Tonino Benacquista Malavita

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Inhaltsangabe zu „Malavita“ von Tonino Benacquista

Im Schutz der Dunkelheit nahmen sie das Haus in Besitz …
Die amerikanische Familie Blake zieht in ein beschauliches Städtchen in der Normandie. Auf den ersten Blick wirken Fred, Maggie und ihre beiden Kinder harmlos, freundlich und hilfsbereit. Eine ganz normale Familie also? Nein, denn Fred ist in Wahrheit einer der ganz großen Mafia-Bosse von New York, der im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms in die Normandie umgesiedelt wurde. Doch weil es nicht wirklich seine Sache ist, sich unauffällig zu verhalten, fliegt die Tarnung bald auf …

Gutes Buch. Nur manchmal etwas anstrengend zu lesen. Nicht herausragend.

— Keri

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    Malavita

    Wassollichlesen

    17. January 2015 um 19:12

    Es gibt ein Thema, dass mich seit meiner frühsten Jugend sehr interessiert: die ehrenwerte Gesellschaft. Die Mafia. Oder ganz allgemein das organisierte Verbrechen. Nicht die Tatsache, dass das organisierte Verbrechen seit jeher im verborgenen agiert oder die Tatsache, dass sichdaran nie etwas ändern wird, finde ich bemerkenswert, sondern viel mehr, was für Menschen sich in dieser Halbwelt bewegen.Irgendwie kommt es mir so vor, als würde jeder in meinem Bekanntenkreis mindestens eine Person kennen, die jemanden kennt, der ein paar Sachengünstiger bekommt, weil sie irgendwo vom Laster gefallen sind. Was sind das für Typen?? Sind das auf absurdeweise kreative, charismatische Genies, die ihre gesamte Energie in illegale Aktivitäten lenken, weil sie einfach keine Möglichkeit hatten, in der legalen Gesellschaft  erfolgreich zu sein (meine Fresse, klingt das nach Hollywood Antihelden)?? Oder sind es in Wirklichkeit einfach manipulative, asoziale Soziopathen?? Was oder wie auch immer diese Gesellschaft ist, mich begeistern Filme (vor allem von Martin Scorsese), Zeitschriften, Bücher und auch diese spätabendlichen N24 und N-TV  Dokumentationen. Umso mehr habe ich mich also auch auf "Malavita" gefreut. Eine selbsternannte Mafiakomödie. Mal was anderes. Das Buch ist ganz witzig. Da hört man leider schon raus, dass es mich nicht vollends begeistern konnte. Ganz witzig ist das Äquivalent zu ganz gut. Mehr nicht. Es gibt hier und da Stellen, die sind wirklich gelungen. Da kommt das Grinsen über die absurden Szenen ganz von alleine. Die Familie und die FBI-Agenten vom Zeugenschutz sind auch durchweg sympatisch. Da gibt es "Fred", den Vater. Völlig von verborgener Enttäuschung von sich selbst und Selbsthass zerfressen, dass er, bis er eine alte Schreibmaschine findet, ein Leben als bademanteltragender Zombie führt. Seine Frau "Maggie", die das Beste aus der Situation macht, ihren Mann nichtsdestotrotz nach all den Jahren Exil verachtet und dabei selber nicht unbedingt gesetzestreu handelt.Die Kinder Belle und Warren. Bei Belle ist der Name Programm und er passt perfekt zum Exil in Frankreich. Warren ist meine Lieblingsfigur.Er manipuliert und eifert seinem Vater nach. Aber das bereits mit seinen jungen Jahren. Zum Brüllen!!Wie gesagt, es gibt einige wirklich gelungene, absurde Szenen und dazu einen gewissen vor Vorurteilen triefenden Fremdenhass gegenüber den Amerikanern, die das Buch zu einer Komödie machen. ABER: Das Buch erinnert mich mehr an aneinandergereihte Sequenzen, als an ein großes Ganzes, als an ein Buch. Und irgendwann kommt es, und hier zieht Benacquista eine tolle Verstrickung von Zufällen aus dem Hut, zum großen Showdown. Einfach so. Und dann ist Schluss. Fazit Der Weg für eine etwas andere Mafiageschichte war geebnet und eine gute Ausgangslage geschaffen. Das wars leider auch. Einige witzige Szenen reichen leider nicht aus, um als komplettes Buch zu begeistern.

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  • Hielt leider nicht, was ich mir davon versprach...

