Toni Morrison

 3.9 Sterne bei 386 Bewertungen
Autorin von Menschenkind, Gott, hilf dem Kind und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Toni Morrison

Chloe Anthony Wofford wurde am 18.2.1931 in Lorain, Ohio geboren. Sie wurde als zweites von vier Kindern einer afroamerikanischen Familie geboren. Schon als Kind war eines ihrer Hobbies das Lesen, zu ihren Lieblingsautoren gehörte unter anderem Jane Austen. 1949 hat sie begonnen in Washington Anglistik zu studieren. 1953 erwarb sie ihren Bachelor in Englisch, 1955 den Master. 1964 begann Tony Morrison als Verlagslektorin zu arbeiten. Während ihrer Arbeit dort spielte sie eine wichtige Rolle bei der Etabllierung der afroamerikanischen Literatur. Währendessen brachte sie unter den Namen "Toni Cade Bambara" und "Gayl Jones" erste Roman heraus. Viele andere Romane folgten und wurden von Kritikern sehr gut aufgenommen. Sie zählt heutzutage zu den bedeutendsten Vertreterinnen der afroamerikanischen Literatur. 1993 erhielt sie daher den Literaturnobelpreis für ihr Gesamtwerk.

Neue Bücher

Gott, hilf dem Kind

 (48)
Neu erschienen am 23.10.2018 als Taschenbuch bei ROWOHLT Taschenbuch.

Alle Bücher von Toni Morrison

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Menschenkind

Menschenkind

 (67)
Erschienen am 02.01.2007
Gott, hilf dem Kind

Gott, hilf dem Kind

 (48)
Erschienen am 23.10.2018
Sehr blaue Augen

Sehr blaue Augen

 (45)
Erschienen am 01.01.2002
Liebe

Liebe

 (32)
Erschienen am 02.10.2006
Jazz

Jazz

 (27)
Erschienen am 01.12.1994
Solomons Lied

Solomons Lied

 (14)
Erschienen am 01.02.1986
Paradies

Paradies

 (12)
Erschienen am 01.02.2001
Teerbaby

Teerbaby

 (12)
Erschienen am 01.02.1986

Neue Rezensionen zu Toni Morrison

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leseleas avatar

Rezension zu "Gott, hilf dem Kind" von Toni Morrison

Gott, hilf dem Leser
leseleavor 22 Tagen

Tja, was mache ich denn nun? Jetzt sitze ich hier nach der Lektüre von Toni Morrisons Roman Gott, hilf dem Kind und denke die ganze Zeit: Nobelpreis für Literatur! Den hat die Autorin nämlich 1993 bekommen. Und mit diesem Gedanken bin ich auch die Lektüre ihres jüngsten Werkes eingestiegen (zusätzlich zu einem interessanten Interview mit ihr im Spiegel, das mir noch im Kopf herumspukt). Leider nur kann ich das zumindest nach dem Lesen dieses Buches nicht nachvollziehen. Zu überladen sind diese knapp 200 Seiten, zu konstruiert ist die ganze Geschichte, der es an Tiefe fehlt. Und zu wenig aussagekräftig ist sie: Denn ja nach dem Klappentext und vor allem nach solchen Zuschreibungen wie „eine der bedeutendsten Vertretern der afroamerikanischen Literatur“ und „erzählt das Leben der Schwarzen Lula Ann und deren Auseinandersetzung mit einem von Rassenkonflikten geprägten Amerika“ (beides Wikipedia) hätte ich mir tatsächlichen einen Paukenschlag von Roman über (Alltags-)Rassismus, subtile Rassentrennung, modere Sklaverei etc. vorgestellt, ja gewünscht.

Die genannten Themen werden im Roman zwar immer mal wieder thematisiert, doch leider kontinuierlich von der Irgendwie-Liebesgeschichte zwischen Lula Ann (die sich jetzt Bride nennt) und ihrem Loverboy Brooker überlagert. Bride ist die Protagonistin, eine schwarze Amerikanerin, so schwarz, dass es selbst ihren Eltern unheimlich war. Aufgewachsen mit wenig Liebe und dafür viel Strenge hat sie gelernt, ihren „Makel“ zu einem Alleinstellungsmerkmal zu erheben und leitet jetzt als Powerfrau eine Kosmetikfirma. Der letzte Satz zeigt schon, dass man aus Gott, hilf dem Kind einiges hätte machen können: Man hätte über Schönheitsideale schreiben können, über Schwarzsein in Brides Kindheit und heute, über Diskriminierung Schwarzer im Berufsleben etc. Stattdessen begibt sich Bride auf eine Art Roadtrip auf der Suche nach Brooker, trifft allerhand kurioser Menschen, verwandelt sich innerlich und äußerlich – und am Ende wird dann alles gut und zwar hollywoodmäßig gut. Ach ja, um Lasten der Vergangenheit und sexuellen Missbrauch geht es auch immer wieder. Letzteres ist anscheinend typisch für Toni Morrison. Das mag sein, führt aber in der Geschichte zu nichts und erfährt durch die ständige, dabei aber oberflächliche Thematisierung einen faden Beigeschmack. Und ich erinnere noch einmal daran: Das Buch hat nur 200 Seiten!

