Tor Åge Bringsværd Das Frühstück der Langschläferin

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Inhaltsangabe zu „Das Frühstück der Langschläferin“ von Tor Åge Bringsværd

Schauplatz der Geschichte ist New York, sie findet statt präzise am Montag, dem 24. März 1975, und am Dienstag, dem 25. März 1975 - um sich schließlich "über dem Regenbogen" (so die Überschrift des letzten Kapitels) zu verlieren. Die Romanfiguren werden auf witzige und amüsante Weise eingeführt: skurrile, mehr oder weniger verrückte Typen, die zunächst scheinbar gar nichts miteinander zu tun haben. Da ist Felix Bartholdy, der mit einer Büchertüte verzweifelt auf der Straße zusammenbricht bei dem Gedanken, nie alle Bücher, die er besitzt oder noch kauft, lesen zu können. Zwei hilfsbereite junge Frauen, Hazel Knocklewood und Vera Farrow, nehmen den ohnmächtigen Felix zu sich nach Hause. Dort setzt er sich auf das Hausdach und schreibt endlose Zahlenreihen, um sämtliche Wörter aus seinem Kopf zu tilgen. Vera wiederum, Buchhändlerin, besucht jeden Dienstag einen Kurs für "Creative Writing" und verliebt sich dabei in den Gastdozenten, den Finnen Virolainen- Je weiter der Roman voranschreitet, desto häufiger schaltet sich der Autor mit immer neuen Assoziationen selbst ein. Ständig werden alle Möglichkeiten erkundet, die Kunst, Illusion und Phantasie zu bieten haben.

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  • Rezension zu "Das Frühstück der Langschläferin" von Tor Åge Bringsværd

    Das Frühstück der Langschläferin

    ntav

    11. October 2011 um 15:51

    Der erste Satz Jedesmal, wenn ich mich hinsetze, um eine neue Geschichte zu schreiben oder etwas, von dem ich hoffe, es könnte der Beginn eines Buches werden, denke ich: Werde ich diesmal anfangen mit Nebelschwaden, die über die Heide treiben, und einem Reiter mit wehendem Umhang auf dem Weg zu einem blassen, gespenstischen Schloß auf der Spitze von Pappmaché-Felsen, und der Donner rollt, und die Blitze zerreißen den Himmel wie der schreckliche Dreizack des Satans? Inhalt Felix Bartholdy macht sich bewußt, daß er niemals alle Bücher wird lesen können, die er besitzt, nicht mal die, die er noch kaufen wird oder gerade gekauft hat. Natürlich hat er eben gerade wieder welche gekauft. Diese Tatsache macht ihn bald irre, und er bricht zusammen. Zwei mitleidige Damen lesen ihn auf und nehmen ihn mit nach Hause. Dort setzt sich Bartholdy aufs Dach und beschließt, alle Namen, Fakten und Worte aus seinem Kopf zu tilgen, indem er endlose Zahlen niederschreibt. Je näher er seinem Ziel kommt, desto fadenscheiniger wird die Realität. Eindruck Dieser Buch ist so postmodern-ausgeflippt wie es nur geht, vollgestopft mit popkulturellen Anspielungen von „King Kong“ bis „Star Trek“. 1. Ein finnischer Literaturprofessor mit frisch angelachter Gespielin in New York kann sich nicht entscheiden, heimzufliegen zu seiner Familie in Finnland, oder doch lieber bei seiner Geliebten zu bleiben. Die Entscheidungsschwäche wird chronisch, und er schlägt im wörtlichen Sinn des Wortes Wurzeln in der Flughafenhalle. 2. In diesem Roman gibt es Gepräche mit dem Tod selbst (und zwar lange ehe Terry Pratchett ähnliche Scherze mit Gevatter Tod zu treiben begann). Der Tod hat echte Schwierigkeiten mit dem Job. Jeder Mensch hat nämlich seinen eigenen, individuellen Sensenmann, der immer in seiner Nähe sein muss. Hier hat der Tod nämlich nicht die leiseste Ahnung, wann genau er Arbeit bekommt. 3. Der Verfasser hat einen Sandkasten mit einem aus Legosteinen erbauten Modell der Stadt New York, in dem er – der auch selbst hier und da als Ich-Erzähler im Text vorkommt – seine Figuren als kleine Pappschablonen hin- und herbewegt. Der Stadtteil Staten Island ist als Handlungsort leider abhandengekommen. Die Katze hat Staten Island nämlich kaputtgemacht. 4. (Liste kann nach Belieben verlängert werden.) Als Felix Bartholdy sein irrwitziges Vorhaben durchführt, wird er unversehens zu Kaspar Hauser – das war ein Findelkind, das 1828 in Deutschland auftauchte, offensichtlich nie Kontakt zu Menschen gehabt hatte, zum Gegenstand der wildesten Spekulationen wurde und schließlich aus rätselhaft gebliebenen Gründen von einem unbekannt gebliebenen Mörder getötet wurde. Der norwegische Autor verknüpft seinen Un-Helden Bartholdy mit Kasper Hauser und läßt ihn sogar zu dessen Mörder werden. Da sind die Grenzen zwischen Realität und Fiktion bereits verwischt, und Bringsværd fängt an, sich mit seinen eigenen literarischen Figuren zu streiten, beipielsweise mit dem Privatdetektiv Hector Protector Wagner, der gern noch literarischer wäre als der Verfasser selbst, und einen Zitate-Krieg anzettelt. Manche Figuren weigern sich einfach zu tun, was der Autor mit ihnen anstellt (oder erst noch anstellen will). Mit der bereits erwähnten Katze wird das alles in sehr amüsanten Gesprächen diskutiert. Am Ende zerreißt ebendiselbe Katze die sowieso schon fadenscheinige Wirklichkeit, und das Buch entpuppt sich als Spiel, das der Autor mit sich selbst gespielt hat, um des Spaßes am Spiel selbst wegen. Fazit Ein sehr phantasiereicher, bunter Roman, der mehr mit allerlei SF-Verweisen und -Requisiten spielt als daß er selbst ernsthaft SF sein will. Wer sich auf solche postmodernen Ironien einlassen kann, wird seinen Spaß haben. Wer stramm von Anfang bis zum Happy End erzählte Abenteuer mag, wird womöglich verwirrt sein. Gesamteindruck 5 von 5 Sternen (für eher experimentierfreudige Leser) 1 von 5 Sternen (für Anhänger eher traditioneller Texte)

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