Tom Wolfe Back to Blood

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Inhaltsangabe zu „Back to Blood“ von Tom Wolfe

In einer spektakulären Aktion holt Nestor, der Polizist mit den kubanischen Wurzeln, einen kubanischen Flüchtling von einer Jacht vor Miami, um ihn zu verhaften. Für die kubanische Gemeinde ist Nestor nun ein Verräter, für den Rest der Stadt ein Held und Musteramerikaner. Soll ihn der kubanische Bürgermeister jetzt suspendieren oder auszeichnen? In einer bissigen Satire taucht Tom Wolfe ein in eine Stadt, die prototypisch ist für ein Amerika im Wandel, und seziert genüsslich und packend den amerikanischen Traum.

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  • Geschmäcker sind verschieden - für mich ein MUST HAVE

    Back to Blood

    Bommerlinda

    26. July 2016 um 17:47

    In dieses Buch einzusteigen, macht wirklich Spaß. Ich musste mich nicht groß überreden lassen, dieses Buch zu lesen. Meine Buchhändlerin weiß, womit sie mich fangen kann. Und da ist es - ein amerikanisches Buch, ein Tom Wolfe, wie ich ihn kenne. Seine einzigartige Erzählweise und eine Geschichte, die satirisch, fast ein wenig überzogen kritisch, zynisch daher kommt und angereichert ist, mit einem gekonnten Blick auf das Seelenleben der Bürger. Der Roman um den kubanischen Polizisten Nestor handelt von der Festnahme eines kubanischen Flüchtlings und eines schwarzen Crack-Dealers, den er als "Dschungelabkömmling" beschimpft. Dieser Vorfall wird über ein Handyvideo verbreitet und artet in einen Medienskandal um rassistische Polizeibeamte aus. Auf seine typische Art und Weise nimmt Wolfe die ethnischen Blöcke Amerikas aufs Korn. Schnell habe ich mich beim Lesen im gesellschaftlichen Geflecht Miamis wieder gefunden, das aus wenigen weißen Amerikanern, aus Kubanern, aus Haitianern und schwarzen Amerikanern besteht. Auf privater Ebene traut keiner dem anderen. Im öffentlichen Bereich jedoch gilt das typisch politisch Korrekte. Hier gibt es keine Einwanderer, sondern selbstverständlich nur Mitbürger. Dass derart Gegensätzlichkeiten nur in Problemen ausarten, ist selbstredend. Das Buch liest sich wie ein Krimi und es beschreibt beeindruckend modern die Kultur Miamis. Modern, weil es für diejenigen unter uns, die noch an eine gesellschaftliche Integration glauben, etwas zu sagen hat. Keine Schmeicheleien, kein wir haben uns doch alle lieb.Wem der Schreibstil von Tom Wolfe schon immer gefallen hat, der gekennzeichnet ist durch eine Art mündlicher Erzählung von einem Autor der auch gern einmal durch Wortwiederholungen Bekräftigungen doppelt unterstreicht, der Geräusche nachahmt und auch die klare Sprache nicht meidet, der muss dieses Buch einfach lieben und vorallem lesen.

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  • So nicht, Herr Wolfe!

    Back to Blood

    Delgado

    16. December 2014 um 11:27

    Nach "Ich bin Charlotte Simmons" und den Vorgänger-Romanen bis "Fegefeuer der Eitelkeiten" hatte ich mich schon lange auf "Back to Blood" gefreut. Aber was für eine Enttäuschung! Ich sah mich einer Orgie aus Doppelpunkten, Punkten und Wortwiederholungen ausgesetzt. Dazu reihte sich Länge an Länge, die ein ums andere Mal den Blick auf die eigentliche Handlung zu verschleiern drohte, ja, sogar keine richtige Handlung finden ließ, jedenfalls keine, die mehr als 100 Seiten gerechtfertigt hätte. Nestor, Sohn kubanischer Einwanderer in einer Kubaner-Enklave in Miami, rettet einen kubanischen Flüchtling an der amerikanischen Küste vor dem Absturz vom Mast einer Segelyacht, verhindert damit aber, dass der Mann amerikanischen Boden erreicht, was diesen zum Asylanten gemacht hätte. So wird er zum Abschiebehäftling, was Nestor - trotz seiner Großtat - zum Aussätzigen unter der kubanischen Bevölkerung sowie in seiner Familie macht. Dazu verliert er seine heißgeliebte Freundin Magdalena, die ein Verhältnis mit einem aufgeblasenen Psychiater unterhält, ihrem Arbeitgeber, der Pornosüchtige behandelt. So weit, so gut. Aber dazu werden jede Menge Nebenhandlungen aufgemacht z. B. mit dem Chefredakteur einer Zeitung, dem es nicht behagt, dass einer seiner (fähigen) Reporter einem gesellschaftlich sehr angesehenen russischen Oligarchen, der einem Miami-Museum eine super wertvolle - allerdings gefälschte - Sammlung zeitgenössischer Bilder gesponsort hat, auf die Spur kommt. Warum? Weil das dem gesellschaftlichen Ansehen des Chefredakteurs schaden könnte. Das könnte ja auch noch interessant sein, wären da nicht die Längen und die grässliche Orgie, die summa summarum den Roman fast unlesbar für mich gemacht haben. Mir drängt sich der Gedanke auf, dass Tom Wolfe in einer Art altersstarren Eitelkeit versunken ist, in der er glaubt, dass sich die Leser seinem Gutdünken zu unterwerfen hätten. Aber wie schon gesagt: So nicht, Herr Wolfe. Sollte es - mit Rücksicht auf Ihr fortgeschrittenes Alter - noch einen neuen Roman von Ihnen geben, müssen Sie sich meine Zuneigung erst wieder neu verdienen, bevor ich den kaufe.

