Tomas Bannerhed

 4.5 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von Die Raben, Ein Vogeljahr in Schweden und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Tomas Bannerhed

Tomas Bannerhed wuchs in Uråsa, einem Dorf in der Provinz von Småland in Südschweden auf. Für seinen Roman „Die Raben“ wurde er unter anderem mit dem Carl-von-Linné-Preis und dem renommierten August-Preis ausgezeichnet. Der Titel stand monatelang auf der Bestsellerliste. Der Autor lebt in Stockholm.

Alle Bücher von Tomas Bannerhed

Die Raben

Die Raben

 (10)
Erschienen am 12.12.2016
Ein Vogeljahr in Schweden

Ein Vogeljahr in Schweden

 (1)
Erschienen am 27.02.2017
The Ravens

The Ravens

 (0)
Erschienen am 16.01.2014
The Origins of the Crimean War

The Origins of the Crimean War

 (0)
Erschienen am 10.01.2014

Neue Rezensionen zu Tomas Bannerhed

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Rezension zu "Ein Vogeljahr in Schweden" von Tomas Bannerhed

Ein wunderschöner Bildband
Curinvor 2 Jahren


In Schweden gibt es eine faszinierende Vogelwelt, die der Autor Tomas Bannerhed gemeinsam mit seinen Landleuten erkundet hat. Seine gewonnenen Eindrücke und Erfahrungen hat er in diesem Buch festgehalten und lässt den Leser daran teilhaben.
Mich hat dieser Bildband alleine schon durch seine wunderschönen Farbfotos beeindruckt. Auf den vielen Momentaufnahmen sieht man beispielsweise, wie ein Bartkauz im Winter auf einer dicken Schneedecke aufkommt und wie im Frühling der Graureiher einen Fisch fängt. Wie der Titel ,,Ein Vogeljahr in Schweden" schon zeigt, sind die Texte chronologisch Monat für Monat angeordnet. Der Autor hat dabei einzelne Tage herausgegriffen und beschreibt sehr schön, was er in der Vogelwelt beobachten konnte oder was er Neues darüber erfahren hat. Seine Aufzeichnungen sind sehr interessant und spannend zu lesen und man lernt natürlich gleichzeitig eine Menge nicht nur über Vögel, sondern auch über Schweden.
Insgesamt hat mir dieser Bildband sehr gut gefallen. Wenn man sich die schönen Farbfotos ansieht, mag man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und auch die Texte sind informativ und lehrreich. Gerne empfehle ich ,,Ein Vogeljahr in Schweden" weiter.

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Rezension zu "Die Raben" von Tomas Bannerhed

Glaube an dich selbst!
Ninasan86vor 2 Jahren

Zum Inhalt:

Ist es Irrsinn, die Einsamkeit der Wälder zu suchen?

Småland in den 70er Jahren: Vögel sind Klas‘ Leidenschaft, er ist ein Vogelbeobachter. Ihr Flug ist für ihn wie eine Verheißung von Freiheit, tage- und nächtelang hält er nach ihnen Ausschau, lauscht ihren Rufen. Klas liebt die Vögel, weil er so wenigstens für kurze Zeit der schweren Feldarbeit und seinem schwierigen, zunehmend irrer werdenden Vater entfliehen kann. Klas soll später einmal den Hof übernehmen. Aber seine Träume sehen anders aus. Er sucht die Einsamkeit der Wälder und begeistert sich für die Eleganz von Raben. Spricht das für seinen eigenenen Irrsinn?



Über den Autor:

Tomas Bannerhed wuchs in Uråsa, einem Dorf in der Provinz von Småland in Südschweden auf. Heute lebt er in Stockholm. Bannerhed wurde für „Die Raben“ u.a. mit dem Carl-von-Linné-Preis ausgezeichnet sowie mit dem renommierten August-Preis. Das Buch stand monatelang auf der Bestsellerliste.



Mein Fazit und meine Rezension:

Von dem Autor Tomas Bannerhed habe ich bislang nichts gelesen. Dies war mein erstes Buch von ihm. Und ich muss sagen, es ist anders als all die Anderen, die ich schon gelesen habe. Der Schreibstil ist flüssig und zieht den Leser direkt mit ins Geschehen. Mit Klas befinde ich mich im Wald, habe Vögel beobachtet, blicke in Nester rein und schaue mir das Verhalten der einzelnen Tiere an ... ja, ich bin mit einem Ornithologen unterwegs, dem die Vögel über alles gehen und der sich so seine eigene Welt geschaffen hat. Vom Biologieunterricht kennt man die heimischen Vögel des Waldes, doch die Vögel, die er alle benannt hat, waren mir nicht bekannt! So kann man auch noch beim Lesen des Buches (und natürlich beim Nachschlagen der einzelnen Vogelarten *g*) etwas dazu lernen!

Der Protagonist Klas kommt mir verträumt und doch etwas eigenbrötlerisch daher. Er lebt in seiner eigenen Welt, schottet sich von seiner Familie ab, hat auch nicht wirklich viele Freunde, und fühlt sich nur inmitten der Natur und ihrer Fauna so richtig wohl. Was er überhaupt nicht möchte - aber von seinem Vater hinein gezwungen wird - ist, den Hof weiterzuführen und sich endlich der Landwirtschaft zu widmen. Einzig und allein seine Mutter versucht ihm, in diesem schon so schwierigem Leben etwas Normalität hineinzubringen und ihn tatsächlich wie ein Kind aufwachsen zu lassen. Doch wie soll ein Kind wachsen und gedeihen, wenn es auf der einen Seite Liebe und Normalität erfährt, auf der anderen Seite aber mitbekommt, wie der Vater dem Wahnsinn erliegt und immer mehr in seine tiefen Depressionen abzudriften scheint? Klas gibt sich seinen Schuldgefühlen vollends hin. Zum Einen, da er seinen psychisch kranken Vater mit der schweren Feldarbeit alleine lässt und zum Anderen, da er sich einfach nur aus dieser einen Welt fernhalten möchte und keinesfalls den Hof seines Vaters übernehmen oder gar fortführen möchte. Er gerät in einen familiären Zwiespalt. Doch was tun? Für Klas ist es klar, doch wie kann er das nur seiner Familie - allen voran seinem Vater - vermitteln? Und: wird ihm diese Entscheidung eventuell sogar die Familie kosten?

