Tore Renberg

 3.7 Sterne bei 14 Bewertungen

Alle Bücher von Tore Renberg

Und zum Frühstück heller Sirup

Und zum Frühstück heller Sirup

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Erschienen am 23.05.2011
Wir sehen uns morgen

Wir sehen uns morgen

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Erschienen am 10.04.2017
Von allen Seiten

Von allen Seiten

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Erschienen am 04.03.2019
Mannen SOM Elsket Yngve: Roman

Mannen SOM Elsket Yngve: Roman

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Erschienen am 01.01.2003
See You Tomorrow

See You Tomorrow

 (0)
Erschienen am 15.05.2015

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Rezension zu "Wir sehen uns morgen" von Tore Renberg

Hemmungslos und Bewegend
thelastpagevor 10 Monaten

Meine Meinung:

Selten habe ich in einem Roman so sehr einen depressiven Schreibstil genossen, wie in diesem.
Zu Beginn lernen wir die einzelnen Personen der Geschichte durch ihre jeweiligen Erzählstränge kennen. Wir tauchen ein in ihre tiefste Gefühlswelt, schonungslos und ehrlich. Und schon bald stellen wir fest: so unterschiedlich die Charaktere auch sind, desto mehr ähneln sich ihre Gefühle.
Pål ist ein alleinerziehender Familienvater von zwei pubertierenden Mädchen, Malene und Tiril. Um seinen Geldsorgen ein Ende zu setzen, und sich wieder richtig um die Kinder kümmern zu können, gerät er in eine fatale Spielsucht, welche mit einer Million Kronen Schulden endet. Diesen Fehler wird er ausbaden wollen, auf eine sehr erfolgslose Weise.
Die Mädchen kämpfen jeweils ihren eigenen Kampf mit Sandra. Sandra verliebt sich, sehnt sich nach der großen Liebe, und verliert sich in bedingungsloser Hingabe.
Zuletzt tauchen wir in das Leben einer kleinkriminellen Gruppe ein. Für einige Personen der Gruppe stellt diese eine Ersatzfamilie da, für andere eine Bürde.

Und was haben diese verlorenen Charakter gemeinsam?

Sie befinden sich auf einer vom Inneren getriebenen Suche nach Zuneigung, Zufriedenheit, und Zugehörigkeit.

Dieser Roman trifft den Leser, die ruhige und sachliche Erzählweise von Renberg ist schonungslos. Wir sind mitten in den Gedanken, den Handlungen, und Gefühlen der Charaktere und können nicht wegschauen.
Ihr werdet diesen Roman nach mehr als 700 Seiten final schließen, und er wird euch noch etwas mitverfolgen. Ihr werdet wie ich etwas darauß mitnehmen, dass euch stärkt und über das ihr noch länger nachdenken werdet.
Was es ist, ist bestimmt bei jedem anders. Für mich war es die Erkenntnis, dass unser Leben durch die Außenwelt und unsere Gefühle zum Großteil geleitet wird.

Warum sollte man es lesen?

Ganz einfach: Dieses Buch beschreibt unser Leben, unsere Gesellschaft, und unser Dasein. Es verschönert nichts, sondern es ist hemmungslos und bewegend.

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BettinaR87s avatar

Rezension zu "Wir sehen uns morgen" von Tore Renberg

Stavangar Tag und Nacht
BettinaR87vor einem Jahr

Pal ist alleinerziehender Vater zweier pubertärer Töchter. Finanziell geht es ihm richtig schlecht, vor allem, seit er mit Onlinewetten angefangen hat. Da läuft er eines Tages Rudi über den Weg. Die beiden kennen sich noch aus ihrer Jugend, wobei Rudi sich daran zum Glück nicht erinnert - denn damals hat Pal mit Cecilie geschlafen, die mittlerweile seit Jahrzehnten die Freundin von Rudi ist. Zusammen mit ihm wohnt sie im Hause ihres Bruders Jan Inge. Zu dritt ziehen sie immer wieder Einbrüche durch und finanzieren sich so ihr Leben. Der vierte im Bunde war Tong, doch der sitzt gerade im Gefängnis ein. Mit Pal planen sie einen EInbruch bei ihm, damit er an die Versicherungssumme kommt. Natürlich sollen Pals Töchter dabei bloß nicht in die Quere kommen, doch die beiden haben ihre ganz eigenen Probleme: Tiril liebt Evanescence und ist voll auf dem Gothictrip, nebenher jobbt sie als Putzkraft in einem kleinen Laden. Dort lernt sie Sandra kennen, die mit dem absoluten bad boy der Gemeinde eine Beziehung angefangen hat und sich nun bei Malene, Tirils Schwester, ausheult. Für die ganze Schule ist das ein gefundenes Fressen und wir wissen ja, welche Auswirkungen das auf drei so unterschiedliche Mädchen haben kann ...

Die Kritik

Eines muss man Tore Renberg lassen: Er verknüpft komplett unterschiedliche Charaktere in einem einzigen, schlüssigen Netz. Das merkt man als Leser von Anfang an, folgt man doch kapitelweise den Personen und stellt schnell fest, dass sie sich alle irgendwie kennen. Diese personenbezogenen Kapitel laufen alle zeitgleich ab und ergeben am Ende jeweils einen Tag. Davon gibt es im Buch insgesamt vier, wobei der Freitag quasi ausgelassen wird. Innerhalb von diesen vier Tagen stellen sich völlig normale Existenzen komplett auf den Kopf - und manche enden sogar, bei denen man dachte, die packen das schon.

