Tomas Bannerhed Die Raben

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Inhaltsangabe zu „Die Raben“ von Tomas Bannerhed

Småland in den 70er Jahren: Vögel sind Klas Leidenschaft, er ist ein Vogelbeobachter. Ihr Flug ist für ihn wie eine Verheißung von Freiheit, tage- und nächtelang hält er nach ihnen Ausschau, lauscht ihren Rufen. Klas liebt die Vögel, weil er so wenigstens für kurze Zeit der schweren Feldarbeit und seinem schwierigen, zunehmend irrer werdenden Vater entfliehen kann. Klas soll später einmal den Hof übernehmen. Aber seine Träume sehen anders aus. Er sucht die Einsamkeit der Wälder und begeistert sich für die Eleganz von Raben. Spricht das für seinen eigenen Irrsinn?

Ein Buch über die Familie, Selbstverwirklichung und den Mut darüber, seine eigenen Träume zu verwirklichen.

— Ninasan86
Ninasan86

Alle, die mit einer gewissen Grundmelancholie zurecht kommen und die anspruchsvolle Literatur mögen, sind hier genau richtig.

— JulesBarrois
JulesBarrois

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  • Leserunde zu "Nephilim - L. A. Vampires 1" von Tanya Carpenter

    L. A. Vampires - Nephilim
    bookshouse Verlag

    bookshouse Verlag

    "Einst kamen sie in diese Welt, um Leid und Frevel aus ihr zu tilgen, als Sühne für ihre Schuld." – Taucht ein in ein mystisches L. A. der Engel und Vampire. Beth Preston hat erst vor Kurzem ihren Job als Krankenschwester auf der Sterbestation des St. Johns Krankenhauses in Los Angeles angetreten. Schon bei ihrer ersten Nachtschicht macht sie eine unheimliche Beobachtung, die sie fast umbringt. Wenig später sind düstere Gestalten hinter ihr her und ausgerechnet der attraktive Mann, der sie in der Klinik fast getötet hätte, rettet ihr das Leben. Kyle McLean ist ein Azrae – ein Todesengel, der die unheilbar Kranken auf die andere Seite begleitet. Irgendetwas scheint ihn mit Beth zu verbinden, denn er fühlt sich vom ersten Moment an dafür verantwortlich, die anziehende Frau zu beschützen. Sein Cousin Proud ist zunächst wenig begeistert, doch nachdem die Grigori – die Wächterengel – versuchen, Beth in ihre Gewalt zu bringen, wird auch ihm klar, dass in Beth mehr steckt als zunächst gedacht. Beth ist eine Nephilim – und die Engel wollen ihr Blut. Text-Leseprobe PDF-Leseprobe Flipping-Book-Leseprobe Zur Autorin: Die Autorin wurde am 17. März 1975 in Mittelhessen geboren, wo sie auch heute noch in ländlichem Idyll lebt und arbeitet. Die Liebe zu Büchern und vor allem zum Schreiben entdeckte sie bereits als Kind und hat diese nie verloren.   Ihr erster Roman „Tochter der Dunkelheit“ erschien im Herbst 2007 im Sieben-Verlag als Auftakt der „Ruf des Blutes-Serie. 2008 folgte mit "Engelstränen" der zweite Band, 2009 "Dämonenring", 2010 "Unschuldsblut", im Mai 2011 "Erbin der Nacht“ und im Dezember 2011 der Abschlussband „Wolfspakt“. Einige Bände erschienen in Lizenz im Diana-Verlag und als exklusive Hardcover-Edition im Club Bertelsmann. Eine Neuauflage der Serie mit neuen Szenen und Handlungssträngen befindet sich in Planung. Neben der Vampir-Serie ist die Autorin in diversen Anthologien, die neben Dark Fantasy auch Crime, Humor, Sci-Fi, Erotik, Romance und Steampunk umfassen, vertreten. Weitere Romane und Serienkonzepte befinden sich in Vorbereitung, darunter auch einige Co-Op-Projekte mit Alisha Bionda. Im 2010 ins Leben gerufenen Autorenteam TriAdeM präsentiert sie gemeinsam mit Alisha Bionda weitere Projekte mit einem jeweils dritten Autor sowohl online als auch im Print. 2011 wirkte Tanya Carpenter auch erstmals als Herausgeberin bei einer Anthologie mit. „Chill & Thrill“ bietet humorvolle Kurzkrimis mit Lokalcolorit. 2012 erschien der humorige Vampir-Krimi „Mit Schuh, Charme und Biss“ im Fabylon-Verlag. 2013 erschien im Arunya-Verlag ihr erstes Kinderbuch "Die Decoxe", welches sie gemeinsam mit ihrer Autorenkollegin Tanja Bern schrieb. Zwei Folgebände sind bereits in Planung. Außerdem veröffentlichte sie ihren ersten Hunde-Ratgeber "Die Alchemie der Hundefütterung" als Kindle-E-Book. 2014 erschien im Oldigor-Verlag die Vampirdilogie "Sommermond". 2015 sind im Bookshouse-Verlag der Mystery-Thriller "Das Ikarus-Evangelium" sowie der erste Band der "L.A.-Vampires"-Serie veröffentlicht worden. Desweiteren der Romance-Titel "Alle Tage unseres Lebens" im E-Book-Label books2read des CORA-Verlages. Weitere Romane in den Genres Romance, Dark Romance, Romantic Suspens, Chic-Lit und humorige Fantasy sind bei unterschiedlichen Verlagen geplant. Nebenbei schreibt sie regelmäßig Rezensionen für das Wolf Magazin und gehört zum Team des Literaturportals LITERRA. Hauptberuflich arbeitet Tanya Carpenter als Chef-Assistenz im Vertriebsinnendienst eines globalen Industrie-Unternehmens. Ihre Freizeit verbringt sie neben dem Schreiben gerne mit Hund und Pferd in freier Natur oder geht auf Foto-Tour. Außerdem interessiert sie sich für Mystik, Magie und alte Kulturen, liebt Musik und genießt in den Wintermonaten gerne gemütliche Leseabende vorm Kamin. Vertreten wird die Autorin von der Agentur Ashera. Tanya Carpenter freut sich über jeden Besucher auf ihrer Autorenhomepage, ihrem Facebookprofil und ihrer Facebookseite. Bei dieser Leserunde gibt es mindestens 7 E-Books von "Nephilim - L. A. Vampires 1" im Wunschformat* zu gewinnen. Die Autorin steuert zusätzlich unter allen Bewerbern 2 Taschenbücher bei. Unter allen Teilnehmern der Leserunde, die eine Rezension verfassen, verlost Tanya Carpenter zusätzlich noch einen signierten Kaffeebecher mit dem Cover von "Nephilim". Bitte beantwortet uns in eurer Bewerbung die Frage der Autorin. Engel und Vampire? Was denkst du über diese Kombi? * Wir steuern bei jeder bookshouse-Leserunde 7 Leseexemplare (.pdf, .mobi oder .epub) bei. Ab 30 Interessenten wird ab weiteren 5 Teilnehmern ein weiteres Freiexemplar verlost. Also bei 30 Anfragen 8 E-Books, bei 35 Interessierten 9 E-Books, … Bitte achtet darauf, dass ihr euren Bewerbungsbeitrag in dem Unterthema "Bewerbung/Ich möchte mitlesen" erstellt, da wir eure Bewerbung ansonsten nicht werten können. Wir würden uns freuen, wenn ihr außerdem der Leserunde folgen würdet, damit ihr die Auslosung nicht verpasst. Da manche von euch leider keinen E-Book Reader haben, hier ein kleiner Tipp von uns. Amazon bietet auch die Kindle App für PC, Smartphone oder Tablet an. So kann man das Buch auch auf dem Rechner im mobi-Format lesen. Gern könnt ihr euch in unserer Gesamtübersicht umsehen. Oder besucht einfach unseren Blog. Auf Facebook findet ihr uns auch. Wir freuen uns auf eure Bewerbungen und sind gespannt auf die Leserunde. Euer bookshouse - Team *** Wichtig *** Der Erhalt des Rezensionsexemplares verpflichtet zu der Teilnahme in der Leserunde (posten in den Abschnitten) und dem anschließenden Rezensieren des Buches. Wir versenden nicht an Packstationen und übernehmen keine Haftung für den Postversand. Vielen Dank für euer Verständnis. Es werden nur Bewerber mit aussagekräftigen Rezensionen berücksichtigt. Die Wiedergabe des Buchinhalts ist keine Rezension. http://www.lovelybooks.de/Leitfaden_Rezensionen.pdf

