CHELSEA SMILE...
London, Hampstead Heath. Während eines Spaziergangs stolpert Detective Max Wolfe über die Leiche von Vic Masters, zu Lebzeiten Handlanger der Kray-Zwillinge, eines berüchtigten Verbrecher-Duos der 1950er und 1960er Jahre. Tatwaffe und Tötungsart sprechen für die Zwillinge. Handelt es sich tatsächlich um eine Botschaft des bereits 1968 verhafteten Verbrecher-Duos oder wandelt jemand anders auf ihren Spuren? Privat muss Wolfe eine schwere Entscheidung treffen: Sein früherer Kollege, der bei einem Einsatz querschnittgelähmt wurde, bittet ihn, ihm das Leben zu nehmen. Soll er dem Drängen des Freundes nachgeben oder an seinen Grundsätzen festhalten? (Verlagsbeschreibung)
Während ich die Kurzgeschichte "Nachtschwärmer", die ebenfalls einen kurzen Fall um Detective Max Wolfe präsentiert, als gelungenen Einstieg in die Thriller-Reihe empfand, war "Das Lächeln des Todes" (ungekürzte Hörbuchausgabe: 1 Stunde und 45 Minuten) dagegen eher enttäuschend. Vermutlich eher zu empfehlen, wenn man die Reihe bereits kennt, da diese kleine Geschichte zwischen zwei großen Fällen spielt.
Kleine Schockmomente gibt es hier durchaus, weil dem Mordopfer ein "Chelasea Smile" ins Gesicht geschnitten wurde - ein beidseitiger Schnitt mit einem Messer von den Mundwinkeln bis hin zu den Ohren. Max Wolfe kann gerade noch verhindern, dass seine kleine Tochter die Leiche sieht. Wieder einmal ist er nicht zuständig, kann es aber auch diesmal nicht lassen, heimlich hinter den Kulissen zu ermitteln. Leider fand ich die Ermittlungen eher wirr denn spannend, und auch die Rückblicke auf einstige Gangstergrößen konnten daran nichts ändern.
Interessant und durchaus berührend fand ich dagegen die parallel erzählte Geschichte um einen Freund und Kollegen von Max Wolfe, der nach einem gefährlichen Einsatz querschnittgelähmt im Krankenhaus liegt und keinen Sinn mehr in seinem Leben sieht. Trotz der tough angelegten Charaktere wird deutlich, wie wenig "Richtiges" es in solch einer Situation zu sagen gibt. Max Wolfe gerät zudem in eine schwierige Lage, denn er sieht sich plötzlich mit einer dringenden Bitte um Tötung auf Verlangen konfrontiert. Wie soll er sich entscheiden?
Dietmar Wunder liest auch diese Kurzgeschichte gewohnt versiert und unaufgeregt und war für mich eine passende stimmliche Besetzung des Protagonisten, aus dessen Ich-Perspektive die Geschehnisse erzählt werden.
Trotz der genannten Kritikpunkte glaube ich weiterhin, dass die Reihe mir gefallen könnte...
© Parden



























