Tommy Orange

 4.4 Sterne bei 31 Bewertungen
Autor von Dort dort, Dort dort und weiteren Büchern.
Autorenbild von Tommy Orange (©Larry D. Moore CC BY-SA 4.0 (bearbeitet))

Lebenslauf von Tommy Orange

Zwischen zwei Welten: Tommy Orange wird 1982 in Oakland, Kalifornien, geboren. Er ist der Sohn einer weißen Mutter und eines amerikanischen Ureinwohners, gehört zu den Cheyenne und Arapaho Stämmen. Am Institute of American Indian Arts studiert er und schließt das MFA Programm ab. Heute ist er als Schriftsteller erfolgreich. 

Seinen Debütroman »There There« legt er 2019 vor. Das Buch, das von zwölf realistisch gezeichneten Figuren und ihrem Umgang mit ihrem Zwiespalt zwischen den heutigen USA und Native America handelt, wird ein riesiger Erfolg. Barack Obama zählt das Buch zu seinen Jahres-Favoriten, es wird mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wird unter anderem für den Pulitzer Preis nominiert. In Deutschland erscheint das Buch noch im selben Jahr unter dem Titel »Dort dort«.

Alle Bücher von Tommy Orange

Cover des Buches Dort dort9783446264137

Dort dort

 (21)
Erschienen am 19.08.2019
Cover des Buches Dort dort9783839871225

Dort dort

 (5)
Erschienen am 28.08.2019
Cover des Buches There There9781787300354

There There

 (5)
Erschienen am 05.07.2018

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Rezension zu "Dort dort" von Tommy Orange

Wo ist „dort“?
Kristall86vor 3 Monaten

Jacquie ist endlich clean...kein einfacher Weg. Nun will sie ihre Familie wiedersehen. Ihre Familie ist eine ganz besondere, aber das weiß sie. Sie sind anders. Dene liebt es zu fotografieren und Orvil traut sich endlich an den Tanz seiner Vorfahren heran. Das „Powwow“ in Oakland wird sie wieder alle vereinen, denn es ist ihre Tradition. Aber leider wird auch der dunkle Toni dort zugegen sein....Toni mit den dunklen Absichten...keine gute Voraussetzung für so ein Fest.


Ja, es gibt sie wirklich, die Native Americans. Viele sprechen nicht von ihnen, andere haben sie aus den eigenen Vorstellungen gestrichen, andere respektieren sie, andere dulden sie - kein einfaches Leben also. Autor Tommy Orange hat sich in diesem Roman diesem Volk verschrieben und hat mit seinen Protagonisten einen bedeuteten Roman verfasst. Seine Figuren sind laut und schrill, leise und schüchtern, bunt und schwarz-weiß und genauso ist die gesamte Geschichte - kurz: einfach nur aufwühlend und das Wichtigste dazu, sie sind real. Sein Schreibstil ist recht eigen und man muss schon etwas Lust mitbringen und sich auf ihn einlassen. Hat man das ein Mal getan, eröffnet sich eine sehr bewegende und riskante Story die einen fesselt bis zum Schluss. Wie bereits erwähnt, sind seine Protagonisten etwas besonderes: sie sind die „Ureinwohner“ die den Fleck, hier Oakland, in dem die Geschichte spielt, zu dem Land gemacht haben...hier geht es um Ahnen, Tradition, Wut, Gerechtigkeit, ein verhasstes Menschenbild und die Sichtweise aus allen Seiten. „Dort dort“....es gibt kein dort?! Oder doch? Wo ist es? Für wem, für was? Wem gehört es?

Ein sehr spannender und an manchen Stellen harter Roman mit einer besonderen Seite. Ich mochte Oranges Schreibstil sehr und bereue keine Leseminute! 4 von 5 Sterne dafür!

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Rezension zu "Dort dort" von Tommy Orange

Eindrucksvoll, melancholisch und toll erzählt
sursulapitschivor 5 Monaten

Puh, vorbei, sehr schade. Dieses Buch hätte ich ewig weiterhören können, auch wenn es wirklich bedrückend und tieftraurig ist.


Es geht um Indianer, die im heutigen Amerika ein Nischendasein führen. In Oakland ist man natürlich aufgeklärt, tolerant und alle geichberechtigt, frei von rassistischen Vorurteilen. Trotzdem finden sich nur sehr wenige Menschen indianischer Abstammung in der Oberschicht.
Unterschiedlichste Familien und ihre Geschichte lernt man hier kennen. Da sind die Bear Shields, die Red Feathers und die Oxendenes und alle haben irgendwie miteinander zu tun. Ihre Geschichten sind problembeladen. Drogen, Vernachlässigung, Alkohol, Gewalt und Missbrauch trifft jeden irgendwann in irgendeiner Form. Und alle bereiten sich vor auf das große Powwow, das jedes Jahr einmal stattfindet.

