Auch der vierte Band der Victor-Reihe hat mich wieder vollkommen überzeugt.
Ich habe das Hörbuch wieder sehr gerne gehört und finde sogar, dass Tom Wood der Reihe hier noch einmal eine neue Richtung gibt. Victor ist diesmal nämlich nicht als Auftragskiller unterwegs, sondern übernimmt die Aufgabe, Giselle, die Tochter eines russischen Gangsters, zu beschützen. Allein dieser Rollenwechsel sorgt dafür, dass sich die Geschichte deutlich von den ersten drei Bänden unterscheidet.
Zur Handlung möchte ich - wie so oft - gar nicht allzu viel verraten. Victor nimmt den Auftrag zunächst eher widerwillig an und muss Giselle überhaupt erst finden. Schon bald befinden sich beide auf der Flucht und geraten ins Visier gleich mehrerer Gegner. Dabei entwickelt sich die Geschichte zu einer regelrechten Hetzjagd, bei der sich die Lage gefühlt mit jedem Kapitel weiter zuspitzt. Immer wenn man glaubt, Victor hätte die Situation unter Kontrolle, wartet schon die nächste Überraschung.
Besonders spannend fand ich diesmal, dass Victor nicht nur kämpfen und töten muss, sondern ständig überlegen muss, wie er jemanden am Leben hält. Das klingt zunächst nach einem kleinen Unterschied, verändert die Dynamik der Geschichte aber komplett. Plötzlich trägt er Verantwortung für einen anderen Menschen und beginnt - so ungewöhnlich das bei ihm auch erscheinen mag - etwas wie Zuneigung zu entwickeln. Natürlich bleibt Victor der eiskalte Profi, den man aus den vorherigen Bänden kennt. Aber gerade diese kleinen Momente machen ihn als Figur noch interessanter.
Natürlich kommt auch die Action nicht zu kurz. Victor analysiert seine Gegner wie immer bis ins kleinste Detail, plant mehrere Schritte voraus und handelt erst, wenn er alle Möglichkeiten durchgespielt hat. Genau diese Präzision fasziniert mich an der Reihe immer wieder. Die Kämpfe sind hart, brutal und kompromisslos, wirken dabei aber nie überzogen oder unrealistisch.
Für mich gehört „Kill Shot“ bislang sogar zu den stärksten Bänden der Reihe. Nicht, weil es mehr Action gibt als zuvor, sondern weil Tom Wood es schafft, Victor aus seiner gewohnten Rolle herauszuholen, ohne dass die Figur ihre Glaubwürdigkeit verliert. Im Gegenteil: Gerade dadurch gewinnt sie noch einmal deutlich an Tiefe.
Von mir gibt es daher wieder ganz klare 5 von 5 Sternen.




















