Toril Brekke

 3.9 Sterne bei 37 Bewertungen
Autor von Linas Kinder, Elises Traum und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Toril Brekke

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Toril BrekkeLinas Kinder
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Linas Kinder
Linas Kinder
 (15)
Erschienen am 01.03.2008
Toril BrekkeElises Traum
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Elises Traum
Elises Traum
 (5)
Erschienen am 24.03.2010
Toril BrekkeDie Frauen vom Fjord
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Die Frauen vom Fjord
Die Frauen vom Fjord
 (5)
Erschienen am 31.03.2008
Toril BrekkeSara
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Sara
Sara
 (4)
Erschienen am 01.12.2003
Toril BrekkeDie Reise nach Westen
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Die Reise nach Westen
Die Reise nach Westen
 (3)
Erschienen am 03.02.2012
Toril BrekkeFür immer, Deine Agnes
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Für immer, Deine Agnes
Für immer, Deine Agnes
 (1)
Erschienen am 23.02.2012
Toril BrekkeFür immer, Deine Agnes: Roman
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Für immer, Deine Agnes: Roman
Für immer, Deine Agnes: Roman
 (0)
Erschienen am 01.03.2012
Toril BrekkeVogeljunge und Goldberg
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Vogeljunge und Goldberg

Neue Rezensionen zu Toril Brekke

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Livricieuxs avatar

Rezension zu "Die Frauen vom Fjord" von Toril Brekke

So gewaltig wie die Natur in Norwegen
Livricieuxvor 10 Monaten

»Doch, Sanna wusste, dass etwas zu Ende war. Wie durch eine Art Schleier konnte sie sich sehen. Durch einen Schleier, durch den etwas gesiebt worden war. Zehn Keime, die in ihr hängen geblieben waren, in ihrem Körper, um dort zu reifen. Wie etwas Heiliges kam ihr das vor. Aus einer Welt des Lichts waren sie gekommen, wie winzige blinkende Fische, anfangs einfach nur Seelen, Seelen, die in den Schleier gehüllt worden waren, in ihr, mit Knochen und Substanz, mit Herz und Lunge, bis sie hinausgestoßen worden waren ins das Irdische. […]
Sie hatte sie geboren. Das war der Sinn ihres Lebens gewesen.« (S. 410-411)

Kurz zum Inhalt
Norwegen, Ende des 19. Jahrhunderts. Sara ist die Tochter einer Hebamme und heiratet den armen Kaufmann Jacob Mortensen. Mit ihm zieht von Ålesund nach Trondheim. Die ersten Jahre sind hart und bald schon bevölkern viele Kinder die Wohnung und den Krämerladen. Doch der wirft kaum genug zum Leben ab. Erst als sich Sara entscheidet, nicht nur Hausfrau und Mutter zu sein, sondern sich auch beherzt um das Geschäft zu kümmern, geht es aufwärts.
Wenige Jahre später ist Jacob ein erfolgreicher Geschäftsmann geworden. Doch Sara ist unglücklich und sehnt sich nach einer Freiheit, die in den Konventionen der Zeit unerreichbar scheint. All ihre Hoffnungen ruhen daher auf ihrer Tochter Sanna. Deren standesgemässe Heirat mit dem jungen Geschäftsmann Andreas Morck birgt das Versprechen von Glück und Liebe. Doch erst die Enkelin wird dieses Versprechen einlösen können.

Wie war es denn nun?
An dieses Buch von Toril Brekke bin ich ja per Zufall in der Bibliothek bei uns im Dorf geraten- Eigentlich war ich ja nur dort um das Abo zu verlängern, aber wie das wohl bei uns Leseratten so ist, immer und überall werden neue Bücher entdeckt. Letztes Jahr waren wir zudem auf den Lofoten in den Ferien und so packte ich kurzerhand Die Frauen vom Fjord in meine Tasche.

Zugegeben, der Einstieg in die Geschichte war nicht ganz einfach, denn Toril Brekke’s Schreibstil ist sehr speziell, irgendwie ganz schön holprig, herb, kantig und unkonventionell. Aber auch total passend zur wilden und urtümlichen Natur in Norwegen. Gleichzeitig schlicht und klar, mit einfachen Worten und dann auch wieder poetisch mit ausdrucksstarken Bildern. Ich geb es zu, es dauerte einen Moment, bis ich in den Klang dieser Sprache gefunden habe, aber nach Beenden der Lektüre könnte ich es mir nicht besser wünschen. Dieses Herbe und Kantige abwechselnd mit den poetischen Passagen machen dieses Buch zu dem, was es ist und es passt einfach. Toril Brekke erzählt mitreissend und einfühlsam vom Schicksal dreier Frauen und verknüpft dies geschickt mit der norwegischen Geschichte.