Die Vielfältigkeit der Charaktere ist bemerkenswert und sorgt dafür, dass der Leser neugierig darauf wird, wie ales zusammenhängen kann und sich entwickeln wird. Teilweise wirkt das Buch fast wie eine Soap, die möglichst "realitätsnah" aus dem Leben der Menschen "wie du und ich" berichtet. Die Teenager sind auf der Suche nach ihrer eigenen Identität, der Vater kommt mit seinem Leben aktuell nicht mehr klar und will es irgendwie geregelt bekommen, Jan Inge versucht, aus drei Einzelpersonen eine Familie zusammenzuflicken. Im Grunde sind alle auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück, bekommen aber ordentlich Steine in den Weg gelegt. Ob es jemals jemand von ihnen schaffen wird, sein Idealleben auf die Beine zu stellen?

Was man dem Autor auch unbedingt zugestehen muss: Er kann sehr gut erzählen. Mal nimmt er ein Blatt vor den Mund, mal weniger. Als schonungslos kann man den Erzählstil nicht beschreiben, aber als sehr offen und direkt. Dabei übertreibt er nicht, sondern erzählt ganz lapidar, als wären es Tagebucheinträge seiner Charaktere. Das bedeutet auch, dass sich die Geschichten manchmal sehr lange hinziehen. Damit ist "Wir sehen uns morgen" kein Buch, in das man hineingesogen wird und unbedingt weiterlesen muss, sondern erfordert ein gewisses Eigeninteresse des Lesers und Durchhaltewillen.

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TheDianaBookss avatar

Rezension zu "Und zum Frühstück heller Sirup" von Tore Renberg

Rezension zu "Und zum Frühstück heller Sirup" von Tore Renberg
TheDianaBooksvor 7 Jahren

Inhalt:
Als der 25-jährige Literaturstudent Jarle Klepp eines Tages eine polizeiliche Vorladung in seinem Briefkasten findet, weiß er nicht, wie ihm geschieht. Was wirft man ihm vor? Hausfriedensbruch? Erregung öffentlichen Ärgernisses? Nein, etwas ganz anderes ist der Fall: Angeblich ist er der Vater eines fast siebenjährigen Mädchens. Aber wer ist bloß Anette Hansen? Er kann sich an die Frau, mit der er ein Kind haben soll, nicht erinnern…Diese Unwissenheit schützt Jarle jedoch nicht, denn Charlotte Isabel Hansen ist bereits auf dem Weg zu ihm…
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Meine Meinung:
Als ich „Und zum Frühstück heller Sirup“ von dem norwegischen Autor Tore Renberg in den Händen hielt, war ich völlig begeistert. Cover und Klappentext wirken so erfrischend und ich erwartete eine leichte und humorvolle Lektüre. Meine Erwartungen wurden zwar nicht erfüllt, ich aber trotzdem nicht enttäuscht! Denn hinter diesem ersten Eindruck steckt noch viel mehr…Mit einem gewöhnungsbedürftigen aber sehr guten Schreibstil schildert Tore Renberg einen außergewöhnlichen und philosophischen Selbstfindungsroman.
Die Hauptrolle darin spielt der 25-jährige Literaturstudent Jarle Klepp. Er ist eine sehr interessante Hauptperson, da er kein typischer 25-jähriger Student ist. Natürlich geht er gerne mit Freunden weg, trinkt, hat Spaß und vergnügt sich mit der einen oder anderen Frau. Doch er ist auch ein Denker. Den ganzen Tag und manchmal auch die ganze Nacht denkt er über die unterschiedlichsten Dinge nach und philosophiert darüber. Manchmal schüttelte ich beim Lesen seiner Gedankengänge nur mit dem Kopf, doch des Öfteren sind sie auch wirklich interessant zu lesen und es steckt viel dahinter. Mit der neuen Situation und seiner ihm völlig unbekannten Vaterrolle muss er erst lernen umzugehen und sich daran gewöhnen. Er hat nun ein Kind, eines, das er erst kurz vor dessen siebten Geburtstag kennen lernt. Er muss begreifen, dass es nicht mehr nur ihn gibt und er nun auch Verantwortung für Charlotte Isabel, kurz Lotte, übernehmen muss. Anfangs fällt ihm dies schrecklich schwer und er will absolut kein Vater sein, doch dann lernt er Lotte mit der Zeit besser kennen und begreift, was für ein Glück dieses kleine Mädchen ist. Jarle schließt sie in sein Herz und möchte sie nicht mehr missen. Ich kann Jarles Gefühle für Lotte sehr gut nachvollziehen, denn sie ist wirklich ein sehr liebenswertes und aufgeschlossenes Mädchen. Auf den ersten Blick wirkt sie stark, doch natürlich ist sie innerlich noch ziemlich zerbrechlich und steckt in einer unglaublich schwierigen Situation. Auch sie muss erst lernen mit dieser umzugehen und das meistert sie für ihr junges Alter wirklich großartig!
Die kleinen und langsamen Annäherungen zwischen Vater und Tochter sind schön mitzuerleben und teilweise sehr gefühlvoll, sodass beim Lesen das ein oder andere Mal eine Gänsehaut aufkommt oder sich ein kleines Tränchen ins Auge schleicht. :)
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Fazit:
Voller philosophischer Sätze, originellen Charakteren, gefühlvollen Momenten und einem kleinen Mädchen, das man ohne zu zögern in sein Herz schließt - „Und zum Frühstück heller Sirup“ von Tore Renberg ist ein ungewöhnlicher und gerade deshalb so gelungener Roman!!

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