Toni Morrison Heimkehr

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Inhaltsangabe zu „Heimkehr“ von Toni Morrison

In "Heimkehr" beschäftigt sich Literatur-Nobelpreisträgerin Toni Morrison mit dem Schicksal der Afroamerikaner in den USA der 50er Jahre. Frank Money ist mit massiven psychischen Schäden aus dem Koreakrieg zurückgekehrt und führt seitdem ein zielloses Vagabundenleben, unfähig, den Weg zurück in eine Gesellschaft zu finden, die ihn nicht verstehen kann und will. Als ihn die Nachricht erreicht, daß seine jüngere Schwester Cee in Gefahr ist und seine Hilfe braucht, macht er sich auf den Weg: nach Lotus, Georgia. Zu Cee, zu den Familien seiner gefallenen Kameraden. An den Ort, an dem ein düsteres Geheimnis ruht, dem Frank erst auf den Grund gehen muß, bevor er seinen Frieden finden kann ... Doris Wolters (Deutscher Hörbuchpreis) und André Benndorff lesen dieses beindruckende Gesellschaftsporträt und geben Morrisons poetischer Sprache Wirkung.

In der Armee dürfen in den 1950ern Schwarze und Weißen gleichberechtigt das Leben riskieren - das echte Leben trennt sie immer noch.

— miss_mesmerized
miss_mesmerized

Traurig und schön zugleich, dieses Hörbuch geht unter die Haut!

— Nina2401
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  • Toni Morrison - Heimkehr

    Heimkehr
    miss_mesmerized

    miss_mesmerized

    24. July 2017 um 05:46

    USA, 1950er Jahre. Der Soldat Frank Money ist aus dem Krieg in Korea zurückgekehrt. Allein, seine Freunde, mit denen er voller Erwartung zur Army ging, hat er auf dem Schlachtfeld verloren. Die Erlebnisse des Krieges haben ihre Spuren hinterlassen und die Illusion, dass man als Schwarzer, der für das Land sein Leben riskiert hat, nun gesellschaftlich anerkannt wird, muss er schon bald ebenfalls begraben. Ziellos zieht er umher bis ihn die Nachricht erreicht, dass seine Schwester Cee schwerkrank ist. Zum ersten Mal seit Jahren wird er zurück nach Lotus in Georgia gehen, dem Ort, vor dem er einst flüchtete. Nachdem ich mit großer Begeisterung Toni Morrisons letztes Buch „Gott, hilf dem Kind“ gehört hatte, war ich gespannt auf frühere Werke, die dieselbe Thematik zu anderen Zeitpunkten in der Geschichte der USA thematisieren. Jedoch konnte mich „Heimkehr“ nicht im selben Maße überzeugen, wie dies ihr aktueller Roman getan hat.Die Geschichte erzählt die aktuelle Situation der beiden Geschwisterkinder parallel im steten Wechsel. Unterbrochen werden beide durch Kindheitserinnerungen, die auch wesentliche Erfahrungen, die für bestimmte Entscheidungen in ihrem Leben relevant waren, aufdecken. Franks Schwierigkeiten, die Kriegserlebnisse zu verarbeiten, die fehlende medizinische Unterstützung und dadurch ausgelöst immer wieder Zusammen- oder Ausbrüche, zeigen besonders gut, wie traumatisiert Soldaten zurückkehren und eine Integration in die Zivilgesellschaft für sie fast unmöglich ist. Cee wiederum, von der Stief-Großmutter von klein auf psychisch wie physisch gequält, wählt die erste Möglichkeit zur Flucht und sieht sich schon bald mann- und mittellos auf sich alleingestellt. Ohne Schutz wird sie als Schwarze, der auch niemand zu Hilfe kommen kann und will, Opfer böser Machenschaften, was sie beinahe ihr Leben kostet.Die Erfahrungen, die die beiden Geschwister wie auch ihre Freunde aufgrund ihrer Hautfarbe machen, sind vielfältig. Vorurteile und Beleidigungen sind noch das geringste Übel; man versagt ihnen Wohnungen, da man sie in bestimmten Gegenden nicht wünscht. In der Armee, wenn sie ihr Leben riskieren, sind Schwarze wie Weiße gleich, aber im normalen Leben ist in den 1950er ist Segregation nach wie vor eine Realität. Thematisch interessant mit vielen unschönen Einblicken hätte ich gerne mehr von Cee gehört; mit Frank kann man sich als Leser schwerlich identifizieren, was vermutlich zu dem nicht ganz begeisterten Eindruck beigetragen hat.