    Malavita

    parden

    HIELT LEIDER NICHT, WAS ICH MIR DAVON VERSPRACH... Achtung: Die Rezension bezieht sich auf das ungekürzte Hörbuch, das hier leider nicht gelistet ist! Im Schutz der Nacht zieht eine amerikanische Familie in ein Haus im malerischen Cholong-sur-Avre in der Normandie ein. Das Familienoberhaupt, Fred Blake, erzählt allen, er schreibe ein Buch. Seine Frau Maggie engagiert sich karitativ und ihre beiden Kinder gehen auf das örtliche Gymnasium. Auf den ersten Blick eine ganz normale Familie. Aber Fred heißt in Wahrheit Giovanni Manzoni und war einer der ganz großen Mafia-Bosse in den USA, bis ihn das FBI erst ins Zeugenschutzprogramm, dann nach Frankreich verfrachtete. Doch da er sich nicht gut darauf versteht, sich unauffällig zu verhalten, ist in der neuen Heimat Ärger vorprogrammiert. Die Geschichte entwickelt sich sehr gemächlich, so dass man nach und nach die einzelnen Familienmitglieder kennenlernen kann und ihre jeweils sehr spezielle Art und Weise, mit der besonderen Situation umzugehen. Dazu gehören irgendwie auch einige FBI-Agenten, die undercover in das Haus gegenüber eingezogen sind und nun alle Aktivitäten der Familie überwachen, und zwar Tag und Nacht. Zu der Familie gehört auch der Hund 'Malavita', der erstaunlicherweise aber kaum in Erscheinung tritt und meist nur als schlafendes Relikt im Heizungskeller sein Dasein fristet. Lediglich am Ende kommt 'Malavita' eine entscheidende Rolle zu, aber mehr wird hier natürlich nicht verraten. Auch wenn die Blakes sich bemühen, keine Aufmerksamkeit zu erregen, liegt es doch in ihrem Naturell, dass genau dies immer wieder passiert. Tonino Benacquista beschriebt die Charaktere sehr facettenreich, so dass sich der Leser/Hörer wirklich ein gutes Bild machen kann. Allerdings erzählt der Autor zu fast jeder Person, die die Geschichte auch nur ansatzweise streift, zumindest ein wenig an Hintergrund, was für mich bei der Vielzahl doch zeitweise zu Langatmigkeit führte und mich teilweise auch den Überblick verlieren ließ. Durch Auszüge aus Giovanni Manzonis Memoiren erfährt man außerdem so einiges über die Vorgeschichte das Mafia-Bosses. 'Intelligent, witzig, temporeich und voll schwarzen Humors' habe ich in einer Beschreibung zu dem Buch gelesen. Leider ließ der Roman diese Attribute für mich nur wenig erkennen, was ich sehr bedauerlich finde. An Tempo ließ es der Roman in meinen Augen komplett vermissen, und über einzelne Schmunzler hinaus sprach mich der Humor jetzt auch nicht so sehr an. Vielleicht liegt das in dem Fall tatsächlich auch an der gehörten Version. Der Sprecher (Gordon Piedesack) hat große Ähnlichkeit mit der Stimme von Christian Brückner, der u.a. die Synchronstimme von Robert De Niro darstellt - auch z.B. in dem Film 'Malavita'. Und diese Stimme kann nicht witzig vorlesen, sondern nur getragen und cool, und das hat Piedesack vollkommen verkörpert. Zusammen mit der Gemächlichkeit der Geschichte war mir das eben häufig leider zu langatmig und träge. Schade. Für mich hielt das Hörbuch daher leider nicht, was ich mir davon versprochen hatte. Aber als Verfilmung kann ich mir die Geschichte sehr gut vorstellen - und werde sie mir sicherlich auch bald einmal anschauen. © Parden

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    • 9
  • Wenn das Zeugenschutzprogramm auch nicht mehr hilft

    Malavita

    Palandurwen

    Die Blakes ziehen in ihr neues Heim ein, wie andere sich davon stehlen, um die Miete zu prellen: bloß keine Aufmerksamkeit erregen! Denn das ist die einzige Möglichkeit, wie sich Vater Fred, Mutter Maggie und die beiden Kinder Belle und Warren schützen können - schützen vor ihrem alten Leben, schützen vor den Konsequenzen, die eine Entscheidung des Vaters nach sich ziehen, schützen vor der New Yorker Mafia. In Wahrheit verbirgt sich nämlich hinter dem vermeintlichen amerikanischen Schriftsteller Fred Blake, der ein Buch über die Landung der Alliierten in der Normandie schreibt, einer der großen Bosse der Cosa Nostra namens Giovanni Manzoni, welcher mit seiner Familie im Rahmen des Zeugenschutzprogrammes vom FBI in eine unscheinbare französische Kleinstadt verfrachtet wurden.  Derart entwurzelt fällt es der Familie nicht leicht, wieder Fuß zu fassen: Maggie versucht als Wohltäterin in der Gemeinde Abbitte zu leisten, ihr Sohn Warren tritt derweil unentdeckt, aber doch erfolgreich in die Fußstapfen des Vaters und wird eine Art Pate auf dem Schulhof. Seine Schwester Belle - eine wahre Schönheit, welche sofort allen den Kopf verdreht - wendet ihre Vorzüge ebenfalls erfolgreich an, um sich zurecht zu finden. Lediglich Fred kann sich mit der Situation, die er ja selbst verschuldet hat, nicht abfinden. Und obwohl drei FBI-Agenten stets bemüht sind, den Ex-Mafia-Boss unter Kontrolle zu halten, gelingt es Giovanni Manzoni doch immer wieder hervorzukommen und Unruhe zu stiften. Dass die Tarnung also nicht lange hält, ist nicht weiter verwunderlich... Ich habe mich auf diesen Roman sehr gefreut, wurde er doch von Kritikern vollmundig gelobt, als intelligent, witzig, temporeich und voller schwarzem Humor. Klingt wie gemacht für mich - allerdings muss ich ehrlich sagen, habe ich genau diese Attribute irgendwie auf den 304 Seiten nicht wirklich ausfindig machen können. Leider, wie ich finde, verspricht doch der Plot so viel! Denn das muss man dem Buch lassen: Die Figuren sind eigentlich sehr rund und interessant. Gerade Fred, der es nicht einsieht, dass er nicht das Opfer, sondern der Schuldige ist. Es wird viel Input in ihn gelegt - das jedoch meiner Meinung nach noch nicht erschöpfend genutzt wird. Seine psychologische Unausgeglichenheit und sein Sturkopf, die Situation anzunehmen, werden zwar angedeutet, aber es hätte noch viel weitreichender und feiner gezeigt werden können. Da kommt seine Frau Maggie schon wesentlich voller daher. Ihre emotionale Lage wird gut nachvollziehbar gestaltet. Wenn sie nach einer erneuten ärgerlichen Situation eher die Nähe zu den FBI-Agenten im Haus gegenüber sucht, als sich mit ihrem Ehemann auszusprechen, dann zeigt es den in ihr tief gehegten Groll ihrem Mann gegenüber. Ähnlich rund kommt auch der Sohn daher, welcher den Namen Manzoni wieder reinwaschen will und die Fehler seines Vaters wütend betrachtet, aber seinem ehemaligen Glanz einfach nicht widerstehen kann. Etwas blass jedoch bleibt schließlich die Tochter. Ihre innere Situation wird nicht ganz klar, sie bleibt meiner Meinung nach etwas oberflächlich.  Und dann? Dann plätschert der Roman so vor sich hin. Die Handlung bietet vieles an, das Potential wird jedoch nicht genutzt. Ich musste kein einziges Mal wirklich lachen, ich habe mich durch manche Kapitel regelrecht durchgequält, da ich sie einfach nicht amüsant und auch kein Stück temporeich empfand. Sprachlich ist es okay, aber nicht sonderlich raffiniert. Und leider Gottes trat mal wieder das ein, was ich oft beim Lesen oder Fernsehen habe: Ich wusste am Anfang eines Kapitels schon, was passieren würde.  Nicht gerade spektakulär, sondern einfach nur irritierend fand ich das Ende. Denn während die zwischendrin eingeschobenen Passagen der von Fred verfassten Memoiren ganz nett sind, ist der scheinbar ebenfalls von ihm verfasste Erinnerungstext des letzten Kapitels einfach nur seltsam, da man nicht weiß, warum er das jemals aufgeschrieben hat. Es ist mir persönlich zu zusammenhangslos. Eine wirklich schöne Entwicklung am Ende ist jedoch die des Sohnes. Das hat mich beim Lesen tatsächlich gefreut. Mein Fazit: Schlecht ist der Roman nicht. Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass ich ihm auch nicht das Prädikat "gut" oder "amüsant" geben kann. Bei mir reicht es leider nur zu einem "nett". Ich bereue es nicht, Benacquistas Werk gelesen zu haben, glaube aber, dass der Roman einiges verschenkt hat. Schade.

