Toralf Staud

 4,3 Sterne bei 22 Bewertungen
Autor von Deutschland 2050, Moderne Nazis und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Toralf Staud

Toralf Staud, geboren 1972, studierte Journalismus und Philosophie in Leipzig und Edinburgh. Von 1998 bis 2005 war er Politikredakteur der ZEIT. Seitdem schreibt er als freier Journalist und Buchautor vor allem über Rechtsextremismus und Klimawandel, unter anderem beim Wissenschaftsportal klimafakten.de Als Teil eines Teams von ZEIT und ZEIT Online erhielt er 2016 den Deutschen Reporterpreis in der Kategorie Datenjournalismus.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Deutschland 2050 (ISBN: 9783864847448)

Deutschland 2050

Erscheint am 27.10.2021 als Hörbuch bei tacheles!.

Alle Bücher von Toralf Staud

Cover des Buches Deutschland 2050 (ISBN: 9783462000689)

Deutschland 2050

 (7)
Erschienen am 06.05.2021
Cover des Buches Moderne Nazis (ISBN: 9783462036381)

Moderne Nazis

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Erschienen am 27.07.2005
Cover des Buches Das Buch gegen Nazis (ISBN: 9783462041606)

Das Buch gegen Nazis

 (6)
Erschienen am 24.08.2009
Cover des Buches Neue Nazis (ISBN: 9783462044553)

Neue Nazis

 (2)
Erschienen am 16.08.2012
Cover des Buches Grün, grün, grün alles was wir kaufen (ISBN: 9783462041064)

Grün, grün, grün alles was wir kaufen

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Erschienen am 25.05.2009
Cover des Buches Deutschland 2050 (ISBN: 9783864847448)

Deutschland 2050

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Erscheint am 27.10.2021
Cover des Buches Wir Klimaretter (ISBN: 9783462039085)

Wir Klimaretter

 (0)
Erschienen am 15.05.2007

Neue Rezensionen zu Toralf Staud

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Rezension zu "Deutschland 2050" von Toralf Staud

Wie der Klimawandel unser Leben verändert
chrissysbooksvor 5 Monaten

„Deutschland 2050 – Wie der Klimawandel unser Leben verändern wird -“ ist ein nicht alltägliches Buch. Die beiden Autoren und Klimajournalisten Nick Reimer und Toralf Staud haben neueste Studien analysiert, verschiedenste Fachleute vom Deutschen Wetterdienst und anderen Organisationen und Verbänden zu den verschiedenen Klimamodellen und deren Auswirkungen interviewt und versuchen auf dieser Basis, ein abstraktes Thema und die damit verbundenen Veränderungen greifbarer zu machen. Aus ihrer Sicht ist eines sicher: Die zukünftigen klimatischen Rahmenbedingungen werden eine andere Dimension haben.

Allein die letzten drei Hitze- und Dürrejahre haben aufgezeigt, dass der Klimawandel keine Bedrohung für eine ferne Zukunft darstellt, sondern bereits hier und jetzt stattfindet. Diese Jahre haben sehr deutlich gemacht, welche Auswirkungen extreme Wetterlagen auf unser Leben haben. So z.B. im Verkehrssektor durch Niedrigwasserphasen in den Flüssen oder Sandstürme auf den Autobahnen sowie drastische Ernteeinbußen in der Landwirtschaft. Doch was bedeutet das für unser Leben im Jahr 2050, wenn sich bis dahin das Klima um durchschnittlich 2 Grad erwärmt hat? Auf der Basis von neuesten Forschungserkenntnissen beschreiben die Autoren in vierzehn Kapiteln in welchem Ausmaß sich unser Land und unser Leben verändern könnte.  

Bereits in der Einleitung wird der Zeitfaktor anschaulich dargestellt. Einige können sich wahrscheinlich noch gut an die Zeit vor 30 Jahren erinnern. Im Jahr 1990 war Helmut Kohl Bundeskanzler, Deutschland wurde zum dritten Mal Fußballweltmeister und die Bundesrepublik rief das erste Klimaziel aus. Fast genauso weit entfernt ist das Jahr 2050, doch es fühlt sich so viel weiter entfernt an. Auch wenn wir aktuell für uns von keiner akuten Bedrohung durch den Klimawandel ausgehen, werden die Veränderungen nicht nur die nächsten Generationen treffen.