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  • Wessen Haus ist das?

    Heimkehr
    Buecherschmaus

    Buecherschmaus

    «Wessen Haus ist das? Wessen Nacht hält das Licht fern Hier drinnen? Sag, wem gehört dieses Haus? Meins ist es nicht. Ich hab von einem anderen geträumt, wohnlicher, heller, Mit einem Blick auf Seen, befahren in bunten Booten, Auf Felder, weit wie Arme, ausgebreitet für mich. Dieses Haus ist fremd. Seine Schatten lügen. Sag mir, warum mein Schlüssel hier passt.» Diese von Toni Morrison ihrem erstaunlich schmalen Buch vorangestellten Zeilen verraten schon, dass es eine schwierige Heimkehr ist, die darin beschrieben ist. Die beiden Hauptprotagonisten, das afroamerikanische Geschwisterpaar Frank und Ycidra, Cee genannt, haben in ihren jungen Leben schon viel Leid erfahren müssen. In den 30er Jahren wurde ihre Familie vor rassisch bedingten Anfeindungen aus Texas vertrieben und fand in dem kleinen Ort Lotus, Georgia Zuflucht bei Verwandten. Eine schwierige Zuflucht, denn die Eltern arbeiteten stets bis zur Erschöpfung und ihre Stiefgroßmutter verfolgt zumindest die kleine Cee mit unerbittlichem Groll und Abneigung. Nur sich selber sind die beiden nah. Eine Nähe, die zerstört wird, als Frank die sich bietende "Chance" nutzt, der Dorf- und Familientristesse zu entgehen und zusammen mit zwei Freunden in den Koreakrieg zu ziehen. Eine Chance, die natürlich keine wirkliche ist, denn Frank kommt als gebrochener, psychisch versehrter Mann zurück. Zaghafte Versuche des Neuanfangs werden immer wieder durch schwere Nervenkrisen zerstört. So ist er gerade in einer psychiatrischen Klinik, als ihn ein Notruf erreicht: "Komm und hilf deiner Schwester, sie stirbt!" Denn auch Cee hat bei dem Versuch, Lotus hinter sich zu lassen wenig Glück gehabt. So macht Frank sich auf den Weg quer durch die Vereinigten Staaten. Toni Morrison erzählt von dieser Reise und in vielen Rückblenden von der Kindheit, den Grauen des Koreakriegs, dem alltäglichen Rassismus in den 50er Jahren, den Verheerungen, die eine lieblose Kindheit anrichten kann, aber auch von Geschwisterliebe und Solidarität. Sie erzählt auch, wie die über Jahrhunderte eingeübte Duldsamkeit der Schwarzen zu Selbstverlust und Selbstverachtung führen kann. Reichlich viel Stoff für ein solch schmales Buch. Und so wurde Toni Morrison in der Kritik auch z.T. vorgeworfen, nicht mehr daraus gemacht zu haben. Für mich liegt der Reiz gerade in der Komprimiertheit. Sie schreibt klar, hart und poetisch zugleich, verwendet auch Märchenbilder und assoziative Bilderfolgen. Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass Frank neben der allwissenden Erzählstimme seine eigene Stimme bekommt. Er hakt ein, tadelt ("Du findest die Worte nicht."), besteht auf seine Sichtweise. Er fordert die Erzählerin auf: "Erzähl davon!" Toni Morrison wählt zum Schluss ein versöhnliches Ende. Wenn auch schwer, kehren die Geschwister schließlich heim. Auch das wurde ihr vorgeworfen. Für mich war das hoffnungsvolle Ende stimmig. Es rundete das Kreisen um das Kernproblem ab: die Spannung zwischen Fremdheit und Dazugehören, die wohl immer im Begriff Heimat liegt, auch wenn sie es einem nicht so schwer macht wie Frank und Ycidra. Außerdem sei ein hoffnungsvolles Ende und auch ein schmaleres Werk einer mittlerweile 83jährigen Autorin zugestanden. Zumal, wenn sie damit ein solch eindrückliches, berührendes Mosaikstück zu ihrem großen Werk hinzufügt.