Insgesamt scheitert das Buch an seiner Überfrachtung. Das Erzählte wirkt einfach brüchig und nicht rund, gewisse Handlungsstränge wirken unmotiviert, da sie nicht die Chance bekommen, erklärt zu werden. Die Figuren bleiben oberflächlich, man versteht sie nicht. Dies wird leider durch die an sich interessante Erzählweise des Romans noch verstärkt: Toni Morrison lässt nämlich verschiedene Figuren (Haupt- und Nebenfiguren) zu Wort kommen. Es sind hier vor allem die Kapitel von Brides Mutter Sweetness und die von Brookers Tante Queen, die das halten, was der Roman mir vor Lesebeginn versprochen hat. Doch die Machart verstärkt das Gefühl, eine zerstückelte Geschichte zu lesen, deren einzelnen Teile aneinandergeklebt wurden, wobei man sich bisweilen fragt, was diese Absätze zusammenhalten soll.

Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin enttäuscht. Ich weiß nicht, was die Geschichte mir sagen sollte. Und noch weniger weiß ich, warum Toni Morrison nicht eine bessere Story erzählt hat, denn die wäre aufgrund der Grundkonstellation möglich gewesen. Und ich frage mich mal wieder kopfschüttelnd, wer sich die Klappentexte in den deutschen Verlagen ausdenkt, denn die Geschichte, die dort angerissen wird, findet sich in Gott, hilf dem Kind nicht! 2 Sterne und keine Leseempfehlung.

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Fortis avatar

Rezension zu "Gott, hilf dem Kind" von Toni Morrison

Trotz fehlleitendem Klappentext ein beeindruckendes Buch
Fortivor 2 Monaten

Der Klappentext hat mich ein anderes Buch erwarten lassen. Rassismus spielt zwar eine Rolle, aber noch stärker zieht sich das Thema Missbrauch durch das Buch. Und wer ist die zweite starke Frau? Eigentlich sind fast alle Frauen des Buches auf ihre Art und Weise stark. Eine zweite zentrale Frauenrolle neben der Hauptprotagonistin konnte ich im Buch nicht erkennen, die Mutter-Tochter-Geschichte ist nur eine von vielen Thematiken.
Trotz der Fehlleitung durch den Klappentext fand ich es ein gutes, eindringliches, erschreckendes Buch mit vielfältigen Themen. Die Protagonisten führen recht unterschiedliche Leben - Extreme der amerikanischen Gesellschaft und bis auf eine Person alle weiblich. Niemand führt ein klassisches und/oder glückliches (Familien-)Leben, aber wohl keine der Frauen würde sich als unglücklich bezeichnen.
Beeindruckend finde ich, wie die Autorin so viele Personen und Themen auf gerade mal 200 Seiten unterbringt, ohne dass man als Leser etwas vermisst.

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dominonas avatar

Rezension zu "Gott, hilf dem Kind" von Toni Morrison

Wird zum Ende hin besser, aber keine Riesen - Überraschung
dominonavor 3 Monaten

In diesem Buch geht es eigentlich um Charakterentwicklung und wie unser Umfeld sie beeinflusst. Was tut man, um den Tod seines Bruders zu verarbeiten und was, damit die eigene Mutter einen endlich mal wahrnimmt und nicht wegen der seltsamen Hautfarbe verabscheut?

Ich fand es vorhersehbar und war deshalb auch vom Ende nicht sonderlich überrascht, aber das soll nicht heißen, dass mir das Buch nicht gefallen hat. Der Stil plätschert angenehm vor sich hin und die Figuren sind plastisch, sodass man allem gut folgen kann, aber im Gedächtnis bleiben wird mir dieses Buch eher nicht.

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Toni Morrison wurde am 18. Februar 1931 in Lorain, Ohio (Vereinigte Staaten von Amerika) geboren.

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