlung über die Triologie "Derr Herr der Ringe". Es werden sowohl die Mythen und Sagen beleuchtet, die Tolkien als Basis für seinen Epos benutzte, als auch sein Prozess der Sprachenentwicklung und die Bedeutung von Namen und Ortsnamen im Buch. Dieses Buch ist nicht unparteiisch. Man merkt, dass der Autor selbst großer Fan von Tolken ist. Doch das schmale Werk liest sich gut und einfach verständlich. Ein interessanter Blick auf die Fundamente und tragenden Mauern des Epos.

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  • Rezension zu "J.R.R. Tolkien - Autor des Jahrhunderts" von Tom A. Shippey

    J.R.R. Tolkien - Autor des Jahrhunderts
    Rainbow

    Rainbow

    22. October 2008 um 15:59

    In dem Buch geht Tom Shippey auf die wiederholte Kritik Literaten an Tolkien als Fantasy-Schriftsteller ein, zeigt aber anhand der einzelnen wichtigsten Werke (Hobbit, Herr der Ringe, Silmarillion und die Kurzwerke wie "Leaf by Niggle"), wieviel mehr Überlegungen doch in Tolkiens Geschichten steckt, eben weil er sowohl Schriftsteller als auch Philologe war. Wenn man sich also für Literaturwissenschaft, aber auch Sprache an sich interessiert und noch dazu Tolkien-Fan ist (wenn man nicht gerade Tolkien ablehnt, sich aber überzeugen lassen will, ist das einfach die beste Voraussetzung), dann lohnt sich das Buch ganz sicher. Es ist sehr spannend, zu lesen, wo etliche Namen herkommen, welche Bedeutungen sie haben und wie Tolkien sie zum Teil aus älteren Werken rekonstruiert und neu interpretiert hat. Dabei wird der Leser gleich angeregt, sich auch mit alten Texten wie Beowulf oder gar den Geschichten der Edda auseinander zu setzen, da sie vielfach in den Blickwinkel gerückt werden. Neben der Herkunft der Namen beschäftigt sich Shippey vor allem auch mit der Entstehung der einzelnen Werke und einiger Motive (das Böse, Unsterblichkeit, Flucht vor dem Tod) und Parallelen von Handlungssträngen. Dabei setzt er sich zum Teil intensiv mit dem Inhalt auseinander, was natürlich etliches vorweg nimmt, sollte man das entsprechende Buch noch nicht gelesen haben. Daher empfiehlt sich, erst Tolkien und dann Shippey zu lesen ;-) Besonders im Vorwort wiederholte sich Shippey für meinen Geschmack etwas oft, daher gibt es nur 4 Sterne - ansonsten ein sehr lohnenswertes Buch für alle, die sich für die Hintergründe Mittelerdes interessieren.

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