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  • Kein Super-Wolfe, aber gut

    Back to Blood

    Gwhynwhyfar

    18. February 2014 um 17:08

    Tom Wolfe beschreibt das Leben in Miami im Spagat der ethnischen Verschiedenheit. Ein Satz mitten im Buch lautet: „In Miami, da hasst jeder jeden!“ 50 % der Menschen sind zugewandert, die verschiedenen ethnischen Gruppen leben nebeneinander. Americanos stehen oben, daneben Kubaner, Farbige, Kreolen, Russen usw. ganz unten die Mexikaner. Die 2./3. Generation fühlt sich als Amerikaner, sie sprechen ihre Herkunftssprache schlecht, können mit den Traditionen der Älteren nicht mehr so viel anfangen. Begeben sie sich aber in andere ethnische Gruppen, empfinden sie deren Gebaren, Essen, Kultur nicht akzeptabel, fühlen sich nicht wohl. Also, was ist ein Americano? Wichtig ist es, eine möglichst weiße Haut zu haben. Cop Nestor (mit seiner Familie im Boot von Kuba geflüchtet war, als er ein kleines Kind war), der heldenhaft einen kubanischen Flüchtling vom 18 Meter hohen Mast eines Segelschiffs herunterholt, ihm das Leben rettet, wird deswegen von seiner Familie und allen Freunden als Vaterlands-Verräter, gehasst, er hat Schande über die kubanische Enklave gebracht. Von den Weißen Medien wird er als Held gefeiert. Denn ein paar Meter weiter an Land hätte man den Einwanderer dulden müssen. So wird er nach Hause geschickt. Nestor löst immer wieder Unruhe aus, z.B. als er einen farbigen Creckdealer in einem Kampf verhaftet, der gerade einen Kollegen umbringen wollte. In dem Gerangel beschimpft er ihn als blöder Nigger usw. Leider wird das von einem Handy gefilmt und landet bei youtube, was der Dealer sagte, war rausgeschnitten. Der Bürgermeister möchte ihn aus der Polizei entfernen, weil er Angst vor Rassenunruhen (wo Nestor auftaucht, passiert hat etwas Komisches ), aber Nestor macht nur seinen Job, die Polizei steht hinter ihm. Das Buch handelt von Demütigung durch das Lavieren durch Ethnien, von Demütigung von denen, die viel mehr erreicht haben als ihre Eltern, aber immer wieder an die Grenzen ihrer Bildung stoßen, weil sie keinen höheren Abschluss besitzen und sich nicht mit Fremdworten, Kunst, Musik und Literatur auskennen, sich bewusst werden, wie weit weg sie vom Americano sind. Die Demütigungen sind subtil, offen in Konfrontation oder nur für den sichtbar, den es betrifft. Wolfe macht sich lustig über die Avantgarde und die Reichen in Miami, Szenerestaurants, Stripteaseclubs, Reichen-Inseln wie Fisher Island und Star Island, über Kleine-oder-arme-Leute-Viertel wie Hialeh und Overtown, über die Kunstszene. In einem heruntergekommenen Seniorenwohnheim fragt jemand eine Bewohnerin: Sie sind aus New York? Antwort: Wir alle hier. Oder meinen Sie, die hier können sich das leisten? Wolfe beschreibt eine Gesellschaft die auf Geld, Status, Prominenz und Medienpräsenz fixierte ist, eine dekadente sexorientierte, neureiche Gesellschaft und schildert eine grenzenlose Schaumschlägerei und Hochstapelei in satirischer Weise. Genau darum finde ich das Buch gut. Was mir ein wenig auf die Nerven ging, ist eine Comicblasensprache, die immer wieder auftaucht, um Geräusche zu schildern, das Boot macht schwappp, schwappp, einer lacht, "Ooooaaaaarrrrrrmmmmmmmm" oder: "hättetttaahhhHaHHHock hock hock hören sollten wasssahhhock hock hock MauriiiicegghehehehahhHAHAaghhock. Oder: „Das Schild was riesig riesig riesig leuchtend leuchtend leuchtend grellgrell grell, aber es befand sich……“ Das ist wohl neue amerikanische Sprache. ;-))))) Von mir dafür 1 Stern Abzug. Der Schluss hat mich enttäuscht. Hatte das Gefühl, der Autor hat den Abgabetermin verschlafen und ein unfertiges Buch abgegeben. Der Leser steht vor diversen offenen Geschichten und wird allein gelassen, wie die einzelnen Schicksale wohl weitergehen, denn es stehen einige große Ereignisse an. Alles in allem aber ein empfehlenswertes Buch, das man lesen sollte.  aber ein empfehlenswertes Buch, das man lesen sollte.

