Toni Morrison Das Buch der Bösen

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Inhaltsangabe zu „Das Buch der Bösen“ von Toni Morrison

Dies ist ein Buch über böse Leute. Manche Bösen sind groß. Es gibt aber auch Kleine, die böse sind. Böse brüllen gern. Sehr böse Leute flüstern nur. Wer brüllt verschwindet, und auch jemand der lächelt, kann böse sein.§§Ich werde trotzdem lächeln!

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  • Rezension zu "Das Buch der Bösen" von Toni Morrison

    Das Buch der Bösen

    WinfriedStanzick

    28. July 2011 um 07:47

    Menschen, die Kinder erziehen, lassen sich bewusst oder unbewußt von ihren eigenen Werten und Normen leiten. Schon in einem frühen Lebensalter geht es darum, Gut und Böse zu unterscheiden. In einer säkularen Gesellschaft, in der die Religion für das Leben des Normalbürgers bedeutungslos geworden ist und in der die Medien jeden einzelnen als seines Glückes und seiner Werte eigener Schmied hochloben, ist unklar geworden, was gut und böse ist. Gerade deshalb bleibt die Unterscheidungsaufgabe um so dringlicher. Was ist böse und führt zu einem eher unfreien und inhumanen Leben, und was ist gut, fördert das Leben und das Zusammenleben der Menschen ? Bilderbücher für Kinder sind immer auch Bücher für Erwachsene, und das nicht nur, weil sie es sind, die den Kindern hoffentlich diese Bücher vorlesen und mit ihnen darüber sprechen. Bilderbücher sollen Eltern und andere an der Erziehung von Kindern beteiligte Menschen bei dieser immer schwieriger werdenden Aufgabe unterstützen. Das vorliegende, vom Verlag für Kinder ab vier Jahren empfohlene Buch der Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison und ihres Sohnes Slade leistet diese Unterstützung meiner Meinung nach nicht. Statt den Kindern aufzuzeigen, was tatsächlich böse ist, denunziert es erzieherisches Verhalten von Erwachsenen. Ein Beispiel soll das illustrieren: da sitzt das Hasenkind vor dem Fernsehapparat, auf dem irgendein Action-Zeichentrickfilm läuft, (fördert nachgewiesenermaßen die Aggression und Gewaltbereitschaft von Kindern !) und die Hasenmutter, die wohl vorher schon nach dem Kind gerufen hat, fragt es mit lauter Stimme: „Kannst du mich hören ?“ Das Kind hört nicht und die Mutter schreit. Nun ist Schreien niemals ein geeignetes Mittel in der Erziehung, aber die Mutter deswegen gleich „böse“ zu nennen, ist falsch. Genauso wird der ältere Bruder des kleinen Hasen tituliert, der ihn beim Schachspielen darauf aufmerksam macht, dass er mit dem Springer eine bestimmte Bewegung nicht machen darf. Ebenso ein Lehrer, der darauf hinweist, dass der kleine Hase über die Linien geschrieben hat. In einer Gesellschaft, in der Kinder durch das massenhafte Versagen der Erwachsenen und durch die verhängnisvolle Wirkung elektronischer Medien kaum mehr Regeln des Zusammenlebens lernen, und sich dann natürlich auch in den Kindergärten und den Schulen nicht an solche mehr halten (können), geht die Absicht dieses Bilderbuches nach hinten los. Es ist lobenswert, Kindern und Erwachsenen zu zeigen, dass Schreien und Brüllen nicht weiterhilft, es ist lobenswert, Kinder und Erwachsene einzuladen, trotz allem, was das Leben schwer macht, das Lächeln nicht aufzugeben, aber es ist für Eltern nicht hilfreich, Kindern ein Buch vorlesen zu sollen, indem sie selbst so undifferenziert denunziert werden. Kinder ab vier Jahren, und das Buch soll ja auch für ältere ( Schulkinder) gedacht sein, müssen lernen, sich an bestimmte Regeln zu halten, sie müssen lernen, zu bestimmten Zeiten aufzustehen und zu essen, und sie müssen es von Erwachsenen lernen, die es selbst noch für wichtig und lebenswert halten, ihr Leben an bestimmten Werten und Regeln festzumachen. Wenn ältere Kinder in Kindergärten und in der Schule keine Struktur mehr haben, sich nicht an Regeln, Zeiten und bestimmte demokratisch legitimierte Werte und Normen mehr halten können, sie deshalb zum Beispiel bei Ausbildungen und Lehren die geforderten Leistungen nicht mehr erbringen können, dann ist das auch einer erzieherischen Nicht-Haltung geschuldet, wie sie dieses Bilderbuch leider weitertransportiert. Ich werde dieses Buch meinem Sohn nicht vorlesen, weil er das, was wirklich böse ist in dieser Welt anders kennen- und erkennen lernen soll.

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