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Camillex

vor 3 Jahren

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Die junge Komissarin May muss den unbeliebten verschwundenen Konsul Bolaire finden, der zuletzt auf einem abgelegenen Schloss gesehen wurde. Dort soll die mysteriöse Baronin Tanabe ihre Drogengeschäfte abwickeln. May ist ziemlich genervt, als sich niemand für die Mission melden will und es auf der Arbeit auch sonst allerlei Ärger gibt. Kurzerhand beschließt sie, sich nur mit ihrer guten Freundin Tuh, einer verrückten, zu explosiven Experimenten neigenden Kioskbesitzerin, auf die Suche nach dem Widerling zu machen und der Bürokratie zu entfliehen. Schon auf dem abenteuerlichen Weg zum Schloss bemerken die beiden seltsame Dinge. Doch als sie schließlich die Honigmauern des Schlosses passiert haben, treffen May und Tuh auf extrem sonderbare Bewohner und ein entsetzliches Geheimnis.

Meine Meinung:

"May Bee" erzählt wirklich ein ziemlich schräges Abenteuer. Keineswegs sollte man hier einen Thriller erwarten, was anhand von Begriffen wie "Komissarin" und dem Thema "verschwundene Leute finden" zwar möglich, aber weit gefehlt wäre. Allein schon, dass May die durchgeknallte Tuh mitnimmt anstatt einem Polizeiteam, macht jede professionelle Herangehensweise an den Fall zunichte. Von Anfang an war klar, dass es sich im um eine lustige, vermutlich recht abgedrehte Geschichte handeln würde. Die Vermutung wurde bestätigt. May und Tuh waren zwei Charaktere, mit denen ich gerne Zeit verbracht habe. May war oft recht gurkig, also mit einer eher negativen Grundeinstellung, die ihre Aufgabe aber so gut es geht meistern wollte. Und wenn sonst eben niemand mitkommen will, dann halt mit Tuh. Die wiederum ist so ziemlich das genaue Gegenteil von May. Immer quirlig und zu jedem Schmarrn bereit.

Obwohl Tuh schon ziemlich durchgeknallt erschien, war mir spätestens nachdem die beiden das Honigschloss der Drogenbaronin betreten haben klar, dass es noch deutlich verrücktere Leute in "May Bee" gibt. In dem Schloss schien wirklich jeder irgendwie einen nicht geringen Schaden zu haben. Ich konnte da nichts so richtig ernst nehmen, glaube aber auch kaum, dass das anders gewollt ist. 

Den Roman finde ich sehr unterhaltsam geschrieben und ohne merkliche Längen. Ich wollte auf jeden Fall wissen, wie es ausgeht. Immer mehr wurde klar, dass dem Konsul wohl etwas Schreckliches zugestoßen sein muss, und als das Schlosspersonal May und Tuh nicht mehr gehen lassen wollen, wird es brenzlig. Der bösartige Bienenschwarm, der rund ums Schloss sein Unwesen treibt, ist noch eines der geringeren Probleme.

Durch das ganze Buch zieht sich das Honig-Thema. So einen roten Faden finde ich super. Keineswegs kamen mir die Formulierungen gezwungen oder zu häufig vor. Da kamen zum Beispiel "flotte Bienen" vor oder Vergleiche wie "im Bienennest stochern", Mays Liebe zu Honig und generell Süßkram usw.. Insgesamt hat Tomas Maidan eine sehr lebendige Welt geschaffen, in der man sich über vieles wundert, die mich aber auch oft zum Schmunzeln gebracht hat.


Fazit:

"May Bee" hat mich positiv überrascht. So einen peppigen, abgedrehten Roman habe ich wirklich nicht erwartet. Leichte Unterhaltung für zwischendurch.

Autor: Tomas Maidan
Buch: May Bee
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