Tomek Tryzna Zauberer

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Inhaltsangabe zu „Zauberer“ von Tomek Tryzna

Kurz nur hat Romek Stratos seine Spielzeugarmee im Stich gelassen, um ein paar Runden mit Lalas Tretauto zu fahren. Aber dieser kurze Augenblick hat den Einbrechern genügt, um alles auszuräumen, was der Familie Stratos gehörte. Romek will seine Schuld am Ruin seiner Familie wieder gut machen, und so beginnt eine abenteuerliche Reise voll Phantastik und Ernüchterung durch das kommunistische Polen: Noch oft wird Romek alles verlieren, aber ebenso oft wird er sein Glück machen und der profanen Wirklichkeit eins auswischen.

...eine kleine Reise in das Leben einer Familie im kommunistischen Polen mitsamt ihren Träumen, Glücksmomenten und Verlusten.

— ErinaSchnabu
ErinaSchnabu

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    Zauberer
    ErinaSchnabu

    ErinaSchnabu

    27. July 2015 um 21:30

    Von Tomek Tryzna habe ich bereits den beeindruckenden Roman „Fräulein Niemand“ gelesen und musste mir „Zauberer“ von ihm bestellen, um zu schauen, was Herr Tryzna noch so auf dem Kasten hat. Inhalt: Romek Stratos lebt mit seinen Eltern und seiner Schwester im kommunistischen Nachkriegspolen und glaubt, dass er verantwortlich für das Unglück seiner Familie ist: Lala, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, bietet ihm an, mit ihrem Tretauto zu fahren und Romek lässt die elterliche Wohnung unbeaufsichtigt. Einbrecher nehmen in diesem Moment alles, was wertvoll ist, und zurück bleibt eine Familie, die dadurch in Schulden getrieben wird und von der gut situierten Gesellschaft in ärmliche Verhältnisse rutscht. Romek versucht, obwohl er selber noch zur Schule geht, alles, was er kann, dass es seiner Familie besser geht, doch muss immer wieder die Erfahrung von Verlust machen. Eigene Meinung: „Zauberer“ von Tomek Tryzna hatte ich schnell durchgelesen, es hat mir vom Stil und von der Thematik her gut gefallen. Die Geschichte um Romek und seine Familie war für mich sehr fesselnd, da ich immer gehofft hatte, dass es der Familie bald wieder besser gehen würde, dass sein Vater aufhört, zu trinken, dass seine Eltern aufhören, zu streiten und dass sie es schaffen, wieder erfolgreich als selbstständige Schneider arbeiten zu können. Tryzna hat eine Vorliebe für Gedankengänge und Fantasien seiner Protagonisten, die er sehr bildlich und manchmal traumartig verworren niederschreibt. Bereits bei „Fräulein Niemand“ konnte man erkennen, dass Tomek Tryzna die Grenzen zwischen der Realität und der Fantasie der Protagonisten verwischt, sodass an einigen Stellen nicht ganz klar ist, ob hier nun fantasiert wird oder etwas wirklich in der Geschichte geschieht. Dies scheint aber immer zu passen, da die Hauptperson in „Zauberer“ sowie in „Fräulein Niemand“ ein nicht ganz einfaches Schicksal haben, aus dem sie sich mit diesen Tagträumen wegzudenken scheinen. Tryzna scheint diese kindliche Fantasterei als Stilmittel zu nutzen. Vielleicht, um die nicht ausgesprochene Hilflosigkeit seiner Protagonisten darzustellen? Romek wirkt während der Versuche, seine Mutter zu schützen und seine Familie zu unterstützen immer sehr reif und verantwortungsbewusst, obwohl er noch ein Kind ist. Er scheint nie wirklich überfordert mit der Situation zu sein und träumt davon, den Menschen, die er liebt, zu helfen und für sie sorgen zu können, doch dabei verlieren sich seine Träume manchmal. Der Roman „Zauberer“ von Tomek Tryzna ist eine kleine Reise in das Leben einer Familie im kommunistischen Polen mitsamt ihren Träumen, Glücksmomenten und Verlusten. 4 von 5 Sternen

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  • Rezension zu "Zauberer" von Tomek Tryzna

