Tore Renberg Wir sehen uns morgen

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Inhaltsangabe zu „Wir sehen uns morgen“ von Tore Renberg

Ein fünfzehnjähriges Mädchen, das um jeden Preis geliebt werden will, sich aber den Falschen aussucht. Ein Geschwisterpaar, das seit frühester Jugend auf sich gestellt ist und sich mit Gaunereien über Wasser hält. Ein alleinerziehender Vater, der der Spielsucht verfällt und bald seine Kinder nicht mehr ernähren kann. Vom Schicksal gezeichnete Figuren, die in einem Strudel aus Brutalität, Humor, Tragik und Liebe aufeinandertreffen und gegen alle Unbill um ihr Glück kämpfen. Wir sehen uns morgen ist ein sprachlich herausragender Roman über Existenzangst, Überleben und die Suche nach Liebe.

Dieses Buch beschreibt unser Leben, unsere Gesellschaft, und unser Dasein. Es verschönert nichts, sondern es ist hemmungslos und bewegend.

— thelastpage

Ehrlich, zwischenmenschlich interessant, stellenweise zu langsam.

— BettinaR87

Derb, ungeschönt, aber auch gut geschrieben und faszinierend.

— hundertwasser

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    Wir sehen uns morgen

    thelastpage

    05. January 2018 um 12:52

    Meine Meinung: Selten habe ich in einem Roman so sehr einen depressiven Schreibstil genossen, wie in diesem.Zu Beginn lernen wir die einzelnen Personen der Geschichte durch ihre jeweiligen Erzählstränge kennen. Wir tauchen ein in ihre tiefste Gefühlswelt, schonungslos und ehrlich. Und schon bald stellen wir fest: so unterschiedlich die Charaktere auch sind, desto mehr ähneln sich ihre Gefühle.Pål ist ein alleinerziehender Familienvater von zwei pubertierenden Mädchen, Malene und Tiril. Um seinen Geldsorgen ein Ende zu setzen, und sich wieder richtig um die Kinder kümmern zu können, gerät er in eine fatale Spielsucht, welche mit einer Million Kronen Schulden endet. Diesen Fehler wird er ausbaden wollen, auf eine sehr erfolgslose Weise.Die Mädchen kämpfen jeweils ihren eigenen Kampf mit Sandra. Sandra verliebt sich, sehnt sich nach der großen Liebe, und verliert sich in bedingungsloser Hingabe.Zuletzt tauchen wir in das Leben einer kleinkriminellen Gruppe ein. Für einige Personen der Gruppe stellt diese eine Ersatzfamilie da, für andere eine Bürde.Und was haben diese verlorenen Charakter gemeinsam? Sie befinden sich auf einer vom Inneren getriebenen Suche nach Zuneigung, Zufriedenheit, und Zugehörigkeit. Dieser Roman trifft den Leser, die ruhige und sachliche Erzählweise von Renberg ist schonungslos. Wir sind mitten in den Gedanken, den Handlungen, und Gefühlen der Charaktere und können nicht wegschauen.Ihr werdet diesen Roman nach mehr als 700 Seiten final schließen, und er wird euch noch etwas mitverfolgen. Ihr werdet wie ich etwas darauß mitnehmen, dass euch stärkt und über das ihr noch länger nachdenken werdet.Was es ist, ist bestimmt bei jedem anders. Für mich war es die Erkenntnis, dass unser Leben durch die Außenwelt und unsere Gefühle zum Großteil geleitet wird.Warum sollte man es lesen? Ganz einfach: Dieses Buch beschreibt unser Leben, unsere Gesellschaft, und unser Dasein. Es verschönert nichts, sondern es ist hemmungslos und bewegend.

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  • Stavangar Tag und Nacht

    Wir sehen uns morgen

    BettinaR87

    12. August 2017 um 10:43

    Pal ist alleinerziehender Vater zweier pubertärer Töchter. Finanziell geht es ihm richtig schlecht, vor allem, seit er mit Onlinewetten angefangen hat. Da läuft er eines Tages Rudi über den Weg. Die beiden kennen sich noch aus ihrer Jugend, wobei Rudi sich daran zum Glück nicht erinnert - denn damals hat Pal mit Cecilie geschlafen, die mittlerweile seit Jahrzehnten die Freundin von Rudi ist. Zusammen mit ihm wohnt sie im Hause ihres Bruders Jan Inge. Zu dritt ziehen sie immer wieder Einbrüche durch und finanzieren sich so ihr Leben. Der vierte im Bunde war Tong, doch der sitzt gerade im Gefängnis ein. Mit Pal planen sie einen EInbruch bei ihm, damit er an die Versicherungssumme kommt. Natürlich sollen Pals Töchter dabei bloß nicht in die Quere kommen, doch die beiden haben ihre ganz eigenen Probleme: Tiril liebt Evanescence und ist voll auf dem Gothictrip, nebenher jobbt sie als Putzkraft in einem kleinen Laden. Dort lernt sie Sandra kennen, die mit dem absoluten bad boy der Gemeinde eine Beziehung angefangen hat und sich nun bei Malene, Tirils Schwester, ausheult. Für die ganze Schule ist das ein gefundenes Fressen und wir wissen ja, welche Auswirkungen das auf drei so unterschiedliche Mädchen haben kann ... Die Kritik Eines muss man Tore Renberg lassen: Er verknüpft komplett unterschiedliche Charaktere in einem einzigen, schlüssigen Netz. Das merkt man als Leser von Anfang an, folgt man doch kapitelweise den Personen und stellt schnell fest, dass sie sich alle irgendwie kennen. Diese personenbezogenen Kapitel laufen alle zeitgleich ab und ergeben am Ende jeweils einen Tag. Davon gibt es im Buch insgesamt vier, wobei der Freitag quasi ausgelassen wird. Innerhalb von diesen vier Tagen stellen sich völlig normale Existenzen komplett auf den Kopf - und manche enden sogar, bei denen man dachte, die packen das schon. Die Vielfältigkeit der Charaktere ist bemerkenswert und sorgt dafür, dass der Leser neugierig darauf wird, wie ales zusammenhängen kann und sich entwickeln wird. Teilweise wirkt das Buch fast wie eine Soap, die möglichst "realitätsnah" aus dem Leben der Menschen "wie du und ich" berichtet. Die Teenager sind auf der Suche nach ihrer eigenen Identität, der Vater kommt mit seinem Leben aktuell nicht mehr klar und will es irgendwie geregelt bekommen, Jan Inge versucht, aus drei Einzelpersonen eine Familie zusammenzuflicken. Im Grunde sind alle auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück, bekommen aber ordentlich Steine in den Weg gelegt. Ob es jemals jemand von ihnen schaffen wird, sein Idealleben auf die Beine zu stellen? Was man dem Autor auch unbedingt zugestehen muss: Er kann sehr gut erzählen. Mal nimmt er ein Blatt vor den Mund, mal weniger. Als schonungslos kann man den Erzählstil nicht beschreiben, aber als sehr offen und direkt. Dabei übertreibt er nicht, sondern erzählt ganz lapidar, als wären es Tagebucheinträge seiner Charaktere. Das bedeutet auch, dass sich die Geschichten manchmal sehr lange hinziehen. Damit ist "Wir sehen uns morgen" kein Buch, in das man hineingesogen wird und unbedingt weiterlesen muss, sondern erfordert ein gewisses Eigeninteresse des Lesers und Durchhaltewillen.

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