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  • Clash of cultures

    Back to Blood

    HeikeM

    22. April 2013 um 09:33

    Mit Einwanderern aus Kuba und Haiti, Afroamerikanern, americanos und einem russischem Oligarchen besetzt Tom Wolfe die Hauptfiguren seines Romans „Back to Blood“. Alle sind sie schrill, speziell und alles andere als Normalos und mit ihren Eigenarten erfüllen sie den Roman mit Leben. Aber genauso müssen sie für diese Art von Roman sein. Eine Gesellschaftssatire lebt von Übertreibungen und Überzeichnungen, um auf Missstände und gesellschaftliche Besonderheiten hinzuweisen. Handlungsort dieses Romans ist Miami, die Stadt, die von und mit den Immigranten lebt, welche längst die Mehrheit ihrer Einwohner bilden. Im Roman wird gesagt, jeder hasse jeden, alle suchen nach Anerkennung, nach gesellschaftlichem Aufstieg und versuchen diejenigen, die nicht zu ihrer Gruppe gehören, zu demütigen und zu düpieren. Wolfe stellt dieses Aufeinanderprallen der Kulturen in dem melting pot Miami grandios dar. Obwohl ich Miami nicht kenne, konnte ich mir ein wirklich eindrucksvolles Bild vom Leben in dieser Stadt machen. Für die verschiedenen Stadtteile standen die einzelnen Hauptpersonen, ich lernte trostlose Viertel und die Nobelherbergen der Reichen kennen, sah wie die Armen lebten und die Highsociety sich in Orgien erging. Ebenso wurde ich aber auch an die Widersprüche innerhalb der einzelnen Gruppen herangeführt. Da gab es den Exilkubaner, der im Polizeidienst stehend den kubanischen Flüchtling vom Mast einer Yacht holte, bevor er das Festland erreichte und lernte den Psychiater kennen, der sich seine Patienten sicherte, indem er sie immer wieder ihrem Laster zuführte. Wolfe lästert über alle und jeden, er provoziert und hält der Gesellschaft einen Spiegel vor. Er verdeutlicht, dass die verschiedenen Kulturen letztlich zusammenhalten (müssen) und diejenigen es schwer haben, die den schützenden Kreis der Gemeinschaft verlassen. Aus dem Grunde bin ich dem Verlag sehr dankbar, dass auf eine Übersetzung des Titels verzichtet wurde, kein anderer könnte treffender sein. Vom Erzählstil empfand ich diesen Roman als recht ungewöhnlich. Häufig kommt es zu Einfügungen von Gedanken und und groß geschriebenen, wie geschrien wirkenden Einwürfen. Dadurch wirkt dieser Roman schrill und laut. Aber will der Autor nicht genau dieses Empfinden bei seinem Leser auslösen? Mir hat „Back to Blood“ sehr gut gefallen. Der Roman wird nicht zu unrecht mit dem großen Werk „Fegefeuer der Eitelkeiten“ verglichen. Er wirkt allerdings wesentlich moderner und ist hoch aktuell. Wollte ich etwas kritisieren, wäre das die ein wenig zu kurz kommende Entwicklung der Protagonisten im Verlauf der Handlung. Da die die Handlung umfassende Zeitspanne aber relativ kurz und der Roman gut durchdacht und aufgebaut ist, fällt dies kaum ins Gewicht. Tom Wolfe lenkt mit „Back to Blood“ das Augenmerk des Leser auf eine weniger bekannte Szenerie der USA, die aber meisterlich geschildert wird und dazu sehr gut unterhält. Ich kann diesen Roman nur empfehlen.

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