Sehr detailliert und mit Daten aus 332 Quellenangeben belegt, werden u.a. die zu erwartenden Einschnitte in den Bereichen Verkehr, Wirtschaft, Natur, Landwirtschaft, Energie und Sicherheit anschaulich dargelegt. Die vielen Informationen und Daten werden dem Leser verständlich und plausibel nähergebracht. Die beschriebenen Szenarien rütteln auf und regen den Leser zum Nachdenken über das eigene Handeln an. Insbesondere wenn aufgezeigt wird, dass die bisher über Jahre gesammelten Erfahrungen und Aufzeichnungen nicht mehr verlässlich sind und das z.B. bereits Militärmanöver geübt werden, um letzte Wasserreserven zu verteidigen. 

Den Autoren ist ein sehr aufschlussreiches Buch gelungen, da sie die zahlreichen Abhängigkeiten vom Klima und deren Konsequenzen sachlich aufzeigen. Ich würde mich freuen, wenn die Autoren spätestens im Jahr 2030 einen zweiten Teil mit einem Vergleich zum Jahr 2021 herausbringen würden. Vor diesem Hintergrund empfehle ich dieses Buch allen Lesern, die sich für die möglichen Auswirkungen des Klimawandels interessieren und möglicherweise eigene Impulse setzen möchten. 

 

 

 

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Cover des Buches Deutschland 2050 (ISBN: 9783462000689)dasbuchzuhauses avatar

Rezension zu "Deutschland 2050" von Toralf Staud

Lesenswertes Buch über das Leben im Jahr 2050 mit den Folgen des Klimawandels
dasbuchzuhausevor 5 Monaten

Das Buch zeigt gut auf, wie ein Leben in 30 Jahren in Deutschland und auch in anderen Ländern sein kann, wenn wir nichts, wenig oder viel gegen den Temperaturanstieg und seine Folgen tun werden. Es malt nicht einfach nur Horrorszenarien aus, sondern stützt sich dabei auf wissenschaftliche Untersuchungen und erklärt anschaulich, was welche Veränderung für Folgen haben kann. So freuen wir uns über die konstant wärmeren Sommer, aber nicht über die immer heißeren Sommernächte, in denen wir uns im Schlafzimmer unter dem Dachboden von einer Seite des Bettes auf die anderen wälzen, weil es schlicht zu heiß ist.

Es werden die verschiedensten Bereiche angesprochen und aufgezeigt, was die vorliegenden Forschungsergebnisse bedeuten für unser Leben. Was wird sich wie ändern und entwickeln? Wie müssen wir die Städte verändern, die Stromversorgung, wie wird es mit der Wasserversorgung sein, was bedeutet der Klimawandel für unsere Verkehrswege, für die Lieferketten, was passiert in der Natur, was hat es für wirtschaftliche und politische Folgen? All dies wird an unserem Land sehr anschaulich gezeigt, so dass es für den einzelnen Menschen weniger abstrakt ist. Dies Buch ist auch für Leser:innen gemacht, die sich bislang nur oberflächlich mit dem Klimawandel und seinen Folgen befasst haben und es wird so sehr anschaulich gezeigt, was bislang noch weit weg schien.

Am Ende des Buches ist noch einmal ein sehr interessantes und zu Diskussionen anregendes Interview mit dem Soziologen Ortwin Renn.

Insgesamt ist das Buch für mich sehr lesens- und empfehlenswert.

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Cover des Buches Deutschland 2050 (ISBN: 9783462000689)A

Rezension zu "Deutschland 2050" von Toralf Staud

Klimawandel hautnah
Arkronvor 5 Monaten

Klimawandel, betrifft mich das in Mitteldeutschland? Der Meeresspiegel wird sicher nicht bis unseren Garten steigen, vorgezogenes Frühjahr wäre toll. Im Sommer fahre ich gerne in die Sonne, da schaden ein paar Hitzetage mehr sicher nicht. Es gibt sicher Länder, denen es so richtig dreckig gehen wird, wenn der Klimawandel richtig zum Tragen kommt. In den USA sieht man das schon fast täglich mit Bränden, Dürren, Blizzards, Hurricanes.


Aber in Deutschland wirkt das Alles sehr weit weg - nicht nur zeitlich, sondern auch räumlich. Wie also werde ich den Klimawandel in meiner Heimat im Winter meines Lebens persönlich spüren? Genau diese psychologische Distanz zum Klimawandel überbrücken die Autoren. Fachlich fundiert, mit hunderten Referenzen zu Originalartikeln und -dokumenten, und dennoch nicht akademisch verschnörkelt, sondern konkret und leicht zugänglich. Das ist Wissenschaftsjournalismus per excellence.


Deutschland 2050 buchstabiert also theoretische Erkenntnisse ins Praktische aus.


Die Autoren nehmen keine Extremposition ein, sondern gehen von einer Erwärmung in Höhe von zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter aus.