    Zauberer
    Gilfaen

    Gilfaen

    21. February 2011 um 17:55

    "Ich hielt durch, weil ich einen Grund hatte, zu leben. Ich konnte meine Familie nicht ihrem Schicksal überlassen. Ich hatte einen hervorragenden Rettungsplan. Ich musste leben."* Romek Stratos, ein Kind noch, sollte auf die Wohnung seiner Eltern Acht geben, während diese arbeiteten - als Schneider in einem Atelier. Nur kurz hat er die ihm zugewiesene Aufgabe verlassen, um mit dem Tretauto von Lala zu fahren. Noch keinen Überblick über die Gefahren habend und somit schwer erschüttert über das Ergebnis der räuberischen Diebestour, erholt sich die Familie nicht von dem Schlag alles auf einmal zu verlieren. Nicht nur die Einrichtung und Bargeld, privat genähte Pelzmäntel oder ähnliche materiellen Gegenstände. Das "gute" Leben der Stratos hat ein Ende gefunden, nur mühsam halten sie sich mit ihren Schneiderarbeiten mehr über Wasser, immer im Begriff obdachlos zu werden oder so stark zu verarmen, dass man nicht mehr für die Grundversorgung aller aufkommen kann. Der Vater wird zum Trinker, verzweifelt an der Situation und die Mutter an ihm. Depressiv, verzweifelt, suizidgefährdet. So ist die Wahrnehmung Romeks von seiner Mutter; nur er kann sie beruhigen, nur weiß die richtigen Worte für sie zu finden, sie aufzubauen, ihr Hoffnung zu geben für ein besseres Leben. Und Romek? Er zieht sich immer mehr in seine Fantasiewelt zurück, nimmt das Leben nur noch teilweise und real wahr. Er kann schöne Geschichten erzählen, ist ein brillanter Redner, ein talentierter Schauspieler und Herr und Regisseur in seinem Stück der Lebensrealität. Stehen wir auf der Bühne von Romek Stratos oder erleben wir wirklich den Niedergang der Familie als reales Abbild? Ist dies eine Romeks erdachten Geschichten oder wandern wir wirklich durch das kommunistische Polen, durch Warschau? Mit solchen Fragen konfrontiert sich der Leser, sieht sich gefangen in Romeks Lügennetz, aber folgt ihm weiterhin gespannt auf seinem Weg die Familie zu retten. Schauspieler will er werden, dem Theaterdirektor vorsprechen, auf das er genug Geld für sich und seine Familie einnehmen kann. Es misslingt, privat wie beruflich wird der Aufenthalt Romeks, mit seiner Mutter, zu einem Desaster. Und doch sieht er Hoffnung, sieht eine Verbesserung. Dieser Optimismus ist geradezu ansteckend. Man hofft, man fiebert mit. Und das trotz einer sehr unaufgeregten Sprache. Die Perspektive eines zehnjährigen Kindes hat der Autor gewählt, der Verfall einer Familie wird somit sehr stark emotional fokussiert und wirkt so etwas behäbig, ja, geradezu langsam, langatmig, langwierig. Die Sprache wirkt fast stoisch, das Ende der Geschichte dagegen hektisch, schnell, unpassend, abbrechend. Soll hier ein Bruch in den Gedanken Romeks gesteigert werden? Seine Unlösbarkeit, Schuldigkeit und Hilflosigkeit gegenüber der eigenen Familie? Wie es auch interpretiert werden kann, für mich als Leser war der Bruch zu schnell, zu stark, zu unlogisch. Und dennoch... die Figuren bleiben selbst in dieser starken, schnellen Entwicklung sehr liebevoll gezeichnet; Tryzna nimmt sich sehr viel Zeit seine Figuren als vollständige Charaktere zu zeichnen. Eine sanfte Melancholie umgibt seine Figuren, eine fast lethargische Ruhe, welche sich auch auf den Leser überträgt. Nur Romek ist das optimistische Bindeglied zwischen zwei Welten - der realen und der ihm eigenen Fantasiewelt. Als ein "gelungenes Lehrstück über das Erwachsenwerden" bezeichnet es Andreas Neuhaus in der FAZ, als "romantischen Ritterroman" charakterisiert es Samuel Moser in der NZZ. Welches Genre Tomek Tryzna auch immer mit diesem Roman erreichen wollte - Gesellschaftsroman über das kommunistische Polen, ein Roadmovie durch Warschau in den 50er Jahren, oder aber skurriler, jugendlicher Abenteuerroman - man hat seine Freude mit diesem Werk. Der Roman beginnt schnell, rasant, entfaltet aber nach und nach seine Ruhe und somit auch seinen Charme. Eine vollkommen unaufgeregte Sprache, liebevoll gezeichnete Figuren, eine starke Poesie innerhalb der Geschichte gegenüber einem für mich zu starken Bruch im Ende. Und trotzdem: Der Roman weiß zu unterhalten, zu erfreuen, zu hinterfragen

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  • Rezension zu "Zauberer" von Tomek Tryzna

    Zauberer
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. September 2008 um 16:06

    Romek fühlt sich schuldig, weil er seiner Meinung nach für den Einbruch in die Wohnung seiner Familie mit verantwortlich ist, da er nur an das verlockende Tretauto dachte und die Wohnung unbewacht zurückließ. In seiner gesamten Kindheit wird dieser Einbruch sein Leben maßgeblich bestimmen. Die Familie stürzt nach diesem Vorfall wieder in Armut. Aus der Sicht des naiven jungen Romeks werden nun seine Gedanken, Sorgen und Rettungsversuche, die er sich ersinnt, um seiner Familie wieder ein angenehmes Leben zu bescheren, erzählt. Deutlich werden dabei die Lebensumstände in Polen nach dem Krieg, allerdings wird die politische Seite nicht überbetont. Man erlebt die Schwankungen im Leben von Romek mit, mal zum Guten, mal zum Schlechten. Er verliert jedoch nie die Hoffnung auf ein besseres Leben, als er von einem Kind zu einem Jugendlichen heranwächst. An sich wie ich fand ein sehr interessantes und flüssig lesbares Buch. Nur das Ende war meiner Meinung nach etwas kurz und hat die Punktzahl, die ich für das Buch vergeben habe doch sehr nach unten gedrückt. Einige Seiten vor Schluss findet man plötzlich statt der verständlichen und fesselnden Erzählweise von Romek eine Menge kurzer Absätze in Form von Dialogen, deren Sinn und Verbindung sich mir ehrlich gesagt nur teilweise erschlossen hat. Begründet ist dies natürlich in der Emotionalität, aber wie ich finde geht hierbei dann doch Inhalt und somit Informationen über diesen Lebensabschnitt Romeks verloren. Fand ich schade... Aber nichtsdestotrotz, ein lesenswertes Buch!

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