Tor Åge Bringsværd

 4.1 Sterne bei 22 Bewertungen
Autor von Die wilden Götter, Die wilden Götter und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Tor Åge Bringsværd

Eine Institution der norwegischen Literaturszene: Der Norweger Tor Åge Bringsværd, Jahrgang 39, fasste nach seinem Studium der Religionswissenschaften und Ethnologie schnell Fuß in der Medienbranche. Hörspiele, Essays, Kurzgeschichten und Kinderbücher bildeten unter anderem das Fundament seiner späteren Karriere als erfolgreicher und vielfach preisgekrönter Schriftsteller. Seine ersten Jahre als freischaffender Autor waren noch geprägt von seiner Leidenschaft für Science-Fiction-Themen mit sozialkritischer Note. Seine ersten, in den 70er Jahren veröffentlichten Romane, waren durch den künstlerischen Willen gekennzeichnet, neue Erzählperspektiven oder Romanstrukturen zu entwickeln. „Das Frühstück der Langschläferin“ gilt heute noch als Schlüsselwerk der Postmoderne, gespickt mit popkulturellen Anspielungen und ironischen Selbstreflexionen zur Schriftstellerei. Nach dieser experimentellen Phase wandte sich Tor Åge Bringsværd dem Genre des historischen-mythologischen Romans zu und eroberte sich damit ein breites Lesepublikum. Der internationale Durchbruch als Bestseller-Autor gelang ihm Mitte der 80er Jahre mit der Buchreihe „Gobi“, die es auf fünf Bände brachte. Auf über 50 Buchveröffentlichungen kann Tor Åge Bringsværd zurückblicken, zahlreiche Essays, Cartoonbände und Bilderbücher nicht mitgezählt, zu denen er die Geschichten und Texte beisteuerte. In Norwegen zählt der lange Zeit in Oslo und heute in einem kleinen norwegischen Ort lebende Autor zu den prominentesten und produktivsten seines Metiers.

Alle Bücher von Tor Åge Bringsværd

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Die wilden Götter

Die wilden Götter

 (13)
Erschienen am 03.07.2018
Das Frühstück einer Langschläferin

Das Frühstück einer Langschläferin

 (2)
Erschienen am 01.11.1998
Die Frau, die allein ein ganzer Tisch war

Die Frau, die allein ein ganzer Tisch war

 (1)
Erschienen am 01.05.2010
Die Pinocchio-Papiere

Die Pinocchio-Papiere

 (1)
Erschienen am 25.10.2004
Puder

Puder

 (0)
Erschienen am 01.10.2008
Die Narren der Heiligen Drei Könige

Die Narren der Heiligen Drei Könige

 (0)
Erschienen am 01.01.2004
Die Stadt der Metallvögel

Die Stadt der Metallvögel

 (2)
Erschienen am 01.04.1991

Neue Rezensionen zu Tor Åge Bringsværd

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Priseas avatar

Rezension zu "Die wilden Götter" von Tor Åge Bringsværd

gut gelungen
Priseavor 4 Monaten

Die wilden Götter
Sagenhaftes aus dem hohen Norden
von Tor Åge Bringsværd
Piper Digital
Ich bedanke mich herzlich beim Piper Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar, meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst. 
Cover:
Farblich ins Auge stechend versehen mit typisch nordischen Zeichnungen
Rezension:
Diese Rezension zu schreiben fällt mir nicht leicht, denn wenn man die Edda (die Sagensammlung der nordischen Mythologie) in der "Originalfassung" gelesen hat, weiß man, dass es nicht leicht ist, die zu beschreiben. Ich hatte das Glück mein Abitur in Norwegen zu machen und wir haben die Edda nicht nur in der neunorwegischen Fassung gelesen sondern auch auf altnordisch. Leider wurde die einzig erhaltene Aufzeichnung der Mythen erst Jahrhunderte später zufällig entdeckt und die Aufzeichnungen stammten von einem Priester. Daher kann man davon ausgehen, sie wurden christlich aufpoliert und angepasst. Das Buch des  Piper Verlages ist meiner Meinung nach recht gut gelungen, manchmal vielleicht etwas sehr kindgerecht was sich mit Inhalt beißt, kann aber dennoch überzeugen.  Die Geschichten um Götter, Nornen, Riesen und Trolle faszinieren die Menschen seid vielen 100 Jahren. Tor Åge Bringsværd gelingt es sehr gut die Geschichten miteinander zu verweben und wenn man darüber hinweg sieht, dass wir nie die reine und ursprüngliche Form der Edda kennen werden, ist dieses Buch dennoch eine sehr gute Schnittstelle zwischen gestern und heute. Eine komplexe Dichtung voller Widersprüche und Schönheit. 4/5 Sterne

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ErleseneBuechers avatar

Rezension zu "Die wilden Götter" von Tor Åge Bringsværd

Ragnarok, Trolle & Regenbogenbrücke
ErleseneBuechervor 4 Jahren

Wieder ein Buch über Odin, Thor, Loki, Freia etc. Ich liebe diese Mythen einfach, da sie so unterhaltsam, spannend und lustig sind. Loki ist einer der durchtriebensten Charaktere, die man sich vorstellen kann. Er ist listenreich, amüsant, gemein, hinterhältig aber auch hilfsbereit. Und Thor ist der mächtige, starke, aufbrausende, gutmütige Kerl. So könnte man immer weitermachen und die ganzen großartigen Götter, Personen, Trolle, Zwerge etc beschreiben.

Diese Geschichten sollten wirklich gelesen werden, z.B. da sie für so viele andere bekannte Bücher Grundlage sind. Man erkennt viele Bilder, Motive wieder.