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    • 300
  • Leserunde zu "Die rote Löwin" von Thomas Ziebula

    Die rote Löwin
    ThomasZ

    ThomasZ

    Liebe Leseratten und Leserättinen! Euch allen ein glückliches Jahr 2017! Buchmäßig fängt es ziemlich gut an, denn am 13. Januar erscheint mein neuer historischer Roman „Die Rote Löwin“. Heute lade ich Euch zu einer Leserunde mit mir und meinem Buch ein. Die Geschichte in wenigen Sätzen: Anno 1205. Nach dem Tod ihrer Eltern sind Rubina und ihr Bruder Waldemar auf sich allein gestellt. In Magdeburg geraten sie in die Fänge des machtgierigen Domdekans Laurenz. Der erkennt in Rubina – „Runja“ – die einmalige Gelegenheit, den Gelehrten Pirmin auszuschalten, seinen Rivalen um das Bischofsamt. Runja hat nämlich verblüffende Ähnlichkeit mit dessen verstorbener Frau. Mit ihrem Bruder als Druckmittel, zwingt Laurenz die junge Frau in den Orden der Vollstrecker, wo der Schwarze Abt Dagomar sie zur Mörderin ausbildet. Doch das Schicksal will es, dass Runja sich in Pirmin verliebt … Vorweg eine Warnung an alle besonders zart besaiteten unter Euch: „Die rote Löwin“ ist ein Thriller und es geht alles andere als friedlich und idyllisch zu in dieser Geschichte. Eine Leseprobe findet Ihr bei Amazon: https://www.amazon.de/Die-rote-L%C3%B6win-Historischer-Roman/dp/3404174763/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1483282238&sr=1-1&keywords=die+rote+l%C3%B6win#reader_3404174763 und demnächst auch auf meiner website http://www.thomas-ziebula.de/ Die Bewerbungsphase dauert bis zum 13. Januar. Mein großzügiger Verlag spendiert 25 Bücher. Ich wünsche mir Leserundenteilnehmer, die bereit sind, ihre Leseerfahrung mit der „roten Löwin“ aufzuschreiben und außer auf LB auch auf Amazon und anderen Plattformen als Rezension zu veröffentlichen. Ich grüße Euch herzlich und bin gespannt auf Eure Bewerbungen. Thomas Ziebula

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    • 400
    Floh

    Floh

    26. January 2017 um 02:36
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    AberRush schreibt Thomas, etwas ist mir noch aufgefallen. Du scheinst ein Faible für Vögel zu haben. Kann das sein? Kalypto = Kolk und hier auch wieder. Und außerdem scheint dir das Wort "Vorjahreslaub" zu ...

    Vorjahreslaub ist ein richtig schönes Wort. Habe ich zuvor noch nie vernommen. Rabenvögel sind ganz faszinierende Tiere. Ich greife automatisch zu Büchern, denen ein Rabe o.ä. ziert oder der ...