Im ersten Teil wird vor allem die Geschichte von Sara und Jacob erzählt, wie sie sich kennen lernen und wie sie sich aus der Armut raus arbeiten. Diese Zeit ist geprägt von Verzicht und harter Arbeit, aber immer wieder blitzt auch ganz viel Güte und Solidarität auf. Die Autorin beschreibt Saras Leben als unglücklich und traurig. Sie liebt ihren Jacob nicht wirklich und versucht verzweifelt ihrem Leben einen Sinn zu geben und ihre Sehnsucht nach Freiheit zu leben.

»Und so ware es dann passiert. Wegen des Geredes ihrer Mutter von einem Traum; denn durch Träume spricht Gott zu den Menschen. Sie hatte sich verlobt. Und Mortensen war nach Trondheim gereist, um alles vorzubereiten.«
(S. 36)

Diese Sehnsucht vererbt sie ihrer einzigen leiblichen Tochter Sanna, deren Leben im zweiten Teil des Buches geschildert wird. Sexuell völlig unerfahren erlebt diese in ihrer Hochzeitsnacht ein Trauma, dachte sie doch, dass der Storch die Kinder im Weidenkörbchen vorbei brächte. Sie konnte »den Zusammenhang zwischen diesem Schrecklichen und dem Besuch des Storchs nicht verstehen« (S. 304). In den nächsten 15 Jahren gebärt Sanna ihrem Ehemann zehn Kinder, doch der Preis den sie zahlt ist hoch. Schliddert sie doch von einer Depression in die nächste. Erst als ihre fruchtbaren Jahre vorbei sind, wacht sie auf und lernt ihre Kinder, ihren Mann und auch sich selbst kennen. Plötzlich interessiert sie sich wieder für ihre Umwelt, für Politik und die Geschäfte des Mannes. So schafft sie es, eine ganz neue Beziehung zu ihm aufzubauen und sich Stück für Stück mehr Mitsprache zu erkämpfen.

»Sanna lebte in ihrer eigenen Welt. Sie lebte in ihren Romanen. Sie lebte in der biblischen Geschichte. Sie sprach in Gedanken mit den Personen, über die sie las. Sie hörte nicht, wie das Kindermädchen im Nebenzimmer schimpfte. Sie hörte kaum, wie der Mann seine Nachkommen züchtigte.
Später im Winter bekam sie noch einen Sohn.«
(S. 346)

Man merkt, Toril Brekke mag ihre Frauenfiguren, sind sie doch Vorkämpferinnen für etwas, das erst die Frauen in unserer Zeit (und unserer Breitengrade, aber dies ist nur eine Bemerkung am Rande) so wirklich erfahren können: Freiheit. Die Freiheit, sich zu bilden, etwas zu lernen, die Freiheit von der wirtschaftlichen Abhängigkeit von Vätern, Ehemännern und selbst über die eigene Sexualität zu bestimmen, aufgeklärt und unabhängig. Sanna und Sara stehen stellvertretend dafür, dass der Traum vom persönlichen Glück niiemals aufgegeben werden darf.

Fazit
Die Frauen vom Fjord von Toril Brekke ist ein toller historischer Roman, der vor allem durch den Klang der Sprache besticht. Noch nie habe ich ein Buch gelesen, dessen Sprache so sehr die Natur und Lebensart des Handlungsortes widerspiegelt, herb, kantig, schnörkellos und gleichzeitig doch sehr poetisch und verspielt.
Zudem merkt man als Leser*in, dass der Autorin ihre Frauenfiguren am Herzen liegen. Sie erzählt einfühlsam von deren Schicksal und macht sie zu Vorkämpferinnen für eine Sache, die an manchen Orten auch heute noch keine Selbstverständlichkeit ist: Freiheit und Unabhängigkeit.

