Toril Brekke Die Reise nach Westen

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Inhaltsangabe zu „Die Reise nach Westen“ von Toril Brekke

1843. Die junge Brenda arbeitet in einem Bordell in Chicago. Die Hoffnung auf ein besseres Leben hatte ihre Eltern einst von Norwegen nach Amerika geführt. Jetzt ist Brendas Mutter tot und ihr Vater will nichts von ihr wissen. Nur ein Wunder kann sie noch retten – dann steht eines Tages der junge Hølje vor ihrer Tür …

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  • Rezension zu "Die Reise nach Westen" von Toril Brekke

    Die Reise nach Westen
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    29. March 2012 um 15:16

    Seit ihrem Buch "Die Frauen vom Fjord" haben sich auch im deutschsprachigen Raum viele Leser und Leserrinnen mit dieser außergewöhnlichen norwegischen Autorin bekannt gemacht. Dabei ist sie seit Jahrzehnten in Norwegen einer der bekanntesten Schriftstellerinnen, war jahrelang Vorsitzende des dortigen PEN-Clubs. Neben vielen zum Teil historischen Romanen schreibt sie auch Kinder- und Jugendbücher. Der Roman "Elises Traum" und sein zweiter Teil "Die Reise nach Westen" gehen zurück in die Vergangenheit, die norwegische Vergangenheit und schlagen die Brücke zur Neuen Welt, für viele Norweger damals die große Hoffnung auf ein neues Leben. Zum besseren Verständnis ein kurzer Rückblick auf den ersten Teil. Wir schreiben das Jahr 1812. Harvard kehrt nach langen Jahren in englischer Gefangenschaft nach Norwegen zurück und verdingt sich dort als Knecht bei einem Bauern. Bei diesem Bauern begegnet er der Magd Elise. Er verliebt sich in sie, und kann seine Existenz in dieser Liebe wieder ankern. Elise und ihr geistig behinderter Bruder sind als Waisenkinder bei lieblosen Verwandten untergekommen. Irgendwann hält Harvard um Elises Hand an, nachdem er das Vertrauen des Bruders erworben hat, und will mit beiden nach Amerika auswandern. Doch als das Schiff endlich ablegt, als der Traum beginnen soll, ist Harvard nicht an Bord. Die mittlerweile schwangere Elises ist verzweifelt. Wie soll sie allein das Kind durchbringen? Zu diesem Zeitpunkt weiß sie noch nicht, dass ihr Mann im Gefängnis sitzt, und dass es noch viele Jahre dauern wird, bis sie ihn in Amerika wiedersehen wird. Der Roman erzählt dann von dem schweren Schicksal Elises in den Vereinigten Staaten und von der verzweifelten Suche Harvards nach seiner Frau, die er sofort nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis startet. Toril Brekke begibt sich einfühlsam auf die Spurensuche nach den ersten norwegischen Auswanderern. Sie beschreibt ihre Figuren mit viel Liebe und Verständnis. In der Fortsetzung, dem zweiten Teil einer noch zu vollendenden Trilogie über das Schicksal der norwegischen Auswanderer in die Neue Welt, lässt sie die Handlung im Jahr 1843 beginnen. Nach einer kurzen Erklärung, die das weitere Schicksal von Elise und Harvard beschreibt, geht es in der Folge um das abenteuerliche Leben von Brenda, der Tochter von Elise und von Holje, einem Stiefsohn von Brendas Vater Hakan. Es geht um eine stille Liebe von Holje zu Brenda, die sich als Hure verdingt, nachdem ihr Vater Hakan sie abgewiesen hat. Und es geht um Gold, Gold, Gold. Toril Brekke versteht es meisterhaft, zu beschreiben, wie der Goldrausch unzählige Menschen, die nach Amerika gingen wegen der Glaubensfreiheit und besserer Lebensbedingungen, erfasst und sie langsam aber sicher zerstört. Sie zeichnet mit feinen Strichen die besondere Kultur und Gemeinschaft der norwegischen Gemeinschaften in Amerika nach, die sich immer wieder zusammenfinden und auch zusammenhalten. Dabei legt sie immer wieder Wert auf die Schilderung ihrer ganz eigenen religiösen Traditionen und Praktiken. Ein fesselnder, bewegender Roman ist das mit ganz eigenen Charakteren, Menschen, die sich auch durch viele Schicksalsschläge nicht unterkriegen lassen und an ihrem Traum von einem neuen Leben festhalten. Auf den dritten Teil, der den Leser sicher ins beginnende 20. Jahrhundert führen wird, bin ich schon heute gespannt.