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    • 3

    Palandurwen

    11. May 2014 um 11:57
  • Eine ganz normale Familie?

    Malavita

    Igelmanu66

    „Eine Hand, die sich auf seine Schulter legte, riss ihn aus seiner Träumerei. Sie gehörte weder einem Aufseher noch einem Lehrer. … Sie gehörte einem Jungen, etwa einen Kopf größer als er. Er hatte zwei Kumpel, die in zu großen Klamotten steckten, zur Verstärkung mitgebracht. … „Was wollt ihr von mir?“ „Du bist Amerikaner. Du hast Kohle.“ „Kommt zur Sache. Wie funktioniert euer Business?“ „Was machen deine Eltern?“ „Das geht euch einen feuchten Dreck an. Aber wer seid ihr? Schutzgelderpresser? Arbeitet ihr mit System oder eher wahllos? Wie viele seid ihr? Drei, sechs, zwanzig? In was reinvestiert ihr das Geld?“ „…?“ „Management und Organisation gleich null. Dacht‘ ich’s mir doch.““ Mit Warren legt man sich besser nicht an. Genauso wenig wie mit seiner Schwester. Oder seiner Mutter. Und erst recht nicht mit seinem Vater. Dieser hat den größten Teil seines Lebens als Giovanni Manzoni gelebt und war einer der ganz großen Mafia-Bosse in den USA. Bis er eines Tages in die Fänge des FBI geriet und sich bereit erklärte, im Prozess gegen „den Boss der Bosse“ auszusagen. Seit dieser Zeit ist auf seinen Kopf ein Preis von 20 Millionen Dollar ausgesetzt und Manzoni, der nun Fred Blake heißt, kommt mit seiner Familie in den Genuss eines Zeugenschutzprogrammes. Tag und Nacht werden sie von FBI-Agenten bewacht. Diese sollen nicht nur die Blakes vor der Rache der Mafia schützen sondern möglichst auch die Bevölkerung vor den gelegentlichen Rückfällen Freds. Ein Ding der Unmöglichkeit. Ich hatte beim Lesen einen Riesenspaß! Herrlich geschrieben mit reichlich schwarzem Humor gibt es immer wieder Szenen, die an „echte“ Mafiabücher oder –filme erinnern. Nehmen wir mal folgende Stelle: „Ungefähr zehn Jungs aus allen möglichen Klassen saßen auf einer weißen Linie, die ein Völkerball-Spielfeld markierte; sie warteten geduldig vor einer Bank. Auf der saß als Einziger Warren, die Arme auf der Rückenlehne ausgestreckt. Er wirkte ein wenig müde, war aber dennoch voll konzentriert. Der einzige Junge, der stand, war der Bittsteller. Er sah Warren nicht in die Augen, sondern blickte zu Boden. … Die anderen warteten darauf, auch an die Reihe zu kommen.“ Warren ist - nebenbei gesagt - erst 13 Jahre alt. Und das folgende Gespräch zwischen den beiden ist wirklich ein Brüller! Das trifft übrigens auch auf die Memoiren zu, die Fred in seiner neuesten Tarnung als Schriftsteller schreibt. Das Ganze endet in einem furiosen Showdown und auch Malavita bekommt am Ende seine Vendetta. Wer Malavita ist? Am besten selbst nachlesen. Spaß ist garantiert.