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  • „Sie standen da wie Männer“

    Heimkehr
    Nina2401

    Nina2401

    26. May 2014 um 19:24

    Nach Hause kommen war für mich bisher immer ein schönes und positives Gefühl und hatte etwas Tröstliches. Für Frank Money ist es ganz anders. Er zog von Hause weg in den Krieg und kommt als gebrochener Mensch zurück. Mit seinen 24 Jahren wirkt er so viel älter. Er findet sich in seinem Leben nicht mehr zu recht. Gelegenheitsjobs halten ihn über Wasser, seine Beziehung ist am Ende. Die Sorge um seine jüngere Schwester Cee rüttelt ihn auf, gibt ihm die Kraft, sich auf den Weg nach Hause in das verhasste Lotus zu machen, um seine geliebte Schwester zu retten. Auch sie ist geflohen … vor der Gleichgültigkeit der Eltern, vor dem Hass der Großeltern … in eine Ehe, die von Anfang zum Scheitern verurteilt war. So lerne ich die Vergangenheit der Money-Geschwister aus verschiedenen Perspektiven kennen. Das Schicksal bringt die beiden Geschwister wieder zusammen, doch der Weg dahin ist steinig. Toni Morrison hat eine wunderschöne Sprache gefunden für diese traurige und ergreifende Geschichte und macht die schwere Kost damit etwas erträglicher. Trotzdem musste ich meinen Ohren immer wieder Hörpausen gönnen um dann erneut einzutauchen in eine Geschichte voller Elend, Misshandlung, Wut und Verzweiflung. Ein großer Teil ist in der Erzählerperspektive verfasst und wird von Doris Wolters vorgelesen. Sie hat sich hier wieder einmal selbst übertroffen. Sie liest so nuanciert, so gefühlvoll. Dieser Stimme muss man einfach zuhören und sie macht auch dieses Hörbuch zu etwas Besonderem. Einige Passagen werden von Frank in der Ich-Form erzählt und diese Passagen liest André Benndorff. Auch er hat mich überzeugt. Seine Stimme ist etwas härter als die seiner Mitstreiterin und wirkt auf mich noch eindringlicher. Er gibt der Seelenqual von Frank eine Stimme und auch das hat mich sehr beeindruckt. Toni Morrison erzählt sehr dicht und packt so viel in 160 Seiten bzw. drei CDs. Und dann … im letzten Drittel ... siegt die Zuversicht, Frank und Cee sind endlich angekommen … bei sich und auch in Lotus, der verhassten Heimatstadt. Und so ist das Nachhausekommen letztendlich auch hier schön … nach einem langen Umweg.

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  • Grundsätzlich gut

    Heimkehr
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    14. March 2014 um 21:26

    Grundsätzlich hat mir das Hörbuch gut gefallen, allerdings versucht die Autorin in dem doch recht kurzen Text sehr viele Themen unterzubringen, Kindesmibrauch, Depression, Kindesmißhandlung, Geldnot, Koreakriegsverteranen, posttraumatische Belastungsstörungen, Versuche am Menschen, das ist ein wenig viel für den Text und führt daher hier und da zu dem Gedanken, mußte das jetzt wirklich auch noch sein? Trotz dieses Gedanken wurde ich gepackt, gut unterhalten und vorallem berührt. Der Stil der Autorin ist ein sehr emotionaler und berührender, der Leser oder in dem Fall der Hörer fühlt sich mitten in der Geschichte, leidet und trauert, erschaudert und schämt sich. Dabei zeichnet sie grandiose Bilder, die man sich sehr gut im Geiste vorstellen kann und durch die man noch näher dabei ist. Ja, sie ist hier und da über das Ziel hinaus geschossen und hat immer noch einen drauf gelegt, aber mich hat das angesprochen. Es ist sicherlich kein schöner Text, aber aus meiner Sicht ein wichtiger. Hier und da hatte ich allerdings Probleme den Perspektivwechsel oder einen Zeitsprung zu bemerken, das war im Hörbuch nicht immer ganz so deutlich, war aber nicht dramatisch, da es aus dem Zusammenhang rasch klar wurde. Was mir allerdings gar nicht gefallen hat, war der männliche Sprecher. Während die Dame eine wirklich gute Leseleistung abgeliefert hat und stimmlich und sprachlich gut zur Geschichte paßte, fand ich den männlichen Part von der Stimme her einfach unangenehm. Seine Stimme macht häufig Zischlaute beim Sprechen, das fand ich hier einfach nicht passend und zu scharf. Das ist vermutlich Geschmackssache, mir hat der Sprecher nicht zugesagt. Der Text allerdings bleibt dennoch sehr reizvoll und regt zum Nachdenken an.

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