  • Leserunde zu "Wir kennen uns nicht" von Birgit Rabisch

    Wir kennen uns nicht
    LesenLeben

    LesenLeben

    Herzlich willkommen bei dieser Leserunde mit Buchverlosung! Ich lade Euch ein, über meinen neuen Roman "Wir kennen uns nicht“ zu diskutieren. Er ist im Oktober 2016 im Verlag duotincta erschienen. Zu dem Buch gibt es auch einen Buchtrailer! Inhalt des Romans: Mutter und Tochter - eine oft konfliktreiche Beziehung, die seit der Antike nicht nur in der Literatur für Sprengstoff sorgt. Die Beziehung zwischen Lena und Ariane ist geprägt von der Unfähigkeit, sich in die Welt der jeweils anderen einzufühlen. Vieles bleibt unausgesprochen, beide lügen sich an und fühlen sich missverstanden im Labyrinth der gegenseitigen Täuschungen. Die Mutter Lena, eine ehemalige feministische Bestsellerautorin, lebt vereinsamt in ihrer großen Villa. Die Tochter Ariane fühlte sich als Kind von ihrer Mutter vernachlässigt und als leicht erkennbare Figur ihrer Romane bloßgestellt. Ariane arbeitet als Verhaltensforscherin über »Lügen und Tricksen unter Raben«. Mutter und Tochter erzählen von einer gemeinsamen Vergangenheit, die völlig unterschiedlich erlebt wurde und immer mehr auch ein Porträt des aktuellen Konfliktes zwischen der Generation 68 und ihren pragmatischeren Erben wird. Dabei vermengen sich gelebtes Leben und literarische Fiktion, während in der Gegenwart das Gespinst aus vermeintlichen Gewissheiten nach und nach zerlöchert wird. Wer Lust hat, bei dieser Leserunde  mitzumachen, kann sich um eins von 15 Leseexemplaren bewerben, die der Verlag duotincta freundlicherweise zur Verfügung stellt. Die 15 GewinnerInnen der Leseexemplare werde ich am 21.11 auslosen und bekannt geben. Besonders freuen würde ich mich natürlich, wenn ihr nach der Lektüre des Buches eure Eindrücke in einer Rezension wiedergebt, sei es hier bei Lovelybooks, auf der duotincta-Verlagsseite, bei amazon usw. oder in Bücherblogs und Leserforen. Informationen zu dem Buch und zu meinen anderen Büchern findet ihr auf meiner Homepage www.birgitrabisch.de. Aktuelles zum Buch findet ihr jederzeit auf Facebook. Ich freue mich auf die Diskussion mit euch. Ich werde regelmäßig anwesend sein und bin schon sehr gespannt!

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    • 290
    Floh

    Floh

    28. November 2016 um 08:20
    LesenLeben schreibt Ihr Lieben, auch ich wünsche euch einen schönen Ersten Advent! Und für alle, die sich besonders für die Raben-Passagen interessieren: schaut euch doch mal dieses 12 minütige Video an: ...

    Danke für den Link, den ich mir ansehen werde, wenn ich mit dem Roman beginne. Ich finde die Tiere äußerst faszinierend und habe schon einiges über die Krähenvögel gelesen. Vielleicht kennt einer ...

  • Leserunde zu "Das Schwert der Götter" von Axel S. Meyer

    Das Schwert der Götter
    AxelSMeyer

    AxelSMeyer

    Mein aktueller historischer Roman „Das Schwert der Götter“ ist im Juni 2016 erschienen. Ihr seid nun herzlich eingeladen, gemeinsam mit mir über das Buch zu diskutieren. Bis einschließlich Freitag, 8. Juli 2016, könnt ihr euch bewerben - gern mit einem kleinen Kommentar, warum ihr das Buch lesen möchtet. Anschließend werde ich die Gewinner auslosen. Der Rowohlt Verlag stellt für euch 20 Exemplare bereit.  Zum Inhalt (Klappentext): Feuer und Schwert: Ein faszinierendes Porträt der düsteren Wikingerzeit Herbst 969: Der Frieden im Norden ist in Gefahr. Harald Graufells Königreich ist nach der Niederlage gegen Hakon von Hladir zerschlagen. Der König sinnt auf Rache und schmiedet einen hinterlistigen Plan: Er lässt Hakons Tochter entführen und besetzt, während der Vater der Fährte folgt, sein Reich.Für Hakon gibt es nur einen einzigen Ausweg: Er muss sich mit dem Dänenkönig Harald Blauzahn, verbünden, um sein Land von der grausamen Herrschaft zu befreien. Doch die Dänen sind Hakons Feinde. Und dann geht das Gerücht um, dass Graufell mit dem «Schwert der Götter» kämpft – einer Klinge, die seinen Träger unbesiegbar macht ... Falls ihr in das Buch reinlesen möchtet, gibt es hier eine Leseprobe:  Leseprobe (PDF)Ich wünsche euch viel Glück und bin gespannt auf die Leserunde!  Der Trailer:

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    • 352
    Floh

    Floh

    27. July 2016 um 10:15
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  • Glaube an dich selbst!

    Die Raben
    Ninasan86

    Ninasan86

    02. July 2016 um 21:44

    Zum Inhalt:Ist es Irrsinn, die Einsamkeit der Wälder zu suchen?Småland in den 70er Jahren: Vögel sind Klas‘ Leidenschaft, er ist ein Vogelbeobachter. Ihr Flug ist für ihn wie eine Verheißung von Freiheit, tage- und nächtelang hält er nach ihnen Ausschau, lauscht ihren Rufen. Klas liebt die Vögel, weil er so wenigstens für kurze Zeit der schweren Feldarbeit und seinem schwierigen, zunehmend irrer werdenden Vater entfliehen kann. Klas soll später einmal den Hof übernehmen. Aber seine Träume sehen anders aus. Er sucht die Einsamkeit der Wälder und begeistert sich für die Eleganz von Raben. Spricht das für seinen eigenenen Irrsinn?Über den Autor:Tomas Bannerhed wuchs in Uråsa, einem Dorf in der Provinz von Småland in Südschweden auf. Heute lebt er in Stockholm. Bannerhed wurde für „Die Raben“ u.a. mit dem Carl-von-Linné-Preis ausgezeichnet sowie mit dem renommierten August-Preis. Das Buch stand monatelang auf der Bestsellerliste.Mein Fazit und meine Rezension:Von dem Autor Tomas Bannerhed habe ich bislang nichts gelesen. Dies war mein erstes Buch von ihm. Und ich muss sagen, es ist anders als all die Anderen, die ich schon gelesen habe. Der Schreibstil ist flüssig und zieht den Leser direkt mit ins Geschehen. Mit Klas befinde ich mich im Wald, habe Vögel beobachtet, blicke in Nester rein und schaue mir das Verhalten der einzelnen Tiere an ... ja, ich bin mit einem Ornithologen unterwegs, dem die Vögel über alles gehen und der sich so seine eigene Welt geschaffen hat. Vom Biologieunterricht kennt man die heimischen Vögel des Waldes, doch die Vögel, die er alle benannt hat, waren mir nicht bekannt! So kann man auch noch beim Lesen des Buches (und natürlich beim Nachschlagen der einzelnen Vogelarten *g*) etwas dazu lernen!Der Protagonist Klas kommt mir verträumt und doch etwas eigenbrötlerisch daher. Er lebt in seiner eigenen Welt, schottet sich von seiner Familie ab, hat auch nicht wirklich viele Freunde, und fühlt sich nur inmitten der Natur und ihrer Fauna so richtig wohl. Was er überhaupt nicht möchte - aber von seinem Vater hinein gezwungen wird - ist, den Hof weiterzuführen und sich endlich der Landwirtschaft zu widmen. Einzig und allein seine Mutter versucht ihm, in diesem schon so schwierigem Leben etwas Normalität hineinzubringen und ihn tatsächlich wie ein Kind aufwachsen zu lassen. Doch wie soll ein Kind wachsen und gedeihen, wenn es auf der einen Seite Liebe und Normalität erfährt, auf der anderen Seite aber mitbekommt, wie der Vater dem Wahnsinn erliegt und immer mehr in seine tiefen Depressionen abzudriften scheint? Klas gibt sich seinen Schuldgefühlen vollends hin. Zum Einen, da er seinen psychisch kranken Vater mit der schweren Feldarbeit alleine lässt und zum Anderen, da er sich einfach nur aus dieser einen Welt fernhalten möchte und keinesfalls den Hof seines Vaters übernehmen oder gar fortführen möchte. Er gerät in einen familiären Zwiespalt. Doch was tun? Für Klas ist es klar, doch wie kann er das nur seiner Familie - allen voran seinem Vater - vermitteln? Und: wird ihm diese Entscheidung eventuell sogar die Familie kosten?Mit seinen detailgetreuen Beschreibungen der Landschaft von Smaland und ebenfalls der genauen Darstellungen der unterschiedlichen Vogelarten und auch Vogelrufe kommt man sich als Leser manchmal so vor, als ob man mit dem Protagonisten im Wald stehen würde. Mitten im Grün, hinter Dickicht versteckt, beobachtet man die fliegenden Waldbewohner bei ihrem alltäglichen Treiben und lauscht ihren verschiedenartigen Gesängen. Tatsächlich schafft es der Autor dank seiner bildhaften und auch schon fast "tonhaften", sehr poetischen Sprache, die Waldbewohner so genau darzustellen, als ob man sie tatsächlich sehen und auch hören würde! Da ich die einzelnen Vogelarten noch nicht kannte, bin ich sogar dazu übergegangen, während dem Lesen im Internet zu surfen und mir nicht nur Bilder der Vögel anzusehen, sondern auch die verschiedenen Rufe auf Youtube anzuhören. Das hat die Geschichte noch mehr verstärkt und regelrecht untermalt :)Obwohl das Buch keine leichte Kost ist, was die Geschichte rund um die Familie und ihre Probleme und Zwiespälte anbelangt, und für einige auch allein der detaillierten Beschreibungen der Landschaft und der Vögel oder der Vögelgesänge wegen das Durchhalten bis zum Schluss schwer fallen mag, so kann ich das Buch doch empfehlen. In dem Buch wird beschrieben, wie ein Junge aus einer Welt auszubrechen versucht, in die er von seinen Eltern (hier von seinem Vater) hineingedrängt wird, und wie es ihm schlussendlich gelingt.

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  • Ein Buch über den inneren Wahnsinn und der Frage, ab wann man selbst verrückt ist.

    Die Raben
    tination

    tination

    15. May 2016 um 21:32

    Das Buch: Klas ist ein Teenager und lebt mit seinen Eltern auf einer kleinen Farm irgendwo in Schweden. Und dort gibt es außer dem kleinen Dorf nichts weiter. Doch Klas mag diese Ruhe. Und Vögel. Er kennt sie und ihre Klänge. Doch ist das normal? Sein Vater sieht es anders: Klas soll doch nicht faulenzen sondern seinem Vater auf dem Feld helfen. Doch Klas weigert sich. Auch wegen seines Vaters. Denn dieser wird zusehends immer verwirrter. Und das wird zusehends zu einer Belastung für die ganze Familie.Fazit: Es ist ein ruhiges Buch und dreht sich unaufgedrängt um die Frage, ob man selbst verwirrt ist. Oder ab wann man es weiß. Oder man es überhaupt selbst bemerkt. Denn Vordergründig erzählt Klas über sein Leben in der Einsamkeit, das Zusammenleben mit seinen Eltern und seinem Bruder, den Vögeln und der ersten großen Liebe. Doch reicht dies wirklich aus? Was macht das Leben aus? Täglich schinden, nur um sich gerade so ernähren zu können? Oder doch lieber seinen Leidenschaften nachgehen und glücklich werden. All das stellt Klas unbewusst oder eher der Autor ganz bewusst in Frage.Und so baut sich dieses Buch auch auf. Einer sanften und leisen Art und Weise. Klas erzählt von seinem Leben und man leidet mit ihm mit. Man kann ihn und seine Ängste verstehen. Es ist durchgehend eine gewisse Beklommenheit spürbar und lässt den Leser nicht los. Trotzdem wird der Leser das Gefühl nicht los, als würde man etwas verpassen oder nicht richtig greifen können. Man kommt gut in der Geschichte mit, aber die Spannungsmomente verfliegen schnell wieder in die Trostlosigkeit des Protagonisten. Und so verliert sich der Leser schnell in dieser Trostlosigkeit und im Buch. Man möchte wissen, wie es mit Klas und seinem Vater weitergeht. Aber diese Trostlosigkeit raubt einen den Verstand. Na? Bemerkt? Auch als Leser wird man schnell auf die Reise in die Welt der Verwirrten mitgenommen.Stilistisch ist dieses Buch sauber und sehr poetisch geschrieben. Opulent wird die Landschaft und vor allem die Vögel beschrieben. Und nimmt den Leser auf eine Fahrt zu sich selbst mit. Denn ohne Frage: man stellt sich selbst die Fragen: Bin ich irre? Ab wann ist man dies? Bin ich noch normal? Was ist normal? Und so lässt das Buch am Ende den Leser doch fragend zurück. Die Story um Klas ist hier nur Mittel zum Zweck. Aber trotzdem schön und wunderbar erzählt. Ohne viel Aufregung.Zusammenfassend ist dieses stille Buch eine Studie über das Verwirrtsein und dessen Folgen für die ganze Familie. Doch dies passiert auf eine tolle Art und Weise und ganz unaufdringlich. Empfehlenswert ist dieses Buch für Leser, die sich gerne mit der Psychologie des Menschen auseinandersetzen und auch für alle Träumer.