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    • 2

    Arun

    02. March 2014 um 12:39
  • Rabenschwarze Mafia-Story!

    Malavita

    Havers

    27. February 2014 um 13:15

    Hand aufs Herz – wenn es darum geht, einen Mafioso in einer Komödie zu besetzen, wem fällt da nicht Robert De Niro ein? Mein erster Gedanke war das auf alle Fälle, als ich den Klappentext las, und offenbar dachten sich das auch die Casting-Agenten in Hollywood, denn verfilmt wurde diese Mafia-Komödie von Luc Besson mit den hochkarätigen Hauptdarstellern Robert de Niro, Michelle Pfeiffer und Tommy Lee Jones. Familie Blake zieht um, und zwar aus den Vereinigten Staaten nach Europa, genauer nach Frankreich, und noch genauer nach Cholong-sur-Avre in der Normandie. Der Umzug erfolgt nicht ohne Grund, denn Vater Fred alias Giovanni Manzoni, Ex-Mafiaboss, hat während eines Prozesses gegen die „ehrenwerte Familie“ ausgesagt und wird daraufhin samt Maggie, seiner Frau, und den Kindern Belle und Warren in ein Zeugenschutzprogramm aufgenommen und umgesiedelt, damit er aus dem Fokus der Mafiakiller verschwindet. Aber – andere Länder, andere Sitten, und so verläuft die Eingewöhnungsphase der Blakes nicht ohne Probleme, obwohl ihnen drei Helfer der US-Regierung vor Ort unterstützend zur Seite stehen. Immer wieder geht das italienische Temperament nicht nur mit Fred sondern auch mit seiner Frau Maggie durch, und auch Sohn Warren und Tochter Belle bleiben alles andere als unscheinbar. Und so bleibt es nicht aus, dass ihnen plötzlich doch die Mafia auf den Fersen ist und in der französischen Kleinstadt auftaucht, um eine alte Rechnung zu begleichen. Tonino Benacquista, Autor und Sohn einer italienischen Einwandererfamilie, hat mit „Malavita“ eine rabenschwarze Mafiastory geschrieben, die von ihren herrlich skurrilen Charakteren sowie den bis an die Schmerzgrenze überzeichneten Situationen des täglichen Lebens der Familie Blake in einem anderen Kulturkreis lebt. Einerseits ist allen vier Manzonis eine gehörige Portion Arroganz anzumerken, gepaart mit dem Wissen, dass man sich lieber nicht mit ihnen anlegen sollte, andererseits wissen sie, dass Unauffälligkeit angesagt ist, um ihre Tarnung im Zeugenschutzprogramm nicht auffliegen zu lassen. Aus diesem Widerspruch, gepaart mit pointierten, messerscharfen Dialogen, bezieht „Malavita“ seine Komik. Ein Mafia-Thriller der anderen Art - mit einer klaren Leseempfehlung meinerseits!

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  • Super - auch zum Schmunzeln :)

    Malavita

    -Anett-

    15. February 2014 um 18:56

    bei Nacht und Nebel zieht eine amerikanische Familie in ein kleines Häuschen im unscheinbaren französischen Ort Cholong-sur-Avre. Die Familie Blake ist aber nicht das, was sie zu sein scheint. Denn der familienvater ist niemand geringeres als der Mafia Boss Giovanne Manzoni, dieser wurde durchs FBI gefasst und er packte da gewaltig gegen die Mafia aus. Nun ist er mit seiner familie im Zeugenschutzprogramm des FBI und eigentlich sollen sie sich bedeckt halten. Aber Giovani kann gar nicht anders, bei einem Filmabend scheint alles ausser Kontrolle zu geraten. Aber auch seine Frau und die beiden Kinder können nicht einfach so im versteck leben, ohne richtige Anerkennung. Und so gehen alle ihren eigenen Weg und irgendwann kommt es, wie es kommen musste.... Das Buch lies sich so gut lesen und es hat so einen Spaß fgemacht. Es hat so einen rabenschwarzen Humor, der fein verteilt ist und selbst wenn man denkt, Giovanni schreibt aus seinem "Mala Vita" - seinem "bösen Leben", so ist auch das kaltschnäutzig und voller Witz. Das Buch wurde bereits verfilmt mit Darstellern wie Robert De Niro, Michelle Pfeiffer und Tommy Lee Jones. Schon das alleine machte das Buch lesenswert, denn von Anfang an hatte ich die Bilder im Kopf und konnte mich in alle Schauplätze gut hineindenken. Ein gelungenes Buch voller schwarzen Humors und einer chaotischen Mafia Familie, die einfach nicht mit ihrer Mafia vergangenheit abschliessen kann. Auf jeden fall kann ich das Buch guten gewissens weiter empfehlen! Deswegen bekommt es auch von mir 5 Bücher:

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  • Bloß nicht auffallen!