Das Buch iteriert in 14 Kapiteln über die wichtigsten Lebensbereiche. Zunächst führen sie in die Klimamodelle ein. Spitzentemperaturen von mehr als 45 Grad Celsius habe ich im Death Valley und der Mojave-Wüste im Westen der USA und in der Sahara erlebt. Doch solche Tage wird es dann auch hierzulande geben, gerade in den Städten, die sich besonders aufheizen werden. Noch viel schlimmer sind aber die Tropennächte, bei denen es sich nicht gut schlafen lässt. 


Hitze ist also ein zentrales Thema, das im Kapitel 2 beleuchtet wird.


Wer wissen will, wie sich das Leben in Frankfurt/Main nach dem Jahr 2070 anfühlt, solle im Sommer einige Wochen in Mailand verbringen oder im südfranzösischen Montélimar.


Klimageräte sind da beinahe Pflicht. Unsere Urlaubsländer wie Griechenland, Italien, Spanien oder Südfrankreich werden dann noch viel härter getroffen sein. Dort kann die Hitze tödlich werden, wenn beim Hitzeindex über 54 Schwitzen völlig sinnlos ist, weil die Luft keine Feuchtigkeit mehr aufnimmt.


Kein Wunder also, dass das Umweltbundesamt gerade den Vulnerabilitätsbericht von 2015 aktualisiert, mit dem auf vielen Hundert Seiten Deutschlands Anfälligkeit für den Klimawandel genau untersucht wird.


Über Artensterben ist in letzter Zeit sehr häufig berichtet worden. Darum geht es im Kapitel 3. Viele Tierarten und Pflanzen sind auf die hiesigen Temperaturen und Vegetationsperioden ausgerichtet, die Toleranz gegenüber Änderungen ist nicht besonders hoch. Wenn der Frühling früher kommt, werden das einige Arten nicht überleben. 


Kapitel 4 spricht über die Wasserversorgung. Risiken für die Qualität des Trinkwassers liegen in der höheren Temperatur. Beispielsweise wird die Rappbodetalsperre im Harz so warm wie heute der Gardasee. Am zweitgrößten Stausee in Deutschland, dem hessischen Edersee, werden die Speicherbecken sinken. Industrie und Kraftwerde, die am Rhein angesiedelt sind, werden nicht mehr genügend hohe Wasserpegel vorfinden. 


Dürren fürchten wir seit den dramatischen Jahren 2018 und 2019. Die Grundwasserpegel haben sich immer noch nicht erholt. Bauern werden sich umgewöhnen müssen, Felder bewässern, und kein konstantes, gut vorhersagbares Wetter mehr vorfinden. 


Wer erinnert sich noch an das Waldsterben der 80er Jahre? Kapitel 5 zählt nur noch die letzten Tage der Fichten. Für sie wird es zu heiß und trocken - eigentlich lohnt es sich nicht mehr, solche Bäume neu anzupflanzen.


Kapitel 6 fokussiert sich auf die Städte. Dort gibt es den "Städtischen Wärmeinseleffekt", der sogar fünf Grad höhere Temperaturen bringt. Klimatisierte Räume für Obdachlose sind dann Pflicht. Unbedingt anzupassen sind aktuelle Baunormen, die nicht mehr auf das Klima der Zukunft passen: Schöne, große Fenster erhellen den Raum, aber lassen auch die Strahlungsenergie herein, ähnlich wie unsere steilen Satteldächer. Regenrinnen sind nicht auf Starkregen ausgerichtet. Wartehäuschen aus Glas gehören der Vergangenheit an.


Mit diesen ersten sechs Kapiteln möchte ich verdeutlichen, dass es den Autoren sehr gut gelingt, ganz konkret aufzuzeigen, wo es bei uns hakt und wie es anfühlen wird. Die nächsten Kapitel leisten das ganz ähnlich. Dort geht es um ansteigende Meeresspiegel, Verkehr, Wirtschaft, Landwirtschaft, Energie, Tourismus und Sicherheit. 


Die Lektüre bleibt immer kurzweilig, ohne irgendwo ins Triviale zu verfallen. Dabei hilft auch die Breite der Themen, die das Buch abdeckt. Sehr eingängige Schlagzeilen wie "Am wohlsten fühlen sich Kühe bei 15 Grad" und zusammenfassende Epigraphe ordnen die Gedanken und erleichtern das Rekapitulieren. 


Ich empfehle dieses Buch jedem, die immer schon wissen wollten, ob und wie der Klimawandel sie persönlich betrifft. Immerhin könnte das für die Bundestagswahl im September eine Rolle spielen.

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