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  • Rabe: Habicht der Wunden - Gesandter des Sensenmanns.

    Die Raben
    JulesBarrois

    JulesBarrois

    29. April 2016 um 07:54

    Die Raben – Tomas Bannerhed (Autor),Paul Berf (Übersetzer), 448 Seiten, btb Verlag (2. März 2015), 21,99 €, ISBN-13: 978-3442753925 Klas ist ein 12 Jahre alter Knabe, eingebunden in die Generationenkette Smålander Kleinbauern, die seit ewigen Zeiten ihre Nasen über den Boden beugen. Das Dilemma von Klas ist, dass er seine Nase in die Luft reckt zu den Vögeln. Mir scheint er wie ein Kuckuck, der von der Arbeit anderer lebt. Das Gefühl der Schuld, die Angst, der Sünde der Trägheit beschuldigt zu werden, lasten auf ihm. Zum anderen trägt er die Last auf seinen Schultern, einen Vater zu ertragen, der sich selbst nicht ertragen kann, dessen Depression dem Jungen ebenso bedrohlich erscheint, wie die Anforderung den Hof zu übernehmen. Die Familie ist verwundbar. Die Mutter ist bewundernswert in ihren endlosen Versuchen ihren Kindern Wärme und wenig Freude, eine Art von Normalität zu geben, während der Vater zunehmend fremder wird. Mich haben die Vogelbeschreibungen sehr beeindruckt. Blaumeisen, Grünfinken, Gimpel, Sumpfsänger und Schafstelzen werden in ihrer Art und in ihrem Verhalten so sorgfältig dargestellt, dass man meinen könnte, der Autor wolle uns in einen tropischen, exotischen Dschungel führen. "Die Raben" ist eine subtile Geschichte über Generationenkonflikte, Bruch mit Traditionen, Verlierer des Strukturwandels, über existentielle Bedrohungen und Einsamkeit, über das Gefühl, nicht dazu zu gehören. Vor allem eine Geschichte über den Wunsch mit dem Schicksal zu brechen, ohne konkrete Vorstellungen, aber zumindest mit dem inneren Wunsch, eigene Entscheidungen im Leben zu treffen. „Seht ihr, dass ich fliege? Der Faulpelz vom Hof Altenteil, der nie einen Finger krumm gemacht hat.?“ (Seite 431) Eine sehr starke und ehrliche Geschichte. Es ist schwer zu glauben, dass „Die Raben" wirklich ein Debütroman ist. Es ist ein reifer Schriftsteller, der uns diese unglaublich interessant, lebensechte und phantastische Geschichte aus dem 1970er Jahren von vergangenen Zeiten und Orten, die sowohl fremd als auch vertraut sind, nahe bringt. Tomas Bannerheds Prosa ist außergewöhnlich reif. Etwas steckt in allem, was geschrieben ist: Eine fast unerträgliche Spannung, manchmal dunkel und bedrohlich. Kein Schnickschnack, kein Bauernland Kitsch. Einfach bemerkenswert, in Stil und Technik. Für alle, die mit einer gewissen Grundmelancholie zurecht kommen und die anspruchsvolle Literatur mögen, sind hier genau richtig. Übrigens: „Was die Raben haben wollen, das holen sie sich. […] Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“ (Seite 313) Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des btb Verlages http://www.randomhouse.de/Buch/Die-Raben/Tomas-Bannerhed/btb-Hardcover/e416355.rhd Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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  • Melancholisch, düster, poetisch

    Die Raben
    Franzis2110

    Franzis2110

    06. January 2016 um 16:29

    Wir befinden uns in Småland, in den 70er Jahren auf einem kleinen Bauernhof. Hier lebt Klas. Vögel sind seine Leidenschaft, er ist ein Vogelbeobachter. Der Flug der Vögel verheißt für ihn Freiheit. Er hält tage- und nächtelang nach ihnen Ausschau und lauscht ihren Rufen. Er liebt die Vögel, denn so kann er kurze Zeit der schweren Feldarbeit und seinen zunehmend irrer werdenden Vater entfliehen. Er soll später einmal den Hof übernehmen, aber seine Träume sehen anders aus. Immer wieder sucht er die Einsamkeit der Wälder und begeistert sich besonders für Raben. Spricht das für seinen eigenen Wahnsinn? Meinung Tomas Bannerhed schreibt unglaublich poetisch. Seinen Schreibstil kann man mit keinem anderen vergleichen. Er schaffte eine sehr düstere, distanzierte Atmosphäre und verbindet dies gleichzeitig mit detailreichen, malerischen Beschreibungen der Natur und starken Sprachbildern. Die Raben ist alles andere als das typische Astrid-Lindgren Schweden. In dieser Geschichte erleben wir kein sorgenfreies, leichtes, glückliches Leben umringt von beeindruckenden Naturlandschaften. Hier erleben wir das harte Arbeiterleben, die täglichen Probleme und ein Familiendrama. Selbst die Natur wirkt hier düsterer, dennoch nicht weniger beeindruckend. Die Geschichte von Klas lässt sich nicht einfach nebenbei lesen. So poetisch der Schreibstil auch ist, so anstrengend ist er auch. Ich musste stets konzentriert bleiben, konnte nicht einmal irgendeinen Laut um mich ertragen, sonst kam ich sofort raus. Stellenweise musste ich Absätze mehrfach lesen, um zu verstehen, was Bannerhed sagen will, was er übermitteln will. Das machte das Buch zu einer sehr langwierigen Lektüre, in die man zunächst einmal hineinfinden musste. „All die Sterne draußen hinter dem Rollo, die Silhouetten der kalten, hängenden Birkenäste auf dem Fenster, die Kälte, die in den Wänden krachte. Dass es so still sein kann.“ (S. 372) Die Geschichte wird uns aus Sicht von Klas, einem 12jährigen Sohn einer einfachen Bauernfamilie in Schweden, berichtet. Bannerhed umschreibt dabei sehr detailliert sowohl Klas Empfindungen und Gedanken, als auch die Geschehnisse um ihn herum. Allerdings muten diese stets eher wie die eines Erwachsenen, alten Mannes an, nicht wie die eines 12jährigen. Zudem macht er keinerlei Abgrenzungen, wirft alles wild durcheinander. Wir erleben mit, wie Klas Vater zunehmen dem Wahnsinn verfällt, gebeutelt durch die harte Arbeit, von der doch nichts bei rum kommt. Wie er schwankt zwischen sanftmütigen Vater und einem Irren, der nachts den Schrott sortiert und wahnsinnige Züge an den Tag legt. Mit jedem Tag wird die Situation daheim Schlimmer. Bis Klas schließlich selbst anfängt, mit einem Es zu reden, einer Stimme, die niemanden gehört. Geplagt von Alpträumen zeigt er zunehmend selber leicht irre Züge, die auch sein Vater schon an den Tag legt. Neben all des harten Tobaks den Bannerhed hier beschreibt, bringt er dennoch Hoffnungsschimmer und Fröhlichkeit herein, etwa als Klas Veronika kennen lernt. Doch alle schönen Stunden, das unbeschwerte Familiendasein, das die verzweifelte Mutter immer wieder versucht aufrecht zu erhalten, werden stets vom zunehmenden Irrsinn des Vaters überschattet. „‚Worauf wartest du?‘, flüsterte es. ‚Wenn du hier wegwillst, dann leg los. Du musst dich selbst an den Haaren herausziehen, kein anderer wird es für dich tun‘“ (S. 103) Fazit Die Raben ist kein Buch für zwischendurch. Bannerhed schreibst sehr poetisch und detailreich und ebenso anspruchsvoll. Die Geschichte ist kein Buch zur reinen Unterhaltung sondern ein anspruchsvolles Stück Literatur. Es ist melancholisch und düster, rein und klar mit beeindruckend Charakterzeichnungen. Ein Buch, das sich für mich lange hinzog, da ich vieles mehrmals lesen musste. Das es mir schwermachte, mich hineinzuversetzen, aber das mich dennoch berührte und beeindruckte. Für wen? Für alle, die etwas anspruchsvolle, schwedische Literatur suchen. Mit detailreichen Naturlandschaften und starken Charakterzeichnungen.