    Malavita

    HeikeM

    10. February 2014 um 10:54

    Gleich vorweg, die Verfilmung dieses Romans kenne ich nicht, allerdings bin ich durch das Bewerben des Films auf dieses Buch aufmerksam geworden. Im Schutz der Dunkelheit beziehen die Blakes im französischen Cholong-sur-Avre ihr neues Haus. Sie scheinen eine ganz normale Familie zu sein. Fred, der Vater, ist Schriftsteller; Maggie, die Mutter, engagiert sich ehrenamtlich für wohltätige Zwecke und die Kinder, Belle und Warren, besuchen die örtliche Schule. Sie versuchen sich mit aller Kraft im Ort zu integrieren, um so normal wie möglich zu erscheinen und scheuen dafür weder Aufwand noch Geld. Aber die Wirklichkeit ist eine andere. Hinter Fred Blake verbirgt sich Giovanni Manzoni. Dieser war einer der der ganz großen Mafia-Bosse, der an der Ostküste der USA sein Reich aufgebaut hatte. Aber er wurde geschnappt und hat gesungen. Deshalb wurde die Familie, einschließlich des Hundes, der bezeichnenderweise Malavita genannt wird, in das Zeugenschutzprogramm aufgenommen und im Rahmen dessen nach einigen anderen Zwischenstationen in der Normandie untergebracht. Aber so sehr sie versuchen, ein unauffälliges Leben zu führen, so wenig gelingt es ihnen. Auch der Schutz des FBI's kann sie nicht vor dem Auffliegen bewahren. So reicht ein einziger Artikel in einer Schülerzeitung aus und es kommt, wie es kommen muss... Gemächlich beginnt Tonino Benacquista seine Geschichte um die Familie Blake/Manzoni. Sie erscheint dem Leser zunächst ganz normal, die netten Nachbarn von nebenan eben. Nach und nach wird aber immer deutlicher, dass sich hinter den Blakes eigentlich eine Mafia-Familie verbirgt. Mit viel schwarzem Humor und der Verwendung der hinlänglich bekannten Klischees nimmt die Handlung Fahrt auf ohne dabei platt zu wirken. Die Personen sind in ihrer Widersprüchlichkeit gut charakterisiert und in Szene gesetzt. Besonders Fred war für mich der große Sympathieträger. Ich hätte nicht erwartet, dass ein Roman über eine sich im Zeugenschutzprogramm befindende Mafioso-Familie, angerichtet mit einer guten Portion Witz, Ironie und fast schon an Slapstick grenzenden Aktionismus, mich so gut unterhalten würde. Ich habe mich bei der Lektüre sehr gut amüsiert. Dieser Roman ist sehr leicht und schnell zu lesen, man will einfach wissen, wie es mit der ehrenwerten Familie weitergeht, weil man ahnt, gut kann das nie im Leben ausgehen. Mein Fazit: Dieser temporeiche, mit schwarzem Humor gespickte Roman hat mich durchgehend gut unterhalten. Er brachte genau das richtige Maß an Witz, gut konstruierter Geschichte und erzählerischem Können für genüssliche Lesestunden mit. „Malavita“ ist ein wirklich netter Roman um vom trockenen Alltagsgeschehen abzuschalten und den Feierabend zu genießen.

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  • Eine schrecklich nette Familie

    Malavita

    Bellexr

    03. January 2014 um 12:30

    Das ruhige Örtchen Cholong-sur-Avre in der Normandie erhält Zuwachs. Spätabends zieht die vierköpfige Familie Blake in ihr kleines Häuschen ein. Mutter Maggie engagiert sich sofort bei der örtlichen Gemeindearbeit, die Teenagerkinder Belle und Warren besuchen die nahegelegene Schule und Vater Fred Blake verbringt seine Zeit mit dem Schreiben eines Buches. Eine nur einfach nette Familie? Weit gefehlt. Die Blakes sind im Zeugenschutzprogramm der USA. Fred Blake alias Giovanni Manzoni war in Newark ein großer Mafiaboss, der gegen andere Mafiosi ausgesagt hatte. Klar, dass diese auf Rache aus sind. Doch die regelmäßigen Umzüge verwischen immer wieder die Spuren der Familie, bis eines Tages der Zufall den Mafiosi in den USA zur Hilfe kommt.   Tonino Benacquista lässt es langsam angehen in seiner Mafia-Komödie. So nach und nach stellt er einem seine vierköpfige Familie vor, wobei die Hauptfigur Fred Blake anfangs eher ein wenig unscheinbar bleibt. Doch dies ändert sich bald. Denn Blake ist keiner, der lange ohne Aufmerksamkeit auskommt, was fatal für Menschen im Zeugenschutzprogramm ist. Per Zufall entdeckt der ehemalige Mafia-Boss im neuen Haus eine alte Schreibmaschine und beginnt fortan seine Memoiren zu schreiben. Hierdurch erfährt der Leser auch so nach und nach die Gründe dafür, warum die Blakes sich nun im Zeugenschutzprogramm befinden. Den Nachbarn erzählt Blake allerdings, dass er ein Buch über die Landung der Alliierten schreibt. Ein Schriftsteller in der Nachbarschaft! Die Einwohner von Cholong-sur-Avre sind begeistert. Als dann auch noch ständig bräunliches Wasser aus den Leitungen des Hauses läuft, nimmt das Schicksal endgültig seinen Lauf.   Rabenschwarzer Humor zeichnet diese Komödie aus. Da ist es auch ganz normal, dass Mutter Maggie, als sie mitbekommt, wie der Besitzer des kleinen Supermarktes über die Esskultur der Amerikaner herzieht, seinen Laden kurzerhand in Flammen aufgehen lässt. Einer italienischen Mama zu unterstellen, sie könne nicht kochen, nur weil sie nach Erdnussbutter gefragt hat! Das geht gar nicht! Auch die Kinder Belle und Warren finden sich schnell in ihrer neuen Umgebung zurecht und gerade Warren träumt schon davon, der nächste Mafia-Boss zu werden. Dafür geht der 14-jährige sehr geschickt vor. Aber auch der wunderschönen 17-jährigen Belle kann in der Schule niemand etwas vormachen. Selbstbewusst marschiert die junge Dame durchs Leben.   Auch wenn die Blakes sich bemühen,  jeder Aufmerksamkeit aus dem Weg zu gehen, liegt es einfach in ihrem Naturell, genau diese zu erregen. Und so ist das Ende ihres Aufenthaltes in Cholong-sur-Avre einfach nur eine Frage der Zeit. Locker, leicht und herrlich verschmitzt erzählt der Autor das Leben der Familie Blake in der Normandie. Und mit jeder Seite, die man umschlägt wird die Geschichte spannender und unterhaltsamer bis sie dann auf die unvermeidliche Katastrophe zusteuert.   Seine Charaktere beschreibt Tonino Benacquista interessant und facettenreich. Maggie ist eine typische italienische Mama, die gerne ihre Familie mit neuen italienischen Gerichten überrascht, sich an Wohltätigkeitsveranstaltungen beteiligt und sich schnell in die Gemeinschaft des Ortes einlebt. Da das Buch bereits verfilmt wurde, hatte ich zwar Michelle Pfeiffer immer vor Augen, aber so recht übereinstimmen wollte sie mit der Beschreibung der Maggie im Buch dann doch nicht. Ganz anders sah es da wieder bei Fred Blake aus. Dieser ist eher ein wenig wortkarg, verkriecht sich am liebsten im Bademantel den ganzen Tag mit grimmiger Miene hinter seiner Schreibmaschine und taut nur auf, wenn er sich der Aufmerksamkeit seiner Umgebung sicher ist. Dann kann Blake die tollsten, aberwitzigsten Geschichten erzählen. Sehr zum Leidwesen der FBI-Beamten, die ständig in seiner Nähe sind. Und wehe, ein Nachbar reizt ihn einmal, da kommt der Mafia-Boss an die Oberfläche. Eine Paraderolle für Robert de Niro.   Fazit: Ein Zeugenschutzprogramm der etwas anderen Art, eine Mafia-Komödie versehen mit rabenschwarzen Humor und locker-leicht erzählt.

