Tonino Benacquista Blut und Dollar

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Inhaltsangabe zu „Blut und Dollar“ von Tonino Benacquista

Giovanni Manzoni, Ex-Mafiaboss im Zeugenschutzprogramm, wird in die Provence umgesiedelt. Seine Frau Maggy hat in Paris ein Lokal eröffnet, die Kinder sind ausgezogen. Also ist er viel allein mit seinen Bewachern vom FBI und kann sich dem Schreiben widmen. Doch er hat keine Idee. Als Maggy ihm von den Schikanen des benachbarten Schnellrestaurants erzählt, hat Giovanni endlich einen Romanstoff. Eine tapfere Restaurantbetreiberin setzt sich mit allen Mitteln gegen die Übermacht einer Fast-Food-Kette zur Wehr: Nägel in der Pizza und Gift in der Tomatensoße. Giovanni lässt seiner mafiösen Fantasie freien Lauf. Und es ist nicht rohe Gewalt, sondern ihre Schilderung, die die Schurken zur Ordnung ruft. Denn nach der Lektüre des Romans ziehen sich die Betreiber des Schnellrestaurants ganz von allein zurück ...§§

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    Blut und Dollar
    Cleos_Buecherblog

    Cleos_Buecherblog

    25. November 2015 um 09:21

    Leider ist es ja oft so, dass einem ein Buch recht gut gefällt und – sobald der 2. Teil erschienen ist und man diesen gelesen hat – denkt: kann man machen, ist dann aber halt… nun ja.. nicht so gut. Leider auch passiert bei Tonino Benacquistas Blut und Dollar. Schon alleine der Titel des Fortsetzungsromans der Mafiakomödie Malavita hat mich würgen lassen. Gut, ich kann verstehen, dass sich der Original-Titel Malavita encore nicht so gut übersetzen lässt, aber Blut und Dollar – nach 352 Seiten fehlte mir da ehrlich gesagt der Bezug zwischen Titel und Handlung… Wo wir schon mal bei der Handlung sind: extrem mau bis gar nicht vorhanden. Man hatte das Gefühl, Benacquista hatte für den Nachfolgeroman unterschrieben und sich dann auf Gedeih und Verderb was einfallen lassen müssen. Wer hier wie im Vorgänger auf Mafiageschichten gehofft hat, die den Leser mitlachen, mit zittern und mit freuen lassen, wird leider enttäuscht. Die Familie Manzoni/Blake/Wayne gibt es an sich nicht mehr: Maggy ist nur noch am Wochenende da, da sie in Paris ihre berühmte melanzane alla parmigiana verkauft, Belle ist zum Studieren ausgezogen und Warren, angehender Schreiner lebt frisch verliebt mit seiner neuen Freundin zusammen. Das bedeutet zum Glück nicht, dass sich die ganze Aufmerksamkeit auf Fred beschränkt, der an seinem neuen Buch schreibt, aber es ist alles doch ziemlich auseinandergerissen. Jeder hat so sein Päckchen zu tragen, was allerdings dieses Mal äußerst fade daher kommt. Mir fehlte der Witz, die Spannung, die Spritzigkeit: alles tröpfelt recht einfallslos aneinandergereiht vor sich hin. Einzig und alleine der flüssige Schreibstil hat dazu geführt, dass ich das Buch nicht abgebrochen habe. Ich kann Blut und Dollar leider absolut nicht empfehlen und war nach Ende des Buches doch ziemlich enttäuscht; das wäre sicher auch besser gegangen!

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  • Zieht sich

    Blut und Dollar
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    09. June 2015 um 09:35

    Zieht sich „Zum Glück wird diese Hochstapelei ein Ende haben. Schon dein zweites Buch dreht sich im Kreis, du hast nichts mehr zu erzählen, deine Anekdoten sind nur noch Seitenfüller……..da bleibe ich ganz ruhig. Es wird kein drittes Buch von Laszlo Pryor geben“. So wirft es Tom Quint, der zuständige FBI Bereichs Leiter Fred Warren alias Laszlo Pryor und eigentlich Giovanni Manzoni, Ex-Mafia Größe und seit 12 Jahren im Zeugenschutzprogramm, kühl an den Kopf. Und trifft den Mann ins Mark. Der an einem einsamen kleinen Ort in Frankreich untergebracht ist. Dessen Frau eigene Wege in Paris geht und nur noch tageweise in die Villa kommt. Dessen beiden Kinder, aus unterschiedlichen Gründen, das Haus ebenfalls nur noch selten besuchen. Und, wenn man genau überlegt und andere Sequenzen des Buches hinzunimmt, könnte es fast sein, dass Benacquista eine Art Selbstschau hier abhält. Denn tatsächlich, das Buch selbst zeigt deutliche Längen auf, geht gerade in den ersten zwei Dritteln sehr langsam nur vor, richtet sich auf die einzelnen Personen, erzählt Nebengeschichten und, sogar, nutzt einige Seiten, um die Geschichte von Melvilles Moby Dick zusammengefasst zu erzählen. Und das nur, um späterhin Parallelen zu Manzoni zu ziehen, die auf den ersten Blick wenig mit den Ereignissen im Buch zu tun haben und eher indirekt zum Ende hin den „Kampf mit dem Wal“ und den „Untergang auf dessen Rücken“ beleuchten. Unbedingt viel zu erzählen ist, was Tempo, Spannung und Situationswitz des ersten Teiles angeht, nicht mehr. Zum Glück binden sich einige der Fäden, die zunächst eher unverbunden nebeneinander stehen (der Pizza Bäcker im Dorf, das Imbissgeschäft Livias, die Allergien des Agenten Peter und kleine Erinnerungen an alte Mafia-Kollegen zu einem Handlungsstrang am Ende dann zusammen, der ein wenig von der alten Energie Manzonis wieder ans Tageslicht bringt und mit dem überraschenden Ende doch für eine unterhaltsame Geschwindigkeit dann sorgt. An die humorvolle und besondere Darstellung samt umfassenden „Show-Down“ im vorhergehenden Band reicht dieses Fortsetzung allerdings bei Weitem nicht heran und fühlt sich in Teilen ebenso mühsam zu lesen an, wie Fred alias Laszlo alias Giovanni auf Seite 48 seines neuen Romans hängen bleibt oder wie er (nach dem Beschluss, endlich einmal ein Buch zu lesen) doch Zeit braucht, über den ersten Satz von Moby Dick („Ich bin Ismael“) hinauszukommen. Auch wenn das Ende des Buches eine gewisse Offenheit in sich trägt, nachdem der Leser nun in alle Mitglieder der Familie Manzoni umfassend eintauchen konnte und auch die beiden beteiligten FBI Leute breit ausgeleuchtet wurden und nachdem die „Wiederkehr des Mafiosi“ doch nur noch mit eher halbem Herzen im Buch erfolgt, sollte man die Geschichten um diesen Kronzeugen und die Seinen doch als weidlich auserzählt betrachten.

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