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  • Rezension “Die Raben” von Tomas Bannerhed

    Die Raben
    buchstabentraeumerin

    buchstabentraeumerin

    21. October 2015 um 18:11

    Mit “Die Raben” von Tomas Bannerhed habe ich mich ein wenig länger und vor allem intensiver beschäftigt. Das Buch erschien mir wie ein abstraktes Gemälde, das man Stunde um Stunde betrachtet, nur um noch mehr Facetten, Interpretationsmöglichkeiten und Bedeutungen zu entdecken. So musste ich mich sozusagen erstmal mit der Bildsprache vertraut machen. Und es hat bis über die Mitte des Buches hinaus gedauert, bis ich sie verstanden hatte… Mit über 400 Seiten ist es ein recht viele Seiten starkes Buch. Und jede dieser Seiten erzählt eine komplexe Geschichte, verfügt über eine reiche Bilderwelt und vielschichtige Charaktere. Da muss man sich einfach intensiver mit auseinanderzusetzen. Die Geschichte wird aus der Sicht des zwölfjährigen Klas erzählt. Er lebt mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder auf einem Bauernhof in Småland. Sein Vater schuftet schon sein ganzes Leben auf dem Hof, so wie sein Großvater vor ihm. Von seinem Sohn erwartet er, dass er ebenso mit anpackt. Doch Klas interessiert sich viel mehr für Vögel und streift alleine durch die Wälder. Verantwortung möchte er nicht übernehmen, er ängstigt sich regelrecht davor. Ebenso große Angst hat er von seinem Vater, der im Laufe der Geschichte immer verrückter wird. Tomas Bannerhed beschreibt dieses karge, harte Leben aus der Sicht des jungen Klas. Die Welt der Erwachsenen sieht der Leser also aus dem Blickwinkel eines Kindes, so dass diese teilweise überdimensional bedrohlich und unbegreiflich wirkt. Die Stimmung ist düster, schwül und stickig. Gleichzeitig erlaubt diese Perspektive aber auch feine Beobachtungen der Natur, wenn Klas in seine Vogelwelt versunken ist. Hier tut sich eine faszinierende Welt vor dem Leser auf, auch wenn man sich – wie ich – eher weniger für Vögel interessiert. Interessant ist insbesondere die Beziehung zwischen Klas und seinem Vater. Sie ist von Klas starker Abneigung gezeichnet, Arbeit auf dem Hof zu übernehmen – und wiederum der Wut des Vaters darüber. Klas Ängste sind stark und werden in Träumen und Fantasien ausgelebt, die sich immer wieder mit der Realität vermischen. Zwischen den beiden steht seit jeher die Mutter. Sie versucht zu vermitteln und allen gerecht zu werden. Für das sensible Miteinander der Familie hat Bannerhed die richtigen Worte gefunden. Jedes ist klug gesetzt und verfehlt seine Wirkung nicht. Überhaupt bin ich ziemlich begeistert von dem Sprachgebrauch. Die Kreativität, die Bilder, die wunderschönen Beschreibungen der Natur – das alles hielt mich auf den ersten 200 Seiten “bei der Stange”. Denn wie gesagt, der Anfang war schwierig und etwas träge. Doch wer weiter liest, wird mit ausgefeilten Beobachtungen und einer dann plötzlich äußerst spannenden Geschichte belohnt.