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  • Legt euch nicht mit den Blakes an

    Malavita

    Kerry

    21. December 2013 um 01:33

    In einer Nacht- und Nebelaktion ziehen Frederick "Fred" und Maggie Blake mit ihrer 17-jährigen Tochter Belle, ihrem 14-jährigen Sohn Warren und ihrem Australischen Schäferhund Malavita nach Cholong-sur-Avre in der Normandie. Fred gedenkt ein Buch über die Landung der Alliierten in der Normandie zu schreiben, Maggie ist Hausfrau und Mutter, die sich ebenfalls in Wohltätigkeitsaktionen engagiert und die Kinder gehen noch zur Schule. Eigentlich eine ganz normale Familie - eigentlich. Vor sechs Jahren mussten Giovanni und Livia Manzoni fluchtartig ihr heimatliches Domizil in Newark, New Jersey, verlassen, ja schlimmer noch, sogar aus Amerika mussten sie fliehen, denn Giovanni hat das noch nie dagewesene getan: der Mafia-Boss hat vor Gericht ausgesagt und somit die Cosa Nostra und deren Familien öffentlich bloßgestellt bzw. dafür gesorgt, dass viele von ihnen hinter Gittern landeten. Seitdem leben sie als Familie Blake in Frankreich, leider auch hier immer wieder an wechselnden Orten, da Fred das Zeugenschutzprogramm immer wieder mit seinen Aktionen unterwandert. Der für die Familie Blake zuständige FBI-Agent Thomas Quintiliani hat somit seit mehr als sechs Jahren alle Hände voll zu tun. Die Blakes versuchen wirklich, sich in Cholong-sur-Avre zu integrieren, aber die Einheimischen machen es ihnen nicht unbedingt leicht. So kann es schon einmal vorkommen, dass nach einem Besuch im örtlichen Supermarkt das Schaufenster in Flammen steht (legt euch nicht mit Maggie an), Jungs mit gebrochenen Nasen zurückbleiben (legt euch nicht mit Belle an), Handwerker mit gebrochenen Armen in der Notaufnahme landen (legt euch bloß nicht mit Fred an) und mafiaähnliche Strukturen in der Schule herrschen (Warren hilft immer wieder gern). Wider erwartend gelingt es Familie Blake dann doch, sich einzuleben - doch wie lange kann eine Mafiafamilie wirklich unerkannt leben, ohne dass ihre Verfolger ihnen auf die Schliche kommen? Legt euch nicht mit den Blakes an! Der Plot wurde ausgesprochen erfrischend und abwechslungsreich gestaltet und ganz ehrlich, ich kann verstehen, warum die Figuren so gehandelt haben, wie sie es taten, ich hätte es wahrscheinlich in deren Situation nicht anders gemacht. Die Figuren wurden facettenreich erarbeitet, wobei gerade die Figur des Fred sehr tiefgründig entwickelt wurde, was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass dieser seine Memoiren schreibt. Den Schreibstil empfand ich als ausgesprochen angenehm zu lesen, sodass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Abschließend kann ich sagen, dass dieses Buch mir herrliche Lesestunden und ein vergnügliches Kopfkino bereitet hat. Jetzt bin ich am überlegen, ob ich mir nicht doch die entsprechende Verfilmung anschauen sollte.