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  • Rezension zu "Die Reise nach Westen" von Toril Brekke

    Die Reise nach Westen
    Fantasie_und_Träumerei

    Fantasie_und_Träumerei

    23. February 2012 um 16:03

    Wer den ersten Teil „Elises Traum“ noch nicht gelesen hat, sollte weder den Klappentext noch die Rezi lesen, da sonst zu viel verraten wird, wie „Elises Traum“ ausgehen kann. Das Fazit sollte jedoch unbedingt gelesen und zu Herzen genommen werden!! KLAPPENTEXT: Amerika 1843: Tapfer und unbeirrt kämpft die junge Brenda ums Überleben. Nach dem Tod ihrer Mutter und ihres Onkels hält sie nichts mehr in Chicago. Das 16-jährige Mädchen macht sich auf den Weg zu ihrem Vater, dem sie erst ein einziges Mal begegnet ist. Doch das Wiedersehen mit ihm wird zu einer herben Enttäuschung: Håkan will nichts von seiner Tochter wissen. Desillusioniert kehrt Brenda in die Stadt zurück, wo sie sich von nun an als Hure verdingt. Dann steht eines Tages ein junger Mann vor ihrer Tür: Hølje, Håkans Stiefsohn, der sich damals heimlich in Brenda verliebt hatte. Soll Brenda das Abenteuer wagen und mit Hølje nach Kalifornien gehen, wo Goldfunde Reichtum und Glück verheißen? ZUM AUTOR: (Quelle: Droemer Knaur) Toril Brekke, geboren 1949, ist eine der bekanntesten Autorinnen Norwegens. Lange Zeit war sie Vorsitzende des norwegischen PEN-Clubs. Seit mehr als dreißig Jahren schreibt sie Romane und Erzählungen sowie Kinder- und Jugendbücher. EIGENE MEINUNG: „Es war die Sehnsucht nach Abenteuer und Reichtum. Eine teuflische Sehnsucht meinten manche.“ (S.127) Und es ist die Sehnsucht, die aus starken Männern Schwache macht und aus schwachen Männern Starke … Sehnsucht spielt in Toril Brekkes zweitem Band ihrer grandiosen Auswanderer Trilogie eine große Rolle. Ihre Geschichte spielt in einer Zeit voller Grausamkeit. Eine Zeit voller Entbehrungen und dem großen Wunsch nach Freiheit, Glück und Reichtum. Wir schreiben das 19. Jahrhundert. Immer noch wandern Menschen nach Amerika aus, um im Land, wo Milch und Honig fließen, das große Glück zu finden. Dort angekommen wird sofort weitergewandert. Dorthin, wo Reichtum nur aufgesammelt werden muss: Zur Goldsuche nach Kalifornien. Mit auf der Suche Brenda und Holje, die wir schon aus dem ersten Teil der Trilogie kennen. Auch sie sehnen sich nach einem besseren Leben, doch auch ihnen wird die Sehnsucht zum Verhängnis … Die Gemeinschaften die im Buch eine gewichtige Rolle spielen, legen ihr Hauptaugenmerk auf Religion. Glaube und biblische Schriften werden nach eigenem Wissen und Gewissen ausgelegt. In erster Linie, um eigenen Nutzen daraus zu ziehen, was vor allem Brenda schmerzlich zu spüren bekommt. Ein weiteres großes Thema des Romans sind Worte. Vor allem Ungesagte. Es gibt sehr viele Verstrickungen, die nicht hätten sein müssen, wenn betreffende Personen miteinander gesprochen hätte. Der Roman lebt von Missverständnissen, was die Geschichte sehr spannend macht. „Die Reise nach Westen“ hat mir noch besser gefallen, als sein Vorgänger „Elises Traum“. Das liegt zum Einen daran, dass die Handlung praller ist, zum Anderen mag ich die Charaktere dieses Bandes noch lieber. Der herzliche Holje, die schöne Brenda und auch die beiden norwegischen Brüder Bollog und Johan Jo, sind mir sehr ans Herz gewachsen und wissen zu begeistern. Die Schreibe der Autorin ist typisch skandinavisch: klar und kühl. Und dennoch können ihre wenigen Worte so viel beim Leser auslösen. Egal ob Bilder oder Emotionen, man lebt mit der Geschichte. Trotzdem ist diese Art der Schreibe nicht jeder Manns Sache. Unter anderem wird wörtliche Rede nicht gekennzeichnet. Das führt bei Romanen oftmals zu Verwirrungen, ist hier aber ein geschickt und auf den Punkt eingesetztes Stilmittel, dass die Kargheit mit der die Geschichte durchzogen wird, noch mehr unterstreicht. Eine perfekte Mischung aus Naivität und Sarkasmus runden das Ganze zu einem äußerst gelungenen Roman ab un dich kann es kaum erwarten den dritten Band der Trilogie in der Hand zu halten. FAZIT: „Die Reise nach Westen“ ist nicht nur ein Auswandererroman, sondern auch ein Buch über tiefgründige Lebensgeschichten. Voller Geheimnisse, Verstrickungen und absolut spannend. Wundervoll, im typisch skandinavischen Stil geschrieben und, wie sein Vorgänger, absolut lesenswert.

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