In einem wunderbar lakonischen Erzählstil setzt Tommy Orange all diese Menschen in Szene. Man verfolgt unterschiedlichste Schicksale, fiebert mit und rätselt gleichzeitig, wie sie denn nun alle in Beziehung zueinander stehen. Er erzählt mit einigem Humor aber auch mit tiefer Melancholie und zeigt, wie ein Volk noch Generationen später darunter leidet, dass ihm die Wurzeln genommen und eine fremde Kultur aufgezwungen wurde.

Es ist ein wunderbares, aber auch sehr verzwicktes Buch. Man muss sehr konzentriert zuhören, damit einem nichts entgeht. Tatsächlich habe ich fast alles zweimal gehört. Vielleicht sollte man dieses Buch lieber lesen statt es zu hören, selbst wenn Christian Brückner wirklich fantastisch liest. Seine Stimme gibt dem Geschehen noch eine zusätzliche Dimension. Wirklich toll!



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Rezension zu "Dort dort" von Tommy Orange

Tommy Orange legt den Finger in eine Wunde, die nie verheilt
lielo99vor 5 Monaten

Ist es eine Tatsache, dass der Ursprung von Thanksgiving wirklich so ist, wie es die Amerikaner uns berichten? Also, dass die Einwanderer friedlich mit den Ureinwohnern zusammensaßen und Speise und Trank genießen konnten? Und wie geht es den Nachkommen der Natives heute? Was spielt sich in den Reservaten ab? Warum suchen viele von ihnen Trost im Alkohol und anderen Drogen? Das sind Fragen, die ich mir immer mal wieder stelle und aus dem Grund lese ich Bücher zu diesen Themen.


Dort, dort ist ein ganz besonderes Buch. Tommy Orange gehört selbst zu den Nachkommen der Natives und wer, wenn nicht er, kann authentisch über ihr Leben berichten. Er schreibt in dem Buch über die Probleme der Indianer, die nicht nur vom Rassismus der „Weißen“ geprägt sind. Bis heute werden sie diffamiert und häufig wie Ausstellungsstücke missbraucht. Sie sollen sich mit den Kostümen ihrer Vorväter schmücken und so wie sie tanzen. Alles zur Belustigung und Zeitvertreib der „Weißen“. Aber hin und wieder dürfen sie sich auch mit ihresgleichen treffen. Das Powwow in Oakland. Hier dürfen sie so sein, wie es ihnen gefällt. Die Akteure in dem Buch Dort, dort fiebern diesem Ereignis entgegen. Besonders die jungen Leute freuen sich darauf. Doch, wird ihre Hoffnung erfüllt und haben sie tatsächlich nur Freude an dem Tag?


Tommy Orange beschreibt das Leben von unterschiedlichen Charakteren, die alle eins gemeinsam haben. Sie sind „Natives“. Das bedeutet auch, dass sie vor vielen Jahren von den Eindringlingen im wahrsten Sinne des Wortes überrannt wurden. Ihnen wurde die Existenz geraubt, nie gekannte Krankheiten ins Land geschleppt und sie waren nur noch Menschen zweiter Klasse. Dass das wohl nie endet, davon bin ich überzeugt. Und dass hier das Problem vieler „Indianer“ liegt, ist wohl jedem klar. Zumal sich ihr Dasein unter Präsidenten wie dem jetzigen keinesfalls zum Guten wendet. Auch er vergisst, was seine Vorfahren den Ureinwohnern antaten und diese keinerlei Recht für ihr Vorgehen hatten.


Ich las nicht das Buch, sondern hörte es mir an. Es wird von Christian Brückner gelesen. Für mich war es ein Hochgenuss, diese markante Stimme über 550 Minuten zu hören. Er entführte mich eindrucksvoll in die Lebenssituation der Natives und ja, ich litt mit ihnen mit. Also ist es selbstverständlich, dass ich fünf Sterne plus und eine Hör- oder Leseempfehlung gebe. 

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Zusätzliche Informationen

Tommy Orange wurde am 19. Januar 1982 in Oakland (USA) geboren.

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von 3 Lesern aktuell gelesen

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