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  • Jeder kann bei der Mafia sein

    Malavita

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. December 2013 um 11:06

    Die Nachbarn ahnen nicht, dass sich die Familie Manzoni alias Blake in einem Zeugenschutzprogramm des FBI befindet und immer wieder umziehen muss, wenn sich meist das Familienoberhaupt mal wieder zu auffällig verhalten hat. Die Nachbarn ahnen auch nicht, dass sich hinter dem Familienvater und angeblichen Schriftsteller ein ehemaliger Mafia-Boss aus den Vereinigten Staaten verbirgt. So hat jedes einzelne Familienmitglied mit der Mafiavergangenheit und der momentanen Situation zu kämpfen. Maggie engagiert sich über die Maßen bei wohltätigen Projekten, Belle versucht sich in ihrer Schule einzuleben, Warren baut sein eigenes kleines Imperium in der Schule auf und trauert um seine betrogene Karriere als Mafioso und Fred schreibt seine Memoaren und versucht sich als harmloser Bürger in die Gesellschaft zu integrieren. Und während alle mit ihren eigenen Herausforderungen des Alltages beschäftigt sind, steht plötzlich der Rest der Familie Manzoni vor der Tür. Doch was wollen sie? Rache nehmen für den Verrat oder Versöhnung?  Fazit: Die Geschichte ist temporeich, sehr unterhaltsam und erinnert den Zuhörer an eine Mafiakomödie aus dem Fernsehen. Wenn man dem Sprecher, dessen Stimme wirklich sehr der deutschen Synchronstimme Robert DeNiros ähnelt, zuhört hat man gleich die typischen "Mafiaszenen" im Kopf. Eine sehr gute Wahl des Verlages gerade ihn als Sprecher für das Hörbuch auszuwählen. In Bezug auf die Handlung gefiel mir besonders die Situation zu Beginn der Geschichte, als Belle von zwei Schulkameraden nach Hause gefahren werden soll. Die beiden Jungs halten in einem Wald und versuchen das Mädchen zu bedrängen. Doch Belle ist nicht so wehrlos wie die beiden jungen Männer vermuten und schlägt sie kurzer Hand nieder. Sehr amüsant! Es ist interessant zu beobachten, wie jedes Familiemitglieder mit dem Alltag "sich in einem Zeugenschutzprogramm zu befinden" umgeht und welchen Einfluss die frühere kriminelle Vergangenheit auf das aktuelle Handeln des Einzelnen hat. Die Stellen in der Geschichte, an denen Fred sich gedanklich mit seiner Vergangenheit beschäftigt haben mir persönlich nicht so gut gefallen.. Diese Ausführungen wirkten im Hörbuch langatmig und eher anstrengend, so dass ich mich über einen Situationswechsel in der Geschichte immer sehr freute. Dennoch kann ich das Hörbuch allen empfehlen, die Spaß an skuriellen Mafiakomödien haben.

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  • Eine Mafia-Komödie mit Lach-Garantie

    Malavita

    SharonBaker

    14. November 2013 um 21:05

    Es ist Nacht im kleinen französischen Städtchen Cholong-sur-Avre, als eine vierköpfige Familie ihr neues zu Hause in beschlag nehmen. Maggie die Ehefrau und Mutter geht voran und verscheucht alles Ungetier, dann folgen die Kinder, Belle, sie sucht das schönste Zimmer und Warren prüft welches die meisten Steckdosen hat, um sein Imperium wieder auf zu bauen. Erst dann schlürft Fred, das Oberhaupt der Familie ins Haus und schaut ob sich der Hund schon ein Plätzchen gesucht hat. Im ersten Moment eine ganz normale und unauffällige Familie. Aber warum brennt der Supermarkt als Maggie da einkaufen war und sich böse Sprüche über Amerikaner anhören musste? Warum liegen zwei Schulboys verkrampft auf den Boden, nachdem sie Belle angemacht haben? Warum kuschen alle bösen Buben in der Schule vor Warren? Und wieso gibt sich Fred, ein Mafia-Boss, als Schriftsteller aus? Alles ganz einfach, diese Familie steckt im Zeugenschutzprogramm und macht es ihren Beschützern nicht gerade einfach. Denn wie hat es diese Familie nur hinbekommen, die Tarnung auffliegen zu lassen? Als ich zum allerersten Mal dieses Cover gesehen hatte, musste ich mir direkt die Inhaltsangabe durchlesen. Dieses rot sprang mich sofort an und dieser Grill mit dem Revolver zwischen dem Fleisch, war einfach witzig gemacht und mein Interesse geboren. Ich finde das Buch ist erstmal verdammt gut in Szene gesetzt, aber dann las ich auch noch eine Mafia-Komödie und das versprach mir doch köstliche Lesestunden, die ich auch bekommen habe. Wir haben ihr wunderbaren rabenschwarzen und sehr unterhaltenden Humor. Eine Familie die durch ihre Art schon allein auf sich aufmerksam macht und dadurch auffällt. Jeder für sich muss mit der Situation des neuen Umfeldes klar kommen und man merkt schnell, dass dies nicht so einfach ist. Maggie liebt zwar immer noch ihren Mann, aber sie findet auch das er sie ins Verderben gestürzt hat und so opfert sie sich für wohltätige Zwecke auf. Belle die ihre Schönheit lebt und eine reine Seele hat, findet ihr momentanes Leben als eine reine Verschwendung. Warren ist seinem Vater sehr böse, dass er seine Mafia-Familie verraten und ihn so um sein Erbe gebracht hat. Also lebt er dies in seinem kleinen Imperium in der Schule aus und träumt von einer Zukunft im Schoße der Familie. Fred fühlt sich von allen verlassen und seiner Männlichkeit beraubt, dazu kommt noch, dass seine Familie ihn als Sündenbock der momentanen Situation sieht. So entschließt er sich seine Memoiren nieder zuschreiben und schwelgt in alten Zeiten. Aber manchmal kommt auch noch der alte Giovanni Manzoni durch und bringt seine Bewacher in schwierige Situationen. In dieser Ausgangsposition wollen alle ihr eigenes Leben in Angriff nehmen, doch dann passiert das Unfassbar und die alte Familie steht vor der Tür, natürlich mit einem kleinen Waffenarsenal. Trotz ihrer Differenzen und Enttäuschungen in ihrer kleinen Familie, siegt der Stolz, ein Manzoni zu sein und lässt so alles hinter sich, um wieder zusammenzuhalten. Ein herrlicher Mafia-Klamauk mit witzigen Momenten und einigen Lachern. Aber auch die Sicht von Giovanni in sein altes Leben waren spritzig geschrieben und lassen so einige alte Klassiker im Kopf durchlaufen. Auch die Agenten sind super gut gelungen und machen das ganze noch Runder. Als ich die Besetzung vom Kinofilm las, waren in meinen Kopf die Gesichter vergeben und passten perfekt zusammen. Ich hatte riesigen kriminellen Spaß.

