Tomke König Familie heißt Arbeit teilen

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Inhaltsangabe zu „Familie heißt Arbeit teilen“ von Tomke König

Das Ideal der bürgerlichen Familie ist, dass die Frau sich wie selbstverständlich, unbezahlt und unsichtbar um Kinder und Hausarbeit kümmert, während der Mann das Geld verdient. Aus mikrosoziologischer Perspektive untersucht die Autorin, was nun passiert, wenn dieses Ideal nicht länger akzeptiert wird und Paare zu einem Arrangement der Teilung von Erwerbs-, Haus- und Fürsorgearbeit kommen, weil sie nicht mehr von geschlechtlicher Arbeitsteilung ausgehen. In detailreichen Beschreibungen von gleich- und gegengeschlechtlichen Paaren unterschiedlicher sozialer Milieus, die mit kleinen Kindern zusammen in einem Haushalt leben, werden neue und alte Logiken und (Ir-)Rationalitäten alltäglicher Praxis sichtbar. So kann man nachvollziehen, was gegenwärtig für Frauen und Männer in Familien denkbar, sagbar und machbar ist. In diesen Selbstverständlichkeiten und Normalitäten zeichnen sich Transformationen der symbolischen Geschlechterordnung ab.

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  • Rezension zu "Familie heißt Arbeit teilen" von Tomke König

    Familie heißt Arbeit teilen
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    16. August 2012 um 10:00

    „Familie heißt Arbeit teilen“, diese Erkenntnis der Sozialwissenschaftlerin Tomke König im gleichnamigen Buch ist vielen Frauen und Männern, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten in ihrem privaten Bereich oft ohne große gesellschaftliche Anerkennung eine auch geschlechtsneutrale Arbeitsteilung praktizieren oder es zumindest versuchen, nichts Neues mehr. Ich lerne als Seelsorger etwa bei Trau- und Taufgesprächen viele junge Frauen und Männer kennen, die das ohne große politischen Ansprüche und ohne das Wort „gender“ überhaupt zu kennen, in ihrem Berufs- und Familienalltag praktizieren, mal mit mehr , mal mit weniger Erfolg. Und bei tieferem Nachfragen stellt sich heraus, dass es immer wieder die klassischen Felder sind der Familienarbeit, die zu Konflikten führen, die die jungen Menschen aber, wie ich finde, erstaunlich konstruktiv lösen. Langsam, aber immer wirksamer, so Tomke König, wenn sie die Ergebnisse ihrer Forschungen referiert, in denen sie neben Pierre Bourdieus Theorie der „Männlichen Herrschaft“ auch Judith Butlers Konzept „regulativer Geschlechterideale“ rezipiert hat, entwickeln sich aus den immer zahlreicher werdenden Beziehung und Familien, die an einer echten Teilung von Familienarbeit lebend arbeiten, ganz neue Vorstellungen von Mütterlichkeit, von Väterlichkeit, aber auch vom Geschlecht und vom Verhältnis der Geschlechter. Sie werden nicht nur das Leben der einzelnen Frauen und Männer in den Familien verändernd bereichern, sondern auch das der Kinder, und sie werden so zum erst unscheinbaren, dann aber sehr wirksamen Motor gesellschaftlicher Transformation.

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  • Rezension zu "Familie heißt Arbeit teilen" von Tomke König

    Familie heißt Arbeit teilen
    Sophia!

    Sophia!

    10. June 2012 um 22:50

    „Das, was Frauen und Männern in ihrem gemeinsamen Alltag gelingt – die Überwindung der eindeutig geschlechtlichen Aufladung von Erwerbsarbeit und Arbeit im Privaten – ist gesellschaftlich gesehen noch weitgehend Utopie.“ _ Die Geschlechterforscherin und Soziologin Tomke König präsentiert in diesem Band ihre umfangreichen Untersuchungsergebnisse zum Thema Familie und Arbeit. In Zeiten der Erosion traditioneller Werte und Familienstrukturen ist die Frage nach der Aufteilung der häuslichen Arbeit hochinteressant. Denn das Ideal der tüchtigen Hausfrau und Mutter, deren einzige Aufgabe es ist, für das Wohl der Familie zu sorgen, existiert schon lange nicht mehr. Auf der anderen Seite wird aber auch die traditionelle Rolle des Mannes als Ernährer des Familienkosmos immer brüchiger. Beide Funktionen sind nicht länger an ein Geschlecht gebunden, sondern verschwimmen und gehen als Aufgabenbereiche ineinander über. Der mit dem Bruch der Rolle des männlichen Familienernährers einhergehenden Veränderung folgen auch neue Attribute, die dem Männlichen und ebenso dem Weiblichen zugeschrieben werden. Hinzu kommen neue Familienstrukturen, seinen es alleinerziehende Elternteile, unverheiratete Patchwork-Familien oder gleichgeschlechtliche Lebenspartner. _ Ist es überhaupt möglich, im Zuge neuester Strömungen familiäre Arbeitsteilung als Form der Gerechtigkeit innerhalb einer Partnerschaft herzustellen? Wie lassen sich unterschiedliche Lebensentwürfe der beiden Partner miteinander vereinbaren? Und welche Konsequenzen sind durch die aktuelle Enttraditionalisierung, Individualisierung und Pluralisierung der Geschlechtsverhältnisse feststellbar? Ziel der Autorin war es, solche und ähnliche Fragestellungen im Laufe ihres Forschungsprojekts zu klären. Ob sich neue regulative Ideale der gerechten Arbeitsteilung tatsächlich herausbilden, versucht Tomke König anhand empirischer Ergebnisse zu klären. Mithilfe von Einzelinterviews und Paarbefragungen nähert die sich diesen Themen. _ Ausgehend von der in den 70er Jahren einsetzenden Hausarbeitsdebatte fasst die Autorin die wichtigsten Erkenntnisse aus Soziologie, Geschlechterforschung und gesellschaftlichen Diskursen in einem einleitenden theoretischen Teil zusammen, bevor sie sich der interpretativen Analyse der Interviews widmet. Dem Leser werden dabei Originalzitate nicht vorenthalten. Vielfach finden sich interessante Äußerungen der befragten Personen, die zudem alle unterschiedlichen sozialen Milieus zugeordnet werden können. Ebenso spannend sind die Ergebnisse in Hinblick auf neue Formen von Mutter- und Vaterschaft sowie bezogen auf die Pluralisierung von Werten. Im Anhang befindet sich der in den Interviews genutzte Fragenkatalog, zu dem etwa die Bereiche „Geschichte des Paares“, „Fürsorge“ oder „Organisation des Haushaltes“ zählen. Somit wird die Vorgehensweise dieses Projekts für die Leser leicht nachvollziehbar. _ Fazit: „In Deutschland ist die Emanzipation auf halber Strecke steckengeblieben. Während in anderen Ländern Frauen Familie und Karriere leichter vereinbaren können, wirft sie hier das erste Baby zurück in die fünfziger Jahre. (Der Spiegel, 24.4.2006)“ _ Ob diese These des Spiegel zutrifft, können die Leser am Ende der Lektüre jeweils aus ihrer Sicht vor dem Hintergrund dieser Arbeit beantworten. Ein hochinteressanter, gut lesbarer Forschungsbeitrag der Sozialwissenschaften.

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