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sommerleses avatar

Rezension zu "Sara" von Toril Brekke

Von den Anfängen des Berufsstandes der Hebamme
sommerlesevor 3 Jahren

"*Toril Brekke*" ist eine norwegische Autorin, die in ihren historischen Romanen Zeitgeschichte anschaulich widerspiegelt. Ihr Roman "*Sara*" ist aus dem Jahre 2003 und sollte unbedingt wieder aufgelegt werden. Das Buch erschien im "*Droemer Knaur Verlag*".

Sara Cold ist die die Tochter eines Vogts und soll mit einem viel älteren Witwer verheiratet werden. Doch aus Verzweiflung brennt sie mit Oskar, einem armen Fischer durch. Den hat sie kurz zuvor kennen und lieben gelernt. 
Sara heiratet, lebt mit ihrem Mann an der westnorwegischen Küste und bekommt drei Kinder. Als Fischerfamilie haben sie mit Armut und auch mit viel Arbeit zu kämpfen. Ihr Mann bleibt auf See, leider für immer.
Sara kennt die Schwierigkeiten der Geburt und die harten Schicksale gestorbener junger Mütter und interessiert sich für eine Ausbildung als Hebamme, die ihr die Stadtobersten bezahlen. Ihre Kinder bleiben bei Verwandten. Nach Beendigung der Ausbildung kehrt sie zurück und versucht, ihre Kinder wieder als Familie zu verbinden. Sie heiratet den Lehrer, doch das ist ein Fehler. Ihren Beruf muss sie aufgeben und nur noch wie damals üblich Frau und Mutter sein. Etliche Geburten machen ihr danach zu schaffen.
Der zweite Teil des Romans zeigt die Geschichte der ältesten Tochter unter dem Titel "Die Frauen vom Fjord".

Dieser Roman führt in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Norwegen und zeigt die ärmlichen Bedingungen der Bevölkerung und auch die schlechte medizinische Situation der Zeit. Aber auch die unterwürfige Stellung der Frau der damaligen Zeit wird besonders hervor gestellt. 

Die Figur der Sara ist der Autorin meisterhaft gelungen. Sie ist die Heldin des Romanes und ihr einfühlsam geschildertes Schicksal begeistert mich ungemein. Man kann sich wunderbar hineinversetzen in Saras Rolle, die sie zu spielen hatte und ist tief betroffen, wie sehr Frauen nur als Muttertiere und Arbeitskräfte und ohne eigene Meinung angesehen wurden. Strenge Moralvorstellungen und männliche Doktrien waren die obersten Lebensrichtlinien, nach denen die Frauen zu funktionieren hatten. Ausbildungen von Frauen waren die Ausnahme und wurden nur so lange geduldet, bis eine Verheiratung die Frauen ihrer Selbständigkeit entriss. Was für ein schrecklicher Gedanke, wie hier mit Frauen umgesprungen wurde und wie es in manchen Kulturkreisen ja auch heute noch üblich ist.

Toril Brekke ist eine fantastische Erzählerin und überzeugt mit ihren lebensecht wirkenden Charakteren und einem wunderbaren Schreibstil.
Sie gibt den Lesern einen authentischen Einblick in das Leben dieser Zeit und zeigt die menschlichen Nöte und Sorgen sowie rückständige Moralvorstellungen. Mit emotional wirkender Schilderung wird man in dieses Zeit zurück versetzt und erlebt die Angst und Verzweiflung fast selbst mit. Das einfache harte Leben als arme Fischersfamilie schildert Brekke sehr deutlich, doch dort spürt man Harmonie und Hoffnung, während das reiche Zuhause Saras mit ihrem Lehrer eher Unterdrückung und eine leidende Seele offenbahrt.


Ein wunderbarer Roman, der in die Ursprünge der weiblichen Emanzipation eintaucht und einzigartig zu lesen ist. Unbedingt wieder neu auflegen, bitte!  

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Fantasie_und_Träumereis avatar

Rezension zu "Für immer, Deine Agnes" von Toril Brekke

Rezension zu "Für immer, Deine Agnes" von Toril Brekke
Fantasie_und_Träumereivor 6 Jahren

KLAPPENTEXT:
Norwegen 1883: Für Agnes und Lasse ist es die große Liebe. Doch für Agnes´ wohlhabenden Vater kommt der arme Knecht als Bräutigam nicht in Frage. Daraufhin begeht Lasse eine große Dummheit, die ihn fast die Freiheit kostet. Nur eine Überfahrt nach Amerika, ins Land der Goldgräber, kann den abenteuerlustigen jungen Mann retten. In einem Brief bittet er Agnes ihm zu folgen. Doch als sie mit dem Schiff im Moloch New York ankommt und Lasse unauffindbar ist, muss sie eine folgenschwere Entscheidung treffen...