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  • Mafioso im (Un-) Ruhestand

    Malavita

    michael_lehmann-pape

    25. October 2013 um 14:34

      Spätestens seit Tony Soprano weiß der geneigte Zuschauer, dass New Jersey, der „Hinterhof New Yorks“  ein Tummelplatz der der Mafia zumindest einmal war. Und auch Giovanni Manzoni gehörte dazu. Als einer der Bosse. Unangreifbar, skrupellos, reich.   Aber in gewisser Form ist Manzoni auch eine „ehrliche Haut“. Zumindest besitzt er genügend Arroganz, um auf Dauer gar keine Lust zu haben, sich hinter Büschen zu verstecken und sein Licht unter den Scheffel zu stellen. Das „Mala Vita“, das „böse Leben“, das steckt nun einmal in ihm drin. Von den Loyalitäten bin hin zu manchen „Arbeitssitzungen“, die per Hammer und Bohrer oder in Kühlhäusern mit unliebsamen „Geschäftspartnern“ vollzogen wurden.   Und da er gerne vor allem sich darstellt, was liegt näher, den eigenen Hund (aschgrauer australischer Schäferhund)  „Malavita“ zu nennen und mit diebischem Vergnügen damals schon über die Straßen New Jerseys jeweils laut nach seinem Hund zu rufen.   Im Übrigen ein ruhiges Tier, der Hund. Wenn man ihn nicht reizt. Aber auch jene Figur in der Geschichte, die entscheidende Bedeutung für den Fortbestand der Familie erhalten wird.   Denn, Loyalität hin oder her, Manzoni ist am Fliegenfänger. Hatte sich als Kronzeuge zur Verfügung gestellt hat. Was dem ein- oder anderen Mafiosi mehrfach Lebenslänglich eingebracht hat. Was die „Familie“ natürlich nicht durchgehen lassen kann.   So befindet sich Manzoni mit seiner Frau und seinen beiden aufgeweckten Kindern aktuell innerhalb des Zeugenschutzprogramms des FBI in einem kleinen Ort in der Normandie. Aber auch hier wird Manzoni nicht lange wirklich an sich halten können. Was sich schon beim „Willkommens Barbecue“ der Familie andeuten wird. Der Mann findet sich einfach gut, höchstens ein wenig von der Welt missverstanden. Aber das kann man ja gerade rücken.   Wobei es dann letztlich ein doch arg konstruierter Zufall ist (der im Buch definitiv viel zu breit ausgewalzt wird), der dann doch die Jäger auf seine Spur bringen wird. (Hier allerdings wäre es schöner gewesen, diesen Part des Buches wesentlich zu straffen und lieber noch mehr an umwerfend charmanten „Verhaltensgeschichten“ der Familie auszubauen. Was dann aber auch die einzige Kritik an diesem flüssig zu lesenden Roman ist).   Bis dahin aber (und bis zum dann fast episch im Stile alter Western gestaltetem und plastisch geschildertem) Finale des Buches steht dem Leser eine höchst vergnügliche Lesereise mit trockenem, ironischem Humor und ausgefeilten Figuren gegenüber.   „Al Capone sagte immer: Mit einem netten Wort und einer Pistole erreicht man mehr, als mit einem netten Wort allein“.   Während Manzoni auch in Bezug auf die mangelnde Qualität des Trinkwassers vor Ort diesen Spruch beherzigt, beginnt er, in melancholischer Betrachtung, sich als Schriftsteller zu versuchen und den Chef seiner „Beschützer“, Agent Quintiliani, Tag für Tag zur Weißglut zu treiben. Wobei der ein oder andere Hammer gegenüber einem arroganten Handwerker ebenso heimlich geschwungen werden wird, wie ein „Familienbesuch“ eigentlich der Lösung des Wasserproblems gelten wird. Was natürlich keiner ahnt.   Manzoni Junior zeigt währenddessen in seiner stillen Weise, das er das „Gen“ in sich trägt. Wunderbar schildert Benacquista den Jungen auf der Bank an seiner Schule, der wie Marlon Brando mit leichtem Kopfnicken oder Kopfschütteln sich die Sorgen der Mitschüler anhört und „Gefälligkeiten“ erweist, zum „Boss der Schule“ wird.   Während Belle (nomen est omen), die Tochter, durch ihre Schönheit dem halben Dorf den Kopf verdreht und Maggie, seine Frau, sich doch so langsam auf innere Distanz begibt.   „Bitte Maggie“. „Du kannst mich mal“.   Eine temporeiche, wunderbar trocken und mit treffendem Humor erzählte Geschichte, die bis auf das erwähnte „Indiz“ und seine „Reise durch die Welt“ bestens unterhält.

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