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  • Langsam, hochtraurig, sehr lesenswert

    Die Raben
    Lesemanie

    Lesemanie

    15. August 2015 um 07:47

    Klas liebt Vögel. Stundenlang kann er sich mit ihnen befassen, sei es lesend, durch sein Fernglas schauend, oder einfach nur lauschend und im Moor stehend. Das Moor ist seine Heimat: in den 1970er Jahren wächst Klas in Småland auf, auf dem Hof seines Vaters, der schon vom Groß- und vom Urgroßvater beackert wurde. Dass Klas sehr gute Noten in der Schule erzielt, ist dem Vater nicht wichtig. Dass der Junge sich scheinbar konstant bewusst vor harter körperlicher Arbeit drückt, um Schulaufgaben zu machen oder irgendwelche Vögel zu beobachten, ist dem Vater ein Dorn im Auge. Und dabei, so findet Klas auf seinen Streifzügen durch den Wald und in Gesprächen in der Bibliothek heraus, muss sein Vater ihm in vielerlei Hinsicht einmal ganz ähnlich gewesen sein: der Klassenbeste im Kopfrechnen und ein Träumer und Streuner, der auf einer einsamen, kaum zugänglichen Lichtung seine Initialen hinterlassen hat. Doch diese Zeiten sind lange vorbei. Das liegt nicht nur an der zweifellos harten Arbeit, die der Vater in den Hof hat stecken müssen. Der Mann verfällt auch mit jedem Tag mehr dem Wahnsinn. Von der Vorstellung besessen, dass die Arbeit auf dem Hof nie zur Ruhe kommt, dass sie sich im Gegenteil täglich höher häuft, wird er der Familie gegenüber aufbrausend und unberechenbar. Aus dem ehelichen Schlafzimmer zieht er in den Heizungskeller; nachts glüht die Familie in sengender Hitze, weil der Vater zwanghaft prüfen muss, ob die Systeme noch funktionieren. Als er nicht mehr genutzte Geräte verschrotten will um so mehr Ordnung auf dem Hof zu schaffen, beginnt der Vater bereits nach kurzer Zeit, mehr und mehr Schrott aus der Umgebung zu sammeln und ihn lediglich aufzutürmen. Den wachsenden Schrotthaufen empfindet Klas als Symbol des väterlichen Wahnsinns und dementsprechend verhasst ist ihm das Gebilde. Geschürt wird sein Unbehagen noch durch die Furcht, vielleicht selbst vom Wahnsinn gezeichnet zu sein; schließlich war auch der Großvater schon bekannt dafür gewesen. Klas sorgt sich - er nässt ins Bett, eine Tatsache, die er versucht, vor allen geheim zu halten, und nachts schnürt ihm die Angst vor einem schwarzen Auge an der Decke über seinem Bett die Kehle zu. Hin und her gerissen zwischen Wut, Mitleid und grenzenloser Panik, versucht Klas eigentlich nur, sein Ding zu machen und dabei doch der still leidenden Mutter zu helfen. Doch als die langen Sommerferien anbrechen und er sich nicht mehr täglich vom Hof und in die Schule flüchten kann, beginnt für ihn eine schwierige Zeit. Meistens versucht er, sich davonzumachen und neben den familiären Krisen zeichnet Tomas Bannerhed auch ein umfassendes Bild einer Jugend auf dem schwedischen Moor in den 70er Jahren. Bannerhed verwebt gekonnt Familienepisoden mit Klas' Bestreben, Anschluss bei dem Nachbarsjungen zu finden, obwohl er den eigentlich nicht sehr helle findet, und seinen ersten zarten Versuchen, einem Mädchen zu gefallen. Jede Figur, so begrenzt ihr Anteil an der Geschichte auch sein mag, ist glaubwürdig und gut durchdacht. Einige Charaktere verleihen der jeweiligen Szene Komik ohne sie ins Alberne zu ziehen und erlauben so ein gewisses Durchatmen bevor Klas nach Haus zurückkehrt und auf seinen Vater trifft. Dieser gekonnte Balance-Akt macht Die Raben zu einem langsamen, hochtraurigen und sehr lesenswerten Coming-of-Age-Roman, der bis zum Schluss nicht langweilig wird. 

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  • Ein Genuß in Wort und Schrift. Der Autor bietet ein Meisterwerk der Schreib- und Emotionskunst.