Aber einen Schwachpunkt hat das Buch im meinen Augen und das ist die Sprache. Ich habe ja vor nicht allzu langer Zeit “Germanische Göttersagen” von Reiner Tetzner gelesen und da ist die Sprache und der Ausdruck um Welten besser und schöner. Dadurch werden die Geschichte noch intensiver und eindrucksvoller.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

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ntavs avatar

Rezension zu "Das Frühstück der Langschläferin" von Tor Åge Bringsværd

Rezension zu "Das Frühstück der Langschläferin" von Tor Åge Bringsværd
ntavvor 7 Jahren

Der erste Satz

Jedesmal, wenn ich mich hinsetze, um eine neue Geschichte zu schreiben oder etwas, von dem ich hoffe, es könnte der Beginn eines Buches werden, denke ich: Werde ich diesmal anfangen mit Nebelschwaden, die über die Heide treiben, und einem Reiter mit wehendem Umhang auf dem Weg zu einem blassen, gespenstischen Schloß auf der Spitze von Pappmaché-Felsen, und der Donner rollt, und die Blitze zerreißen den Himmel wie der schreckliche Dreizack des Satans?

Inhalt

Felix Bartholdy macht sich bewußt, daß er niemals alle Bücher wird lesen können, die er besitzt, nicht mal die, die er noch kaufen wird oder gerade gekauft hat. Natürlich hat er eben gerade wieder welche gekauft. Diese Tatsache macht ihn bald irre, und er bricht zusammen. Zwei mitleidige Damen lesen ihn auf und nehmen ihn mit nach Hause. Dort setzt sich Bartholdy aufs Dach und beschließt, alle Namen, Fakten und Worte aus seinem Kopf zu tilgen, indem er endlose Zahlen niederschreibt. Je näher er seinem Ziel kommt, desto fadenscheiniger wird die Realität.

Eindruck

Dieser Buch ist so postmodern-ausgeflippt wie es nur geht, vollgestopft mit popkulturellen Anspielungen von „King Kong“ bis „Star Trek“.

1. Ein finnischer Literaturprofessor mit frisch angelachter Gespielin in New York kann sich nicht entscheiden, heimzufliegen zu seiner Familie in Finnland, oder doch lieber bei seiner Geliebten zu bleiben. Die Entscheidungsschwäche wird chronisch, und er schlägt im wörtlichen Sinn des Wortes Wurzeln in der Flughafenhalle.
2. In diesem Roman gibt es Gepräche mit dem Tod selbst (und zwar lange ehe Terry Pratchett ähnliche Scherze mit Gevatter Tod zu treiben begann). Der Tod hat echte Schwierigkeiten mit dem Job. Jeder Mensch hat nämlich seinen eigenen, individuellen Sensenmann, der immer in seiner Nähe sein muss. Hier hat der Tod nämlich nicht die leiseste Ahnung, wann genau er Arbeit bekommt.
3. Der Verfasser hat einen Sandkasten mit einem aus Legosteinen erbauten Modell der Stadt New York, in dem er – der auch selbst hier und da als Ich-Erzähler im Text vorkommt – seine Figuren als kleine Pappschablonen hin- und herbewegt. Der Stadtteil Staten Island ist als Handlungsort leider abhandengekommen. Die Katze hat Staten Island nämlich kaputtgemacht.
4. (Liste kann nach Belieben verlängert werden.)

Als Felix Bartholdy sein irrwitziges Vorhaben durchführt, wird er unversehens zu Kaspar Hauser – das war ein Findelkind, das 1828 in Deutschland auftauchte, offensichtlich nie Kontakt zu Menschen gehabt hatte, zum Gegenstand der wildesten Spekulationen wurde und schließlich aus rätselhaft gebliebenen Gründen von einem unbekannt gebliebenen Mörder getötet wurde. Der norwegische Autor verknüpft seinen Un-Helden Bartholdy mit Kasper Hauser und läßt ihn sogar zu dessen Mörder werden.
Da sind die Grenzen zwischen Realität und Fiktion bereits verwischt, und Bringsværd fängt an, sich mit seinen eigenen literarischen Figuren zu streiten, beipielsweise mit dem Privatdetektiv Hector Protector Wagner, der gern noch literarischer wäre als der Verfasser selbst, und einen Zitate-Krieg anzettelt.
Manche Figuren weigern sich einfach zu tun, was der Autor mit ihnen anstellt (oder erst noch anstellen will). Mit der bereits erwähnten Katze wird das alles in sehr amüsanten Gesprächen diskutiert. Am Ende zerreißt ebendiselbe Katze die sowieso schon fadenscheinige Wirklichkeit, und das Buch entpuppt sich als Spiel, das der Autor mit sich selbst gespielt hat, um des Spaßes am Spiel selbst wegen.

Fazit

Ein sehr phantasiereicher, bunter Roman, der mehr mit allerlei SF-Verweisen und -Requisiten spielt als daß er selbst ernsthaft SF sein will. Wer sich auf solche postmodernen Ironien einlassen kann, wird seinen Spaß haben. Wer stramm von Anfang bis zum Happy End erzählte Abenteuer mag, wird womöglich verwirrt sein.

Gesamteindruck

5 von 5 Sternen (für eher experimentierfreudige Leser)
1 von 5 Sternen (für Anhänger eher traditioneller Texte)

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Zusätzliche Informationen

Tor Åge Bringsværd wurde am 16. November 1939 in Skien (Norwegen) geboren.

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von 3 Lesern aktuell gelesen

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