Mit seinen detailgetreuen Beschreibungen der Landschaft von Smaland und ebenfalls der genauen Darstellungen der unterschiedlichen Vogelarten und auch Vogelrufe kommt man sich als Leser manchmal so vor, als ob man mit dem Protagonisten im Wald stehen würde. Mitten im Grün, hinter Dickicht versteckt, beobachtet man die fliegenden Waldbewohner bei ihrem alltäglichen Treiben und lauscht ihren verschiedenartigen Gesängen. Tatsächlich schafft es der Autor dank seiner bildhaften und auch schon fast "tonhaften", sehr poetischen Sprache, die Waldbewohner so genau darzustellen, als ob man sie tatsächlich sehen und auch hören würde! Da ich die einzelnen Vogelarten noch nicht kannte, bin ich sogar dazu übergegangen, während dem Lesen im Internet zu surfen und mir nicht nur Bilder der Vögel anzusehen, sondern auch die verschiedenen Rufe auf Youtube anzuhören. Das hat die Geschichte noch mehr verstärkt und regelrecht untermalt :)

Obwohl das Buch keine leichte Kost ist, was die Geschichte rund um die Familie und ihre Probleme und Zwiespälte anbelangt, und für einige auch allein der detaillierten Beschreibungen der Landschaft und der Vögel oder der Vögelgesänge wegen das Durchhalten bis zum Schluss schwer fallen mag, so kann ich das Buch doch empfehlen. In dem Buch wird beschrieben, wie ein Junge aus einer Welt auszubrechen versucht, in die er von seinen Eltern (hier von seinem Vater) hineingedrängt wird, und wie es ihm schlussendlich gelingt.

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tinations avatar

Rezension zu "Die Raben" von Tomas Bannerhed

Ein Buch über den inneren Wahnsinn und der Frage, ab wann man selbst verrückt ist.
tinationvor 2 Jahren

Das Buch: Klas ist ein Teenager und lebt mit seinen Eltern auf einer kleinen Farm irgendwo in Schweden. Und dort gibt es außer dem kleinen Dorf nichts weiter. Doch Klas mag diese Ruhe. Und Vögel. Er kennt sie und ihre Klänge. Doch ist das normal? Sein Vater sieht es anders: Klas soll doch nicht faulenzen sondern seinem Vater auf dem Feld helfen. Doch Klas weigert sich. Auch wegen seines Vaters. Denn dieser wird zusehends immer verwirrter. Und das wird zusehends zu einer Belastung für die ganze Familie.

Fazit: Es ist ein ruhiges Buch und dreht sich unaufgedrängt um die Frage, ob man selbst verwirrt ist. Oder ab wann man es weiß. Oder man es überhaupt selbst bemerkt. Denn Vordergründig erzählt Klas über sein Leben in der Einsamkeit, das Zusammenleben mit seinen Eltern und seinem Bruder, den Vögeln und der ersten großen Liebe. Doch reicht dies wirklich aus? Was macht das Leben aus? Täglich schinden, nur um sich gerade so ernähren zu können? Oder doch lieber seinen Leidenschaften nachgehen und glücklich werden. All das stellt Klas unbewusst oder eher der Autor ganz bewusst in Frage.

Und so baut sich dieses Buch auch auf. Einer sanften und leisen Art und Weise. Klas erzählt von seinem Leben und man leidet mit ihm mit. Man kann ihn und seine Ängste verstehen. Es ist durchgehend eine gewisse Beklommenheit spürbar und lässt den Leser nicht los. Trotzdem wird der Leser das Gefühl nicht los, als würde man etwas verpassen oder nicht richtig greifen können. Man kommt gut in der Geschichte mit, aber die Spannungsmomente verfliegen schnell wieder in die Trostlosigkeit des Protagonisten. Und so verliert sich der Leser schnell in dieser Trostlosigkeit und im Buch. Man möchte wissen, wie es mit Klas und seinem Vater weitergeht. Aber diese Trostlosigkeit raubt einen den Verstand. Na? Bemerkt? Auch als Leser wird man schnell auf die Reise in die Welt der Verwirrten mitgenommen.

Stilistisch ist dieses Buch sauber und sehr poetisch geschrieben. Opulent wird die Landschaft und vor allem die Vögel beschrieben. Und nimmt den Leser auf eine Fahrt zu sich selbst mit. Denn ohne Frage: man stellt sich selbst die Fragen: Bin ich irre? Ab wann ist man dies? Bin ich noch normal? Was ist normal? Und so lässt das Buch am Ende den Leser doch fragend zurück. Die Story um Klas ist hier nur Mittel zum Zweck. Aber trotzdem schön und wunderbar erzählt. Ohne viel Aufregung.

Zusammenfassend ist dieses stille Buch eine Studie über das Verwirrtsein und dessen Folgen für die ganze Familie. Doch dies passiert auf eine tolle Art und Weise und ganz unaufdringlich. Empfehlenswert ist dieses Buch für Leser, die sich gerne mit der Psychologie des Menschen auseinandersetzen und auch für alle Träumer.

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