    Die Raben
    Floh

    Floh

    Bestsellerautor Tomas Bannerhed macht nicht nur mit seinem Titel „Die Raben“ unheimlich neugierig, sondern auch mit einem sagenhaft ansprechenden Klapptext. Mit seinem Roman "Die Raben" begibt sich der Autor mutig, aber entschlossen auf gewagtes Terrain. Und es hat sich gelohnt. Erst kürzlich ist mir in einem Märchen das Wort "Fabulieren" begegnet. Ich kannte es nicht, musste es erst nachlesen, und habe dieses Wort in diesem Roman lebendig entdeckt... Tomas Bannerhed hat eine Sprachmelodie, die lange in meinem Kopf nachklingt und einen sehr bewegenden, aufmunternden und tiefgründigen Roman einmalig untermalt. Erschienen im btb Verlag (http://www.randomhouse.de/btb/) Inhalt: "Ist es Irrsinn, die Einsamkeit der Wälder zu suchen? Småland in den 70er Jahren: Vögel sind Klas‘ Leidenschaft, er ist ein Vogelbeobachter. Ihr Flug ist für ihn wie eine Verheißung von Freiheit, tage- und nächtelang hält er nach ihnen Ausschau, lauscht ihren Rufen. Klas liebt die Vögel, weil er so wenigstens für kurze Zeit der schweren Feldarbeit und seinem schwierigen, zunehmend irrer werdenden Vater entfliehen kann. Klas soll später einmal den Hof übernehmen. Aber seine Träume sehen anders aus. Er sucht die Einsamkeit der Wälder und begeistert sich für die Eleganz von Raben. Spricht das für seinen eigenen Irrsinn?" Schreibstil: Mit dem schwedischen Autor Tomas Bannerhed erlebt man schriftstellerisches Geschick und grandiose Einzigartigkeit von der ersten Seite an! Sein Stil besitzt eine ganz melodische Note, seine Dialoge würzt er mit Poesie, Singsang und Schönklang. Tiefgründig, melancholisch gewürzt und mit einer Emotionsgewalt, die die Haut und Sinnesorgane benetzt. Lesen mit jeder Faser… Es ist einfach schön und traurig sogleich, in diesem Roman zu versinken und wahrhaftig abzutauchen und mitzuerleben. Autor T. Bannerhed schreibt sehr lebendig, facettenreich und bildhaft. Ich sage nur: Großartiges, mutiges und andersartiges Schreiben! Der Autor hat Talent und Wiedererkennungswert! Sein Buch ist so filmreif verfasst, dass sich innerlich lebendige Bilder ergeben, und das Lesen zu einem Erlebnis mit allen Sinnen wird! Charaktere: Dank der Charaktere fühlte ich mich mitten drin! So speziell ausgearbeitete und besondere Persönlichkeiten sind mir selten in einem Roman begegnet. Vogelbeobachter Klas nimmt eine große Rolle in dem Buch ein und besetzt eine prägnante Rolle als unvergesslicher Hauptprotagonist. Klas verliebt sich in Veronica, mit ihr kann er in die Welt der Vögel und Raben abtauchen, Klas erklärt ihr alles und beide verbringen eine unbeschreibliche Zeit. Bis der Alltag, die Krankheit des Vaters und all die äußeren Einflüsse Klas zerfressen und sein Leben verdüstern… Eine außergewöhnliche "Vater-Sohn-Beziehung", die zu Herzen geht, die Augen öffnet und Blickwinkel verstellt, die erschüttert, bewegt und nachdenklich stimmt. Schade, dass man solche Tiefgründigkeit so selten findet. Hier lernen wir nicht nur den sensiblen Klas und seinen kranken Vater kennen, nein hier lernen wir zudem ganz besondere Rollen und Nebenrollen aus allen Ebenen und Jahrzehnten des Charakters Klas kennen. Wir erleben seine Entwicklung von Kindestagen an bis zum Jetzt. Hier schöpft der Autor aus den Vollen, er hat so viele Charaktermerkmale und so viel Poesie erschaffen, dennoch bleibt Dreh- und Angelpunkt der damals noch kleine Klas mit seiner Lebensgeschichte. Schauplätze: Die einzelnen Schauplätze sind auf wenige Kulissen beschränkt. Im Fokus steht hier der alte Hof des Vaters und Klas Umfeld aus Wäldern, Natur und grenzenlose Freiheit. Das Zusammenleben mit dem alternden Vater und die immer größer werdende Last auf Klas Schultern wird hier Schauplatz für größte Emotionen und zwiespältige Gefühle. Zudem die Liebe und Verbundenheit zu Veronica, die dem Roman neue Bilder schenkt und ein facettenreiches Wechselbad an Kulisse, Gedanken und Orte bietet. Auch der Leser begibt sich, dank der detaillierten und sehr nah differenzierten Formulierungen des Autors Tomas Bannerhed, zusammen in das Leben von Klas. Von faszinierend, bis traurig, melancholisch, poetisch und gefühlvoll zu dramatisch, befangen und befreit. Tomas Bannerhed hat ein Händchen für bildhafte Darstellung. Volle Punktzahl auch hier. Meinung: ...reicht von absolut fasziniert, völlig begeistert, total angetan, höchst überrascht und zutiefst bewegt bis hin zu poetisch verzaubert, sprachlich angereichert und literarisch gefesselt....und noch mehr. Hier habe ich endlich wieder einen Autor gefunden, der mit einer Novität glänzt und mich sehr überrascht hat. Zudem ist die Buchgestaltung und das Cover eine absolut hochwertige Rundung. Sagenhafte Charaktere, faszinierende Welten und wertvolle Botschaften. Ein Buch mit Mehrwert... Cover / Buch: Das Buch ist absolut hochwertig und sehr schön verarbeitet. Das Schriftbild ist angenehm, die Kapitel nicht allzu lang. Das Cover hat mich beeindruckt und ist stimmig zum besonderen Inhalt des Romans. Es könnte schöner und kunstvoller gar nicht sein. Absolut stimmig, auch die Seitengestaltung harmonisiert mit dem Gesamtmeisterwerk. Der Autor: "Tomas Bannerhed wuchs in Uråsa, einem Dorf in der Provinz von Småland in Südschweden auf. Heute lebt er in Stockholm. Bannerhed wurde für „Die Raben“ u.a. mit dem Carl-von-Linné-Preis ausgezeichnet sowie mit dem renommierten August-Preis. Das Buch stand monatelang auf der Bestsellerliste. " Fazit: Dieses Buch verdient alle 5 Sterne. Ich bin noch immer voller Freude, dieses Buch gelesen und genossen zu haben.

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    • 10
    clary999

    clary999

    18. May 2015 um 19:17
  • Voller Drama, Licht und Dunkelheit.

    Die Raben
    Annabel

    Annabel

    11. March 2015 um 16:24

    Die Raben ist, wie ich bereits erwartet hatte, sehr poetisch geschrieben. Melancholisch und sehr zart beschreibt Klas die Dramen seines Alltags, seine erste Verliebtheit und die Welt, wie er sie sieht. Jedoch scheint er all das um sich herum, seien es die Menschen oder das was passiert, eher passiv zu beobachten. Bis auf die Vielfalt der Vögel im nahegelegenen Wald scheint ihn nichts zu faszinieren, bis ein Mädchen, Veronika, auftaucht.  Was als liebevolle Poesie beginnt, wird jedoch bald unterbrochen. Schockierende, abstoßende Dinge passieren, mit denen man sicher nicht rechnet. Sie rütteln das kleine schimmernde Bild, das man von dem Fleck in Schweden bekommt, auf dem Klas mit seiner Familie lebt, auf und zwingen den Leser zu anderen Blickwinkeln. Während aus kleineren Dramen große werden sucht Klas weiterhin seinen Platz in der Welt, will jedoch weder seinen Vater noch seine Mutter enttäuschen.  Sehr eigenartige Vorfälle in seiner Familie häufen sich und immer wieder spricht Es, eine Stimme, mit ihm, die ihm Dinge vorschlägt, befielt, die er eigentlich nicht tun will. Für dieses Buch braucht man wirklich einen freien Kopf, denn Klas' Gedanken gehen nicht spurlos an einem vorbei und die Schreibweise des Autors ist schön, jedoch auch anstrengend. Außerdem muss man wirklich klar im Kopf sein, um das Drama dieses schuldlosen, 12-jährigem Jungen nachvollziehen und verstehen zu können, denn ähnlich wie in einem Gedicht sind viele Dinge so geschrieben, dass man wirklich aufpassen muss, nicht vollkommen den Faden zu verlieren. Deswegen würde ich dieses Buch auch eher jenen empfehlen, die etwas Anspruchsvolles suchen und nebenbei die Schönheit Schwedens kennenlernen wollen. mehr auf: http://a-bookdemon.blogspot.de/2015/03/rezension-die-raben.html

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