AUTORIN:
Toril Brekke, geboren 1949, ist eine der bekanntesten Autorinnen Norwegens. Lange Zeit war sie Vorsitzende des norwegischen PEN-Clubs. Seit über dreißig Jahren schreibt sie Romane und Erzählungen sowie Kinder- und Jugendbücher. Nach „Elises Traum“ und „Die Reise nach Westen“ liegt mit „Für immer, deine Agnes“ nun der fulminante dritte Roman ihrer norwegischen Auswanderertrilogie vor.

EIGENE MEINUNG:
„Für immer, deine Agnes“ ist der perfekte Abschluss für Toril Brekkes spannende und äußerst lesenswerte Auswanderertrilogie. Alle Bände sind in sich abgeschlossen und können einzeln gelesen werden, doch nur zusammen ergeben sie ein großes Ganzes, in dem sich der Kreis aus Gedanken und Handlungen schließt. Vertieft wird das dadurch, dass wir im dritten Band auf Brenda treffen, die Tochter von Elise, der Protagonistin des ersten Teils „Elises Traum“. In „Für immer, deine Agnes“ wiederholt sich Elises Geschichte in gewissem Maße, denn auch die Protagonisten Agnes und Lasse haben sich ineinander verliebt, reisen aber getrennt nach Amerika, um dort ein neues, gemeinsames Leben zu beginnen, das sie jedoch vorerst auf getrennten Wegen gehen lässt.
Die Schreibe der Autorin ist eigentlich eher kühl, wie wir es von ihr gewöhnt sind. Dennoch ist es ihr diesmal gelungen bei mir eine gewisse Rührung aus zu lösen. Das liegt vor allem daran, dass ihr Stil ein wenig dem eines Märchenerzählers ähnelt. Manchmal ist dadurch nicht alles auf den ersten Blick verständlich, doch gerade diese Poesie, die den Leser zum Mitdenken anregt, gefällt mir in ihren Büchern besonders gut.
Gekonnt spielt sie mit den Wünschen und Sehnsüchten ihrer Charaktere. Nichts ist ihnen wichtiger als ihre eigenen Träume in die Tat umzusetzen. Einige sind von extremer Naivität gezeichnet, ein wenig passend zu dem Gedanken, dass Amerika das Land ist, in dem Milch und Honig fließen. Oft bekommen sie bei dem Versuch ihre Träume zu erfüllen, einen starren Blick, vergessen alles um sich herum und lassen sich in eine falsche Richtung ziehen.
Anders die äußerst sympathische Protagonistin Agnes. Trotz einiger Niederschläge lässt sie sich nicht beirren. Immer ihr Ziel vor Augen irgendwann ihren geliebten Lasse zu finden, den Mann, der sie so zärtlich und wild zugleich in den Nacken gebissen und dadurch ein unbeschreibliches Feuer in ihr ausgelöst hat.
Lasse geht es kaum anders. Auch er kann Agnes nicht vergessen. Die aufrechte junge Frau, die sich von nichts unterkriegen lässt. Trotz vieler verlockender Angebote bleibt der schöne Wilde, der einst auf einem Schlitten im Schnee gefunden wurde, seinem Wissen treu eigentlich ein Königssohn zu sein, der alles erreichen kann, was er möchte. Und das ist außer Agnes ein unbändiger Drang nach Freiheit, den es in Amerika, dem Land der unendlichen Weite auszuleben gilt. Und während er früher immer eher mit gelaufen ist, findet er nun zu sich selbst.
„Nein, er vermisste den Klang der Posaune durchaus nicht, als das Pferd ihn weitertrug, sein Körper war erfüllt von jubelnden Tönen der Freiheit und der Freude.“ (S. 314)

FAZIT:
Mit „Für immer, deine Agnes“ ist Toril Brekke der Abschluss ihrer Auswanderertrilogie mehr als gelungen. Noch sympathischere Charaktere mit viel Ausstrahlung und eine tiefgründige Geschichte, die einen Hauch Märchen inne hat, konnten mich noch ein mal sehr begeistern. Meiner Meinung nach das beste Buch der Trilogie.

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